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Lucca – kleine Stadt ganz groß

Lucca ist eine italienische Provinz im Norden der Toskana, die vor allem mit ihrer gleichnamigen Stadt punkten kann. Der von einer Mauer umgebene Stadtkern beheimatet Wohngebäude, Cafés, Restaurants und Sehenswürdigkeiten aller Art. Dabei ist die Stadtmauer an sich eine Attraktion! Nur mit schwerem Herzen wirst du dich von diesem Ort verabschieden können. Du glaubst uns nicht? Dann müssen wir wohl noch etwas Überzeugungsarbeit leisten.  

Stadtmauer

Die Altstadt Luccas entdeckst du schon aus der Ferne an ihrer beeindruckenden Stadtmauer. Der Reichtum an Geschichte bleibt dadurch nicht einmal dem ungeschulten Auge verborgen. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die rote Backsteinmauer errichtet, nach ihrer Vollendung allerdings nie für Verteidigungszwecke benutzt. Heutzutage ist sie sowohl bei Einheimischen als auch bei Reisenden für Spaziergänge in luftigen Höhen oder Erkundungen von innen beliebt.

Fast 4 Kilometer reicht die teilweise 10 Meter hohe Mauer um den Stadtkern herum. Ihr breiter Weg ist gesäumt von Bäumen und kleinen Cafés. Vom Ausblick auf das Stadtinnere wollen wir erst gar nicht anfangen. Aber lass dir gesagt sein: einfach unbeschreiblich! Die Möglichkeiten sind unendlich. Da ist bestimmt auch das Richtige für dich dabei!

Aber genug von der monumentalen Stadtmauer! Wenn du dich durch eines der vielen Tore ins Stadtinnere begibst, erwarten dich noch mehr Schätze aus dem Mittelalter.

Gepflasterter Platz Luccas umrundet von hohen, gelblichen Gebäuden

Piazza dell’Anfiteatro

Inmitten der Stadt mit den verwinkelten Gassen befindet sich der ovale Piazza dell‘ Anfiteatro. Im 19. Jahrhundert wurden diese Gebäude auf den Ruinen eines römischen Amphitheaters erbaut. Bis heute ist der Platz beliebter Treffpunkt sowohl für Einheimische als auch Reisende.

Was das unbebaute Fleckchen so besonders macht, fragst du dich? Stell dir folgendes Szenario vor: Typisch gelbliche Häuser ragen gen Himmel, Sonnenschirme sind aufgespannt, die Gastgärten voll und mittendrin stehst du und beobachtest das Treiben der Passanten. Klingt das nicht verlockend?

Via Fillungo

Lust auf einen kleinen Bummel? Dann schlendere die Via Fillungo entlang. Die Straße brauchst du nicht lange suchen, denn sie zieht sich durch das gesamte Stadtzentrum. Das macht sie perfekt, um ganz Lucca zu erkunden, ohne sich im Gassenlabyrinth zu verlaufen. Auf der Strecke befinden sich nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem viele kleine Läden und Cafés, die zum Verweilen und Kaufen einladen.

Eine lange Geschichte hat das Caffé di Simo. Schon der Luccheser Komponist Giacomo Puccini genoss dort seinen Kaffee. Dadurch, dass ein paar Stücke der Originaleinrichtung noch erhalten sind, ruft der Ort ein ganz besonderes Feeling hervor. Solltest du außerdem auf deiner Lucca Erkundungstour eine sitzende Bronzestatue von einem Mann entdecken, dann handelt es sich dabei um genannten Komponisten, den ganzen Stolz Luccas.

Guinigiturm

Das absolute Must-see in Lucca ist der Torre Guinigi. Nur einen Treppenaufstieg entfernt befindet sich der wohl beste Überblick über die gesamte Altstadt und hügelige Umgebung. Der Guinigiturm ist einer der wenigen erhaltenen Türme der Stadt. Vor Jahrhunderten strotzte Lucca noch von den hohen Bauten. Später wurden sie dann allerdings gekürzt oder gar restlos entfernt. Deshalb ist der Turm, der von der Luccheser Familie Guinigi in Auftrag gegeben wurde, einzigartig.

Rötlicher, mittelalterlicher Turm inmitten Luccas mit Bäumen auf der Spitze

Das i-Tüpfelchen auf der Spitze des Guinigiturms sind die Steineichen. Erklimmst du die 230 Stufen, dann kannst du fast 45 Meter in die Tiefe blicken – und das im Schutz von immergrünen Bäumen. Von dort oben erkennst du z. B. den Torre delle Ore.

Torre delle Ore

Der Torre delle Ore ist ein Glockenturm im Stadtzentrum. Er übernahm in damaligen Zeiten eine ausgesprochen wichtige Funktion: das Anzeigen der Uhrzeit. Der Turm ragt genauso wie der Guinigiturm über die Stadthäuser hinaus. Eine Aussichtsplattform erwartet dich dort nach den 207 Stufen allerdings nicht, sondern die Innereien einer noch immer funktionierenden Turmuhr. Ist das dein Ding, dann nichts wie rauf auf den Torre delle Ore!

Piazza San Martino

Ein weiterer Turm zum Erklimmen befindet sich auf dem Piazza San Martino. Dabei handelt es sich um den zur Kathedrale gehörenden Glockenturm. Was dir auf dem Platz als erstes ins Auge springt, ist die spektakuläre Arkadenfassade der Cattedrale di San Martino. Das architektonische Meisterwerk lässt sich sowohl von außen als auch von innen sehen. Wagst du einen Blick hinein, findest du nicht nur einen prachtvollen Altar vor, sondern auch einen imposanten Sarkophag und das hölzerne Kruzifix Volto Santo.

San Michele in Foro

Lucca trägt nicht umsonst den Spitznamen Stadt der 99 Kirchen. Auf dem Piazza San Michele erwartet dich eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert: die San Michele in Foro. Sie steht am ehemaligen römischen Forum – daher auch ihr Name. Die Kirche zeichnet sich, so wie auch der Dom, durch ihre typisch toskanische Architektur aus und macht sie zu einer der sehenswertesten Sakralbauten innerhalb der Stadtmauern.

Basilica di San Frediano

Etwa zur gleichen Zeit, wenn nicht sogar etwas früher, wurde die Basilica di San Frediano errichtet. Diese Kirche sticht durch ihr goldenes Mosaik auf der Vorderseite hervor. Ein beeindruckendes Handwerk in großer Dimension. Schau’s dir an!

Fassade der Basilica di San Frediano in Lucca mit goldenem Mosaik und freistehenden Turm

Orto botanico di Lucca

Lucca ist verglichen mit Städten wie Florenz zwar klein, aber missen lässt es dennoch nichts. Die Stadt kann sogar mit einem botanischen Garten aufwarten! Er ist zwar dementsprechend überschaubar, aber definitiv einen Besuch wert. Fernab vom städtischen Trubel kannst du hier entspannen inmitten von Grün. Das Angebot umfasst unter anderem über hundert Jahre alte Bäume, Kakteen und einen Seerosenteich mit Schildkröten. Ein Tipp am Rande: Der Garten ist das perfekte Versteck vor der sengend heißen Mittagssonne.

Aktivitäten

Sag mal, bist du auch immer übervorsichtig, wenn du dich in einer verkehrstüchtigen Stadt aufs Rad schwingst? Das ist in Lucca Geschichte! Das Stadtinnere mit seinen engen, kopfsteingepflasterten Gassen bieten sich nicht für Autos an. Dafür kannst du als Radfahrer endlich deinen Traum ausleben, allein auf den Wegen herumzukurven. Vergiss dabei allerdings nicht die Fußgänger!

Das Radeln innerhalb der Stadtmauern ist so beliebt, dass du nicht lange suchen musst, bis du einen Fahrradverleih entdeckst. Etwas schwieriger gestaltet es sich bei Vespas. Dieses typisch italienische Gefährt zu mieten und damit durch die umliegenden Weinstraßen zu rollen, ist ebenso populär.

Inzwischen wirst du bemerkt haben, dass Lucca der perfekte Ort ist, um sich in den Gassen zu verirren. Das musst du allerdings nicht zwingend allein machen! Buche einen Rundgang und lasse dir die Stadt von Einheimischen zeigen. Solch eine Führung ist auch bei Nacht möglich. Oder bist du gar nach Lucca gekommen, um mehr über die italienische Küche zu erfahren? Werde aktiv und stelle selbst Pasta her oder besuche einen Kochkurs.

Veranstaltungen

Langeweile kommt bei deinem Besuch in Lucca sicher nicht auf. Denn die Einheimischen lassen es sich nicht nehmen, ihre vorhandenen Piazzi zu nutzen. Neben den beiden großen Veranstaltungen Lucca Summer Festival und Comic Festival bietet die Stadt noch mehr Auswahl. Darunter sind das Puccini Festival, das Anfiteatro Jazz und das Lucca Film Festival. Wie passend! Künstlerische Veranstaltungen in einer ebenso malerischen Umgebung.

Lucca Summer Festival

Was haben Twenty One Pilots, Celine Dione und Zucchero gemeinsam? Sie alle haben schon einmal auf der Bühne des Lucca Summer Festivals performt. Die Liste der Artisten ist lang und umfasst Singende und Bands aus aller Welt. Nicht umsonst fiebern italienische als auch ausländische Musikfans sehnlichst auf die Open-Air-Konzerte hin. Seit 1998 schon wird das Musikfestival am Piazza Napoleone von Ende Juni bis Mitte Juli ausgetragen. Der genaue Veranstaltungszeitraum variiert von Jahr zu Jahr um ein paar Tage.

Comic Festival

Seit seinem Anfang im Jahre 1966 hat das Comic Festival in Lucca stark an Beliebtheit zugenommen. Ende Oktober sammeln sich jährlich Comicfans und Gamer innerhalb der Stadtmauern und tauchen in eine eigene Welt ein. Es kann schon einmal passieren, dass du dort deinen Lieblingscharakteren aus Comics oder Games über den Weg läufst. Neben Workshops und Contests finden zu dieser Zeit auch Podiumsdiskussionen statt. Ein Spaß für Groß und Klein!

Außerhalb der Stadtmauern

Außerhalb der Stadtmauern gibt es nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten – was nicht heißt, dass die Umgebung nicht sehenswert ist! Da wäre z. B. das Acquedotto del Nottolini. Dieses Juwel der Architektur kannst du entlanggehen und dabei bestaunen. Obwohl es erst spät errichtet wurde, haben die Erbauer es in dem damaligen, mittelalterlichen Stil gehalten. Aber watch out: Einmal unterbricht eine Schnellstraße den Weg entlang des Aquädukts.

Ansonsten können wir dir noch einen ruhigen Spaziergang am Fluss Serchio empfehlen. Besonders in den Morgenstunden kannst du hier deine Ruhe genießen. Gelegentliches Vogelgezwitscher, das Rauschen von Wasser und das Rascheln von Blättern vervollständigen die Idylle.

Fazit

Inmitten der hohen Bauten Luccas scheinen die Stunden langsamer zu vergehen. Türme und Kirchen prägen das Stadtbild. Gelbliche, teils abgeblätterte Wandfarbe und Gitter vor den Fenstern katapultieren dich zurück ins Mittelalter. Kopfsteingepflasterte Gassen und herumstehende Fahrräder vervollständigen den typisch italienischen Look. Wie bei einem Labyrinth, kannst du gespannt sein, wo du als nächstes hinauskommst. Glaub uns, am liebsten würdest du nie wieder mehr einen Fuß zurück in die Außenwelt setzen! Daher: Betreten Luccas auf eigene Gefahr!

Und weil du schon einmal in der Umgebung bist, wieso machst du nicht einen Abstecher nach Pisa? Oder doch gleich eine Toskana Rundreise?

Daniela Pein

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