Alles, was du über Australiens Aborigines wissen musst

Aborigines sind die indigene Bevölkerung Australiens, von denen es dort nach einer aktuellen Regierungsstatistik etwa 500 000 gibt. Das entspricht rund 2 % der Gesamtbevölkerung des Landes. Sie wanderten vor etwa
30 000 Jahren von Asien auf den Roten Kontinent.

Obwohl die Aborigines aus 500-600 verschiedenen Gruppen bestehen, gibt es einige Verbindungen zwischen ihnen. Darunter die schwierige Kolonialgeschichte oder die starken spirituellen Überzeugungen, die sie mit dem Land verbinden. Aber auch die Stammeskultur des Geschichtenerzählens, der Kunst und vieles mehr.

Die Traumzeit

Die Spiritualität der Aborigines besteht hauptsächlich darin, eine enge Beziehung zwischen Mensch und Land zu haben. Sie bezeichnen den Beginn der Welt als Traum oder Traumzeit. In dieser erhoben sich ihre Vorfahren aus dem Boden der Erde, um die verschiedenen Teile der Natur zu bilden. So entstanden etwa der Himmel, Wasserflächen und Tierarten.

Die Überzeugungen der indigenen Völker unterscheiden sich von anderen Religionen, da sie die menschliche Spezies nicht von der Natur trennen oder sie auf einem höheren Niveau als diese sehen. Vielmehr glauben sie, dass ihre Vorfahren sich selbst in Elemente der Natur verwandelt haben und so als Felsformationen oder Flüsse geistig lebendig bleiben.

Geschichtenerzählen, Kunst & Didgeridoo

Die Aborigines haben ein pulsierendes kulturelles Leben, allem voran die mündliche Tradition des Geschichtenerzählens. Sie nutzen auch Lieder, um von der Traumzeit und anderen Geschichten des Landes zu erzählen. Dabei tanzen sie, zeichnen in den Sand oder erzählen Geschichten.

Im Northern Territory wirst du einheimische Kunst wie Körbe, Skulpturen, Perlenarbeiten sowie Rinden- und Felsmalereien finden. Zeichnungen und Gemälde im Fels kannst du am besten an Orten wie Ubirr, Arnhem Land und Nourlangie sehen. Sie sind auch die Einnahmequelle für viele Aborigines.

Die Musik der indigenen Völker ist weithin bekannt für ihr beliebtes Instrument, das als Didgeridoo bezeichnet wird. Dies ist ein Blasinstrument, das aus Bambus hergestellt wird. Es ist etwa 1,5 Meter lang und erzeugt einen tiefen, vibrierenden Klang. Didgeridoos werden von den Aborigines bei informellen Veranstaltungen wie Beerdigungen, Sonnenuntergängen und Beschneidungen eingesetzt.

Landrechtsbewegung

Aufgrund der Zwangsassimilation sind die meisten Aborigines bis Ende der 1880er Jahre in die weißen ländlichen und städtischen Gemeinden gezogen. Die indigene Bevölkerung wurde dann wirtschaftlich marginalisiert und einigen neuen Krankheiten ausgesetzt, was zu massiver Entvölkerung und dem Aussterben vieler Stämme führte.

Die Land- und Eigentumsrechte führten in den 1970er Jahren zu einer wichtigen Bürgerrechtsbewegung, in der die Aborigines für Gleichberechtigung sprachen. Vor allem für ihre Landrechte an dem Eigentum, das von den britischen Siedlern beschlagnahmt worden war. Diese Rechte wurden 1976 verabschiedet und führten zum Erhalt einiger Gebiete für die Stammesvereinigung.

In den 90er Jahren gab die Regierung auch ein hohes Maß an Autonomie an die indigenen Völker zurück und erhöhte die Löhne und Sozialleistungen für sie.

Aborigines' kulturelle Erfahrungen

Gehe auf eine Bootsfahrt in Sydney mit dem Tribal Warrior.

Die lokalen Aborigines sind bekannt als Eora, sie nennen den Hafen der Metropole Birra. Du kannst eine Bootsfahrt durch diesen machen, die etwa zwei Stunden dauert. Dabei erhältst du einen Einblick in die alternative Geschichte von Sydney. Der Höhepunkt der Fahrt ist der Besuch von einer der Inseln im Hafen, wo du kulturelle Veranstaltungen erleben kannst.

Hier wirst du auch mehr über die Geschichte Sydneys vor der Ankunft der Europäer im Jahr 1778 erfahren. Wenn du Geschichtsliebhaber bist, darfst du dieses Erlebnis nicht verpassen ! Auf der Bootsfahrt lernst du außerdem die ursprünglichen Namen der Aborigines für die Wahrzeichen von Sydney kennen und hörst die Geschichten der lokalen Stämme. Die Guringai, Gammeraigal, Eora, Cadigal und Wallumedeggal nennen die Stadt ihre Heimat.

Probiere Wassersport bei Kooljaman in Kimberley aus

Wie alle australischen Strände ist auch dieser voller Aktivitäten, die du versuchen kannst. Wir empfehlen dir ein Wildniscamp an der Spitze der abgelegenen Dampier-Halbinsel im nördlichen Teil von Broome, das den Aborigines von Ardyaloon und Djarindjin gehört. Angeln und Schnorcheln sind nur zwei der vielen Wassersportaktivitäten, die du hier ausprobieren kannst. Auch ein Rundflug über die beliebten horizontalen Wasserfälle ist möglich.

Oder einfach nur entspannen und den atemberaubenden Blick auf das Wasser und die weißen Sandstrände genießen, die von roten Klippen umgeben sind. Du kannst hier außerdem lernen, wie man eine Schlammkrabbe fängt, einen Speer herstellt und mit Bush Tucker/Food überlebt.

Nimm am Dreamtime-Spaziergang durch die Mossman-Schlucht teil

Die Mossman-Schlucht befindet sich im Daintree Nationalpark, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Park liegt im Norden von Cairns im tropischen Queensland, in dessen Regenwäldern es viel zu entdecken gibt. Um die volle Erfahrung hier zu machen, kannst du einen Aborigine-Führer buchen. Er bringt dir bei, wie man Buschessen und Medizin findet oder Seife aus Regenwaldpflanzen herstellt.

Du wirst auch etwas über die Kuku Yalanji-Kultur lernen und die heiligen Stätten auf deren Land erkunden. Der Höhepunkt ist die traditionelle Rauchzeremonie zu Beginn, die reinigen und böse Geister abwehren soll. Am Ende der Tour kannst du auch traditionellen Buschtee und Rauchwerk ausprobieren.

Lerne mehr über Kunst im Ayers Rock Resort

Während du im Ayers Rock Resort bist, solltest du am
Maruku Arts Dot Painting Workshop teilzunehmen. Hier wirst du mehr über die verschiedenen Symbole und Tjukurpa erfahren, Time Stories kreieren und darstellen. Dieser Workshop dauert anderthalb Stunden und du lernst von einem lokalen Aborigine-Künstler. So kannst du deine persönliche Schöpfungsgeschichte auf einem Tuch festhalten, das ein besonderes Souvenir zum Mitnehmen ist.

Nimm an der Animal Tracks Tour in Kakadu teil

Diese Tour gibt dir einen Eindruck vom traditionellen Leben der Aborigines, während du mit einem Jawoyn-Führer durch den Kakadu-Nationalpark wanderst. Auf dieser Tour siehst du Mitglieder der indigenen Völker, die im Busch aufgewachsen sind und vom Land leben. Der Reiseleiter wird dir auch beibringen, wie du nach Süßkartoffeln und Wasserkastanien gräbst oder dir Buschmedizin und Rechtliches erläutern.

Die Tour endet dann stilvoll mit Elstergänsen, Büffelfleisch und Barramundi, die in einem Paperbark-Ofen gegart werden. Währenddessen kannst du einen atemberaubenden Blick auf den Sonnenuntergang über dem Wasserloch mit Tausenden von Vögeln genießen.

Wissenswertes über die indigene australische Kultur

Aborigines sprechen diverse Sprachen

Die Stämme der indigenen Bevölkerung sind vielfältig und werden meist durch die Sprache definiert, die sie sprechen. Als das Land im
18. Jahrhundert kolonisiert wurde, sind im ganzen Land etwa 250 verschiedene indigene Sprachen gesprochen worden und mehr als
100 davon sind bis heute noch in Gebrauch.

Bumerangs wurden für die Jagd auf Tiere verwendet

Der Bumerang wird seit Jahrtausenden von den Jägern der Aborigines bei der Jagd auf australische Tiere wie Kängurus oder auch Vögel genutzt. Die Männer waren dafür bekannt, dieses Gerät mit sich herumzutragen, weil sie so als Jäger angesehen wurden. Die Frauen dagegen betätigten sich hauptsächlich an Reparaturen und dem Sammeln von Lebensmitteln. Bumerangs spielen auch eine große Rolle in den Spirits of the Red Sand Evening Experiences, bei denen die Geschichten der indigenen Völker zum Leben erweckt werden.

Die Kultur basiert hauptsächlich auf Respekt

Die Grundlage der Aborigine-Kultur ist vor allem der Respekt vor dem Land und den Ältesten. Letztere werden nicht nur abhängig von ihrem Alter zu Ältesten, sondern sind auch dazu verpflichtet, ihr Leben lang für die Gemeinschaft zu arbeiten. Die Ältesten sind in der Regel weithin als Hüter von Wissen und Überlieferung anerkannt. Deshalb haben sie allein die Erlaubnis, dieses Wissen und Überzeugungen offenzulegen. Von den Aborigines werden die Ältesten auch Onkel oder Tante genannt.

Aborigines gelten als die älteste lebende Zivilisation der Welt

Aus archäologischen Beweisen geht hervor, dass sie seit etwa
60 000 Jahren auf dem Kontinent leben, was die Aborigines zur ältesten kontinuierlich überlebenden Zivilisation der Welt macht. Die indigenen Völker galten als halbnomadische Jäger und Sammler, die vor dem europäischen Kontakt ausschließlich nach Nahrung aus dem eigenen Land suchten und später mit den Kolonialisten Handel trieben.

Die Kultur ist immer noch lebendig

Die einheimische Kultur mag alt sein, aber sie ist nicht ausgestorben. Die Aborigines halten die Geschichten, Rituale und Kunst auch im
21. Jahrhundert noch lebendig. Sie haben auch eine wachsende Bevölkerung und heute gibt es etwa 500 000 Aborigines, die in Australien leben. Es wird erwartet, dass sie in den nächsten zwei Jahrzehnten sogar auf über eine Million anwachsen werden.

australien_ureinwohner

Die Traditionen werden durch Geschichten weitergegeben

Das Wort Träumen bezieht sich im Verständnis der Aborigines auf eine spirituelle Weltanschauung, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst. Die indigenen Völker glauben, dass Träume bis heute an Orten und in Kreaturen um sie herum existieren Das kulturelle Wissen wird bei ihnen durch Lieder, Erzählungen und Rituale an die nächsten Generationen weitergegeben.

Fazit

Die indigene Kultur Australiens ist die älteste noch lebende der Welt, Land und Seele sind dabei meist eng miteinander verflochten. Vielleicht hast du ja vor, demnächst für Work and Travel hierher zu kommen? Dann solltest du unbedingt auch die Traditionen der Aborigines erleben, die dir sicherlich eine ganz neue Perspektive auf das Land geben werden!

Australien

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