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Der Jakobsweg in Deutschland

Vom Jakobsweg hat sicher jeder schon einmal gehört. Er bezeichnet jedoch nicht nur einen einzigen, bestimmten Weg; In Europa hat er zahlreiche Routen und ein beliebter Teil davon beginnt in Deutschland. Es gilt als ein Schlüsselland für den Jakobsweg. Nach Italien ist es der häufigste Startort der Pilgernden, die den verschiedenen Routen folgen. Im Jahr 2017 kamen über 23 000 Personen, die ihre Compostela (Bescheinigung über die Absolvierung des Jakobswegs) im spanischen Santiago erhielten, aus Deutschland.

Zwar gibt es bereits entworfene Routen, letztendlich kannst du aber deinen Weg selbst bestimmen: Du kannst starten, wo immer du willst. Die einzige Vorgabe ist der Ankunftsort: das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Alles andere – wie der Weg mit seinen Zwischenstops und die Unterkünfte – ist dir überlassen. Im Folgenden erzählen wir dir das Wichtigste, was du vor der Reise wissen solltest!

Deutsche Geschichte

Die Tradition der Santiago-Pilgerschaft aus Deutschland ist so alt wie der Jakobsweg selbst. Wir finden bereits aus dem 9. Jahrhundert Dokumente über den Apostelkult, den Beginn der Wallfahrten und die Unterkünfte für die Pilgernden. Zu den berühmtesten gehört der Kompostellhof in Frankfurt, zunächst Sitz des deutschen Ritterordens. Er wird in zahlreichen Publikationen und Dokumenten erwähnt, zum Beispiel in Goethes Autobiografie „Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit“.

Inzwischen wurde der Jakobsweg modernisiert und mit neuen Bezügen versehen, die ihn bei den neuen Generationen populär gemacht haben. Ein Beispiel dafür ist „Ich bin dann mal weg“, ein Erlebnisbuch, das von einem der berühmtesten deutschen Komiker geschrieben wurde: Hape Kerkeling. Mehr als fünf Millionen Deutsche haben dieses Buch gelesen, in dem er "eine Reise aus dem Traditionellen heraus und ins Glück" vorschlägt.

Routen in Deutschland

Heute verlassen mehr als 50 Jakobusrouten Deutschland und verlaufen in Richtung des Apostelgrabes in Santiago de Compostela. In ganz Europa gibt es die sogenannten Vereinigungen der Freunde des Jakobsweges. Sie forschen über die Pilgerschaften und bieten weiterhin ihre Unterstützung und Betreuung für Pilgernde an. Eine der wichtigsten von ihnen die deutsche St. Jakobus Gesellschaft. Sie wurde 1987 im Beisein zahlreicher europäischer Führungspersönlichkeiten gegründet.

Im Mittelalter wurden zwei Routen am meisten gegangen: die Niederstraße beginnt in Aachen und verläuft über Paris, Bordeaux und Bayonne nach Spanien. Und die Oberstraße, weiter landeinwärts, die als Hauptstartpunkt das berühmte Kloster Einsiedeln hatte. Dies liegt heute in der Schweiz Die Route führte in südliche Richtung nach Luzern, entlang der Rhone über Montpellier und Toulouse. Es gab natürlich auch andere Routen und mehrere Alternativen zu den angegebenen. Diese mittelalterlichen Wege werden heute versucht zu rekonstruieren.

Der Weg nach Santiago

Das Planen ist sicherlich eine angenehme Aufgabe für alle, die bereits von ihren Abenteuern träumen und die verbleibenden Tage zählen. Es gibt sehr nützliche Ressourcen, um Informationen über den Weg und die verschiedenen Routen zu erhalten. Internet und Reiseführer sind hierbei die Hauptinformationsquellen.

Planung der Etappen

Es ist sehr wichtig, sich vor dem Antritt ausreichend Gedanken zum Weg zu machen: Überleg dir vorher genau, welche Route dir am besten gefällt und welchen Schwierigkeitsgrad sie haben soll. Wenn du das entschieden hast, kannst du gut bereits festgelegten Routen folgen. In der Regel sollte eine Etappe nicht mehr als 40 km betragen. Diese Anzahl an Tageskilometern solltest du nicht überschreiten; Bedenke, dass du in den darauffolgenden Tagen weitere Etappen anstehen.

Die Unterbringung

Es gibt auf dem Jakobsweg und seinen verschiedenen Routen zahlreiche öffentliche und private Herbergen aller Art für die Pilgernden. Vor Reiseantritt ist es notwendig, diese auf deiner Route gut zu lokalisieren und den Status ihrer Kapazität zu kennen.

Je näher Santiago ist, desto mehr Hotels und Herbergen gibt es. Während es in den ländlicheren Gegenden mehr Herbergen gibt, hast du in den Städten zudem häufig die Möglichkeit, in einem Hotel zu übernachten. Es gibt Hotels für jedes Budget und jeden Geschmack. Verschiedene Unternehmen bieten organisierte Routen für einen Teil des Weges an. Oft ist dabei die Unterkunft mit eingeschlossen. Wo und wie du letztlich übernachten möchtest, hängt natürlich von dir ab.

Private und öffentliche Unterkünfte

Im Allgemeinen nehmen öffentliche Herbergen keine Reservierungen entgegen und geben lediglich Auskunft über die Anzahl der verfügbaren Betten. Sie werden erst dann reserviert, wenn die Pilgernden vor Ort sind. Bei Vorlage des obligatorischen Pilgerausweises (Credencial del Peregrino) wird ihnen ein Platz nach zugewiesen. Private Herbergen nehmen hingegen Reservierungen entgegen und bieten in der Regel mehr Dienstleistungen an. Allerdings ist der Preis etwas höher. Normalerweise verbringen Pilgernde eine Nacht in den jeweiligen Herbergen und ziehen am nächsten Tag weiter. Auch wenn du lieber in öffentlichen unterkommen möchtest, raten wir dir, dich auch über private zu informieren: Falls deine Herberge der Wahl bereits belegt ist, hast du immer einen Plan B.

Ausstattung der Unterkünfte

Die Einrichtungen sind teilweise etwas unterschiedlich. Im Grunde handelt es sich um Mehrbettzimmer mit Einzel- oder Etagenbetten. In der Regel sind die Zimmer für Männer und Frauen getrennt. Hier arbeiten vor allem Freiwillige und deren Arbeit sollte auf jeden Fall gewürdigt werden. Die Herbergen sind als Schutz gedacht und somit meist bescheiden ausgestattet: Sie verfügen über die grundlegenden Dienstleistungen, Duschen und Waschmaschinen (meist kostenpflichtig) und Küchen. Es ist wichtig, dass du dir deinen Schlafsack mitbringst, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Deine Packliste

Bedenke, dass du durchschnittlich fünf bis sechs Stunden am Tag zu Fuß gehst! Packe also nicht mehr als das Wesentliche ein. Spätestens nach einer Stunde Fußmarsch wirst du feststellen, dass unnötige Dinge schwer auf dem Rücken liegen. Im Rucksack sind lockere, bequeme Bekleidung, beispielsweise aus Baumwolle, ein Muss. Außerdem ist sehr wichtig sich vor der Sonne durch Sonnencreme und einer Kappe zu schützen. Auch für Regen solltest du gewappnet sein: Packe einen Regenmantel oder Poncho ein(damit kannst du auch deinen Rucksack bedecken)! Gut ist es, wenn du einen kleinen Erste-Hilfe-Kasten dabei hast. Nimm weiterhin nur ein Minimum an Wertsachen mit. Denn obwohl unter den Pilgern der gute Glaube vorherrscht, schadet es nicht, vorsichtig zu sein. Vergiss aber deine Geld- oder Kreditkarte und deinen Perso nicht. Das solltest du gut aufbewahren und darüber hinaus auch die Papiere wie den Pilgerausweis, die auf der Route abgestempelt werden.

Das erste Mal

Die Pilgernden auf dem Jakobsweg legen ihre Zweifel nach den ersten paar Tagen ab. Du fragst dich, wie du dich nicht verlaufen kannst? Die Antwort lautet: Folge den gelben Pfeilen oder dem Symbol des Jakobsweges: die Muschel. Die kleinen Pfeile sind überall auf dem Weg: in Bäumen, auf Schildern, auf Asphalt, auf Strommasten, auf sogar auf Steinen...

Falls du dich doch verlaufen solltest, dann bleibe ruhig und folge dem ersten Weg, den du finden kannst. Es kommt sehr häufig vor, dass man Pilgernde findet, die ein wenig orientierungslos sind. Aus diesem Grund werden die freundlichen Einheimischen nicht zögern, dir die richtige Richtung zu zeigen. Wenn du an irgendeinem Hinweis zweifelst, frage zur Sicherheit gerne noch einmal nach!

Fazit

Es ist ratsam, sich vor Antritt der Reise ganz klar über die Route zu sein, die du nehmen möchtest. Sei dir über deine Präferenzen und individuellen Bedingungen bewusst, so kannst du deine Wahl einfacher treffen. Dazu steckst du die Route ab, um so von zu Hause aus die Namen der Städte kennenzulernen, die du durchqueren wirst. Es ist unerlässlich, einen Plan mit den Tagesetappen zu erstellen.

Ideal ist es, mit kurzen Etappen zu beginnen und dich langsam täglich zu steigern. Wenn du dich mit mehreren Leuten auf die Reise machst, ist Teamarbeit gefragt. Am einfachsten ist es dafür, einen Gruppenchat anzulegen. Wenn ihr euch dann verliert, könnt ihr schnell miteinander Kontakt aufnehmen. Einige Pilgernde erstellen eine Checkliste mit allem, was organisiert werden muss. So ist eine gute Vorbereitung garantiert!

Der Jakobsweg ist sicherlich aus guten Gründen bekannt. Mache dich auf deinen Weg, plane deine Routen und los geht deine persönliche Reise. Zur Einstimmung kannst du dir schonmal unsere Zitatensammlung durchlesen. 


Geschrieben von María Fernández

Deutschland

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