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Pisa – Der Schiefe Turm & Co

Die Stadt Pisa, gelegen in der gleichnamigen Provinz der italienischen Region Toskana, ist Heimat eines Fehlers, der zum Glücksfall wurde. Jährlich strömen Millionen von Menschen aus aller Welt herbei, nur um einen Blick auf ihn zu erhaschen: den Schiefen Turm. Ihm – und Galileo Galilei – hat Pisa ihre Bekanntheit zu verdanken. Doch wusstest du, dass es in dieser Stadt noch so viel mehr zu entdecken gibt? Lies weiter und finde heraus, was du dir bei deinem Besuch in Pisa unter keinen Umständen entgehen lassen darfst!

Piazza dei Miracoli

Das erste Besichtigungsziel vieler Besuchender ist der Piazza dei Miracoli, auch Domplatz, im Norden von Pisa. An diesem Ort triffst du gleich vier Schätze des Weltkulturerbes der UNESCO an: den Dom, das Baptisterium, den Friedhof und den Glockenturm. Letzterer ist wohl besser bekannt als der Schiefe Turm von Pisa.

Macht dir die Touristenansammlung auf dem Piazza dei Miracoli zu schaffen, ziehe in Betracht, den Platz aus luftiger Höhe zu betrachten. Die ehemalige Stadtmauer eignet sich für solch einen Zweck perfekt. Nur selten finden Besuchende den Weg zum verborgenen Eingang des Torre di Santa Maria nahe der Touristeninformation. Von dort aus geht es dann auf die Mauer. Der Eintritt kostet zwar einen kleinen Geldbetrag, jedoch lässt sich von dort oben die Komposition aus den mittelalterlichen Bauwerken noch besser bestaunen.

Beachte außerdem, dass der Rasen am Domplatz unter keinen Umständen betreten werden darf. Ebenso wenig ist dort Alkohol erwünscht. Wirst du erwischt, kann das mit Geldstrafen geahndet werden. Vergiss außerdem nicht die Besuchenden nach dir und nimm deinen Abfall wieder mit!

Dom Santa Maria Assunta

Obwohl der schiefe Glockenturm zur Kathedrale Santa Maria Assunta gehört, – und nicht umgekehrt – lässt sich der Pisaner Dom wohl am besten als „Gebäude direkt neben dem Schiefen Turm“ beschreiben. Die Kirche ist deswegen aber nicht weniger beeindruckend. Genau im Gegenteil! Ebenso wie die anderen Sakralbauten am Domplatz besteht sie aus edlem weißem Marmor. Im Inneren stechen Verzierungen des damaligen Baustils sofort ins Auge. Und das Beste: Du kannst den Dom von Innen kostenlos bewundern, vorausgesetzt du hast eine Eintrittskarte für eine andere Sehenswürdigkeit am Domplatz.

Der Schiefe Turm

Neben dem beeindruckenden Dom befindet sich der freistehende Glockenturm, auch Campanile genannt. Der Bau des heutigen Wahrzeichens begann im Jahre 1173. Probleme wie die Schieflage des Bauwerks bewirkten jedoch langwierige Unterbrechungen und zögerten die Fertigstellung bis ins Jahr 1372 hinaus. Stolze 55 Meter ragt der vollendete Turm gen Himmel.

Leicht zur Seite geneigter Turm am Pisaner Domplatz

Vielleicht fragst du dich, was so beeindruckend an einem schiefen Turm ist. Die Tatsache, dass er noch immer steht, ist schon einmal ein Grund! Weißt du, weshalb der freistehende Glockenturm eine Neigung von 4° hat? Entgegen manch einer Vermutung soll kein Alkohol im Spiel gewesen sein. Der Grund für die Schieflage ist der ungeeignete Untergrund. Die lehmige Baufläche hält keine 15 Tonnen stand, weshalb sich der Turm zur Seite neigt. Das ist wohl mächtig schiefgegangen!

Die gute Nachricht ist, dass dies heutzutage keinen Grund zur Besorgnis mehr darstellt. Vor Jahren haben schlaue Köpfe und fleißige Hände daran gearbeitet, die Sicherheit für Besuchende zu gewährleisten. Erst in hunderten bis tausenden von Jahren soll das Wahrzeichen Pisas endgültig umkippen. Bis es so weit ist, können noch viele weitere Generationen das Bauwerk bestaunen.

Steht das Erkunden des Inneren vom Schiefen Turm auch auf deiner Bucket List, dann hast du Glück. Seit Anfang des neuen Jahrtausends ist ein Begehen wieder möglich. Allerdings solltest du dich schon vor deinem Aufenthalt in Pisa um Tickets bemühen. Der Kauf übers Internet hat sich hierbei bewährt. Er ist sogar bis zu drei Wochen im Voraus möglich! Tickets vor Ort zu erwerben, empfehlen wir dir nicht, da du dort zumeist leer ausgehst. Sei dir auch bewusst, dass vor dem Einlass in den Turm eine Sicherheitskontrolle stattfindet und die Taschen draußen bleiben müssen.

Baptisterium

Gleich wie der Glockenturm ist das Baptisterium ein freistehendes Gebäude, welches zum Dom gehört. Mit 54 Metern Höhe und 107 Metern Umfang ist es die größte christliche Taufkirche weltweit. Erkennen lässt sich das Sakralgebäude anhand seines runden Grundrisses.

Camposanto Monumentale

Der Camposanto Monumentale ist ein Friedhof umgeben von hohen Mauern. Wenn du mittelalterliche Fresken und prunkvolle Grabmäler zu schätzen weißt, dann ist er definitiv einen Besuch wert! Lass dir auch gesagt sein, dass Eintrittskarten für mehrere Attraktionen kaum mehr kosten als für eine einzige Sehenswürdigkeit.

Museen in Pisa

Weitere architektonische Schätze werden in zahlreichen Museen in Pisa ausgestellt. Nur einen Katzensprung vom Wahrzeichen der Stadt entfernt, befindet sich das Museo dell’Opera del Duomo. Dort kannst du Skulpturen und Werke von unschätzbarem Wert besichtigen. Ebenso nah liegt das Museo delle Sinopie, welches vor allem Kunstbegeisterte anspricht. In den Museumsräumen werden die Vorzeichnungen für Fresken aufbewahrt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Von Kunstwerken über Pflanzen bis hin zur militärischen Ausrüstung. Die Interessen von jedem Museumsgehenden werden in Pisa abgedeckt. Das Stadtzentrum ist gespickt von kleinen, aber feinen Museen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden!

Altstadt von Pisa

Südlich von dem Piazza dei Miracoli befindet sich das Zentrum von Pisa. Dieses überzeugt mit genügend Kirchen, Palästen und Plätzen. Bist du schon einmal dort, schlendere gemächlich durch die verwinkelten Gassen und lass dich von den Verzweigungen an die spannendsten Orte führen. Vielleicht landest du auf einen der großen Plätze wie dem Piazza dei Cavalieri oder Piazza Garibaldi. Oder du findest dich bei der Kirche Santa Maria della Spina wieder. Mit ihrem gotischen Mauerwerk und zahlreichen Skulpturen fällt sie zweifelsohne jedem auf.

Eine besondere Erwähnung verdient das Wandgemälde von Keith Haring im Stadtkern, welches jedes Mal aufs Neue als einprägsame Fotokulisse herhalten muss. Weißt du, was Pisa noch sehenswert macht? Das Geburtshaus von Galileo Galilei. Der bekannte Wissenschaftler und Mathematiker wuchs nicht nur in der Stadt auf, sondern lehrte dort später auch als Professor an der renommierten Universität von Pisa. Kein Wunder also, dass die Stadt auch heute noch von Studierenden nur so wimmelt.

Stadtgebäude in Pisa, die sich im Fluss spiegeln

Wer nun glaubt, Pisa besteht nur aus einem Bauwerk nach dem anderen, der irrt. Durch die Stadt schlängelt sich der Fluss Arno. Es bietet sich also an, einen abendlichen Spaziergang entlang des Flusses zu unternehmen und das italienische Lebensgefühl aufzusaugen. Besonders atmosphärisch ist die Umgebung bei Sonnenuntergang, wenn sich nicht nur die Gebäude, sondern auch die letzten Sonnenstrahlen im Wasser spiegeln.

Wie in jeder italienischen Stadt musst du dich auch in Pisa nicht fürchten zu verhungern. Gefühlt alle paar Meter stehst du vor einer Trattoria, einem Restaurant oder einem Café. Mach es den Einheimischen nach und entschleunige deinen Alltag! Setze dich dafür einfach in irgendeinen Gastgarten und genieße la Dolce Vita.

Tipps

Möchtest du Touristenströme umgehen, solltest du in Betracht ziehen, früher als alle anderen aufzustehen. Die Morgenstunden eignen sich perfekt, um den Piazza dei Miracoli aufzusuchen und seine erhabenen Bauwerke zu bestaunen. Einerseits lässt sich so der spätere Touristenandrang entgehen, andererseits ist die Hitze im Sommer zu dieser Zeit noch erträglich. Vielleicht ist auch das ein oder andere Foto ohne die üblichen Menschenmassen möglich.

Die Erkundung der Stadt ist außerdem nicht nur zu Fuß empfehlenswert, sondern auch auf zwei Rädern. Dieses Fortbewegungsmittel ist ideal, um sich in die Universitätsstadt zu integrieren. Fahrradverleihe findest du so gut wie an jeder Ecke in der Stadt.

Hast du allerdings vor die Studenten in Pisa so gut es geht zu meiden, dann sind die Semesterferien dein bester Freund. Zu dieser Zeit ist die Stadt vergleichsweise ruhig und bietet sich für gemütliche Spaziergänge und Besichtigungstouren ohne viel Trubel an.

Um vor Ort nicht böse überrascht zu werden, solltest du dich im Vorhinein darüber informieren, ob zur Zeit deines Aufenthalts Bauarbeiten an Sehenswürdigkeiten stattfinden. Aufgrund des Alters der meisten Gebäude finden immer wieder Restaurationen und Instandhaltungsarbeiten statt, die dein Pisa Erlebnis nur halb so schön machen. Berücksichtige also auch das bei deiner Planung!

Fazit

Besuchende, die bloß den Schiefen Turm betrachten wollten, können von Pisa nur positiv überrascht werden. Die toskanische Stadt kann mit so viel mehr aufwarten als einem „schiefgegangen“ Turm. Was imposante Architektur und geschichtliche Ereignisse angeht, steht Pisa den großen, italienischen Städten in nichts nach. Sie hat ein mittelalterliches Flair wie kaum ein anderer Ort. Überzeuge dich am besten selbst von den facettenreichen Gesichtern Pisas! Pisa ist nur ein Zwischenstopp auf deinem Weg nach Florenz? Kein Problem, wir haben auch alle Must Sees der toskanischen Hauptstadt für dich zusammengefasst.

Daniela Pein

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