Wildcampen in Brandenburg – diese Regelungen gelten

Brandenburg ist ein Paradies für Naturliebhaber: endlose Wälder, klare Seen und weite Wiesen, die sich unter einem weiten Himmel erstrecken. Wer hier mit dem Zelt unterwegs ist, träumt schnell davon, einfach mitten in der Natur zu bleiben und die Freiheit unter Sternen zu genießen. Doch so verlockend Wildcamping klingt – es gibt klare Regeln, an die man sich halten muss.

In diesem Artikel erfährst du, was in Brandenburg erlaubt ist, welche Genehmigungen du brauchst, welche Strafen drohen und wie du sicher und naturverträglich übernachtest.

Darf man in Brandenburg wildcampen?

Kurz gesagt: Nein, in Brandenburg ist Wildcampen grundsätzlich verboten. Der Grund dafür liegt im Landesnaturschutzgesetz und den Vorschriften des Landesbetrieb Forst Brandenburg. Diese Regelungen dienen vor allem dem Schutz von Natur und Tierwelt.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen, die das Übernachten in der freien Landschaft möglich machen:

  • Not-Biwak: Wenn du dich in einer Notsituation befindest, darfst du kurzfristig im Wald oder auf einer Wiese schlafen.
  • Mit Erlaubnis: Fragst du die Grundstückseigentümerin oder den Grundstückseigentümer um Zustimmung, ist das Zelten möglich.
  • Für Wasserwanderer: Wer mit Kanu oder Kajak unterwegs ist, darf an bestimmten, dafür ausgewiesenen Plätzen direkt am Wasser übernachten – hier gilt jedoch oft die 50 Meter Schutzzone.

 

Im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein sind die Möglichkeiten eingeschränkter, dafür gibt es in Brandenburg offizielle Angebote, die legal und naturnah sind.

Wildcampen Brandenburg: Rechtliche Ausnahmen & Genehmigungen

Eine Genehmigung zum Wildcampen erhältst du in Brandenburg nur in besonderen Fällen. Ansprechpartner sind das Forstamt, der Landesbetrieb Forst oder private Eigentümer von Wäldern und Wiesen. Die Zustimmung muss vor dem Aufbau des Zelts eingeholt werden.

Besondere Vorschrift: Entlang von Gewässern gilt eine 50 Meter Schutzzone, in der Übernachtungen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis möglich sind. Auch in Naturschutzgebieten ist das Campen streng verboten – selbst mit Genehmigung.

Praktisch: Einige Forstämter bieten ausgewiesene Naturzeltplätze, auf denen du für eine kleine Gebühr im Wald übernachten kannst. Das bietet echtes Naturerlebnis ohne Gesetzesverstoß. Auf der lokalen Seite des Forstamts der Region findest du mehr Informationen.

Strafen und Bußgelder beim Wildcamping

Wer in Brandenburg trotz Verbot ohne Genehmigung in der freien Landschaft übernachtet, riskiert empfindliche Strafen. Je nach Verstoß können Bußgelder von 50 bis zu 2.500 Euro fällig werden. Besonders teuer wird es, wenn in Naturschutzgebieten gezeltet oder gar ein offenes Feuer im Wald entfacht wird.

Verstöße & mögliche Bußgelder in Brandenburg

Verstoß Mögliche Strafe
Zelten ohne Genehmigung in freier Landschaft 50–500 €
Übernachten im Naturschutzgebiet bis 2.500 €
Offenes Feuer im Wald bis 2.500 €
Missachtung der 50 Meter Schutzzone 50–200 €

Neben Geldstrafen können auch Platzverweise oder Anzeigen folgen. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte immer auf legale Plätze ausweichen.

Gefahren beim Wildcampen in Brandenburg

Brandenburg ist landschaftlich abwechslungsreich – und beheimatet auch einige Tierarten, denen man lieber nicht zu nah kommt. Wildschweine sind hier weit verbreitet und können, besonders im Frühjahr mit Frischlingen, aggressiv reagieren. Auch Wölfe haben in den letzten Jahren wieder größere Reviere in der Region erobert – direkte Begegnungen sind selten, sollten aber respektvoll aus sicherer Distanz bleiben.

Neben der Tierwelt spielt auch das Wetter eine Rolle: Im Sommer können Gewitter schnell aufziehen, und ein klarer Himmel am Abend ist keine Garantie für eine trockene Nacht. Wer in der Nähe von Gewässern campt, sollte auf Hochwassergefahr achten und den Platz so wählen, dass er nicht in einer Senke liegt.

Ein weiterer Risikofaktor sind Zecken – lange Hosen und Anti-Zeckenspray gehören daher zur Standardausrüstung.

Tipps für sicheres und naturverträgliches Wildcamping

Wer in Brandenburg legal und naturverträglich campen möchte, sollte nicht nur die Gesetze kennen, sondern auch einige Grundregeln beachten. Eine gute Ausrüstung ist entscheidend, um unabhängig und sicher unterwegs zu sein. Dazu gehören ein wetterfestes Zelt, ein leichter Campingkocher, ausreichend Trinkwasser, eine Stirnlampe und ein robuster Schlafsack. Für den Notfall empfiehlt sich ein kleines Not-Biwak, das kaum Platz braucht und dich bei plötzlich einsetzendem Regen schützt.

Mindestens genauso wichtig wie die Ausrüstung ist das Verhalten in der Natur. Müll sollte immer vollständig mitgenommen werden. Feuerstellen sind tabu, es sei denn, sie sind ausdrücklich erlaubt. Auch auf Tiere und andere Menschen ist Rücksicht zu nehmen – das gilt besonders nachts, wenn Geräusche weit tragen.

5 Tipps für legales und sicheres Wildcampen in Brandenburg:

  1. Vorher immer klären, ob eine Erlaubnis nötig ist.
  2. Offizielle Plätze oder private Höfe und Gärten nutzen.
  3. Abstand zu Gewässern einhalten (50 Meter Schutzzone).
  4. Möglichst unauffällig campen und keinen Schaden an Flächen hinterlassen.
  5. Wetter und Umgebung vor dem Aufbau prüfen, um Gefahren zu vermeiden.

 

Mit diesen einfachen Regeln kannst du dein Abenteuer in der freien Landschaft genießen, ohne Natur oder Gesetz zu verletzen.

Alternative Übernachtungsmöglichkeiten

Wer das Wildcampen nicht riskieren möchte, findet in Brandenburg viele legale und oft idyllisch gelegene Optionen. Eine beliebte Alternative sind Plattformen wie Alpaca Camping, über die man private Gärten oder Höfe zum Übernachten buchen kann. Diese Plätze liegen oft mitten in der Natur und bieten gleichzeitig den Vorteil, dass man eine sichere und genehmigte Unterkunft hat.

Auch klassische Campingplätze sind eine gute Wahl. Sie bieten oft sanitäre Anlagen, Stromanschlüsse und manchmal sogar direkten Zugang zu Seen. Für Wasserwandernde und Wasserwanderer gibt es entlang der Havel und anderer Flüsse spezielle Anlegestellen, an denen Übernachtungen erlaubt sind – oft gegen eine geringe Gebühr.

Gerade für längere Touren mit dem Rad oder zu Fuß sind solche Alternativen praktisch, da sie Planungssicherheit geben und trotzdem naturnah sind.

Fazit – Freiheit ja, aber mit Rücksicht

Wildcampen in Brandenburg klingt nach purer Freiheit, ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Das Landesnaturschutzgesetz und die Vorgaben des Landesbetrieb Forst Brandenburg schützen die empfindliche Natur und regeln, wo ein Zelt überhaupt aufgestellt werden darf. Wer ohne Genehmigung unterwegs ist, muss mit Strafen rechnen – von Bußgeldern bis zu Anzeigen.

Mit etwas Planung lassen sich jedoch viele naturnahe Übernachtungsmöglichkeiten finden, die legal sind. Offizielle Zeltplätze, private Gärten, Höfe oder spezielle Angebote für Camper bieten die Möglichkeit, die Schönheit Brandenburgs zu erleben, ohne gegen Regeln zu verstoßen.

Ob unter einem klaren Himmel oder am Rand eines ruhigen Waldes – die Landschaft Brandenburgs hat für Outdoorfans einiges zu bieten. Wer die Gesetze beachtet und respektvoll mit seiner Umgebung umgeht, kann hier unvergessliche Nächte verbringen.

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