Weihnachten in England – Traditionen, Essen & Stimmung auf der Insel

Weihnachten in England ist eine Mischung aus festlicher Gemütlichkeit, britischem Humor und jeder Menge Lichterglanz. Überall hängen Girlanden, Häuser funkeln in allen Farben und selbst in den kleinsten Orten duftet es nach Mince Pies und heißem Cider. Schon im November verwandeln sich Städte wie London, Bath oder York in kleine Winterwunderländer – ganz ohne zu übertreiben.

Was sofort auffällt: Die Briten nehmen ihre Weihnachtstraditionen ernst, aber sie tun es mit einem Augenzwinkern. Statt besinnlicher Stille gibt’s fröhliches Chaos: bunte Pullis mit Rentieren, singende Gruppen auf den Straßen und jede Menge Christmas Crackers, die bei jedem Weihnachtsessen auf den Tischen knallen. In Großbritannien ist Weihnachten weniger formell, dafür umso herzlicher.

Der Weihnachtsbaum darf natürlich nicht fehlen. Viele Briten stellen ihn schon Anfang Dezember auf – mit glänzendem Lametta, farbenfrohem Weihnachtsschmuck und einer ordentlichen Portion Dekoration, die man durchaus als „very British“ bezeichnen kann.

Wann beginnt in England die Weihnachtszeit?

In England startet die Weihnachtszeit früher als man denkt – meist schon Mitte November. Wenn in London die berühmten Christmas Lights angehen, weiß jeder: Jetzt ist die Season offiziell eröffnet. Ganze Straßen wie die Oxford Street oder Regent Street leuchten dann im Glanz tausender Lichterketten.

Auch die Weihnachtsmärkte öffnen früh. Sie erinnern ein wenig an die deutschen Originale, sind aber oft stärker auf Streetfood, Musik und Entertainment ausgerichtet. Besonders bekannt sind:

Beliebte Weihnachtsmärkte in England:

  1. London Winter Wonderland im Hyde Park – riesig, bunt und laut.
  2. Manchester Christmas Market – traditioneller Stil mit deutschen Einflüssen.
  3. Birmingham Frankfurt Market – eines der größten deutschen Exportmodelle.

 

Während bei uns der Adventskalender und die vier Adventssonntage im Vordergrund stehen, konzentrieren sich die Briten stärker auf Christmas Eve und Christmas Day. Die Vorweihnachtszeit ist vor allem eine Gelegenheit zum Feiern – in Pubs, auf Straßen und bei betrieblichen Weihnachtsfeiern, den sogenannten „Office Parties“.

Welche Weihnachtstraditionen sind typisch englisch?

Die britischen Weihnachtstraditionen sind eigen – und gerade deshalb so charmant. Manche stammen aus dem viktorianischen England, andere sind moderner, aber alle gehören fest zum Weihnachtsfest.

Zu den bekanntesten Bräuchen zählen die Christmas Crackers. Diese bunten Papierrollen werden beim Festessen von zwei Personen auseinandergezogen – mit einem kleinen Knall. Innen stecken eine Papierkrone, ein Witz und eine Mini-Überraschung. Jeder trägt anschließend seine Krone mit Stolz, egal wie albern sie aussieht.

Ein weiterer Klassiker: der Mistelzweig. Wer darunter steht, darf geküsst werden – egal, ob man sich kennt oder nicht. In vielen Häusern hängt der Mistelzweig über der Tür oder am Kamin, direkt neben der traditionellen Stechpalme.

Auch der Kamin selbst spielt eine wichtige Rolle. Kinder hängen ihre Weihnachtsstrümpfe an den Kaminsims, damit Father Christmas (so heißt hier der Weihnachtsmann) sie in der Nacht zu Christmas Day mit Geschenken füllt.

Typische britische Bräuche zur Weihnachtszeit:

  1. Christmas Cards verschicken – fast jeder Brite schreibt Karten an Freunde, Nachbarn und Kollegen.
  2. Carol Singing – Gruppen singen Weihnachtslieder vor Häusern oder in Kirchen.
  3. Pantomimes – humorvolle Theatervorstellungen für die ganze Familie.
  4. Christmas Jumper Day – ein Tag, an dem alle ihre verrücktesten Weihnachtspullis tragen.

 

Diese kleinen Rituale machen das Fest lebendig und zeigen, wie sehr die Briten es lieben, zusammenzukommen und zu feiern.

Was wird an Heiligabend und Christmas Day gefeiert?

Der Heiligabend, also der 24. Dezember, spielt in England eine eher ruhige Nebenrolle. Die meisten Menschen bereiten sich auf den großen Tag vor, packen Geschenke ein und schauen vielleicht einen Weihnachtsfilm. Erst am Christmas Day, dem 25. Dezember, startet das eigentliche Weihnachtsfest.

Am Morgen öffnen die Kinder ihre Geschenke, die Father Christmas in der Nacht gebracht hat. Danach beginnt der wichtigste Teil des Tages – das Christmas Dinner. Es findet meist mittags statt und bringt die ganze Familie an einen Tisch. Im Mittelpunkt steht der berühmte Truthahn, begleitet von Stuffing, Kartoffeln, Gemüse und Soße. Zum Nachtisch gibt’s den legendären Christmas Pudding oder einen traditionellen Plum Pudding, der mit Brandy übergossen und kurz angezündet wird.

Typische Speisen beim Christmas Dinner:

  1. Roast Turkey mit Stuffing
  2. Bratkartoffeln und Pastinaken
  3. Cranberry Sauce und Gravy
  4. Christmas Pudding mit Brandy Butter
  5. Mince Pies – kleine süße Küchlein mit Früchtefüllung

 

Am Nachmittag schauen viele Familien die Weihnachtsansprache des Königs, ein fester Bestandteil des Festes. Danach folgen Spiele, Filme oder ein Spaziergang – je nach Familie. Der Tag endet oft mit einem Glas Portwein oder einer Tasse Tee am Kamin.

Was passiert am Boxing Day?

Der 26. Dezember, der Boxing Day, ist in England fast genauso wichtig wie der Weihnachtstag selbst. Ursprünglich bekamen an diesem Tag Bedienstete oder arme Menschen kleine Geschenke – sogenannte „Christmas Boxes“ – von ihren Arbeitgebern. Heute bedeutet Boxing Day vor allem eins: Freizeit, Shopping und Sport.

Die großen Geschäfte öffnen mit riesigen Rabattaktionen, und die Straßen füllen sich mit Menschen, die nach den Feiertagen wieder unterwegs sind. Gleichzeitig ist es Tradition, Freunde zu besuchen oder gemeinsam in den Pub zu gehen. Viele Familien genießen Reste vom Vortag – Truthahn-Sandwiches sind dabei fast schon Pflicht.

Typische Aktivitäten am Boxing Day:

  1. Fußball schauen – die Premier League spielt traditionell am 26. Dezember.
  2. Einkaufen – der Startschuss für die britische Schnäppchenjagd.
  3. Spaziergänge im Park oder an der Küste.
  4. Gemütlicher Besuch bei Freunden mit Leftovers und Tee.

 

Boxing Day markiert den Übergang vom festlichen Trubel zur entspannten Nachweihnachtszeit. Es ist der Tag, an dem in England langsam wieder Ruhe einkehrt – bevor mit Silvester der nächste große Feiertag wartet.

Welche Weihnachtsgerichte darfst du nicht verpassen?

Wer Weihnachten in England verbringt, kommt am Essen einfach nicht vorbei. Das Weihnachtsessen ist ein zentrales Ereignis – und ehrlich gesagt eine kleine Wissenschaft für sich. Traditionell steht der Truthahn im Mittelpunkt, begleitet von einer Vielzahl an Beilagen, die jedes Haus ein wenig anders zubereitet.

Neben dem klassischen Braten sind süße Desserts ein fester Bestandteil der englischen Küche. Besonders beliebt ist der Christmas Pudding, der schon Wochen vor dem Fest zubereitet wird. Er besteht aus Trockenfrüchten, Nüssen, Rum und Gewürzen – und darf am Ende natürlich nicht fehlen, wenn er flambiert auf den Tisch kommt.

Auch der Früchtekuchen, oft als Christmas Cake bekannt, gehört zu den beliebtesten Leckereien. Dicht gefolgt von Mince Pies, kleinen Mürbeteigpasteten mit fruchtiger Füllung, die es in jedem Supermarkt gibt.

Typische Speisen beim britischen Weihnachtsfest:

  1. Roast Turkey – das Herzstück des Christmas Dinner
  2. Stuffing & Gravy – würzige Füllung und Bratensoße
  3. Brussels Sprouts – Rosenkohl, der hier Pflicht ist
  4. Christmas Pudding – flambiert mit Brandy Butter
  5. Mince Pies – kleine süße Küchlein
  6. Mulled Wine – heißer, gewürzter Wein

 

Viele Briten servieren am zweiten Weihnachtsfeiertag noch Reste vom Vortag – oft als Sandwiches oder in einer großen Suppe. So oder so: Das Weihnachtsessen ist ein Fest für alle Sinne und verbindet Menschen, Familie und Freunde gleichermaßen.

Welche Rolle spielen Musik und Weihnachtslieder?

Kein englisches Weihnachten ohne Musik – das gehört einfach dazu. In fast jeder Stadt, jedem Pub und jeder Kirche erklingen Weihnachtslieder. Schon Wochen vor dem Fest hört man Klassiker wie Merry Christmas EveryoneSilent Night oder Last Christmas.

Das sogenannte Carol Singing hat in England eine lange Geschichte. Gruppen ziehen von Haus zu Haus, singen traditionelle Lieder und sammeln Spenden für wohltätige Zwecke. Manche Dörfer organisieren regelrechte Carol Nights, bei denen die ganze Gemeinde mitsingt.

Auch die typischen Weihnachtsfeiern, ob im Freundeskreis oder auf der Arbeit, kommen nicht ohne Musik aus. Zwischen Punsch und Christmas Crackers werden die bekanntesten Songs laut mitgesungen – ob stimmlich begabt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Beliebte britische Weihnachtslieder:

  1. Merry Christmas Everyone – Shakin’ Stevens
  2. Fairytale of New York – The Pogues
  3. Do They Know It’s Christmas? – Band Aid
  4. Silent Night – der Klassiker, auch in England geliebt
  5. I Wish It Could Be Christmas Everyday – Wizzard

 

Musik schafft die Stimmung, die Weihnachten in England so besonders macht: laut, fröhlich und herzlich.

Wie feiern die Briten Weihnachten im Vergleich zu Deutschland?

Wenn man Weihnachten in England und Deutschland vergleicht, fällt sofort auf, wie unterschiedlich die beiden Länder das Fest feiern. Während hierzulande der Heiligabend im Mittelpunkt steht, ist in England der Christmas Day der wichtigste Tag. Auch beim Essen, den Bräuchen und der Stimmung gibt es spannende Unterschiede.

In Deutschland wird am 24. Dezember gefeiert – meist ruhig, mit der Familie und einem festlichen Essen. In England hingegen geht’s am 25. richtig los, oft mit lautem Gelächter, Paper Crowns und jeder Menge Humor.

Vergleich: Weihnachten in Deutschland und England

Thema Deutschland England
Hauptfeiertag 24. Dezember 25. Dezember
Bescherung Am Abend des Heiligabends Am Morgen von Christmas Day
Hauptgericht Gans, Kartoffelsalat, Würstchen Truthahn mit Stuffing
Weihnachtsmann Kommt am 24. Kommt über Nacht zu Christmas Day
Weihnachtslieder Stille Nacht, O Tannenbaum Merry Christmas Everyone, Silent Night
Feierstil Ruhig und familiär Laut, humorvoll und gesellig

Auch der Boxing Day ist ein Unterschied: In Deutschland ist der zweite Weihnachtsfeiertag oft gemütlich, in England ist er ein Tag für Sport, Shopping und Unternehmungen. Und während in deutschen Wohnzimmern Kerzenlicht und Tannenduft dominieren, lieben die Briten blinkende Lichter, bunte Girlanden und auffällige Deko.

Diese Unterschiede machen das Reisen zur Weihnachtszeit so spannend – man erlebt bekannte Traditionen in völlig neuem Gewand.

Fazit: Weihnachten in England erleben – ein Fest voller Charme

Weihnachten in England ist laut, bunt und herzlich – und trotzdem voller Tradition. Vom Mistelzweig über Christmas Crackers bis zum Christmas Pudding hat jedes Detail seinen Platz. Das Fest bringt Familie und Freunde zusammen, egal ob in London, einem kleinen Dorf in Cornwall oder im hohen Norden von Schottland.

Die Mischung aus Tradition und Lockerheit macht das englische Weihnachtsfest so besonders. Es ist weniger perfekt als in Deutschland, dafür ehrlicher und mitreißender. Ob du die funkelnden Lichter in der Oxford Street siehst, ein Christmas Dinner mit Freunden genießt oder beim Carol Singing mitsingst – Weihnachten in England bleibt ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergisst.

Merry Christmas – oder wie die Briten sagen: Have a jolly good time!

Artikelübersicht

Ähnliche Beiträge