min read-Mai 12 2022

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Die Pyrenäen

Die Pyrenäen liegen im Südwesten Europas und umfassen vor allem Spanien und Frankreich. Auch Andorra befindet sich in der Gebirgskette. Die Alpen sind zwar höher als die Pyrenäen, aber die natürliche Grenze zwischen Spanien und Frankreich ist dennoch eine Reise wert. Aufgrund der höheren Berge und der kleineren Entfernung zu Deutschland werden die Alpen oft bevorzugt. Wir stellen dir hier vor, wieso du den Pyrenäen unbedingt einen Besuch abstatten solltest. Ob als Wanderreise, Wintersporttrip oder zum Genießen der Natur: Diese Gebirgskette hat so einiges zu bieten!

Was sind die Pyrenäen?

Die Pyrenäen sind eine Gebirgskette im Südwesten Europas, die die iberische Halbinsel vom Rest Europas trennen. Sie liegen an der Grenze von Spanien und Frankreich und umfassen ebenso den Kleinstaat Andorra. Die Kette reicht vom Golf von Biscaya im Atlantik bis zum Golf de Roses im Mittelmeer und ist damit circa 430 Kilometer lang. Die Gipfel ragen hier bis zu etwa 3400 Metern hoch.

Das macht die Pyrenäen auch für unerfahrenere Wanderer oder einen entspannteren Trip attraktiver. Die höheren Berge bieten auch mit mehr Erfahrung eine Herausforderung. Die Wanderwege und Nationalparks bieten einiges für alle, die Natur erleben wollen. Für den nächsten Skiurlaub haben die Pyrenäen einige Wintersportgebiete in petto. Der höchste Berg ist der Pico de Aneto mit 3404 Metern. Er befindet sich auf der spanischen Seite der Gebirgskette. Auf den höheren Bergen der Pyrenäen gibt es Gletscher. Aufgrund des Klimawandels und den daraus resultierenden höheren Temperaturen schmelzen diese leider.

Wasserfall in den Pyrenäen

Unterteilung der Pyrenäen nach Ländern

Die Pyrenäen bilden eine natürliche Grenze zwischen Frankreich im Norden und Spanien im Süden. Andorra liegt im östlichen Teil der Gebirgskette. Ähnlich wie bei den Alpen werden die Pyrenäen normalerweise nicht nach Ländern geteilt. Eine solche Aufteilung von Gebirgen ist meist nicht sinnvoll, da einige Berge sowohl zu Frankreich als auch zu Spanien zugeordnet werden. Eine Einteilung in Gebiete oder Gebirgsgruppen ist geläufiger.

Hier sind es hauptsächlich die östlichen Pyrenäen, die Zentralpyrenäen und die westlichen Pyrenäen. Die Zentralpyrenäen können weiter in kleinere Gebiete aufgeteilt werden. Wir stellen dir die wichtigsten Gebiete der Pyrenäen in den nächsten Abschnitten vor.

Die Gruppen der Pyrenäen

Die Westpyrenäen

Der westliche Teil der Pyrenäen erstreckt sich vom Atlantik bis zum Somportpass. Dieser ist einer der ältesten Pässe in der Gebirgskette und ein Grenzübergang zwischen Spanien und Frankreich. Seit dem Bau und der Eröffnung einer Straße im Jahr 2003 verliert dieser Grenzübergang jedoch an Bedeutung. Die Westpyrenäen bestehen hauptsächlich aus Kalkstein und flachen in Richtung des Atlantiks ab. Aufgrund der Nähe zum Atlantik wird der westliche Teil der Gebirgskette auch als atlantische Pyrenäen bezeichnet. Wegen der flachen Gebirge werden die westlichen Pyrenäen eher als Mittelgebirge eingestuft. 

Zum Bergsteigen bieten die Westpyrenäen den etwa 900 Meter hohen Larrun. Der Berg trennt Frankreich und Spanien und ist der bekannteste Berg des Baskenlandes. Es gibt einige Wanderwege, die durch die Natur der Westpyrenäen führen. Hier wirst du Kühe, Schafe und Pottok-Ponys beim Weiden beobachten können. Es gibt auch einige Monumente der Jungsteinzeit wie Dolmen und Cromleche, die du bewundern kannst. Auch für Lauffaule ist der Larrun einen Besuch wert. Du kannst ganz bequem mit der Bergbahn auf den Gipfel fahren. Diese fährt aber nur im Sommerhalbjahr und sollte im Voraus gebucht werden. Der atemberaubende Ausblick lässt dich bei gutem Wetter das Baskenland bis zur Küste überblicken.

Ein weiteres Monument der westlichen Pyrenäen ist die Schlucht Foz de Arbayún. Die natürlich gebildete Schlucht liegt in der spanischen Region Navarra und ist die größte der Region. Sie ist circa 6 Kilometer lang und bis zu 400 Meter tief. Der Fluss Salazar hat dieses atemberaubende Naturschutzgebiet geschaffen. Auf der Aussichtsplattform kannst du neben der Felsenformationen auch Flora und Fauna bewundern. Hier findest du besonders viele Greifvögel, wie beispielsweise den Gänsegeier. Wandern kannst du hier natürlich auch. 

Eine weitere Schlucht Navarros, die Foz de Lumbier, bieten ebenfalls einen atemberaubenden Anblick. Auch dieses Gebiet steht unter Naturschutz. Diese Schlucht ist mit etwa 1,3 Kilometer Länge und bis zu 150 Meter Höhe kleiner als die vorherige. Dennoch lohnt sie sich, da man hier beim Wandern mehr erkunden kann. Die Vegetation ist wunderschön und die Schlucht beherbergt einige Tierarten. Füchse, Dachse, Wildschweine und verschiedene Geierarten finden hier Zuflucht. Die ausgeschilderten Wanderwege führen durch unbeleuchtete Tunnel, weshalb du unbedingt eine Taschenlampe bringen solltest.

Die Yesa-Talsperre in Spanien ist ein menschengemachter Stausee in den westlichen Pyrenäen. Der Fluss Aragón wird hier gestaut. Das Ergebnis sieht nicht nur wunderschön aus, sondern dient auch zum Hochwasserschutz und der Wasserversorgung. Das Gebiet ist vor allem bei Campern beliebt. Spaziergänge und Besichtigungen verlassener Dörfer bieten sich hier am sogenannten Meer der Pyrenäen an.

Die Zentralpyrenäen

Die Zentralpyrenäen reichen vom Somportpass im Westen bis zum östlicheren Arantal. Sie werden auch Hochpyrenäen genannt. Dieser Teil des Gebirges beherbergt circa 200 Gipfel, die über 3000 Meter hoch sind. Einige dieser sind vergletschert, bedauerlicherweise schmelzen diese wegen höheren Temperaturen und der geringeren Höhe im Vergleich zu den Alpen. Während die Westpyrenäen aus Kalkstein bestehen, überwiegt hier Granit. 

Die Zentralpyrenäen können weiter in kleinere Gebiete aufgeteilt werden. 

Der mittlere Teil der Pyrenäen kann mit Seen, Nationalparks und den höchsten Bergen der Gebirgskette glänzen. Auch menschliche Bauwerke wie der ehemalige Grenzbahnhof Canfranc-Estación beeindrucken jeden Reisenden. 

Die Seen, die du unbedingt besuchen solltest, sind der Gaube-See und der Lac du Tech. Ersterer kann durch eine Seilbahn oder zu Fuß erreicht werden. Er ist von circa 2000 Meter hohen Bergen umgeben und bietet eine Aufstiegsmöglichkeit auf den über 3200 Meter hohen Vignemale. Der Gaube-See lädt mit seinem türkisen Wasser zur Entspannung ein und ist bei Wanderern sehr beliebt. Der Lac du Tech ist kleiner und weniger besucht als der Gaube-See, aber er bietet ebenso Entspannung und Wandermöglichkeiten. Wenn du weniger besuchte Orte magst, ist der Lac du Tech definitiv einen Abstecher wert.

Die Zentralpyrenäen beherbergen zwei große Nationalparks: den Nationalpark Pyrenäen und den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Der Nationalpark Pyrenäen liegt in Frankreich und bietet zahlreiche Wanderwege, Bergseen, beeindruckende Flora und Fauna und atemberaubende Aussichten auf den Gipfeln der höchsten Berge der Pyrenäen. Der Wasserfall Cirque de Gavarnie ist ein beliebtes Ziel des Parks, unserer Meinung nach zurecht! Auch Camping ist hier möglich. Der OrdesaNationalpark hingegen liegt in Spanien. Die Flora und Fauna gedeihen in diesem Park ebenso. Auf den vielen Wanderwegen gilt es, wunderschöne Landschaft zu erkunden. Der 3355 Meter hohe Monte Perdido und der zugehörige Gletscher können bewundert und erklommen werden.

Der höchste Berg der Pyrenäen, der Pico de Aneto, liegt in den Zentralpyrenäen. Er misst 3404 Meter und kann von erfahrenen Wanderern bestiegen werden. Er ist Teil des Maladeta-Massivs und liegt in Spanien. Auch hier wirst du einen Gletscher vorfinden. Für den Wintersport eignet sich der Berg natürlich ebenso und ist bei Skifahrern besonders beliebt. Die Eindrücke, die du auf der Wanderung und auf dem Gipfel bekommen wirst, lohnen sich!

Schneelandschaft in den Pyrenäen

Die Ostpyrenäen

Die Ostpyrenäen bilden den Abschluss der Gebirgskette und verläuft vom Arantal bis zum Mittelmeer. Wie die westlichen Pyrenäen besteht das Gestein dieser Gegend überwiegend aus Kalkstein. Auch hier wird das Gebirge zum Mittelmeer hin flacher. Dieser Teil der Gebirgskette umfasst den Kleinstaat Andorra. 

Auch die Ostpyrenäen beherbergen einen Nationalpark, den es sich zu sehen lohnt. Der in Spanien liegende Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici ist besonders für seine Seen, Wasserfälle und Flüsse bekannt. Hier findest du wieder beeindruckendste Flora und Fauna sowie Täler mit den unterschiedlichsten Klimabedingungen. Die unterschiedlichen Ökosysteme des Parks sind aufgrund der großen Höhenunterschiede entstanden. Es werden viele Wanderwege angeboten, manche sind sogar für mobilitätseingeschränkte Wanderlustige geeignet. Hier gibt es noch einige Berge über 3000 Metern Höhe, da der Park an der Grenze zu den Zentralpyrenäen liegt.

Ein Abstecher in den Kleinstaat Andorra lohnt sich besonders in dessen Hauptstadt Andorra la Vella. Hier gibt es die vielen Geschäfte, für die die Stadt bekannt ist. Die Architektur ist gut erhalten und sehr charmant. Natürlich bietet Andorra einen spektakulären Anblick. Wann sieht man schon eine Stadt, die komplett von einem Gebirge umschlossen ist? In Andorra kannst du auch die drei Gebirgsseen Estanys de Tristaina auf einer Wanderung entdecken. Die einzelnen Seen sind der Tristaina Primer, der Tristaina del Mig und der Tristaina de Amunt.

Auch die Schluchten von Galamus und die Gorges de la Fou in Frankreich lohnen sich. Hier kannst du spektakuläre Natur erleben, wandern oder die Schluchten durch Canyoning erkunden. Die Schluchten von Galamus sind perfekt zum Wandern oder Mountainbiken. Du kannst auch mit dem Auto durch die Schlucht fahren, wir empfehlen aber zu Fuß oder mit dem Rad, die Gegend zu erkunden. Auch die Gorges de la Fou sind ein tolles Ziel für Wanderer und Naturbegeisterte. Beide Schluchten bieten eine Abwechslung zu den hohen Bergen. Die Schluchten sind ebenso wie die Berge atemberaubende Monumente der Natur. 

Bergsee in den Pyrenäen

Fazit

Die Pyrenäen umfassen ein riesiges Gebiet, welches unglaublich facettenreich ist. Besonders gut erkunden kannst du die verschiedenen Teile der Gebirgskette beim Wandern. Aber auch Camping, Klettern, Radfahren oder ein Roadtrip mit dem Auto sind gute Möglichkeiten, die Region zu entdecken. Jedes Gebiet der Pyrenäen lässt dich beeindruckende Natur erleben und besticht auf seine eigene Weise. Wir hoffen, dass unsere Tipps dich inspirieren und wünschen dir viel Spaß bei deinem nächsten Wanderurlaub!

Du bekommst auch nicht genug von Gebirgen? Dann sieh dir hier unsere Artikel zu den Westalpen oder unsere Top 6 Gebirge in Europa an!

Lidia Strauch

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