January 29

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„Es war einmal ein Volk, das glaubte an die Entstehung der Welt durch den Willen von Pachamama, von Mutter Erde. Himmel und Land ergeben zusammen den ernährenden Oberkörper der Gottheit, Berge bilden das Bindeglied zwischen den beiden. Der Titicacasee ist der Mittelpunkt der bekannten Welt und sein Wasser der Spiegel der Unterwelt. Alle Flüsse und Bäche werden als Adern gesehen.“

Die Geschichte der Inka zählt zu den interessantesten und touristisch erschlossensten Hotspots in Südamerika. Auch noch rund ein Tausend Jahre nach dem Untergang der Inkakultur faszinieren Erzählungen wie die Entstehung der Welt Reisende aus aller Welt.

Nirgendwo ist dies so spürbar wie in der einstigen Hauptstadt Cusco, die auch heutzutage noch ein Garant für ein einmaliges Erlebnis ist. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung zum weltberühmten Machu Picchu – zumindest dieses Ziel sollte auf jeder Bucketlist stehen!

Cusco ist der Ausgangspunkt der Reise

Als Backpacker kommt man recht gut von Europa nach Cusco. Meistens kann man direkt oder mit einem Zwischenstopp einen Flug nach Peru nehmen. Lima hat den größten Flughafen des Landes. Von dort kann man dann sowohl einen weiteren Flug oder auch eine Busreise auf sich nehmen, um in die Inka-Stadt zu gelangen.

Die Stadt ist Zuhause von circa einer halben Million Einwohner und liegt auf 3.416 Meter. Daher ist es sehr ratsam, den Körper erst einmal an die Höhe zu gewöhnen. Denn auf so einer Höhe ist es nicht nur kälter und regnerischer, sondern die Kondition macht einfach nicht mehr mit und Kopfschmerzen und Atemnot sind oft die Folge der Höhe.

Cusco Stadt

Hat man sich erst einmal akklimatisiert, kann man die Schönheit der Stadt jedoch umso besser genießen. Übersetzt heißt der Stadtname übrigens „Nabel“ oder „Mitte der Welt“. Überall erinnern alte Bauwerke in der Innenstadt an die einzigartige Geschichte der Stadt. Außerdem ist sie majestätisch zwischen einem Bergpanorama gelegen und äußerst grün für ihre hohe Lage.

Der kulturelle Mittelpunkt bildet der Plaza de Armas, in dessen Laufnähe allerhand Tempel, Museen und Straßencafés sind. Generell sind die meisten Inkaruinen über die ganze Stadt verteilt und zeugen von vergangenen Festungen, Kirchen und Galerien.

Das Stadtviertel San Blas ist besonders für einen ausgedehnten Einkauf von Souvenirs geeignet. Hier kann man am besten mit den einheimischen Händlern um Taschen, Klamotten und Mitbringsel feilschen.

Die Kathedrale von Cusco, die „Catedral Basílica de la Virgen de la Asunción” wurde zwischen 1560 und 1664 auf dem Fundament eines ehemaligen Inka-Tempels errichtet und wurde wie die gesamte Altstadt von Cusco zum UNESCO-Weltkultur erklärt.

Die Ruinen von Quirikancha sind zudem auch definitiv einen Besuch wert, denn der Steinpalast ist äußerst gut erhalten. Man hat auch einen sehr tollen Ausblick auf das gesamte Stadtgebiet.

Cusco Platz

Der Ausflug zum Machu Picchu beginnt

Cusco ist nicht nur selbst eine Reise wert, es stellt auch das Tor ins berühmt berüchtigte Machu Picchu dar. Diese mystische Inkastadt mitten in den Anden kann praktisch nur von hier aus erreicht werden. Da hat man als Tourist jedoch einige Möglichkeiten dazu.

Die luxuriöseste Variante zum Machu Picchu ist wohl per Zug. Die sogenannte Inka-Train tuckert gemächlich die Terpentinen hinauf und hinunter. Eine Einzelkarte kostet zwar stolze 100 €, du erhaschst jedoch während der gesamten Fahrt traumhafte Ausblicke der gesamten Region. Auf Grunde des Fahrplans fährst du die letzte Etappe von Hidroelectrica von morgens an, bis du nachmittags schließlich in Machu Picchu ankommst.

Eine andere bequeme Möglichkeit bieten die geführten Touren. Entweder in kleineren Autobussen oder in normalen Dorfbussen kann man von Cusco aus mehrmals am Tag nach Aguas Calientes kommen. Dieses Dorf dient als Reisestopp für eine letzte Übernachtung und hat daher auch nicht mehr als einen Supermarkt, einige Herbergen und die ein oder andere Essensoption zu bieten. Niemand bleibt hier länger als eine Nacht. Um 4 Uhr morgens am Folgetag fährt man dann wieder mit einem Bus auf den Machu Picchu und erreicht ihn dann pünktlich zum Sonnenaufgang.

Die letzte Variante der Anreise ist für viele die einzig wahre Möglichkeit: zu Fuß. Innerhalb von drei Tagen marschierst du zwischen den Bergen der Anden auf dem sogenannten Inka-Pfaden geführt und kehrt nach einer strammen Tagesetappe in verschiedenen Örtchen ein, um dort zu übernachten. Ein lokaler Guide unterstützt und weiß bestens um die Anstrengungen und die Geschichte der Orte unterwegs Bescheid.

Nach der letzten Nacht in Aguas Calientes erreichst du dann nach weiteren zwei Stunden das Machu Picchu nach circa 75 km Wanderung. Diese Anreise ist nicht nur Sportverrückten zu empfehlen, sondern auch besonders Interessierten – auf den anderen Fahrten werden die kleineren Sehenswürdigkeiten gar nicht erst angesprochen.

Peru Berge

Ankunft am Machu Picchu

Ganz egal, ob du nun per Zug, Bus oder zu Fuß den Weg bestritten hast, alle Anstrengungen sind vergessen, wenn du an deinem Ziel ankommst. Zurecht wurde die Inkastadt nicht nur zum UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe gekürt, sondern es ist auch das einzige der „Sieben Neuen Weltwunder“ auf lateinamerikanischem Boden.

Die guterhaltenen Ruinen bestehen aus jeder Menge Steinen und bieten sogar die Möglichkeiten, zwischen ihnen entlangzulaufen und sich wie ein waschechter Inka zu fühlen. Vielleicht liegt es am tiefen Nebel oder an den grasenden, wilden Lamas, aber der Ort strahlt eine unbeschreibliche Mystik aus.

Das muss man erlebt haben, um zu wissen, was wir meinen. Insgesamt 3.000 Stufen warten nur darauf, von neugierigen Reisenden bestiegen zu werden. Wer auch immer noch nicht genug von der Höhe hat – das Machu Picchu liegt auf 2.430 Metern –, kann auf den gleichnamigen Berg hinaufkraxeln und eine sagenhafte Aussicht genießen.

Der Name Machu Picchu ist übrigens Quechua und heißt übersetzt „Alter Gipfel“. Es liegt äußerst idyllisch genau zwischen zwei Bergen (dem Machu Picchu und dem Huayna Picchu) auf einem Tal-Plateau.

Du kannst nicht nur die Mauern bestaunen, auch Tempelanlagen und Brunnen zeigen, dass hier einmal eine Hochkultur von etwa 1000 Einwohnern gelebt hat. Besonders ratsam ist das Machu Picchu im Sonnenaufgang, denn das Licht verstärkt das geheimnisvolle Ambiente noch mehr.

Am besten checkst du vorher die beste Reisezeit der Region. Außerdem ist es an jedem Tag wirklich voll am Machu Picchu. Nach nicht mal einer Stunde war es das dann auch mit wunderschönen Fotos ohne unzähligen Touristengruppen.

Peru Machu Picchu

Backpacken durch Cusco und zum Machu Picchu

Sowohl die Metropole Cusco als auch das Machu Picchu offenbaren dir eine Einsicht in eine andere Welt. Du hast sicher schon von den Inka gehört, aber wusstest du, dass ihr Reich von Chile und Argentinien bis nach Kolumbien reichte? Das entspricht in etwa der Gesamtlänge Europas, von Norwegen nach Malta.

Sie waren optimal an die schwierigen Lebensumstände angepasst und ihrer Zeit in Sachen Technik, Architektur, Bildung, Verwaltung und Medizin um einiges voraus. Forscher staunen heutzutage immer noch, wie das Volk Wissen über Astronomie erlangen konnte, ohne moderne Messverfahren zur Verfügung zu haben.

Ihre Sprache, das Quechua wird auch heute noch in Peru, Ecuador und Bolivien gesprochen und auch die Naturreligion wird von vielen immer noch praktiziert. Daher bietet es sich an, an der ehemaligen Hauptstadt hautnah die Anfänge und den Untergang der Hochkultur zu erleben.

Gepaart mit atemberaubender und unberührter Natur darf die Region rund um das Urubambatal einfach auf keiner Reiseliste fehlen. Wer es etwas weniger touristisch mag, wird überall im Heiligen Tal (Valla Sagrada) fündig. Hier sind die Ruinen Choquequirao, Ollantaytambo, Pisac und Villabamba zu nennen.

Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass Cusco und auch das Machu Picchu das Touristenziel schlechthin in Peru sind. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Stadt sehr international geprägt ist – es ist teilweise schwierig, die authentische peruanische Küche zu erleben. Aber wer auf seinen Cappuccino und seinen Burger nicht verzichten mag, wird hier schnell fündig.

Die Preise sind immer noch recht günstig, allerdings sehr viel teurer als andere Orte in Peru. Sämtliche Reiseagenturen vor Ort sind natürlich bestens auf die Reise zum Machu Picchu spezialisiert, dies geht jedoch auch etwas auf Kosten der Echtheit der lokalen Kultur. Mit Englisch kommt man jedoch sehr gut durch.

Wer es mag, fremde Länder ganz auf eigene Faust zu erkunden, wird es schwer haben. Die schwierigen Verhältnisse von Klima, Landschaft und Höhe verhindern eine Wanderung alleine. Genauso solltest du nicht mit einem Mietwagen anreisen wollen, denn das bergige Gelände und das unberechenbare Wetter erschweren eine schöne Fahrt ebenso wie die Begleitung rücksichtloser peruanischer Autofahrer.

Zwar ist es möglich, Wanderungen und Busfahrten auf Hin- und Rückreise miteinander zu kombinieren, du wirst jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine Reiseagentur angewiesen sein. Selbstverständlich kann man dann wieder ganz auf sich gestellt zu anderen Orten in Peru kommen: per Omnibus nach Lima, Huarez oder Ica, zum Beispiel.

Peru

Fazit

Selbst für diejenigen, die sich absolut nicht für Religion und Spirituelles interessieren, wird eine Reise nach Cusco und zum Machu Picchu ein totales Reise-Highlight in Südamerika sein. Durch eine gute Anbindung und eine ausgezeichnete Aufstellung von Travel Agencies ist es sehr einfach, zum Weltwunder der Neuzeit, dem Machu Picchu zu kommen.

Dabei spielt es auch keine große Rolle, ob man drei Tage durch die Anden gewandert ist oder die bequeme Zugfahrt genossen hat, denn die Aussicht auf naturbelassenes Gebirge, die Kultur der Inka und die einmalige Tierwelt lässt einfach jeden staunen. Noch nie hat man sich der Natur und den eingeborenen Stämmen näher verbunden gefühlt als an diesen zwei besonderen Orten.

Wenn Mutter Erde sich tatsächlich irgendwo zeigen wollte, dann ganz bestimmt hier an dieser magischen Destination.

Marvin Erdner


Peru

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