Das Essen in Mexico 

Tomaten

Welches kulinarische Erlebnis hat Mexiko für Backpacker zu bieten? Vermutlich hast du schon einiges aus der mexikanischen Küche kennengelernt. Vielleicht wusstest du auch schon, dass bestimmte Gerichte, und vor allem bestimmte Gewürze, ursprünglich aus Mexiko stammen. Mittlerweile erfreut sich die mexikanische Küche weltweit an großer Beliebtheit, und wurde sogar als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt.

In diesem Artikel wollen wir dir die mexikanische Küche näher bringen. Wir werden auf ein paar Besonderheiten eingehen, die du bei deinem nächsten Besuch in Mexiko unbedingt ausprobieren solltest!

Allgemeines zu Mexiko und der Küche

Ein paar Infos vorweg: Mexiko befindet sich in Mittelamerika, gehört aber offiziell noch zu Nordamerika. Besonders bekannt ist das Land für Sombreros, Stierkämpfe, farbenfrohe Feste und sein scharfes Essen. Auf ein besonderes Fest, das Totenfest Día de Muertos, werden wir später noch etwas genauer eingehen. Vor allem geht es im Folgenden aber um beliebte Gerichte in Mexiko.

Das Essen in Mexiko wurde vor allem von der Küche der alten indianischen Kulturen wie der Maya beeinflusst. Vor allem Mais spielte schon immer eine besondere Rolle. Die Maya beteten sogar einen Maisgott an, und die Vorliebe für dieses Gemüse sieht man noch heute. 

Wie bereits erwähnt, ist die mexikanische Küche für ihre Schärfe bekannt. Viele bekannten Gewürze, Kräuter und Schoten, wie Chili oder Koriander, kommen ursprünglich aus Mexiko. Oft sind die Gerichte auch farbenfroh gestaltet. Das liegt an der bunten Vermischung der unterschiedlichen Zutaten, besonders der verschiedenen Gemüsesorten. Typischerweise bestehen die Gerichte aus Tortilla als Grundlage, einer Fleisch- und Gemüsefüllung, einer scharfen Soße und Käse. Diese Zusammensetzung macht die Gerichte sehr reichhaltig. 

Tortillas und dessen Varianten

Tatsächlich wäre Mexiko ohne Tortillas unvorstellbar. Man findet diese in ganz Mexiko und sie werden oft als Grundlage für Gerichte verwendet. Während die Tortillas im Norden eher aus Weizen gemacht werden, sind sie im Süden aus Mais. Den Tortillas werden dann verschiedene Zutaten hinzugefügt, wodurch ein neues Gericht kreiert wird. 

Taco

Je nach den Umständen handelt es sich dann um Tacos, Burritos oder Fajitas. Tacos sind gefaltete Maistortillas mit einer Fleischfüllung und einer scharfen Salsa. Burritos werden eingerollt an den Tisch gebracht, während Fajitas Weizentortilla sind, die man am Tisch selbst befüllen kann. Es lohnt sich vor Ort verschiedenes auszuprobieren, aber wir empfehlen besonders Fajitas nicht auszulassen, da sie ein besonderes Erlebnis bieten.

Mexikanische Nationalgerichte

In Mexiko gibt es eine Reihe an Nationalgerichten. Im Folgenden wollen wir auf vier besondere Gerichte eingehen – Chiles en Nogada, Mole Poblano, Pozole de Pollo und Tamales.

Chiles en Nogada

Chiles en Nogada besteht aus gefüllten Poblano-Paprika mit Walnusssoße und Granatapfelkernen. Dieses Gericht hat eine ganz besondere Bedeutung, denn die Zutaten repräsentieren die Nationalfarben von Mexiko – grün sind die Pablanos, weiß die Soße und rot die Granatapfelkerne. Aber auch geschichtlich gesehen trägt dieses Gericht eine besondere Bedeutung. Denn 1821 konnte sich Mexiko von der spanischen Kolonialherrschaft befreien, und zur Feier ihrer Unabhängigkeit wurden nach der Unterzeichnung des Tratados de Córdoba beim dazugehörigen Bankett ausschließlich Gerichte in den Nationalfarben serviert.

Mole Poblano

In Mexiko gilt Mole Poblano als das bekannteste Nationalgericht. Dabei steht Mole für die Soße, die typischerweise aus einer Kombination von verschiedenen Chilisorten und Gewürzen besteht. Ganz besonders ist hierbei die ungesüßte Schokolade als Zutat, die für die dunkle Farbe sowie für den schokoladigen Geruch verantwortlich ist. Poblano wiederum bezieht sich auf das Geflügelfleisch, was normalerweise Truthahn ist; teilweise wird auch Hähnchen verwendet. Da besonders Puebla und Oaxaca bekannt für ihre Mole-Soßen sind, sind gerade diese beiden Bundesstaaten zu empfehlen, wenn du diese Köstlichkeit probieren möchtest.

Mole Poblano wird gerne zu festlichen Anlässen serviert, besonders an Weihnachten. Dabei hat jede Familie ihre eigene Variante des Rezepts, auf welches sie schwört. Allerdings ist die Zubereitung sehr aufwendig und dauert dementsprechend lange. Es gibt sogar ein Mole-Festival, das jedes Jahr im Oktober in der Stadt Pedro Atocpan stattfindet. Also wenn du zu dieser Zeit Mexiko besuchen solltest, empfehlen wir dir dort vorbeizuschauen!

Pozole

Bei Pozole handelt es sich um eine Mischung aus einer Suppe und einem Eintopf. Das besondere hieran sind die eingeweichten und vorgekochten Maiskörner, die Hominy oder auch Cacahuacintle genannt werden. Daneben wird normalerweise auch Schweinefleisch und Knoblauch hinzugefügt. Allerdings gibt es die verschiedensten Variationen dieses Gerichtes in den unterschiedlichsten Regionen. So ist vor allem Jalisco wegen der roten Pozole bekannt, während in Guerrero grüne Tomaten hinzugefügt werden.

Pozole wird gerne bei Festlichkeiten wie Weihnachten oder dem mexikanischen Unabhängigkeitstag gegessen. Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass es Pozole gibt, die farblich der mexikanischen Flagge entsprechen, also rot, grün und weiß sind. Rote Pozole verwenden vor allem Chilis, was ihre Schärfe erklärt. Grüne Pozole enthalten Tomatillos und Koriander. Weiße Pozole sind hingegen frei von diesen farbigen Zutaten. 

Tamales

Bei Tamales handelt es sich um gefüllte Maisblätter. Diese haben eine alte Tradition, denn sie wurden bereits von den Maya und Azteken gegessen. Sie zeigen erneut die Vorliebe der mexikanischen Küche für Mais. Es handelt sich hierbei um eine Art Maismehlteig, der mit Fleisch und anderen Zutaten gefüllt wird. Das Ganze wird in Pflanzenblättern eingehüllt und gedämpft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gerichten werden Tamales selten mit einer zusätzlichen Soße gegessen.

Die Tex-Mex Küche

Gerade wenn es um die Tex-Mex-Küche geht, sollte man zwischen dem Norden und dem Süden Mexikos unterscheiden. Denn der Name „Tex-Mex“ ist eine zusammengesetzte Abkürzung von Texas und Mexiko. Die Tex-Mex Küche findet man folglich eher im nördlichen Bereich Mexikos. Hier trifft nämlich die US-amerikanische Küche auf die nordmexikanische. Dies lässt sich historisch erklären, da Texas einmal zu Mexiko gehörte. 

Guacamole

Auch hier in Deutschland ist Guacamole bekannt und sehr beliebt. Sie wird gerne als Beilage serviert oder als Dip verwendet, welcher aus Avocados und etwas Salz, oft auch noch Limettensaft, besteht. In Mexiko werden gerne noch Jalapeños oder Chilischoten verwendet, aber auch andere Gewürze wie Koriander, Salz und Pfeffer.

Tacos

Wie bereits erwähnt, findet man Tortillas in ganz Mexiko. Gerade Tacos sind allerdings ein Beispiel für die Tex-Mex Küche. Es handelt sich um zusammengeklappte oder eingerollte Tortilla. Diese werden mit verschiedenen Zutaten gefüllt und angebraten. Wenn zusätzlich noch Käse in den Taco gefüllt wird, wird dieser als Quesadilla bezeichnet.

Nachos

Nachos sind ebenfalls sehr beliebt. Es handelt sich dabei um Tortilla-Chips, die mit Käse überzogen werden. Gegessen werden diese gerne mit unterschiedlichen Dips. Auffällig ist vor allem die markante Dreiecksform, die es dank der Mexikanerin Rebecca Webb Carranza gibt. Sie hat fehlproduzierte Tostadas der El Zarape Tortilla Factory in eine Dreiecksform geschnitten, frittiert und als Tortilla-Chips verkauft.

Chili con Carne

Chili con Carne ist ein gutes Beispiel für die Tex-Mex Küche, ist aber auch ein besonderer Fall - denn dieses Gericht stammt eigentlich aus den USA. Es wurde allerdings durch Mexiko beeinflusst, was es jetzt zu einer sehr beliebten Tex-Mex-Speise macht. Die Grundzutaten sind in jedem Fall Fleisch und Chilischoten. Diese werden mit verschiedenen Gewürzen wie Oregano oder Kreuzkümmel verfeinert, in Mexiko wird vor allem Mais hinzugefügt. Heute ist Chili con Carne sogar so beliebt, dass es in vielen Teilen der Welt gekocht und serviert wird – auch hier in Deutschland. Typischerweise fügt man hier noch Bohnen hinzu, obwohl das eigentlich eher unüblich ist. 

Gemüsealternativen für Vegetarier und Veganer

Viele vorgestellte Gerichte enthalten Fleisch, allerdings gibt es diese auch fleischlos. Die mexikanische Küche bietet eine bunte Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten. Gefüllte Tortillas müssen zum Beispiel nicht unbedingt Fleisch beinhalten. Typischerweise wird viel mit Guacamole, Mais und scharfen Salsas gearbeitet. Falls du also nach einer vegetarischen oder veganen Alternative suchst, wirst du auf jeden Fall fündig. Besonders die bereits erwähnten Fajitas könnten etwas für dich sein, da du dir hier selbst etwas zusammenstellen kannst.

Día de Muertos – das Totenfest mit Köstlichkeiten

Zuletzt noch etwas ganz Einzigartiges. Vom 31. Oktober bis zum 
2. November findet ein ganz besonderes Fest in Mexiko statt – das Totenfest Día de Muertos. Auch wenn es um ein Trauerfest geht und es den Verstorbenen gilt, ist es ein buntes und fröhliches Erlebnis. Familien feiern in dieser Zeit, da der Tod als natürlich angesehen wird. Dies ist sehr verbunden mit der Tradition, bei welcher Altare für die Toten aufgestellt werden. Oft wird das Lieblingsessen der Toten daraufgestellt, aber auch spezielle Speisen finden hier ihren Platz.

In diesem Zusammenhang spielt zunächst der Totenkopf eine spezielle Rolle, denn dieser wird als Symbol der Wiedergeburt angesehen. Zur Feier werden deshalb auch Zuckertotenschädel verkauft und aufgestellt. Auch diese sind sehr bunt gestaltet. Neben den Zuckertotenköpfen gibt es auch noch süßes „Totenbrot“ Pan de Muerto – und andere Köstlichkeiten. Falls du also zu dieser Zeit in Mexiko bist, solltest du dies nicht verpassen!

Skull

Fazit

Mexikos Küche bietet eine bunte, feurige und abwechslungsreiche Vielfalt. Einige Gerichte wie Chili con Carne oder auch der Guacamole-Dip sind sogar hier in Deutschland sehr beliebt. Genauso findet man hierzulande Tortilla und Co. Allerdings ist es ein ganz anderes Erlebnis diese in deren Heimat Mexikos zu probieren. Gerade wenn du die Chance hast zum Totenfest dort zu sein, kannst du dich auf eine Menge Köstlichkeiten freuen. Aber auch so hat Mexiko viel zu bieten, besonders durch die Unterschiede in den nördlichen und westlichen Regionen des Landes!

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