Wissenswertes über Mexiko

Mexiko ist definitiv eines der vielfältigsten Länder, die wir auf dieser Welt besucht haben. Es ist das Zuhause vieler verschiedener Kulturen, Traditionen, Klimazonen und Landschaften – es gibt also hier für dich wirklich einiges zu entdecken.

Mexiko leidet jedoch oft unter dem (nicht ganz falschen, aber auch sehr übertriebenen) Ruf, ein sehr gefährliches Land zu sein. Doch dies sollte auf keinen Fall ein Grund für dich sein, Mexiko nicht auf deine Bucket List zu setzen. Denn warum sollte man all die schönen, bunten und fröhlichen Seiten dieses außergewöhnlichen Landes nur wegen einem Nachteil vergessen, dem man übrigens äußerst gut vorbeugen kann?

Außerdem hat Mexiko weit mehr zu bieten als den typischen Strandurlaub in Yucatán. In diesem Artikel informieren wir dich über genau diese Dinge, weitere Tipps sowie Informationen über Mexiko, damit du gut für deine Reise dorthin vorbereitet bist!

Mexiko - Strand und Meer


1. Wie gefährlich ist Mexiko wirklich?

Wenn du deiner Familie und deinen Freunden erzählst, dass du durch Mexiko reisen wirst, sind viele üblicherweise erstmal erstaunt und fragen dich, warum du ein solch „gefährliches“ Land ausgewählt hast. Leider sind viele Menschen, v. a. in Deutschland und Österreich, wo der Lebensstandard natürlich viel besser ist, nur durch Klischees aus Filmen, Stereotypen und Vorurteilen informiert. Lass dich jedoch auf keinen Fall von diesen Kommentaren verunsichern, denn Mexiko ist wirklich nur für jene gefährlich, die naiv reisen.

Natürlich stimmt es, dass Mexiko generell nicht zu den sichersten Ländern gehört, hauptsächlich wegen der sogenannten narcos, den Drogenkartellen. Wie kannst du der Gefahr, z. B. ausgeraubt zu werden, nun entgehen? Vermeide Städte, die bekannt für ihre hohe Gefahrenstufe sind. Diese sind z. B. Tijuana und andere Grenzstädte im Norden Mexikos, oder auch kleinere Städte in anderen Regionen des Landes wie Celaya, Irapuato, Uruapan oder Acapulco. Diese sind auch bei weitem nicht die beliebtesten für Reisende, du wirst also nicht viel verpassen.

Die sichersten Regionen und Städte Mexikos sind hingegen Mérida in Yucatán, Puerto Vallarta in Jalisco, La Paz in Baja California Sur, viele Regionen der Staaten Veracruz, Nayarit, Colima, Campeche, Tlaxcala, Chiapas und anderen. Informiere dich einfach genau über die aktuelle Lage deines Reiseziels, bevor du es in deinen Road Trip oder deine Städtetour inkludierst.

Weiter solltest du gewisse alltägliche „Regeln“ beachten, um dich vor potentiellen Gefahren zu schützen. Erstens, sei vorsichtig, wenn du nachts unterwegs bist, und vermeide dies eher. Wenn du gerne feiern gehst, dann bleibe im Zentrum der Stadt, wo sich viele Menschen rumtreiben, und buche ein Hotel in der Nähe, sodass du keinen langen Heimweg hast und die callejones vermeiden kannst. Diese sind kleine Gassen, in denen die meisten Gefahren lauern, da sie nicht gut beleuchtet und versteckt sind.

Zweitens empfehlen wir dir, die App Uber anstatt Taxis zu verwenden, da sie nicht nur billiger, sondern aufgrund der Dokumentation auch um einiges sicherer sind. Frauen sollten nachts nicht alleine nach Hause gehen, es ist also von großem Vorteil, ein paar Männer in der Gruppe zu haben, die du schon eine Weile kennst und denen du vertrauen kannst. Dies hört sich anfangs übertrieben und machomäßig an, doch lege dein Ego beiseite und nimm die Hilfe an. Nicht jedoch von absolut Fremden, die dich nur scheinweise zum Schutz begleiten wollen!

Mit deinem allgemeinen Menschenverstand und diesen paar Regeln ist es also sehr wahrscheinlich, dass dir in Mexiko nichts passieren wird und du dich voll und ganz auf die tollen Seiten des Landes konzentrieren kannst!

Mexiko - Häuserfassaden


2. Welche der hunderten Seiten Mexikos willst du kennenlernen?

Wusstest du, dass Mexikos Territorium eine der wertvollsten und variantenreichsten Biodiversitäten der Welt ist? Dies bedeutet, dass hier hunderte von tausenden verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in gleich sieben Klimazonen ihr Zuhause haben und du somit zahlreiche verschiedene Landschaften erkunden kannst, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Natürlich sind die beliebten Touristenzonen, wie die Halbinsel Yucatán, nicht ohne Grund so populär, doch informiere dich vor deiner Reise gut, welche anderen Möglichkeiten dir offenstehen. In San Luis Potosí erwartet dich z. B. eine Dschungellandschaft mit kristallklaren Naturpools, und im Zentrum des Landes können auch Wanderlustige auf den vielen Bergen ihre Leidenschaft ausleben, z. B. auf der Peña de Bernal in Querétaro.

Auch die Pazifikküste Mexikos hat mit seinen unterschiedlichen Klimazonen einiges zu bieten – von entspannten Hippie-Dörfern bis zu den beliebtesten Großstädten wie Puerto Vallarta. Weite, mit riesigen Kaktuspflanzen bedeckte Flächen hingegen, die in Filmen oft dafür verwendet werden, Mexiko zu repräsentieren, findest du in einigen Staaten im Norden Mexikos, wie z. B. Chihuahua, oder auch im eher südlichen Staat Puebla, in Zapotitlán. Hier kannst du einen fantastischen botanischen Garten besuchen, der eine hügelige Landschaft im Hintergrund mit tausenden von tiefgrünen Kakteen verbindet. Einfach atemberaubend!

Mexiko - Kakteenlandschaft


3. Habe Respekt gegenüber den indigenen Kulturen

Auch kulturell hat Mexiko einiges zu bieten: Hier findest du zahlreiche indigene Sprachen und Gemeinschaften, die dir – in einem respektvollen und lehrreichen Ambiente natürlich – gerne ihre Kultur zeigen und dich daran teilhaben lassen. Außerdem warten in Teotihuacán, Chichén Itzá, Tulum, Monte Albán, Ek Balam und in vielen anderen Regionen zahlreiche Azteken- und Mayastätten darauf, von dir erkundet zu werden.

Mexiko ist das ideale Land, um etwas über diese beiden indigenen Kulturen zu lernen, da nicht nur einige ehemalige Stätten erhalten geblieben sind, sondern viele Elemente dieser (nicht ausgestorbenen!) Kulturen noch lebendig sind. Aus diesen Kulturen lernen mexikanische Völker z. B. bis heute noch, aus den heimischen Pflanzen traditionelle Gerichte, Kunstwerke und sogar Medizin herzustellen. Auch sind die vielen traditionellen Kleider und Gewänder einfach wunderschön anzusehen!

Sei bei der Erkundung indigener Kulturen bzw. anderer Kulturen generell, die nicht deine eigene sind, jedoch immer vorsichtig, nicht kulturelle Appropriation zu betreiben. Dies bedeutet, dass du den Leuten mit einer respektvollen Haltung entgegenkommen und sie nicht als Touristenobjekt behandeln, sowie eher vorsichtig bei der Aneignung kultureller Dinge sein solltest.

Natürlich ist es okay, dir oder deinen Liebsten ein Souvenir mitzubringen, welches diese Kulturen repräsentiert, doch kleide dich z. B. nicht selber komplett in die traditionellen Gewänder ein, obwohl du gar nicht Teil dieser Kulturen bist und möglicherweise nur wenige oder gar keine der (oft religiösen) Bedeutungen davon kennst.

Die indigenen Gemeinschaften leiden nämlich schon genug unter der Kopie ihrer Designs und dem sogenannten „kulturellen Diebstahl“ großer Modemarken. Für sie sind ihre kulturellen Gewänder und Traditionen nämlich weit mehr als Ästhetik.

Wir wollen dir allerdings natürlich nicht davon abraten, diese indigenen Kulturen kennenzulernen, ganz im Gegenteil! Wenn dies im richtigen Umgang passiert, heißen Mexikaner Reisende auch sehr willkommen und zeigen gerne ihr kulturelles Erbe her. Reisen bedeutet immerhin auch, stets etwas Neues zu lernen!

Mexiko - Traditionelle Kostüme


4. Probiere dich (mit Vorsicht) durch die zahlreichen mexikanischen Gerichte!

Nicht umsonst gibt es auf der ganzen Welt so viele mexikanische Restaurants, denn die Küche dieses Landes ist eine ihrer größten Stärken. Wenn du Mexiko besuchst, musst du unbedingt die lokalen Gerichte, am besten in Restaurants, die keiner Kette angehören, sondern z. B. ein Familienbetrieb sind, probieren.

Unsere absoluten Lieblingsgerichte sind u. a. Chilaquiles, ein Gericht aus in kleine Dreiecke geschnittenen Tortillas oder Nachos mit einer würzigen Tomaten-Käsesoße.

Auch der Pozole, ein traditioneller Eintopf aus Maiskörnern in einer ganz speziellen Form, die anfangs fast Popcorn ähneln, in der Textur jedoch dicht sind, verschiedener Fleischarten je nach Suppenart (grün, rot oder weiß), Gemüse und zahlreichen Gewürzen.

Weiter empfehlen wir dir, Guacamole, Tamales, ein Gericht indigenen Ursprungs, das Reisgetränk Horchata, das köstliche Agua de Jamaica sowie den alkoholhaltigen, aus Agaven fermentierten Pulque zu probieren. Letzteres ist definitiv das typischste mexikanische Getränk und ist in vielen verschiedenen Geschmäckern verfügbar. Es wurde bereits von den Azteken hergestellt und sein Name bedeutete ursprünglich ‚verdorbener Likör‘. Keine Angst, er schmeckt jedoch außerordentlich gut und ist völlig frisch!

Auch auf der Straße findest du bei den zahlreichen Ständen oft einen ausgezeichneten Leckerbissen zu einem sehr guten Preis, meistens Tacos und Quesadillas, die wohl berühmtesten Gerichte Mexikos. Ein kleiner Tipp dazu: Weißt du nicht, zu welchem Taco-Stand du gehen sollst, dann gehe zu dem, der am meisten Gäste dort hat. Die Einheimischen wissen nämlich natürlich am besten, wo es die besten Tacos gibt.

Apropos Street Food … Hast du schon einmal von der „Rache von Montezuma“ gehört? Dies ist ein häufiger Effekt unter Reisenden aus dem Ausland in Mexiko, bei dem du im besten Fall immer eine Toilette in der Nähe haben solltest. Nicht jeder bekommt sie, doch die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade niedrig. Plane also bestmöglich in der ersten Woche noch keine abenteuerreichen Aktivitäten ein, bei denen du geringen Zugang zu Toiletten hast, und taste dich langsam an das Street Food heran.

Diese Magen-Darmverstimmung kann jedoch auch durch das Wasser verursacht werden, welches du in Mexiko auf gar keinen Fall aus der Leitung trinken solltest, sondern immer nur aus Flaschen oder den großen garrafones, falls du dich länger an einem Ort aufhältst. Wir finden es natürlich auch schade, dass Plastikflaschen somit nicht immer vermeidbar sind, doch unsere Gesundheit geht natürlich vor. Und bei den heißen Temperaturen im Land solltest du immer genug Wasser trinken!

Mexiko - Tacos


Fazit

Mexiko hat mehr zu bieten als Strandurlaub und Margheritas – diese trinken übrigens kaum Mexikaner selbst, sondern hauptsächlich US-Amerikaner*innen, wenn sie sich in Mexiko aufhalten. Zahlreiche verschiedene Kulturen, Sprachen, Gerichte, Tiere und Landschaften warten hingegen auf dich, und Einheimische lehren dir gerne alles, was du darüber wissen willst. Bleibe stets respektvoll und versuche, kulturelle Wertschätzung anstatt kultureller Appropriation zu betreiben.

Potentiellen Gefahren kannst du mit ein paar einfachen Regeln und deinem Hausverstand entgehen und somit auch schnell deine Familie und Freunde beruhigen, wenn du ihnen von deinen Reiseplänen erzählst.

Konzentriere dich auf die schönen Seiten Mexikos und wähle unter dem riesigen Angebot aus, welche Region dir am meisten zusagt. Probiere dich während deiner Reise durch die vielfältige Gastronomie Mexikos und lerne auch durch die traditionellen Gerichte etwas über die indigenen Kulturen, welche, wie du sehen wirst, noch heute lebendig sind. ¡Pásalo bien!


Viktoria Katherl

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