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Brasilien, das übrigens das einzige südamerikanische Land ist, dessen Amtssprache nicht Spanisch, sondern Portugiesisch ist, verfügt über mehr als 211 Millionen Einwohner, die sich vor allem an der Atlantikküste ansiedelten. Dadurch belegt es Platz sechs der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Es erstreckt sich über mehr als die Hälfte der Fläche des südamerikanischen Kontinents und grenzt an zahlreiche Länder sowie den Atlantischen Ozean.

Die Bevölkerung Brasiliens ist mindestens genauso bunt wie der Karneval in Rio de Janeiro. Sie setzt sich aus vier großen Bevölkerungsgruppen zusammen: den ehemaligen portugiesischen Kolonialisten, den Afrikanern, die als Sklaven nach Brasilien gebracht wurden, verschiedenen Gruppen von Einwanderern, die ihre Wurzeln vor allem in Deutschland, Italien, Spanien, Polen, Japan, Korea sowie Syrien haben und zu guter Letzt den indigenen Völkern. Allerdings haben sich die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, abgesehen von den Indigenen, mittlerweile so stark miteinander vermischt, dass eine klare Zuordnung so gut wie unmöglich ist.

Das waren jetzt aber erst einmal genug Fakten! Werfen wir einen Blick hinter diese Fassade und lernen die Brasilianer und ihre Kultur ein bisschen besser kennen!


Die brasilianische Küche

Da Brasilien größtenteils aus Einwanderern aller Welt besteht, ist es schwierig, die eine brasilianische Küche auszumachen, da alle Immigranten ihre heimischen Rezepte mitbrachten und sich somit viele Küchen aus unterschiedlichen Ländern vermischten. Dadurch hat man jedoch die Möglichkeit, viele verschiedene Köstlichkeiten zu probieren. Generell wird in Brasilien, bedingt durch die Kolonialzeit, auf lang haltbare Lebensmittel wie Bohnen, Reis, Maniok sowie Bacalhau gesetzt, die bei jeder Bevölkerungsschicht auf den Tisch kommen. Dazu ergänzend wird Fleisch, Fisch, Salat und Farofa (geröstetes und in Butter gebratenes Maniokmehl) serviert.

Als das brasilianische Nationalgericht kann Feijoada bezeichnet werden. Ursprünglich wurde in diesen Bohneneintopf der Sklaven jegliches Fleisch gemischt, dass deren Herren übrigließen. Diesen Einfluss kann man immer noch spüren, denn auch bis heute enthält dieser Eintopf alle möglichen Fleischsorten. Natürlich darf man den Caipirinha als das brasilianische Getränk schlechthin nicht vergessen. Dieser Cocktail besteht aus in Brasilien häufig verwendeten Zuckerrohrschnaps, Limetten, Zucker und selbstverständlich jede Menge Eis.

Die Mentalität der Brasilianer

Den Brasilianer zu definieren ist mindestens genau so schwer wie die brasilianische Küche auszumachen, denn Brasilien ist auch in Hinblick auf seine Bevölkerung sehr vielfältig und bunt. Hier beachte man, dass sowohl Topmodels wie Adriana Lima und Gisele Bündchen als auch berühmte Fußballer wie Pelé oder Ronaldinho aus Brasilien stammen. Sehr facettenreich, nicht wahr? Es lässt sich jedoch sagen, dass die Brasilianer gemeinhin als sehr gelassen und entspannt gelten und gerade nur so vor Lebenslust und Optimismus sprühen. Auch wenn in ihrem Land nicht alles so läuft, wie sie es sich vorstellen und viele mit Schwierigkeiten und Problemen zu kämpfen haben, tragen sie stets ein Lächeln auf den Lippen und treten ihrem Gegenüber immer freundlich entgegen. Sie beeindrucken Außenstehende mit einer durchaus positiven und optimistischen Grundeinstellung. Davon könnten wir uns tatsächlich eine Scheibe abschneiden.

Zudem sind sie sehr offen gegenüber Fremden und nur wenige können ihnen in puncto Gastfreundlichkeit das Wasser reichen. So helfen Brasilianern Ausländern bei den unterschiedlichsten Problemen gerne weiter und halten oftmals einen angeregten Plausch, der über die Klärung des Problems hinausgeht. Allerdings sollten wir Deutsche als Verfechter der Pünktlichkeit uns im Klaren sein, dass die Uhren in Brasilien anders ticken und die Pünktlichkeit dort keinen so hohen Stellenwert hat wie bei uns. Vor allem im privaten Bereich sind Verspätungen von mehr als einer Stunde keine Seltenheit.

Kinder_Brasilien

Fußball

Kann man über Brasilien reden, ohne dabei das Thema Fußball anzusprechen? Eher nicht. Allerdings sollte man als Deutscher seit der Weltmeisterschaft 2014 wohl eher vorsichtig sein. Brasilien ist die Fußballnation schlechthin. Nicht umsonst ist Brasilien mit fünf gewonnenen Weltmeisterschaften die erfolgreichste Fußballnation der Welt. Außerdem gelten brasilianische Fußballer seit Jahrzehnten als technisch sehr begabt, was Namen wie Pelé, Ronaldinho, Kaká und Neymar nunmehr beweisen. Fußball wird von allen Bevölkerungsschichten gespielt, sei es in Stadien, auf provisorischen Feldern auf der Straße oder mitten im Regenwald.

Gerade für die Brasilianer der Unter- und Mittelschicht bietet der Fußball eine Möglichkeit, aus der aufgrund von geringen Bildungs- und Aufstiegschancen verursachten Armut zu entkommen und im besten Falle zum gefeierten Star zu werden. Jeder Fan verfolgt gespannt und mit großem Enthusiasmus die Spiele seiner Lieblingsmannschaft, sodass es kein Wunder ist, dass das Fußball Schauen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten und Gesprächsthemen in Brasilien zählt. Vor allem bei internationalen Turnieren steht ganz Brasilien Kopf und unterstützt die Nationalmannschaft mit Begeisterung und Leidenschaft, die über die Unterstützung hierzulande weit hinausgeht.


Samba – Das afrikanische Erbe Brasiliens

Der Begriff Samba ist vermutlich einer der ersten, der einem in den Sinn kommt, wenn von Brasilien die Rede ist. Jeder hat dabei die hübschen brasilianischen Frauen mit Pailletten-besetzten, kurzen, kunterbunten Outfits und schrillen Federn vor Augen, die ihre Hüften mit viel Rhythmusgefühl und Grazie zu der eingängigen Musik bewegen. Doch Samba ist vielmehr als ein Musik- bzw. Tanzstil. Er erinnert vor allem an die afrikanischen Wurzeln vieler Brasilianer, denn er wurde von den Sklaven mit nach Brasilien gebracht und basiert somit auf traditionell afrikanischen Klängen.

Der Samba entwickelte sich über die Jahre hinweg immer weiter, sodass sich aufgrund der unterschiedlichen afrikanischen Wurzeln in den unterschiedlichen Regionen Brasiliens zahlreiche verschiedene Formen ausprägten. Mit zunehmender Popularität bildeten sich zudem immer mehr Sambaschulen heraus und der Musik- bzw. Tanzstil breitete sich über die Grenzen Brasilien hinaus aus.

Lebensfreude pur – Karneval in Rio de Janeiro

Selbst deutsche Karnevalsmuffel müssen zugeben, dass der Karneval in Rio de Janeiro ein spektakuläres und überwältigendes Ereignis ist. Schon alleine die farbenfrohen Bilder, die jedes Jahr im Fernsehen gezeigt werden, lassen einen diese Lebensfreude, die während des Karnevals ausgestrahlt wird, spüren und miterleben. Die Karnevalssaison in Rio beginnt jedes Jahr am Freitag vor Aschermittwoch und hat bereits eine sehr lange Tradition. Nach der Abschaffung der Sklaverei sind viele afrikanisch-stämmige Brasilianer in den Süden nach Rio de Janeiro gezogen und haben selbstverständlich ihre Samba-Traditionen mitgenommen. Durch die zunehmende Popularität des Sambas versammelten sich immer mehr Tänzer, Komponisten und Musiker, um ihre Talente zur Schau zu stellen. Dadurch entwickelten sich immer mehr Verbände und Zusammenschlüsse, die als die heutigen Sambaschulen bekannt sind. Somit geht es beim Karneval in Rio darum, dass sich die unterschiedlichen Sambaschulen dem Publikum und einer Jury präsentieren. Hierfür legt jede Sambaschule jedes Jahr ein individuelles Thema fest, auf das sie ihre prächtigen, kunterbunten Kostüme und die außergewöhnliche Dekoration ihres Festwagens abstimmt.

Das ganze Jahr über wird hart trainiert, sodass die Choreografie und das Zusammenspiel der Gruppe am Tag der Entscheidung auch tatsächlich einwandfrei funktioniert. Wer sich gegen die starke und in großer Zahl vertretene Konkurrenz durchsetzen kann, erhält ein Preisgeld. Viel bedeutender als das Preisgeld ist jedoch die Ehre, Teil der Gewinnergruppe zu sein. Einmal den Karneval in Rio zu erleben, sollte also auf jeder Bucket List stehen!

Eine negative Seite Brasiliens – die Kriminalität

Immer wieder liest man in der Presse viele negative Schlagzeilen zu Brasilien, allen voran die hohe Kriminalität. Es ist eine Tatsache, dass die Kriminalitätsrate Brasiliens deutlich höher als die Deutschlands ist und die Mordrate zu den höchsten der Welt gehört. Vor allem in den Armenvierteln, den sogenannten Favelas, tummeln sich Drogenkartelle und kriminelle Banden, die für Entführungen und Raubüberfälle verantwortlich sind. Ein Problem ist hierbei vor allem das geringe Gehalt der Polizisten, sodass diese zu den korruptesten weltweit gehören. Solltest du jetzt panisch werden und versuchen, deine Brasilienreise zu stornieren, können wir dich beruhigen und mit gutem Gewissen sagen, dass das Risiko, Opfer jeglicher kriminellen Vorfälle zu werden, sehr gering ist, wenn du dich an bestimmte Regeln hältst.

Zum Beispiel solltest du die Armenviertel grundsätzlich meiden, v. a. in Großstädten wie Belém, Fortaleza, Recife, Rio de Janeiro, Salvador, São Luiz und São Paulo. Zudem solltest du nicht gerade deine neueste Gucci-Jeans und Prada-Tasche während deiner Sightseeing-Tour zur Schau stellen. Kleide dich nicht zu wohlhabend und trage keinen teuren Schmuck. Wähle außerdem eine Unterkunft in einem zentralen, belebten Viertel und schließe dich, wenn möglich, am besten immer anderen Reisenden an. Schließlich ist man als ausländischer, alleinreisender, oftmals verwirrt aussehender Tourist eine leichtere Beute. All das sollte dich jedoch nicht abschrecken, denn Brasilien ist ein wahnsinnig faszinierendes, atemberaubendes und vielfältiges Land, das auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Brasilien

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