Der lebensfrohe Charme Andalusiens

In Andalusien erwarten dich sonnige Promenaden, blumengeschmückte Innenhöfe und einzigartige Bauwerke. Doch Spaniens südlichste autonome Region punktet nicht nur mit einem angenehmen Klima und wunderschönen Anblicken, sondern versprüht zusätzlich pure Lebensfreude.

Dank der vielen Sonnentage spielt sich das Leben in Andalusien draußen ab und die ansteckende Leidenschaft der Einwohner für Kunst, Kultur und gutes Essen ist überall deutlich spürbar.

Lass dich verzaubern von der wundersamen Architektur, die dir sowohl einen Einblick in die Zeiten der Mauren gewährt als auch christliche und jüdische Elemente birgt – und dies teilweise sogar in ein und demselben Bauwerk!

Durch die arabische Besetzung Andalusiens 711 und der späteren Zurückeroberung oder Reconquista durch die Christen, ist die Region von einem historischen Multikulturalismus geprägt.

Flamenco

Auch kulturell hat Andalusien einiges zu bieten, denn Kunst wird hier großgeschrieben. Temperamentvoller Flamenco, talentierte Straßenkünstler und bunt bemalte Kacheln oder azulejos werden dein Künstlerherz höher schlagen lassen.

Doch selbst wenn du nach Entspannung auf der Suche bist, wird dich Andalusien nicht enttäuschen. In traditionell arabischen Bädern kannst du deine Seele baumeln lassen und dich von der geheimnisvollen Atmosphäre Tausendundeiner Nacht betören lassen. Und sobald du Hunger oder Durst bekommst, musst du das nächste Restaurant nicht lange suchen und kannst den Tag bei Tapas, frischem Fisch oder einem kühlen Getränk gemütlich ausklingen lassen.


Die schönsten Städte Andalusien

Córdoba

Beginnen wir unsere Reise in der drittgrößten Stadt der autonomen Region, die im Frühling nach Jasmin- und Orangenblüten duftet.

Die Besetzung Córdobas von den Römern und Mauren sowie die letztendliche Zurückeroberung durch die Christen im Jahr 1236 spiegelt sich in ihren Bauwerken wider.

Vor allem die beeindruckende „Mezquita-Catedral“, wortwörtlich eine Moschee-Kathedrale, am Rande von Cordobas Stadtzentrum ist von einer architektonischen Mischung aus Islam und Christentum geprägt.

Im Inneren beeindruckt sie mit arabischen Verzierungen neben christlichen Altären. Äußerlich erinnert sie an eine Moschee, dessen Minarett zu einem Glockenturm umfunktioniert wurde.

Dieses faszinierende Bauwerk zählt zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Andalusien Cordoba

Neben der Moschee-Kathedrale liegt „Alcázar de los Reyes Cristianos“, der Palast der christlichen Könige von 1328, welcher eine Menge wunderschöner Gärten und Innenhöfe oder patios mit kunstvollen Verzierungen und duftenden Blumen, aber auch traditionell arabische Bäder beherbergt. Einen Spaziergang durch diesen prachtvollen Palast solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.  

Zum Schlendern eignet sich das jüdische Viertel „Judería“, welches in der Altstadt liegt und mit seinen engen Gassen und einer Synagoge zu einem entspannten Spaziergang einlädt. Entdecke dabei am besten auch die nahegelegene „Calleja de las Flores“, eine mit Blumen geschmückte, malerische kleine Gasse.

Die besten Tapas findest du in Vierteln wie San Lorenzo, San Andrés, Santa Marina oder direkt in der Altstadt.


Sevilla

Sevilla ist nicht nur die Hauptstadt Andalusiens, sondern auch des Flamenco. Deshalb wirst du hier nicht lange nach authentischen Flamenco-Shows suchen müssen, und auch sonst strahlt die Stadt vor purer Lebenslust.

Großartige Sehenswürdigkeiten kommen auch in Sevilla nicht zu kurz. Die beeindruckende Catedral de Sevilla, Spaniens größte gotische Kirche, gehört, wie so viele Bauwerke Andalusiens, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier befindet sich auch Sevillas Wahrzeichen „La Giralda“, ein Glockenturm, der zuvor als Minarett diente.

Etwas weiter südlich befindet sich „Real Alcázar de Sevilla“, der Königspalast, welcher mit seiner Kombination aus maurischen und christlichen Elementen dem in Córdoba ähnelt, aber unserer Meinung nach sogar noch prächtiger und eindrucksvoller ist.

Andalusien Sevilla

Nicht weit hiervon entfernt findest du auch Sevillas Universität. Sie ist eine der größten staatlichen Universitäten Spaniens und mit ihrem wunderschönen, alten Gebäude ein echter Hingucker.

Dich hat das viele Laufen hungrig und der strahlende Sonnenschein durstig gemacht? Dann empfehlen wir dir in einer der Bars direkt gegenüber eine kleine Auszeit zu gönnen, entweder in einem kleinen Innenhof oder auf der Terrasse mit tollem Blick auf die Universität, und ein kühles Bier, einen erfrischenden tinto de verano oder ein paar Tapas zu genießen.

Sobald du dich gestärkt hast und bereit bist, kann es weiter Richtung Süden zur eindrucksvollen Plaza de España gehen. Wir sind uns sicher, dass dir dieser malerische Ort den Atem rauben wird.

Den Kanal inmitten des großen Platzes kannst du durch kleine Brücken überqueren, um zum prachtvollen Rathaus zu gelangen. Die Brückchen und die Rathausfassade sind mit ziervollen Säulen geschmückt und überall findest du kunstvolle azulejos.

Da Sevillas Plaza Mayor ein Spiegelbild Spaniens darstellen soll, stehen die vier Brücken über dem Kanal für die vier alten spanischen Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra. Außerdem ist die Außenseite des Rathauses mit 52 Fresken geschmückt, welche die 52 spanischen Provinzen symbolisieren.

Dank der kleinen Flamenco Shows und des bunten Treibens fröhlicher Menschen, hat die Plaza Mayor zusätzlich zu ihrer außergewöhnlichen Schönheit auch ein bezauberndes Ambiente zu bieten und wir empfehlen dir wärmstens, sie auf deiner Reise zu besichtigen.

Plaza de Espana

Ein weiterer Vorteil an Sevilla ist, dass die zahlreichen Radwege die Stadt zu einer der fahrradfreundlichsten in Europa machen und du sie, wenn deine Füße dich nicht mehr tragen, auch ganz einfach auf zwei Rädern entdecken kannst.

Und wenn du gerne feiern gehst, wird dir Sevilla besonders gefallen, denn das Nachtleben hier gibt einiges her. In dem Fall solltest du dir die Diskotheken im Stadtzentrum und in den Partyzonen um Plaza Salvador Alfalfa nicht entgehen lassen. Aber lass dir ruhig Zeit beim Abendessen, denn in Andalusien starten die Partys erst in den Morgenstunden.


Cádiz

Diese historische Stadt an der Atlantikküste „Costa de la Luz“ bietet Strände mit feinem Sand, an denen du dich so richtig entspannen kannst. Hier musst du dich jedoch nicht zwischen Strand und Sightseeing entscheiden, denn Cádiz bietet dir beides.

Andalusien Cadiz

Neben den Stränden findest du in der vom Meer umrundeten Altstadt eine beeindruckende Kathedrale im barocken und neoklassizistischen Stil, die eine tolle Aussicht sowohl über Cádiz als auch den Atlantik bietet.

Da Cádiz in der Vergangenheit von Phöniziern, Griechen, Römern und Arabern besetzt war, sind deren Einflüsse hier deutlich spürbar. Bei historischem Interesse empfehlen wir dir das Museum „Las Cortes“, wo du Vieles über die Geschichte der Stadt lernen kannst.

Außerdem geben dir das Römische Theater und die Ausgrabungsstätte „Gadir“ authentische Einblicke in die Vergangenheit.

Kulinarisch bietet Cádiz jede Menge Gerichte mit fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten, aromatischem Wein und arabischen Köstlichkeiten.

Und auch hier kommt das Nachtleben nicht zu kurz, sowohl mit klassischen Diskotheken als auch einer lebendigen Flamenco-Szene. Und da wir schon beim Feiern sind: Karneval wird in Cádiz großgeschrieben und ausgiebig zelebriert.


Málaga

Wir bleiben an der Meeresküste. Málaga wird dich mit ihrer wunderschönen Hafengegend, weißen Dörfern und dem Stadtstrand „La Malagueta“ in ihren Bann ziehen.

Hier ticken die Uhren etwas langsamer und ein eher gemütliches Leben macht Málaga besonders, also lehne dich hier ruhig zurück und gehe alles etwas langsamer an.

Malaga

Zu sehen gibt es hier trotzdem einiges, zum Beispiel die arabische Festung „Alcazaba“ oder die Gibralfaro-Burg, von der du einen schönen Ausblick über die Stadt genießen kannst. Unterhalb der Burg kannst du das Römische Theater bestaunen und wenige Kilometer weiter, direkt am Hafen, findest du den Leuchtturm „La Farola“, das Wahrzeichen Málagas.

Nachdem du dich etwas am Strand entspannt hast, bietet sich ein Spaziergag durch die Altstadt an, wobei du entspannt durch die belebte, blumengeschmückte Fußgängerzone „Calle Marqués de Larios“ schlendern kannst. Diese Gegend wird abends übrigens zum Tapas Viertel, bring also gerne Hunger mit, wenn du einen Abendspaziergang planst.

Im Osten der Stadt kannst du dich am malerischen Stadtviertel „El Palo“ erfreuen, das mit seinen Fischerhäuschen, kleinen Buchten und Promenaden besonders charmant wirkt. Nebenan liegt auch das Fischviertel „Pedregalejo“, wo du die gegrillten Sardinenspieße oder espetos probieren solltest.

In Málaga treffen historische Ecken auf moderne Viertel wie das trendige Künstlerviertel „El Soho“. Dass Kunst hier ein Zuhause findet, ist kein Wunder, denn immerhin ist Málaga die Geburtsstätte Picassos, dessen Geburtshaus du hier auch besichtigen kannst.

So viel steht fest, in Málaga wirst du dich ganz sicher nicht langweilen.


Gastronomie in Andalusien

Wie überall in Spanien, musst du auch in Andalusien nicht lange suchen, um die buntesten Tapa-Variationen zu finden, die von einer Portion Oliven oder aceitunas bis zur Melone mit Schinken reichen. Aber auch kalte Tomatensuppe, gazpacho, kommt hier regelmäßig auf den Tisch, immerhin wurde dieses leichte und erfrischende Gericht hier erfunden, genauso wie albondigas, Hackfleischbällchen in Tomatensoße.

In den Küstenregionen solltest du dir den frischen Fisch in allen seinen Variationen nicht entgehen lassen und im Landesinneren stehen diverse deftigere Fleischgerichte und Eintöpfe auf der Speisekarte. Auch der arabische Einfluss ist bei vielen Gerichten spürbar, denn es wird oftmals mit Kreuzkümmel, Safran, Anis oder Zimt gewürzt.

Zwar ist die andalusische Küche sehr vielseitig, jedoch haben Vegetarier hier zugegebener maßen etwas eingeschränkte Optionen. Natürlich heißt das nicht, dass ihr hier als Vegetarier oder Veganer verhungern müsst, aber es ist tatsächlich aufwendiger, etwas Vegetarisches oder Veganes auf der Speisekarte zu finden, denn die Andalusier lieben ihren jamón ibérico (getrockneten Schinken), gambas al ajillo (in Knoblauch frittierte Garnelen) und chorizo (Paprikawurst) einfach viel zu sehr.

In der Getränkesparte fehlt eisgekühlte Sangria oder die weniger alkoholhaltige Variante tinto de verano wirklich nie und du kannst sie nicht selten auch in einer großen Karaffe, einer jarra bestellen. Wenn du gerne ein kühles Bier bestellen möchtest, bekommst du mit caña ein kleines Bier (250ml) und mit jarra ein großes (500ml).

Beim Bestellen der Rechnung oder cuenta musst du jedoch keine Angst vor einer bösen Überraschung haben, denn die Preise in Bars und Restaurants sind hier niedriger als in Deutschland. Natürlich gibt es immer Gerichte, die mehr kosten als andere, aber für ein „normales“ Abendessen wird dich durchschnittlich ca. 15€ kosten, und Mittagsmenüs, menu del día, werden oft für unter 10€ mit zwei bis drei Gängen und einem Getränk angeboten.

Obwohl viele Einwohner kein übermäßig gutes Englisch sprechen, kann man sich in der Gastronomie meistens auf Englisch verständigen. Trotzdem wissen es die Kellner sehr zu schätzen, wenn du versuchst, etwas auf Spanisch zu bestellen, also lohnt es sich auf jeden Fall, sich vor der Reise ein paar Grundlagen anzueignen.


Klima und beste Reisezeit

Wenn du einen Badeurlaub planst, sind die Monate von Juni bis September eine gute Idee, denn hier hat es nicht selten über 35 Grad. Andernfalls würden wir dir jedoch abraten, im Hochsommer nach Andalusien zu reisen.

Wirklich kalt wird es hier nie, denn Andalusien bietet selbst im Winter angenehme Temperaturen, obwohl von November bis März starke Regenschauer keine Seltenheit sind. Für eine Rundreise mit Sightseeing bei sonnigem Wetter ist die Zeit zwischen März und Juni die beste, denn in diesen Monaten lassen sich die hübschen Orangenbäume und Blumendüfte bei angenehmen Temperaturen genießen.

Eine weitere Warnung müssen wir jedoch noch aussprechen. Die Osterwoche, semana santa, wird in Andalusien sehr ernst genommen. In dieser Zeit sind fast alle andalusischen Städte vollgepackt mit Menschenmengen, welche sich auf den Straßen tummeln, um die Osterprozessionen anzuschauen. Hierfür werden die größeren Straßen und die meisten Plätze ab mittags abgesperrt und können nur mit großer Mühe ­– meistens jedoch gar nicht – überquert werden. Wenn du also nicht gerade wegen der Osterprozessionen nach Andalusien kommst, solltest du diese definitiv meiden, denn entspanntes Sightseeing ist in dieser Zeit praktisch unmöglich.


Von A nach B in Andalusien

Eine weitere erfreuliche Nachricht ist, dass die Busverbindungen zwischen den schönsten Städten Andalusiens sehr gut, zuverlässig und gar nicht teuer sind. Du kannst also problemlos einen der Flughäfen, wie beispielsweise in Sevilla, Córdoba oder Jerez (bei Cádiz) anfliegen und von dort aus entspannt mit dem Bus von einer Stadt zur nächsten fahren. Vielleicht kannst du ja auch die Zeit nutzen, um einige Spanisch-basics zu lernen, denn das sorgt immer für ein paar Sympathiepunkte bei Einheimischen.


Fazit

Wenn du dich an sonnigem Wetter mit strahlend blauem Himmel, beeindruckender Architektur und einer reichen Kultur erfreust, können wir dir eine Rundreise durch Andalusien wärmstens empfehlen. Hier kannst du dich vom Tausendundeine Nacht- Flair betören lassen, entspannt und zum kleinen Preis von einer Tapas Bar zur nächsten ziehen und zwischen Orangenbäumen und blumengeschmückten Balkons dem bunten Treiben der lebensfrohen Menschen zusehen. Und wenn du eine Auszeit brauchst, kannst du dich in den Küstenregionen zwischen Palmen entspannen.


Nicole Keiler


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