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Die Iguazú-Wasserfälle: im Herzen Südamerikas

Die Niagarafälle oder die Victoriafälle sind dir bestimmt bekannt, doch sagen dir auch die Iguazú-Wasserfälle etwas? Wusstest du, dass sie die wasserreichsten Fälle der Welt sind? Wenn du die Chance dazu hast, solltest du das UNESCO-Welterbe unbedingt mit eigenen Augen sehen!

In diesem Artikel begeben wir uns auf eine Reise zu den Iguazú-Wasserfällen im Herzen Südamerikas. Wir stellen dir die beiden Nationalparks vor, in denen du die Wasserfälle besichtigen kannst, sowie die Umgebung des dortigen Dreiländerecks zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay.

Die wichtigsten Fakten   

Die Iguazú-Wasserfälle sind Teil des Paraná Flusses und bestehen aus 20 großen und 255 kleineren Wasserfällen mit einer Ausdehnung von über 2,7 km. Diese sind bis zu 82 m hoch. Je nach Jahreszeit haben sie eine Wassermenge zwischen 1500 m³/s und 7000 m³/s. Der Paraná markiert die Grenze zwischen Brasilien und Argentinien, deshalb gibt es auch zwei Nationalparks, jeweils auf einer Seite des Flussufers.

Es lohnt sich beide Parks zu besuchen, da sie jeweils eigene Vorteile bieten. Lass dir bei den Besuchen ruhig genug Zeit, denn wer weiß, wann du das nächste Mal die Möglichkeit hast ein so beeindruckendes Naturschauspiel zu bewundern.

Die Guarani an den Iguazú-Wasserfällen

In der argentinischen Provinz Misiones heißen die Wasserfälle Foz de Iguazú und im brasilianischen Bundesstaat Paraná Foz do Iguaçu. Doch die Namensgebung ist eigentlich eine Zusammensetzung aus dem Wort Iguaçu, welches in der indigenen Guaraní-Sprache für „Großes Wasser“ steht, kombiniert mit dem portugiesischen Wort foz, was„Mündung“ heißt.  Übersetzt heißen die Wasserfälle also „Mündung des großen Wassers“.

Unter den Mbyá, ein Teil des indigenen Guaraní-Volks,existiert ein Mythos über die Entstehung der Iguazú-Wasserfälle. Dieser besagt, dass die bösartige Gottheit Boi in Form einer Riesenschlange jedes Jahr das Opfer einer Jungfrau verlangte. Doch eines Tages floh die auserwählte Jungfrau Naipí mit ihrem Geliebten Tarobá auf einem Kanu. Um die beiden aufzuhalten, schlug der zornige Boi eine Schlucht in den Paraná. Die Seele von Naipí blieb in den Wasserfällen gefangen, während Tarobá sich in einen Baum am oberen Rand der Fälle verwandelte. Seitdem wacht Boi im sogenannten Teufelsschlund, dem höchsten Wasserfall, über das Paar. Doch, wenn sich ein Regenbogen über die Fälle spannt, sind Naipí und Tarobá in ihrer Liebe wieder vereint.

Typischer Wegbegleiter auf den Pfaden der Iguazú-Wasserfälle

Flora und Fauna

An den Iguazú-Wasserfällen leben über 450 Vogelarten, 80 Säugetiere, 257 Schmetterlingsarten und eine Vielzahl von Flussbewohnern. In den Nationalparks wirst du einige der Tiere zu Gesicht bekommen, wie zum Beispiel Nasenbären, Leguane und kleine Affen. Die Tiere sind zwar an Menschen gewöhnt, jedoch solltest du dich immer an die Hinweisschilder halten. Respektvoller Umgang mit Tieren und Pflanzen ist sehr wichtig und es handelt sich um wilde, freilaufende Tiere.

Die Wasserfälle und ihre Parks sind ebenfalls Zufluchtsort für von dem Aussterben bedrohte Tierarten, wie der Jaguar, Ozelots, Tapire und andere Dschungelbewohner. Mit deinem Besuch trägst du zur Erhaltung der Schutzgebiete bei.

Die Anreise

Sowohl in Paraguay, in Argentinien als auch in Brasilien gibt es Flughäfen in der Nähe der Iguazú-Wasserfälle, welche von den Metropolen der Länder angeflogen werden. Wenn man jedoch schon mal in Südamerika ist, lohnt es sich, die Reise mit anderen Zielen zu verbinden.

Du kannst zum Beispiel weitere wunderbare Sehenswürdigkeiten von Brasilien oder Argentiniens in deine Reise miteinbinden. Wir haben unsere Route damals über den benachbarten Bundesstaat Santa Catarina gewählt und sind im Bus angereist.

Wo du übernachtest, kommt ganz auf deine Planung an. Am besten überlegst du dir in welchem Land du am meisten Sehenswürdigkeiten besichtigen willst, um dir unnötige Grenzübergänge zu ersparen. Von dort aus kannst du Tagesausflüge in die anderen Länder unternehmen, der touristischer Grenzverkehr ist hier normal. Für den Grenzübergang fragst du am besten nach Tipps in deiner Unterkunft und informierst dich im Internet, damit du keine Probleme bekommst oder zu viel Geld ausgibst. 

Wir sind für einen Tagesausflug zu der argentinischen Seite der Iguazú-Wasserfälle mit dem Taxi gefahren. Der Fahrer hielt an der Grenze und wartete bis wir unseren Einreisestempel im Reisepass hatten, genauso ging es auch auf der Rückfahrt. Du solltest immer darauf achten, dass dir alle Dokumente und Stempel korrekt ausgehändigt werden. Ansonsten kann es bei der Rückreise zu Schwierigkeiten kommen. Für eine Brasilien oder Argentinien Reise in Verbindung mit den Iguazú-Wasserfällen kannst du dir unsere Klimaleitfäden der Länder anschauen, um die beste Reisezeit herauszufinden.  

Steg auf der brasilianischen Seite der Iguazú-Wasserfälle

Parque Nacional do Iguaçu

Das brasilianische Schutzgebiet, der Parque Nacional do Iguaçu, liegt 17 km von der Stadt Foz do Iguaçu entfernt und erstreckt sich über fast 170.000 Hektar. Es ist eines der wenigen Schutzgebiete der Mata Atlántica, der atlantische Regenwald.

Der Park bietet alle möglichen Touristenattraktionen, von Helikopterflügen bis hin zu Bootstouren unterhalb der Wasserfälle. Unserer Meinung nach reicht ein normaler Parkrundgang jedoch völlig aus. Wer im Belmond Hotel übernachtet, kann den Park außerhalb der normalen Öffnungszeiten zwischen 9 Uhr und 17 Uhr besichtigen. Ansonsten achte am besten darauf, nicht am Wochenende und möglichst außerhalb der Feiertage oder Hauptferienzeiten von Brasilien und Argentinien anzureisen.

Der Park ist gut organisiert: Transportbusse, Toiletten und Verpflegung, außerdem ist er rollstuhlgerecht eingerichtet und gut ausgeschildert. Die schöne Landschaft und die vielen Tieren, die du auf den Wanderwegen sehen wirst, sind ein zauberhaftes Erlebnis. Das absolute Highlight ist jedoch der lange Steg, der in den Fluss gebaut ist. Auf ihm hast du eine perfekte Panoramasicht auf die Iguazú-Wasserfälle.

Parque Nacional Iguazú

Der argentinische Parque nacional Iguazú liegt 17 km von der Stadt Puerto Iguazú am Grenzübergang entfernt. Der argentinische Nationalpark und das dazugehörige Naturreservat erstreckten sich auf über 67.000 Hektar. Der Park wurde schon 1934 gegründet, mit dem Ziel, die biologische Vielfalt der Iguazú-Wasserfälle zu erhalten.

Auch hier gibt es großartige Wanderwege und Holzstege an den Wasserfällen, aber auch innerhalb des restlichen Gebiets. Eine kleine Bahn, der Tren Ecológico de la Selva, bringt dich zu den verschiedenen Stationen im Park. Auf den Wanderwegen kommt die vielfältige Flora mit über 90 verschiedenen Baumarten zur Geltung und auch hier begegnest du vielen freilaufender Tiere.

Die Aussichtsplattform auf dem äußersten Rand über den Fällen bietet eine neue Perspektive auf die Iguazú-Wasserfälle. Zudem hast du hier den perfekten Blickwinkel, um das in die Tiefe stürzende Wasser zu beobachten. Wenn man über dem tosenden Fluss steht, wird einem die gewaltige Kraft des Naturwunders klar, während unzählige kleine Wassertropfen einen Nebel aus Sprühregen bilden. 

Weitere Sehenswürdigkeiten

Wenn du etwas mehr Zeit bei den Iguazú-Wasserfällen verbringst, lohnt es sich weitere Sehenswürdigkeiten der Umgebung zu entdecken.

Ciudad del Este

Paraguay hat zwar keinen Zugang zu den Iguazú-Wasserfällen, die zweitgrößte Stadt Paraguays, Ciudad del Este, liegt jedoch nur etwa 40 km von ihnen entfernt. Unter den meisten Touristen ist die Stadt vor allem als billiges Shoppingziel bekannt. Es gibt sogar geführte Touren zu den größten Einkaufszentren der Stadt. Als Backpacker mit minimalistischer Ausrüstung hat uns das aber nicht besonders angesprochen.

Die Internationale Brücke der Freundschaft verbindet Ciudad del Este mit Brasilien. Im Gegensatz zu anderen Städten im Baustil der europäischen Kolonialzeit ist Ciudad del Este vor allem vom wirtschaftlichen Aufschwung geprägt. Wenn du etwas über die Entstehung der 1957 gegründeten Stadt oder über die Geschichte, der schon lange vorher dort lebenden indigenen Völkererfahren möchtest, kannst du das El Mensú Museum besuchen oder auch das Museo de la Tierra Guaraní. Für eine Reise in den ehemaligen Indiostaat Paraguay befehlen wir dir mehr über das Leben seiner Einheimischen zu lesen.

Falls du noch nicht genug von Wasserfällen hast, kannst du in Paraguay die etwas kleineren, aber trotzdem eindrucksvollen Cataratas del Monday besuchen.

Represa Hidroelétrica Itaipú

Der hydroelektrische Itaipú Staudamm ist ein binationales Projekt von Paraguay und Brasilien und wurde zwischen 1974 und 2007 erbaut und erweitert. Es ist der am zweitmeisten Strom produzierende Staudamm der Welt. Auf verschiedenen Touren kann man den Staudamm und ein dazugehöriges Museum besichtigen.

So eindrucksvoll das Projekt auch ist, wird es doch von seiner dunklen Vergangenheit überschattet. Es verschwanden nicht nur circa 130 Arbeiter bei den Bauarbeiten, für den Bau musste der riesige Paraná Fluss trockengelegt und umgeleitet werden. Die Bewohner des Gebietes, wo sich heute der Stausee erstreckt, wurden vertrieben. Und die eigentlich wasserreichsten Wasserfälle der Welt, Guaíra genannt, wurde für den Staudamm für immer zerstört.

Der Itaipú Staudamm hat einen großen Einfluss auf seine Umgebung, sei es als Arbeitgeber, Energiequelle oder die Auswirkungen auf die Umwelt. So oder so ist er omnipräsent und ist für die Region ein ebenso wichtiges wie auch kontroverses Projekt.

Einer von vielen Vögeln der Mata Atlántica

Parque das Aves

Direkt neben dem brasilianischen Besucherpark der Iguazú-Wasserfälle gibt es, vor allem für Hobby-Ornithologen, eine besondere Attraktion. Der Parque das Aveces ist der einzige Vogelpark, der sich dem Schutz und der Erhaltung der Vögel der Mata Atlántica verschrieben hat. Mit einem Besuch in dem kleinen Park kannst du dessen Arbeit unterstützen und erfährst mehr über die Tiere und den Wald.

Fazit

Die Iguazú-Wasserfälle sind nicht nur wunderschön, sondern auch wahrlich ein respekteinflößendes Naturwunder, dessen Besuch wir voller Ehrfurcht genossen haben. Die Flora und Fauna der Region muss unbedingt erhalten bleiben und es ist ein aufragendes Abenteuer, sie so hautnah erleben zu können. Die vielen Nationalparks der Region wären ohne das große touristische Interesse niemals in diesem Umfang finanzierbar.  Ein Besuch wird dich auf jeden Fall genauso begeistern wie uns! Also, worauf wartest du? Los geht’s!

Lucia Mardaus

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