Erfahrungen & Bewertungen zu Backpackertrail

September 8

USA Ostküste

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Albanien liegt im Süden der Balkanhalbinsel und grenzt im Süden an Griechenland, im Norden an Montenegro und im Osten an Kosovo und Mazedonien. Es liegt am adriatischen und am ionischen Meer, seine Küste erstreckt sich über 362 Kilometer. Albanien gilt im Vergleich zu Kroatien und Slowenien als weniger besucht, der Tourismus in Albanien ist bisher weniger stark ausgeprägt. Das bedeutet zwar, dass man mit weniger All-Inclusive-Resorts rechnen kann, die man dennoch vereinzelt findet, aber auch, dass man mit einer Reise nach Albanien mit unberührter Natur und authentischer Kultur in Berührung kommt. Somit ist es das perfekte Ziel für Abenteurer, die ihre Umgebung selbst erkunden und entdecken wollen.

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Ein Grund für den wenig entwickelten Tourismus in Albanien ist das vergangene diktatorische Regime Enver Hoxhas (1944-1985), welcher dafür sorgte, dass Albanien sich nahezu vollkommen abgeschottet von der restlichen Welt entwickelt hat und der Tourismus nur in sehr kleinen Maßen und sehr stark reglementiert ablief. 

Allerdings merkt man hier vor allem in den letzten Jahren einen Umschwung, da mittlerweile immer mehr Leute Albanien für sich entdecken. Wer also lieber eigenständig unberührte Natur erkundet, sollte dies möglichst schnell machen, bevor es sich stärker touristisch entwickelt.


Roadtrip durch Albanien: 

Was Du vorher wissen solltest

Allgemeine Informationen zur Einreise und zum Aufenthalt in Albanien

Die Einreise stellt für deutsche Staatsbürger grundsätzlich kein Problem dar. Man benötigt nur einen Reisepass oder einen Personalausweis, der noch drei Monate gültig ist. Ein Visum ist bei einem Aufenthalt von weniger als 90 Tagen nicht notwendig. 

Die Amtssprache Albaniens ist albanisch. Obwohl ein großer Teil der jüngeren Bevölkerung Englisch versteht und auch spricht kann es auch vorkommen, dass man vor allem in ländlichen Gebieten auf Menschen trifft, die kein Englisch sprechen. Die meisten Albaner sind aber dennoch sehr offen und kommunikationsfreudig, wodurch es oft trotz anfänglicher Schwierigkeiten zur Verständigung kommt.

Die Währung und Preise in Albanien

Da Albanien kein EU-Mitgliedsstaat ist, kann man dort nicht mit dem Euro zahlen. Die dortige Währung ist der albanische Lek. Einem Euro entsprechen circa 125 Lek. 

Albanien ist im Allgemeinen ein sehr günstiges Touristenland. Die Preise in Albanien variieren sowohl je nach Sektor als auch je nach Ort: So kann man in Tirana und in anderen touristischen Gebieten mit etwas höheren Preisen als in ländlichen Gebieten rechnen. Die Kosten für Essen und Unterkunft sind verhältnismäßig gering. So kann man beispielsweise für umgerechnet nur 10 Euro ein gutes Essen für zwei genießen. Es gibt aber auch Bereiche, in denen man so viel oder auch mehr als in Deutschland zahlen muss: Dies ist zum Beispiel beim Tanken der Fall, hier zahlt man pro Liter bis zu 1,50 €. Dessen muss man sich, besonders bei einem Roadtrip, bewusst sein. 

Die Sicherheit Albaniens

Albanien hat einen sehr schlechten Ruf, was seine Sicherheit angeht. Dieser entstand zunächst durch die jahrelange Abschottung und die Verbrechen des Kommunismus, andererseits auch durch die spätere Mafia-Entwicklung. So werden Albaner heutzutage immer noch als gefährlich angesehen, was auch zum Teil durch die Medien verstärkt wird. Von diesem Ruf wenden sich die Albaner aber aktiv ab und versuchen durch ihre Offenheit und Gastfreundlichkeit ein neues Bild von sich zu schaffen. Dies merkt man auch am neuen Slogan Albaniens, der lautet: „Be taken by Albania“, also auf Deutsch sinngemäß „Von Albanien gepackt“. Damit spielen sie auf den Film Taken an, in dem die Albaner wieder als die kriminellen Entführer dargestellt werden. Anstelle dieser Klischees soll man von der Natur Albaniens gepackt sein.

Trotz des Versuchs, vom Ruf der Kriminalität loszukommen, darf man dennoch die Gefährlichkeit nicht unterschätzen. Es gibt immer noch einen Anteil an Taschendieben, den man nicht unterschätzen darf, er ist aber nicht viel größer als in anderen Ländern. Wichtig ist also, seine Wertsachen bei sich zu tragen, und bei einem Roadtrip seine Wertgegenstände nicht offen im Auto liegen zu lassen, sondern so zu verstauen, dass sie nicht von außen sichtbar sind.

Alles in allem kann man sagen, dass zwar Vorsicht geboten sein muss, es aber keinen Grund zur übermäßigen Sorge gibt, wie man durch die bestehenden Klischees denken könnte.

Albaniens Straßen

Dieser Punkt ist für einen Roadtrip natürlich entscheidend: die Beschaffenheit der Straßen.

Albaniens Straßen sind sehr unterschiedlich, zum Einen gibt es neu ausgebaute Autobahnen, die dem Niveau der deutschen Autobahn entsprechen, zum anderen gibt es aber auch vor allem im Gebirge Serpentinenstraßen die voller Schlaglöcher (oder zum Teil gar nicht geteert) sind. Diese Orte sind sehr schwer mit herkömmlichen Autos zu erreichen. Wenn du vor Ort ein Auto mietest, bietet es sich an, einen Wagen auszuwählen, mit dem man auch robusteres Gelände überwinden kann. Wenn man mit eigenem Auto anreist und sich unsicher ist, ob es für diese Gelände geeignet ist, hat man immer noch die Möglichkeit, diese Regionen per Shuffle zu erreichen. 

Bei der Routenwahl kann man gut auf Google Maps zurückgreifen, da hier nur wirklich befahrbare Wege angezeigt werden.

Was anfangs auch ungewöhnlich sein kann, ist die Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer: Hier muss man sich auf weniger striktes Befolgen der Verkehrsregeln und eine laute Fahrweise mit viel Gehupe einstellen. Außerdem ist es keine Seltenheit, dass sich auch mal eine Pferdekutsche oder auch eine Kuhherde auf die Straßen verirrt. Hier muss man also besonders aufpassen, an diese Verhältnisse gewöhnt man sich aber schnell.  Mit entsprechender Vorsicht beim Fahren steht einem Roadtrip aber deswegen nichts im Weg.

Das Planen der Unterkünfte bei einem Roadtrip

Viele Reisende, die einen Roadtrip planen, verbinden diesen meistens mit Camping in der freien Natur. Es gibt zwar vereinzelte Campingplätze, die sich im Land verteilt befinden, aber auch das Wildcamping ist sehr beliebt und größtenteils erlaubt. Man muss beim freistehenden Campen nur darauf achten, dass man nicht ohne Erlaubnis in Nationalparks campt und dass man selbstverständlich seinen Campingplatz so hinterlässt, wie man ihn aufgefunden hat.

Ein Roadtrip lohnt sich aber nicht nur für Camping-Enthusiasten, sondern auch für Leute, die lieber innerhalb von vier Wänden übernachten. Man kann viel kurzfristig und auch nur für eine Nacht buchen und man findet nicht nur in Hotels, sondern auch von Privatpersonen angebotene Übernachtungsmöglichkeiten. Letztere sind natürlich billiger, die Angebote von Hotels sind aber generell sicherer. 

Die Unterkünfte lassen sich also super vor Ort planen und sind somit perfekt für spontane Reisende geeignet. 

Roadtrip in Albanien: Welche Jahreszeit ist am besten dafür geeignet?

Bei einem Roadtrip sollte man die Wintermonate eher meiden, da es vor allem in den Bergregionen sehr stark schneien kann und dadurch ganze Dörfer eingeschneit werden. Am empfehlenswertesten ist das Reisen von Ende September bis Anfang Oktober, da die Temperaturen immer noch warm genug sind (zwischen 20 und 30 Grad Celsius). Die Hauptsaison ist dann aber schon vorbei, wodurch man auf weniger Touristen trifft und die typischen Sehenswürdigkeiten nicht so sehr besucht sind. 

Roadtrip durch Albanien:

Was Du unbedingt sehen solltest

Das Bergdorf Theth

Dieses Dorf Nordalbaniens ist perfekt für Reisende, die ihren stressigen Alltag vergessen und einfach mal in rauer Natur und klarer Bergluft abschalten wollen. Das Theth-Tal eignet sich gut für längere Wanderungen, man kann aber auch einfach die Idylle in Theths Nationalpark genießen und sich dort in einem der Häuser der Ansässigen niederlassen.

Das Valbona Tal in den albanischen Alben

Das Valbona Tal befindet sich im Nordosten von Albanien, am Fuße der albanischen Alpen am Fluss Valbona. Die Anreise ist per Auto über eine Asphaltstraße gut möglich. Für Wanderbegeisterte ist dieser Ort super geeignet. Umgeben von wilder Landschaft bestehend aus Wäldern, kargen Felsen und Höhlen ist einer Wanderung am Bergfluss nichts entgegenzusetzen. Zahlreiche Bergseen bieten auch Bademöglichkeiten für die besonders Abenteuerlustigen, diese sind aber auch im Sommer sehr kalt. Vorsicht ist nur beim Camping in den albanischen Alpen geboten: In den Alpen leben Bären, die man auf normalen Wanderwegen zwar nicht findet, die aber in den Tiefen der Wälder schon vorkommen können. 

Der Ohridsee

Der Ohridsee liegt zwischen Albanien und Mazedonien. Er ist der zweitgrößte See im Balkan und mit seinem geschätzten Alter von 2-5 Millionen Jahren einer der ältesten Seen der Welt. Die Ufer um den See herum gehören zu den ältesten Siedlungsgebieten Europas. Der See an sich stellt ein bedeutendes Naturreservat dar und ist deswegen als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Die Altstadt Ohrids ist aufgrund ihres Alters auch UNESCO-Kulturerbe. Beim Besuch der umliegenden Dörfer fällt ein starker Unterschied zu den neuer gebauten Großstädten Albaniens auf. Ein Spaziergang durch die schmalen, mit Steinen gepflasterten Gassen zum Ufer hin lässt einen nahezu in die Vergangenheit reisen.

Ein absolutes Muss für Tauchfans ist die „Bay of Bones“, also Knochenbucht. Hier wurden Überreste einer bronzezeitlichen Pfahlbausiedlung gefunden, die rekonstruiert und zu einem Freilichtmuseum umgebaut. Bei einem Tauchausflug kann man noch die Überreste der originalen Pfähle und auch weitere Artefakte wie Schmuck oder Knochen sehen.

Tirana

Tirana, die Hauptstadt Albaniens, ist ein Muss für alle Besucher des Landes. Die Architektur ist stark durch das ehemalig kommunistische Regime geprägt. Dies sieht man nicht nur an den typischen Wohnsiedlungen, sondern auch an den Bunkern, die unter Enver Hoxha errichtet wurden und sich überall übers ganze Land erstrecken. In der Hauptstadt findet man neben dem typischen Großstadtleben zahlreiche historisch geprägte Monumente und Museen, wie das Bunk’Art 2. Auf die vielen Sehenswürdigkeiten und die anderen Dinge, die man in Tirana machen kann, wird in einem anderen Artikel nochmal genauer eingegangen.

Berat

Berat ist eine der ältesten Städte Albaniens. Die Stadt wird wegen ihrer vielen kleinen Wohnhäuser mit großen Fenstern auch als „Stadt der 1000 Fenster“ bezeichnet. Eine beliebte Sehenswürdigkeit ist die „Kalaja e Beratit“; eine albanische Burg aus osmanischen Zeiten. Dieser Ort ist vor allem für Leute, die an der Geschichte des osmanischen Reichs interessiert sind, äußerst interessant. Allerdings ist er auch einen Tagesausflug wert für Leute, die sich nicht sonderlich für Geschichte interessieren, sondern nur in einer schönen Stadt spazieren wollen.

Saranda und Butrint

Saranda liegt im Süden von Albanien, nur wenige Kilometer von Griechenland entfernt. Sie ist ideal ist für all diejenigen, die sich nach einem Strandurlaub sehnen. Es gibt eine Strandpromenade mit vielen Restaurants und Hotels, die für ihr Nachtleben bekannt und somit super für junge Touristen geeignet sind. Die Stadt Butrint bildet hierzu den idealen Ausgleich für die Kulturinteressierten: Hier findet man zahlreiche denkmalgeschützte Ruinen aus der Antike, aber auch einen Nationalpark mit vielfältiger Flora und Fauna. Genaueres zu Saranda findet man zusätzlich in einem anderen Artikel.

 Fazit

Ein Roadtrip durch Albanien ist vermutlich für einige vor dem Lesen dieses Artikels zunächst unvorstellbar gewesen, sei es wegen der schlechten Straßenverhältnisse oder des schlechten Rufs. Doch nun wird aber klar, dass Albanien als Reiseziel trotz der gewöhnungsbedürftigen Straßen einen großen Anreiz dafür bietet, da es mit seiner Unentdecktheit für den typischen abenteuerlustigen Roadtripfahrer ein perfektes Ziel darstellt.

Der Roadtrip macht auch die Facetten des Landes deutlich: Die unberührte Berglandschaft der albanischen Alpen, die historisch geprägte Großstadt Tirana und die malerischen Strände Sarandas. Trotz dieser landschaftlichen Unterschiede haben diese Orte eines gemeinsam: Ein gastfreundliches und herzliches Volk, das Jeden willkommen heißt. 

Albanien

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