Die Hohe Tatra

Die Slowakei ist in der ganzen Welt für ihre einzigartige Architektur, großartigen mittelalterlichen Schlösser und natürliche Schönheit bekannt. Aber auch für Fans von Outdoor-Aktivitäten wie Skifahren und Wandern bietet die Slowakei etwas, nämlich die Hohe Tatra.

Bei der Hohen Tatra handelt es sich um die kleinste alpine Gebirgskette der Welt. Sie ist aber auch gleichzeitig Teil der Karpaten, einem deutlich größeren Gebirgszug. Das Gebirge befindet sich im Grenzgebiet zwischen der Slowakei und Polen, der Berg Rysy liegt auf dem Staatsgebiet beider Länder.

In diesem Artikel möchten wir dir dieses atemberaubende Gebirge mal etwas genauer vorstellen. Wir verraten dir, wie du am besten zur Hohen Tatra kommst und was du so alles dort machen kannst.

Hohe Tatra Slowakei - Berge

Anreise zur Hohen Tatra

Die Hohe Tatra ist abgelegen genug, um eine spektakuläre Wildnis zu bieten, aber trotzdem ist das Gebirge dank einer hervorragend ausgebauten Infrastruktur leicht zugänglich. Der einfachste und schnellste Weg, den Tatra-Nationalpark zu erreichen, ist natürlich mit dem Flugzeug.

Es gibt einen Flughafen in der historischen Stadt Poprad, den das ganze Jahr über Flüge vom Londoner Flughafen Luton ansteuern. Außerdem gibt es auch saisonal beschränkte Verbindungen von Riga und Kiew. Von Deutschland aus ist der Flughafen jedoch nicht erreichbar.

Der Flughafen ist gerade mal 30 Minuten mit dem Auto von der Hohen Tatra entfernt. Du kannst aber auch mit der Bahnlinie Poprad-Tatry innerhalb von etwa 25 Minuten in das Gebirge fahren. Natürlich gibt es auch Verbindungen mit dem Bus. Da diese aber genauso viel kosten, jedoch länger brauchen, würden wir dir eher den Zug empfehlen.

Da der Flughafen von Deutschland aus nicht angesteuert wird, kannst du selbstverständlich auch von einem anderen Flughafen aus anreisen. Vom Flughafen Košíce kommst du zum Beispiel innerhalb von zwei Stunden Autofahrt dorthin, von der polnischen Stadt Krakau ist es noch etwas mehr als eine halbe Stunde extra. Vom Flughafen der slowakischen Hauptstadt Bratislava sind es dreieinhalb Stunden Fahrt.

Nahverkehr in der Hohen Tatra

Die Fortbewegung in der Hohen Tatra ist dank der Elektrischen Tatrabahn einfach und bequem. Alle interessanten Orte, einschließlich der Stadt Poprad, sind damit verbunden. Die Züge verkehren regelmäßig und halten in jedem kleinen Dorf in der Gegend. Das bedeutet, dass du jeden Wanderweg mit einem einfachen Spaziergang vom Bahnhof aus erreichen kannst.

Eine einfache Fahrt mit der Elektrischen Tatrabahn kostet nur zwei Euro. Wenn du aber vorhast, öfter mit dem Zug zu fahren, lohnt es sich auch, eine Wochenkarte für 14 Euro zu kaufen. Eine Monatskarte kostet dann auch nur noch ein paar Euro mehr.

Du kannst natürlich auch mit deinem Auto durch die Hohe Tatra fahren. Es ist aber oft ziemlich schwierig, in der Nähe der beliebten Wanderwege einen freien Parkplatz zu finden. Außerdem kann das Parken auch ziemlich ins Geld gehen, an manchen Plätzen zahlst du für gerade mal vier Stunden schon zehn Euro. Zudem kann das Parken eines Autos an einem Wanderweg auch kompliziert sein, wenn dieser an einem anderen Ort endet als er beginnt. Es ist also besser, wenn du dein Auto bei deiner Unterkunft stehen lässt und die Umgebung mit dem Zug erkundest.

Die beste Reisezeit

Wann du am besten zur Hohen Tatra reist, hängt vor allem davon ab, was du dort überhaupt machen willst. Du solltest deine Reisezeit also anhand deiner gewünschten Aktivitäten anpassen.

Wenn du Lust auf Wintersport hast, dann ist die Zeit von Mitte Dezember bis Ende März perfekt. In dieser Zeit sind die Skigebiete geöffnet. Den besten Schnee gibt es in den Monaten Januar und Februar.

Wenn du lieber die Natur genießen willst und einfach durch die Hohe Tatra wandern möchtest, dann solltest du deinen Besuch lieber in der Zeit zwischen Mitte Juni und Ende Oktober planen. Der berühmte Weg der Tatranska Magistrala sowie die meisten Wanderwege zu den Berghütten sind zwar das ganze Jahr über geöffnet, aber zahlreiche andere von ihnen sind aufgrund der Wetterverhältnisse zwischen dem 1. November und dem 15. Juni geschlossen.

Im Sommer sind jedoch ziemlich viele Menschen in diesem kleinen Gebirgszug unterwegs. In dieser Zeit gibt es auch zahlreiche Veranstaltungen und Festivals, die ebenfalls Menschenmassen anziehen. Wenn du also lieber in Ruhe die Hohe Tatra erkunden willst, ohne von Touristenströmen genervt zu werden, solltest du deinen Besuch auf den September oder Oktober legen.

Was du in der Hohen Tatra machen kannst

Wandern

Es gibt so viele tolle Wanderungen in der Hohen Tatra, dass du sie wohl kaum auf einer einzigen Reise erleben könntest. Das Angebot an Wanderwegen ist so breit, dass für jeden etwas dabei ist. Es gibt sowohl kurze und einfache Wege als auch längere und herausfordernde Strecken, die deine Ausdauer auf die Probe stellen.

Wenn du nach einer Herausforderung suchst, dann können wir dir vor allem die eindrucksvolle Wanderung auf den Berg Rysy empfehlen. Dieser befindet sich an der Grenze zwischen der Slowakei und Polen und ist der höchste Gipfel in der Region, den du ohne einen Tourguide besteigen kannst.

Eine besonders lange, aber dafür auch wunderschöne Wanderung durch einige der schönsten Landschaften der Hohen Tatra ist der Wanderweg Zelené Pleso. Allerdings beläuft sich die Strecke auf eine Länge von 20 Kilometern. Wenn dir das doch etwas zu viel ist, kannst du natürlich auch den etwas kürzeren Spaziergang entlang des Štrbské Pleso machen.

Du siehst also, dass es zum Wandern wirklich eine riesige Auswahl gibt. Du solltest die Hohe Tatra nicht besuchen, ohne eine Wanderung durch die atemberaubende Natur zu machen.

Skifahren

Skifahren in der Hohen Tatra ist nicht nur extrem preiswert, sondern auch sehr leicht zugänglich. In den drei großen Skigebieten Štrbské Pleso, Starý Smokovec und Tatranská Lomnica findest du insgesamt 24 Kilometer an Pisten sowie 60 Kilometer Langlaufloipen.

Das Beste ist aber, dass der Schnee die Hohe Tatra zusätzlich auch noch in ein spektakuläres Winterwunderland verwandelt. Da macht es natürlich noch mehr Spaß, durch die atemberaubende Berglandschaft zu düsen und die faszinierende Umgebung zu bewundern.

Klettern

In der Hohen Tatra gibt es unglaublich viele Möglichkeiten zum Klettern mit allen verschiedenen Arten von Schwierigkeitsgraden. Allerdings darfst du im Nationalpark nur Klettern, wenn du Mitglied in einem Kletterclub bist. Den Mitgliedsausweis musst du auf Verlangen vorzeigen können. Dann darfst du aber fast überall im Park klettern, es gibt nur ein paar wenige Ausnahmen.

Fahre mit der Seilbahn zum Lomnický štít

Der Lomnický štít ist der zweithöchste Gipfel der Slowakei. Diesen kannst du ohne Probleme mit der historischen Seilbahn erreichen. Diese braucht jeweils etwa zehn Minuten für die Hin- und Rückfahrt und fasst pro Gondel vier Personen.

Allerdings können jeden Tag nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern zum Gipfel und zurück transportiert werden. Du solltest deine Fahrkarten also am besten im Voraus reservieren. Mit einem Kostenpunkt von fast 40 Euro pro Person ist die Fahrt zwar nicht besonders günstig, aber der Gipfel ist in der Tat einer der schönsten Orte in der ganzen Slowakei.

Besuche die Poliankovo-Galerie

In Tatranská Polianka kannst du die Poliankovo-Galerie besuchen. Dort findest du eine beeindruckende digitale Galerie, die sowohl Reise- als auch Wildtieraufnahmen des berühmten slowakischen Filmregisseurs Pavel Barabas zeigt. Viele der Exponate, die du in der Galerie bewundern kannst, sollten das Umweltbewusstsein fördern.

Erkunde die Belianska-Höhle

Die Belianska-Höhle befindet sich in Tatranská Kotlina und ist die größte Höhle in der Hohen Tatra, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Obwohl die Tropfsteinhöhle schon seit über 125 Jahren erforscht wird, wissen die Forscher immer noch nicht, wie die ungewöhnlichen Formationen im Inneren entstanden sind.

Nichtsdestotrotz kannst du die Höhle im Rahmen einer Führung besichtigen. Die Tour durch das Höhlensystem dauert etwas mehr als eine Stunde, dabei erkundest du etwa 1.300 Meter an Höhlengängen.

Fahre mit dem Boot auf dem Štrbské Pleso

Eine weitere Möglichkeit, dir die Zeit zu vertreiben, ist, dir ein Boot zu mieten und einen entspannten Nachmittag auf dem unberührten See Štrbské Pleso zu verbringen. Dort gibt es einen Bootsverleih, an dem bis zu 18 Ruderboote zur Verfügung stehen. Und wenn du keine Lust hast, selbst zu rudern, kannst du auch eine Tour buchen, bei der ein Tourguide mit dir zusammen auf den See hinausfährt.

Fazit

Slowakei Hohe Tatra - Berge und Spiegelung im See

Die Hohe Tatra ist ein fantastisches Reiseziel für alle Fans von Outdoor-Aktivitäten. Der kurze Gebirgszug ist Teil der größeren Gebirgskette der Karpaten und liegt im Norden der Slowakei, wo er entlang der Grenze zu Polen verläuft.

In der Nähe gibt es auch den Flughafen Poprad, aber zu diesem gibt es leider keine Verbindungen aus Deutschland. Allerdings kommst du von den Flughäfen in Krakau oder Košíce ebenfalls recht schnell zur Hohen Tatra. Alternativ kannst du natürlich auch mit dem Auto anreisen.

Vor Ort kannst du dank der Elektrischen Tatrabahn jeden interessanten Ort innerhalb der Hohen Tatra erreichen. Wenn du länger dort bleibst und dir gleich ein Wochenticket kaufst, sparst du sogar jede Menge Geld.

Die optimale Reisezeit hängt vor allem davon ab, was du in der Hohen Tatra überhaupt machen möchtest. Ist dir eher nach Wandern zumute, solltest du von Juni bis November anreisen. Im Winter ist das Gebiet hingegen perfekt zum Skifahren geeignet. Außerdem kannst du noch die Belianska-Höhle erkunden, mit dem Boot auf dem Štrbské Pleso fahren oder die Poliankovo-Galerie besuchen.

Du siehst also, die Hohe Tatra ist äußerst vielseitig. Wir sind selbst schon einige Male durch die wunderschönen Landschaften gewandert und haben uns nie gelangweilt. Mit Sicherheit ist auch für dich etwas dabei, warum du dieses Gebirge in dein Herz schließen wirst.

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