Erfahrungen & Bewertungen zu Backpackertrail

January 8

0  comments

Generelle Informationen

Die Riviera in Albanien umfasst lediglich einen kleinen Abschnitt der Küste im Südwesten des Landes. Sie reicht von Sarandë bis zum Llogara-Pass. Darüber beginnt die Adria. Die albanische Riviera liegt folglich ausschließlich im Qarqe (eine Art Verwaltungseinheit) Vlora. Sie wird von den Albanern selbst als Bregu, zu Deutsch „Küste“, bezeichnet. Die Riviera wird vom Hinterland durch das Ceruanische Gebirge abgetrennt. Auch wenn die albanische Riviera nicht sehr groß ist, so gibt es hier dennoch einige Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die diesen Teil des Landes zu einem Wunschziel jedes Backpackers werden lassen. Im folgenden Abschnitt zeigen wir dir, was dich erwartet!

Sarandë

Sarandë ist eine Traumstadt, wenn du Ruinen, wunderschöne Strände und generell faszinierende Naturschönheiten liebst. Du findest hier atemberaubende Häfen, die dich mit ihrem nächtlichen Charme in ihren Bann ziehen werden und hollywoodreife Strände, für die man in antiken Lexika Superlative suchen müsste. Darüber hinaus gibt es in der näheren Umgebung Sehenswürdigkeiten, die ihresgleichen suchen, wie zum Beispiel das Kloster der 40 Märtyrer, die Steinstadt Gjirokastër, Lëkurësi Castle und die Karstquelle Syri i Kaltër, die bereits unter den Regierungschefs zur volksrepublikanischen Zeit ein beliebtes Reiseziel war.

Saranda Küste

Borsh

Dieses kleine, idyllische Städtchen liegt direkt an der Riviera, vor einem etwa vier Kilometer langem Sandstrand. Hier gibt es für Backpacker einiges an Naturschönheiten zu entdecken. Nimm dir deinen Rucksack und ab durchs Gelände, denn die Schwemmlandebene, die sich durch den unregelmäßig wasserführenden Borsh-Fluss gebildet hat, lädt zum Erkunden ein.

Mitten im Dorfzentrum befindet sich auch eine mächtige Quelle, die du dir anschauen kannst. Auf dem 326 m hohen Hügel Sopot liegt die Burg von Sopot, die mit der innerhalb der Burgmauern liegenden osmanischen Moschee des Haxhi Bendo das Wahrzeichen der Stadt bildet. Die Geschichte dieser Befestigung geht laut Forschungen bis ins 12. Jh. v. Chr. zurück! Also nimm dir die Zeit, dieses alte Bauwerk zu betrachten und dich in die Zeit zurückzuversetzen, als hier Griechen, Byzantiner oder Osmanen lebten, lange bevor Albaner auch nur einen Fuß in dieses Gebiet setzten.

Himarë

Kommen wir zu einer etwas größeren Siedlung, und zwar zur Bahkia (vergleichbar mit der deutschen Bezeichnung „Stadtkreis“) Himarë. Diese Stadt ist ein wahrhaftiges Abenteuer für Geschichtsliebhaber und überall in der vom Ceruanischen Gebirge isolierten Stadt finden sich Spuren ihrer Vergangenheit.

Es ist bekannt, dass die Römer im 2. Jh. v. Chr. dieses Gebiet eroberten und der Provinz Macedonia zusprachen. Doch hier beginnt erst der Wechsel der Herrn über diese Stadt. Nach der Trennung des römischen Reiches im Jahre 395 fiel die Siedlung an das Byzantinische Reich. Damit nicht genug, denn Ende des 9. Jh. fiel die Stadt beinahe erneut an einen neuen Herrscher, und zwar an das Bulgarische Reich. Dieses reichte damals bis an die Küste Himarës.

Die Geschichte nimmt hier erst richtig Fahrt auf, denn nach dem 4. Kreuzzug im 13. Jh. zerfiel auch Byzanz und Himarë fand sich nun im Nachfolgestaat Epirus wieder. 1277 haben sich dann die Neapolitaner dazu entschlossen Himarë unter ihre Kontrolle zu bringen. Du denkst es endet hier? Nein, nein, es geht noch weiter. Denn Ende des 14. Jh. eroberten die Osmanen diese Region und die Himarioten führten sogar erfolgreiche Aufstände gegen die Osmanen durch, sodass sich Sultan Bayazid II. 1492 zu einem Abkommen entschied, dass Himarë Autonomie gewährte.

Dieses Abkommen bestand einige Zeit lang, aber 1798 eroberte Tepedelenli Ali Pascha Himarë und verleibte es dem Osmanischen Reich endgültig ein. 1912 fand Himarë dann endlich Ruhe und Frieden als es Teil Albaniens wurde – naja gut, man müsste sagen „fand fast seine Ruhe“, denn 1940 rückte die griechische Armee bis nach Himarë vor. Aber das war es jetzt wirklich!

Wenn du also ein Geschichtsliebhaber bist, dann solltest du dir ruhig ein bis zwei Tage Zeit nehmen, um die Stadt und die Gegend zu erkunden. Die Spuren der Vergangenheit sind hier überall wiederzufinden: in den Baustilen, Ruinen und Festungen, aber auch in Form eines ehemaligen sowjetischen U-Boot-Bunkers, dass in einen Felsen getrieben ist. Dieses kann man im militärischen Sperrgebiet jedoch nicht besichtigen, dafür aber sehr gut aus der Entfernung betrachten.

Himara Strand

Maja e Çikës

Jetzt wird es für die Hiker unter euch interessant. Maja e Çikës, was so viel wie Mädchen-Spitze bedeutet, ist mit 2045 m Höhe der höchste Punkt im Ceruanischen Gebirge und absolut eine Wanderung wert. Der Berg steigt innerhalb von nur fünf Kilometern auf 2045 m an. Daher ist dieses Gebiet in erster Linie perfekt für erfahrene Bergsteiger, die sich gerne an eine Herausforderung wagen wollen. Aber auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten, denn hier kann man kilometerweit in jede Richtung hiken und kann zeitweise stundenlang keine Menschenseele antreffen. Hier kann man die Natur in aller Ruhe fernab des Stadttrubels genießen.

Die albanische Riviera endet außerdem hier, da an diesem Punkt der Llogara-Pass beginnt, an dem die Adria beginnt. Hier gibt es außer den verschiedenen Wanderrouten und den zahlreichen Bergsteigermöglichkeiten auch noch den Llogara Nationalpark, den man im Prinzip ganzjährig besichtigen kann.

Albanien Berg

Llogara Nationalpark

Dieser Nationalpark ist ein wahrer Abenteuerspielplatz für Naturenthusiasten. Hier gibt es die verschiedensten Baumarten, von der Schwarzkiefer über die Schlangenhaut-Kiefer bis hin zur Bulgarischen Tanne und Esche. Manche dieser Bäume wurden sogar aufgrund ihres Aussehens benannt.

Das Wildleben in diesem Nationalpark bietet einem jeden Tierliebhaber die verschiedensten kleinen Racker an. Hier gibt es süße Steinmarder, und plüschige Füchse, die man oft beobachten kann, wie sie umherstreifen. Aber auch kleine Wildziegen, die gerne mal bocken können, kann man hier antreffen.

Das wohl knuffigste Tier, das hier lebt, ist die Wildkatze, deren Augen man vor allem im Dunklen in den Schatten leuchten sehen kann. Darüber hinaus gibt es hier aber auch Wölfe und die typischen Waldbewohner wie Rehe.

Wenn man Vögel beobachten möchte, dann ist man hier definitiv ebenfalls an der richtigen Adresse, denn hier gibt es neben verschiedenen Geierarten, Steinadlern, Kolkraben, Sperbern und Uhus auch das farbenfrohe, fluffige Alpensteinhuhn. Diese Sonnenliebhaber sind jedoch etwas scheu, deswegen sollte man sich sehr vorsichtig annähern, wenn man sie genauer betrachten möchte.

Adrenalinjunkies bekommen hier aber ebenfalls etwas geboten, denn der Südhang des Passes wird als Startplatz für Gleitschirmflieger genutzt und es finden hier auch jährliche Wettbewerbe statt. Natürlich kannst du dir hier mehrere Tage für die Erkundung nehmen, da auch Hotels sowie Restaurants zur Verfügung stehen.

Llogara Pass

Çorraj

Wenn du ein Abenteuer fernab jeglicher Tourismusorte und -Attraktionen suchst, dann empfehlen wir dir das kleine beschauliche Bergdorf Çorraj. Hier gibt es eine gute Mischung aus Sehenswürdigkeiten, welche sich hauptsächlich auf den alten Baustil und Ruinen bezieht, und einer fesselnden Natur. Die Berglandschaft ist unglaublich schön und man kann sich hier stundenlang oder gar für mehrere Tage off-Road durch das hügelige Gebirge arbeiten und unter freiem Himmel campen. Hier findet jeder Backpacker, der einen Flair für die Schönheit der Natur hat, sein Glück.

Hier kannst du auch bergab gen Süden, Richtung Borsh wandern, wo du irgendwann auf den Fluss Lumi i Borshit treffen wirst, der ein paar kleine Kaskaden hat. Hier kannst du den Vögeln lauschen und die wilden Tiere mit etwas Glück in ihrem natürlichen Habitat beobachten.

Du kannst aber auch nach Norden Richtung Kuç wandern. Dieses kleine Dorf wurde damals im Balkankrieg von Griechen niedergebrannt. Später haben sich die Bewohner auch gegen umliegende Dörfer, in denen griechisch gesprochen wurde, gestellt und diese angegriffen.

Von diesem geschichtsträchtigen Dorf kannst du auch Richtung Nordwesten nach Kallarat wandern, wo du irgendwann auf den Fluss Shushica treffen wirst. Diesem kannst du dann gemütlich bis zu dem beharrlichen Dörfchen folgen und dieses gleich mit erkunden. Hier findest du also auch etwas Geschichte und viel Kultur auf einem off-Road-Trail, für den du dich jedoch gut rüsten musst. Die Höhenunterschiede sind hier gewaltig und man muss aufpassen, sich nicht in der albanischen Wildnis zu verirren. Daher sollte man zumindest eine Karte oder einen Kompass und genügend Proviant einpacken.


Fazit

Die albanische Riviera ist mit Sehenswürdigkeiten, Tourismusattraktionen an entlegenen Orten, Naturschönheiten und off-Road-Möglichkeiten geradezu übersät. Wir können dir in diesem Artikel, durch die Vielfältigkeit des Landes, nicht alles vorstellen. Falls du dich jedoch für Sehenswürdigkeiten, Strände in der Riviera oder allgemein in Albanien oder für Roadtrips quer durch dieses Balkanland interessierst, dann empfehlen wir dir, auch unsere anderen Artikel über Albanien zu lesen.


Albanien

Lust auf mehr? Check jetzt unsere Albanien Route ab.

Mehr zu Albanien

>