Nur wenige Wochen vor dem ersten großen Lockdown in Deutschland sind wir zum ersten Mal in der belgischen Stadt Gent gewesen. Natürlich hat uns auch diese Stadt wieder mal sehr gut gefallen. Wir haben uns dort sogar sehr willkommen gefühlt. Dementsprechend freuen wir uns schon darauf, dass wir hoffentlich bald auch wieder auf Reisen gehen können und diese Stadt endlich noch viel besser kennenlernen können.

Unsere ersten Eindrücke dieser flämischen Stadt waren auf jeden Fall grandios. Aus diesem Grund können wir nur empfehlen, dass du selbst auch so schnell wie möglich mal eine Reise nach Gent planen solltest.

In diesem Artikel verraten wir dir alles, was du über Gent wissen solltest. Dabei behandeln wir das Thema „wie kommst du nach Gent“, aber auch Sachen wie Essen, Trinken und Sehenswürdigkeiten.


Wie du nach Gent kommst

Gent ist nur eine 30-minütige Zugfahrt von Brüssel entfernt und liegt auf der Strecke von der belgischen Hauptstadt nach Brügge und an der Nordseeküste. Außerdem gibt es auch vom Brüsseler Flughafen sowie von Antwerpen oder Lille aus häufige Direktzüge nach Gent.

In Gent selbst gibt es zwei wichtige Bahnhöfe, Dampoort und Sint Pieters. Vom letzteren aus kommst du am besten mit der Straßenbahn Linie 1 in Richtung Korenmarkt zur Altstadt. Dieser Bahnhof wird auch von allen Zügen angefahren, die durch Gent fahren.

Der Bahnhof Dampoort wird hingegen nur von Zügen auf der Strecke von und nach Antwerpen bedient. Dafür liegt er aber von den beiden Bahnhöfen am nächsten zum historischen Zentrum der Stadt. Dieses kannst du ganz bequem zu Fuß erreichen.

Dank des dichten Autobahnnetzes in Belgien kannst du Gent aber auch ganz einfach mit dem Auto erreichen. Die beiden Hauptautobahnen E40 von Lüttich nach Ostend und die E17 von Antwerpen nach Lille kreuzen sich hier. Zudem sind die Städte Brüssel und Antwerpen jeweils etwa 40 Minuten entfernt, nach Brügge sind es um die 30 Minuten.

Natürlich kannst du aber auch mit dem Flugzeug nach Gent gelangen. Die drei größten Flughäfen in der Nähe befinden sich in Brüssel, Antwerpen und Lille. Vom Flughafen Brüssel gibt es eine direkte Zugverbindung mit einer Dauer von circa 90 Minuten nach Gent. Wenn du in Lille ankommst, wirst du hingegen für die Weiterreise nach Gent mit einer Fahrzeit von knapp drei Stunden rechnen müssen. Solltest du in Antwerpen mit dem Flugzeug ankommen, kannst du dein Reiseziel von dort aus sogar innerhalb von weniger als einer Stunde erreichen.

Belgien Gent

Wie du in Gent herumkommst

Der öffentliche Personennahverkehr in Gent ist ausgezeichnet und in der Regel auch sehr zuverlässig. Natürlich kannst du deinen Fahrschein auch in der Tram oder im Bus kaufen, aber wenn du dein Ticket am Fahrkartenautomaten kaufst, zahlst du etwas weniger. Dieses ist dann für eine Stunde lang in allen Straßenbahnen und Bussen gültig.

Wenn du öfter mal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Gent fahren willst, dann solltest du über den Erwerb einer Zehnerkarte nachdenken. Diese ist, wie es der Name schon sagt, für 10 Fahrten innerhalb der Stadt gültig. Noch besser ist aber, dass du es auch für andere Städte in Flandern benutzen kannst. Das heißt, du darfst damit auch in Antwerpen oder Brügge die Busse benutzen.

Aber auch mit dem Fahrrad kannst du dich sehr gut in Gent fortbewegen. Doch die vielen gepflasterten Straßen können dich bei einer Fahrt mit dem Zweirad auch mal ordentlich durchrütteln. Nichtsdestotrotz sind sehr viele Leute mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Praktischerweise gibt es sogar sehr viele Fahrradständer, damit du dein Rad auch schnell mal irgendwo abschließen kannst.

Da das Zentrum von Gent recht klein ist, kannst du auch ohne Probleme zu Fuß herumlaufen. Allerdings liegt der Bahnhof Sint Pieters nicht direkt im Zentrum. Du musst zu Fuß schon etwa 30 Minuten lang laufen, um die Altstadt zu erreichen.


Wo du in Gent etwas essen und trinken kannst

In Gent kannst du einige der Leckereien probieren, die dir die flämische Küche bietet. Die Spezialität des Landes ist Moules-Frites, also Miesmuscheln mit Pommes. Aber auch Spareribs und Stoverij, eine Art zartes Fleisch, das drei Stunden lang in dunklem Bier mit einer braunen Soße gekocht wird, sind sehr beliebt in diesem Land.

Ein typisches Gericht aus Gent selbst ist das sogenannte „Gentse waterzooi“. Der Name bedeutet so viel wie „Genter Tafelwasser“ und war ursprünglich das Essen für die Armen. Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus möglichst günstigem Fisch, in der Regel Steinbutt, und Gemüse. Es wird heutzutage aber auch statt mit Fisch oftmals mit Hühnerfleisch zubereitet.

Leckeres belgisches Fastfood, vor allem belgische Waffeln und Pommes, kannst du fast überall bekommen. Dafür gibt es nämlich quer in der ganzen Stadt verteilt zahlreiche Straßenstände. Vor allem an Pommesbuden wird es dir nicht mangeln. Da die Pommes in Belgien erfunden wurde, ist es natürlich klar, dass du hier fast an jeder Straßenecke eine Portion kaufen kannst.

Wenn du auf der Suche nach gutem und preiswertem Essen bist, dann solltest du vor allem die Restaurants am Korenmarkt und am Vrijdagmarkt besuchen. Im Viertel Patershoi, in der Nähe des Schlosses, kannst du hingegen eine Vielzahl von gehobenen Restaurants finden. Da es auch eine große türkische Gemeinde in Gent gibt, vor allem im Bereich rund um die Sleepstraat etwas weiter im Norden, kannst du dort auch viele Spezialitäten aus der orientalischen Küche probieren.

Gent ist ziemlich bekannt dafür, sehr viele Pubs zu haben. Authentische Kneipen findest du vor allem auf dem St. Veerleplein, dem Platz vor dem Schloss sowie rund um die Sint‑Jacobskerk oder im Studentenviertel um den Blandijnberg herum, welchen du wegen seines 64 Meter hohen Turms der Bibliothek auch schon von Weitem sehen kannst.

Gent

Sehenswürdigkeiten in Gent

Die Altstadt von Gent ist ein malerisches Gewirr von Gassen, gesäumt von malerischen Gebäuden, die an hübschen Kanälen entlanglaufen. Für Geschichtsliebhaber und Architekturfans ist diese Stadt definitiv eine Reise wert. Zudem wird sie nicht von allzu vielen Touristen besucht, weswegen du hier auch sehr gut die flämische Kultur kennenlernen kannst.

An der Ostseite des Sint-Baafsplein steht die St.-Bavo-Kathedrale, ein majestätisches Gebäude aus Backstein und Granit mit einer romanischen Krypta des Vorgänger-Bauwerks, der Sint-Jans-Kirche. Ihren Namen hat sie von Kaiser Karl V erhalten, der die vorherige Kirche zerstört hatte, um eine Festung zu bauen. Der hochgotische Chor der Kathedrale wurde im 13. Jahrhundert erbaut, während der spätgotische Turm und das Hauptschiff aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen.

Der helle Innenraum der Kathedrale ist reichlich mit einigen einzigartigen Gemälden verziert. Dazu gehören auch einige Meisterwerke von Peter Paul Rubens und Frans Pourbus. Das berühmteste Kunstwerk ist jedoch der Genter Altar, auch bekannt als „Die Anbetung des mystischen Lammes“. Es ist mit Abstand das wohl größte Meisterwerk der altflämischen Malerei.

Auf der anderen Seite des Sint-Baafsplein steht der 91 Meter hohe Glockenturm. Dieser gilt als das Symbol der Unabhängigkeit der Stadt, da in ihm nämlich die Urkunden der Genter Privilegien aufbewahrt wurden. Der Turm wurde um 1300 begonnen und im Jahr 1338 war er schon zum größten Teil fertiggestellt. Die heutige Turmspitze wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts in ihrer ursprünglichen Form restauriert und hat den hölzernen Glockenturm von 1380 ersetzt.

Gent Kathedrale

Der Turm wird von einem vergoldeten Kupferdrachen gekrönt, der erstmals gegen Ende der 1370er Jahre angebracht wurde. Heute kannst du dort jedoch nur eine Nachbildung sehen, ebenso wie bei den vier bewaffneten Figuren an den Ecken der Plattform. Von diesen ist nur noch eines der Originale erhalten, welches du im Erdgeschoss sehen kannst.

Direkt an den Glockenturm schließt sich die prächtige Tuchhalle an. Dieses Gebäude stammt aus der Hand des flämischen Architekten Simon van Assche und wurde von 1426 bis 1441 erbaut. Im 18. Jahrhundert wurde es in ein Gefängnis umgebaut, aber heute kannst du hier ein Restaurant finden. Wir würden dir dieses allerdings nicht empfehlen, da es sich klar auf Touristen eingestellt hat.

Der Genter Korenmarkt ist ein weiterer interessanter und historischer Platz. Hier befinden sich viele der alten Gildenhäuser, die entlang des Flusses Leie stehen. Der Korenmarkt ist zur Blütezeit im Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum gewesen. Heute ist er eine belebte Gegend, die besonders wegen ihrer schönen Architektur sowie zahlreichen Restaurants und Cafés bekannt ist.

Der Korenmarkt ist übrigens jedes Jahr Ende Juli das Zentrum des zehn Tage dauernden Festivals „Gense Fieste“. Bei diesem treffen Musik, Theater und viele weitere Unterhaltungsmöglichkeiten aufeinander. Und für leckeres Essen ist natürlich auch gesorgt.

An der südlichen Seite des Korenmarkts befindet sich die St.-Nikolaus-Kirche, eines der bekanntesten Wahrzeichen von Gent. Ihr Äußeres ist aus Tournai-Blaustein im Stil der Schelde-Gotik gebaut und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bemerkenswert an dieser Kirche ist der imposante Mittelturm und die von Aristide Cavaillé-Coll geschaffene Orgel.

Wenn wir jedoch von Sehenswürdigkeiten in Gent reden, führt natürlich kein Weg an dem Wahrzeichen der Stadt vorbei. Die Burg Gravensteen ist eine der stärksten Wasserburgen Westeuropas. Sie wurde von Philipp von Elsass, dem ehemaligen Grafen von Flandern, von 1180 bis 1200 auf den Fundamenten eines früheren Bauwerks erbaut. Inspiriert wurde sie vom Stil der Burgen der syrischen Kreuzritter. Heute ist sie ein einzigartiges Beispiel der mittelalterlichen Befestigungskunst Europas.

Gent Burg

Fazit

Ganz klar ist Gent eines der tollsten Reiseziele in unserem westlichen Nachbarland. Vor allem wegen der im Vergleich zu Brüssel, Antwerpen und Brügge recht wenigen Touristen kann man diese wundervolle Stadt zu Recht als Geheimtipp ansehen.

Die Anreise ist dabei ziemlich einfach. Von den Flughäfen in Brüssel, Antwerpen und Lille kommst du recht schnell nach Gent. Ansonsten gibt es aber auch gute Zugverbindungen von allen wichtigen Städten in der näheren Umgebung aus. Innerhalb der Stadt gibt es auch ein umfangreiches und äußerst zuverlässiges Nahverkehrssystem.

Wenn du Hunger bekommst, können wir dir vor allem den Korenmarkt oder den Vrijdagmarkt empfehlen. Dort gibt es zahlreiche Restaurants, in denen du zu einem günstigen Preis leckeres Essen bekommst. Ein Gericht, das du unbedingt probieren solltest, ist Gentse waterzooi.

Was das Sightseeing betrifft, können wir dir einen Besuch des Korenmarkts und des Sint-Baafsplein ans Herz legen. Dort kannst du nämlich die meisten der Sehenswürdigkeiten finden. Natürlich sollte auch die Burg Gravensteen, das Wahrzeichen der Stadt, auf keiner Bucket List bezüglich Gent fehlen.

Wir hoffen natürlich, dass sich die derzeitige Situation mit der weltweiten Coronakrise bald bessert. Denn wir können es nicht erwarten, endlich wieder mal durch die Welt zu reisen. Vor allem Gent würden wir sehr gerne einen erneuten Besuch abstatten, da wir sie beim ersten Mal nur oberflächlich kennenlernen konnten.


Belgien

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