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Weihnachten in aller Welt

Kentucky Fried Chicken (KFC) als Festmahlessen oder eine alte Hexe, die auf ihrem Besen die Geschenke bringt – hast du schon von diesen Weihnachtsbräuchen gehört? Wenn nicht, klingt das für dich wahrscheinlich erst einmal kurios. Fast Food an Weihnachten? Das passt doch wirklich nicht zusammen, denkst du vielleicht. Aber keine Sorge – das dachten wir auch! Bis wir uns auf eine Reise durch die Welt begeben haben. Dabei haben wir uns die Traditionen in unterschiedlichen Regionen genauer angeschaut. 

Der Blick über Deutschland hinaus hat uns gezeigt: Von traditionell und religiös bis hin zu modern und kurios ist wirklich alles dabei. Natürlich wird an dem christlichen Feiertag in erster Linie die Geburt Jesu gefeiert. Aber im Laufe der Jahrhunderte haben sich unzählige Weihnachtsbräuche entwickelt. Bist du gespannt, wie unterschiedlich Weihnachten in der Welt gefeiert wird? Dann komme mit auf eine weihnachtliche Weltreise! 

Europa 

Wir beginnen die Reise in Europa. Dunkelheit und Kälte gehören an Weihnachten in Europa einfach immer dazu – in einem Land mehr, im anderen Land weniger. Aber das stört niemanden! Im Gegenteil: Die Gemütlichkeit während der Vorweihnachtszeit bringt Menschen in Europa so richtig in Weihnachtsstimmung. Liebst du nicht auch die wunderschönen Lichterketten an Bäumen, Häusern und Dekorationen, die die Dunkelheit mit Licht und Leben erfüllen? Dazu ein warmes Getränk und selbst gebackene Kekse. Das ist Weihnachten in Europa! 

So unterschiedlich wie jedoch die europäischen Länder sind, so verschieden sind auch deren Weihnachtsbräuche: In Deutschland beschert uns der Weihnachtsmann an Heiligabend mit Geschenken. In den Niederlanden dagegen gibt es die Geschenke von Sinterklaas schon am 5. Dezember. In England istFather Christmas erst in der Nacht zum 25. Dezember unterwegs und die Kinder in Italien und Spanien müssen noch länger warten: Die Hexe Befana bringt die Geschenke in Italien nämlich erst am 6. Januar – aber nur für die braven Kinder! Die unartigen Kinder müssen sich mit schwarzer Kohle in ihrem Socken zufriedengeben. Auch in Spanien verteilen die Heiligen Drei Könige die Geschenke erst bei ihrer Ankunft am 6. Januar. 

Eine besondere Tradition gibt es zudem in Skandinavien. Denn in skandinavischen Häusern lebt ein Kobold, genannt Nisse oder Tomte. Dieser unterstützt die Familien – besonders während der stressigen Weihnachtszeit. Im Gegenzug verlangt er Milchreis. Wenn man ihn aber vernachlässigt, dann spielt er ganz schön fiese Streiche. Das will natürlich niemand riskieren! Der Kobold bekommt an Weihnachten daher immer eine Portion Milchreis auf den Dachboden gestellt. 

Geschmückter Kamin

Nordamerika 

Weiter geht’s nach Amerika! Dort ist Santa Claus wirklich kein Geheimnis mehr. Oder hast du noch nie einen Weihnachtsmann mit rotem Mantel und weißem Bart gesehen? Viele kennen ihn wohl aus der berühmten Coca-Cola-Werbung oder aus diversen Hollywood-Filmen. 

Santa Claus reist in Amerika in der Nacht zum 25. Dezember auf seinem Schlitten von Schornstein zu Schornstein. Gezogen wird sein bezaubernder Schlitten von Rentieren. Er kommt durch den Kamin und legt die Geschenke entweder unter den Weihnachtsbaum oder in aufgehängte Strümpfe. Manche Kinder stellen ihm zur Stärkung an Heiligabend noch Kekse und ein Glas Milch hin. Die Bescherung findet am Morgen des 25. Dezembers statt. Im Laufe des Weihnachtsfeiertages stehen dann große Familienessen auf dem Tagesplan. 

Ein typischer Weihnachtsbrauch in Amerika ist zudem die pompöse Dekoration: Überall – an Fassaden, in Häusern, Geschäften und Einkaufszentren – hängen blinkende Lichter, Kunstschnee und aufblasbare Santa-Claus-Figuren, Rentiere und Schneemänner. Das Einkaufen ist zudem ein wichtiger Bestandteil in der Weihnachtszeit. Die Amerikaner lieben es, an Weihnachten viel Geld für Essen und Geschenke auszugeben. Außerdem ist am 2. Weihnachtsfeiertag der berühmte Boxing Day. An diesem Tag haben viele Geschäfte geöffnet. Da kannst du auf große Schnäppchenjagd gehen!

Hast du auch schon einmal eine Weihnachtskarte von amerikanischen Bekannten bekommen? Die Grußkarten sind nämlich ein weiterer amerikanischer Weihnachtsbrauch. Diese beinhalten in der Regel hübsche Fotos von der Familie und werden zu Weihnachten an Verwandte und Freunde geschickt. 

Australien

Weiße Weihnachten in Australien? Wohl eher nicht. Das Weihnachtsfest ist in Australien nämlich mitten im Hochsommer! Da es keinen Schnee gibt, muss ganz viel Deko her: Häuser und Innenstädte sind weihnachtlich geschmückt und beleuchtet. Da es aber nicht so früh dunkel wird, wirkt die Beleuchtung natürlich ganz anders. Auch fröhliche Weihnachtsmusik ist im Radio und in den Einkaufsläden vor dem Fest überall zu hören. Das war es in der Regel aber schon in der Vorweihnachtszeit. Advent gibt es keinen und auch Adventskalender sind nicht populär – es kann durchaus passieren, dass die Schokolade schmilzt, bevor du ein Türchen öffnest. 

Ansonsten läuft die Weihnachtsfeier ähnlich wie in Nordamerika ab: An Heiligabend gibt es in vielen Familien schon ein gemeinsames Festessen. Dies kann ein traditioneller Putenbraten und ein englischer Plum Pudding zum Nachtisch sein. Wenn es allerdings zu warm ist, werden oft kältere Speisen bevorzugt. Dann gibt es Fisch und zum Nachtisch Pavlova. Santa Claus bringt nachts die Geschenke. Die Bescherung ist daher morgens am 25. Dezember. Da es so warm ist, verbringen die Menschen in Australien den Weihnachtstag in der Regel draußen: Im Garten, im Park oder am Strand wird gemeinsam mit Freunden und Familie gepicknickt oder gegrillt. Auch Santa Claus lässt sich gerne mal am Strand blicken! 

Am 26. Dezember findet in Australien ebenfalls der Boxing Day statt. Das heißt: Es wird viel eingekauft! Einige Australier freuen sich aber auch auf den Tag, da sie nun in ihren Sommerurlaub fahren können. Kannst du dir vorstellen, an Weihnachten kurze Kleidung zu tragen, zu surfen und erfrischende Getränke zu genießen? Dann ist Weihnachten in Australien eine abenteuerliche Erfahrung für dich! 

Südamerika 

Auch in Südamerika gibt es viele Christen, die Weihnachten feiern. Dort hat der Festtag vielerorts eine religiösere Bedeutung als in Amerika und Australien. Ein bekannter Weihnachtsbrauch in einigen südamerikanischen Ländern sind die Posadas. Diese finden gewöhnlich vom 16. Dezember bis zum 24. Dezember statt. Während den Posadas ziehen Kinder umher, klopfen an mehreren Häusern und singen Lieder. Diese Tradition soll daran erinnern, wie Maria und Josef vor der Geburt Jesu eine Herberge gesucht haben. 

Jeden Tag veranstalten zudem verschiedene Familien eine Posada bei sich zu Hause – und da wird gefeiert, getanzt und gelacht. Das große Highlight dabei ist die Piñata! Die Kinder dürfen bei diesem Fest die bunte Pappfigur zerschlagen. Meistens befinden sich darin leckere Naschereien. Das Wichtigste dieser Feier ist aber die gemeinsame Zeit mit der Familie und den Freunden.

Feuerwerk Weihnachtsbräuche

Auch das Weihnachtsfest bleibt laut und bunt! Vielerorts gibt es nämlich an Weihnachten Straßenumzüge und Feuerwerke. In Peru zum Beispiel wartest du an Heiligabend bis Mitternacht – dann gibt es ein großes Feuerwerk. Das Feuerwerk begrüßt den 25. Dezember und somit den Weihnachtstag. Es wird auch erst nach Mitternacht gegessen!

Afrika 

Der nächste Halt unserer weihnachtlichen Weltreise ist Afrika. In Afrika ist Weihnachten für viele Menschen ein ganz besonderer Tag. An diesem Tag tragen die Menschen nämlich ihre beste Kleidung und es gibt eine außergewöhnliche Mahlzeit. Außerdem finden auch hier lange Gottesdienste statt, um gemeinsam die Geburt Jesu zu feiern. In vielen Messen wird gebeten, gesungen und getanzt. Anschließend treffen sich Familien und Nachbarn und essen gemeinsam. 

Weihnachtlich dekoriert wird in Afrika vor allem mit Kerzen, Blumen, Schmuck und Lampen. Auch die Weihnachtsbäume unterscheiden sich von denen, die wir aus Europa kennen: Viele Menschen schmücken Palmen und Mangobäume. Außerdem feiern die meisten afrikanischen Länder Weihnachten am 25. Dezember. Orthodoxe Länder wie Äthiopien feiern Weihnachten aber erst am 7. Januar. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Menschen dort leben nach dem julianischen Kalender. In diesem Kalender entspricht der 7. Januar dem 25. Dezember.

Der größte Kontrast zu den westlichen Ländern sind die Geschenke: Da viele Menschen in Afrika arm sind, gibt es oft gar keine Geschenke. Stattdessen legen die Menschen großen Wert darauf, gemeinsam etwas mit ihren Freunden und ihrer Familie zu unternehmen. Oft schenken sich die Leute auch etwas zu essen aus dem eigenen Garten oder etwas Selbstgemachtes. Diejenigen, die es sich leisten können, schenken sich überwiegend neue Kleidung. 

Asien

Auch in Asien wird Weihnachten gefeiert. Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen den asiatischen Ländern. Denn die Mehrheit der Einwohner ist nicht christlich. Es gibt aber natürlich auch Ausnahmen: Auf den Philippinen zum Beispiel gibt es viele Christen. Weihnachten wird dort deshalb traditionell mit Gottesdiensten und Festmahlen gefeiert. Man sagt sogar, dass die Philippinen das längste Weihnachten der Welt haben. Die Weihnachtszeit beginnt dort nämlich schon im September und dauert bis zur ersten Januarwoche – fast ein halbes Jahr!

Wie feiern aber die nicht christlichen Länder in Asien Weihnachten? Länder wie China und Japan haben im Laufe der Zeit einige Weihnachtsbräuche von den westlichen Ländern übernommen. So findest du dort trotzdem viel Weihnachtsbeleuchtung, Weihnachtslieder und sogar Weihnachtsmärkte. Im Vordergrund steht aber keineswegs die Feier der Geburt Jesu. Die weihnachtliche Stimmung regt vielmehr die Menschen zum Einkaufen ein. Weihnachten ist daher ein sehr modernes und vor allem kommerzielles Fest. Zudem nutzen viele Menschen Weihnachten als Anlass, sich mit Freunden und der Familie zu treffen. 

Außerdem wird es zum Fest der Liebe so richtig romantisch. In Japan hat sich der Weihnachtstag nämlich als zweiter Valentinstag etabliert: Es finden viele Partys statt. Menschen treffen sich zu einem Date. Viele beschenken ihre Partner. Da passt dann auch die etwas kuriose Tradition des japanischen Weihnachtsessens – Hähnchen von KFC. 

Du fragst dich, wie es dazu kam? An Weihnachten im Jahr 1974 haben wohl ein paar Amerikaner vergeblich nach einem Truthahn in Japan gesucht. Letzten Endes hat ein Hähnchen von KFC ihre Weihnachtspute ersetzt. KFC hat daraufhin mit der Kampagne Kentucky an Weihnachten geworben – und das erfolgreich! Heute bekommst du dort an Weihnachten Hähnchen mit Salat und Torte. 

Fazit

Mit der kleinen weihnachtlichen Weltreise sind wir nun am Ende angelangt. Ist es nicht faszinierend, wie ähnlich und doch unterschiedlich Weihnachten in der Welt gefeiert wird? In manchen Ländern hat das Fest eine große religiöse Bedeutung. In anderen Regionen steht das Kommerzielle im Vordergrund. Doch egal, ob religiös oder kommerziell oder eine Mischung davon – das Wichtigste an Weihnachten ist überall die Liebe und die gemeinsame Zeit: Das Zusammenkommen mit den Liebsten und das gemeinsame Festessen sind feste Bestandteile aller Weihnachtsbräuche. 

Ein weiterer Aspekt ist noch auffällig: Für die weihnachtliche Atmosphäre ist vor allem das Klima von großer Bedeutung. Wo es an Weihnachten dunkel und kalt ist, wird ein eher besinnliches und ruhiges Fest gefeiert. Wo in der Weihnachtszeit Sommer herrscht, kann es durchaus sehr bunt und laut werden. Doch egal, wo du bist – überall gibt es glänzende Weihnachtsdekorationen und fröhliche Weihnachtslieder, die dich garantiert in Weihnachtsstimmung bringen!

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