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Marienbad  Mehr als nur ein Kurort

Marienbad ist ein tschechischer Kurort in der Region Karlsbad und hat etwa 13 000 Einwohner.

Vor allem ist die Stadt für ihr Kur- und Heilverfahren bekannt, was auch der häufigste Grund für die meisten Reisenden ist, sich hier aufzuhalten. Dementsprechend gibt es in Marienbad sehr viele Hotels, die sich auf genau diese Zielgruppe konzentrieren.

Aber natürlich hat die Stadt auch für andere Reisende etwas zu bieten. Denn nicht alle Reisenden sind hier, um sich behandeln zu lassen. Im Gegenteil, Marienbad hat auch abseits seines Rufs als hervorragender Kurort eine Menge an interessanten Aktivitäten.

In diesem Artikel möchten wir dir deshalb diese wundervolle Stadt mal etwas genauer vorstellen. In der Tat stehen zwar die meisten Sehenswürdigkeiten in Zusammenhang mit den Heilquellen, aber es gibt auch einige schöne Kirchen zu bewundern.

Anreise

Marienbad wird täglich von direkten Zügen aus Prag angefahren. Diese fahren tagsüber in regelmäßigen Abständen von einer halben bis zwei Stunden zu diesem beliebten Kurort im Westen des Landes. Die Fahrt dauert ungefähr drei Stunden.

Natürlich kannst du aber auch von Karlsbad an dein Ziel gelangen. Vor allem, wenn du mit dem Flugzeug anreist, könnte diese Verbindung noch interessanter sein. Die meisten Flugzeuge landen zwar in der tschechischen Hauptstadt, aber der Flughafen von Karlsbad liegt bedeutend näher an Marienbad.

Vom Karlsbader Bahnhof aus verkehren alle eineinhalb Stunden Züge nach Marienbad. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde. Außerdem gibt es auch noch Verbindungen von anderen tschechischen Städten aus, wie zum Beispiel Pilsen.

Tschechien Marienbad Wandelhalle

Der Nahverkehr

Eines vorweg, auf den öffentlichen Personennahverkehr bist du in Marienbad auf keinen Fall angewiesen. Die Stadt ist sehr kompakt und du kannst die meisten Sehenswürdigkeiten innerhalb kürzester Zeit erreichen.

Aber selbst, wenn du keine Lust mehr hast, zu laufen – sei es, weil du schon den ganzen Tag unterwegs warst oder aus anderen Gründen – dann kannst du dich auf ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem verlassen.

Die Stadt ist eine der kleinsten Städte, die noch Oberleitungsbusse nutzt. Genau genommen sind allein schon die Trolleybusse von Marienbad eine eigene Sehenswürdigkeit.

In den Bussen gibt es auch einen Automaten, an dem du dein Ticket bekommen kannst. Allerdings musst du den Betrag passend einwerfen, die Fahrkartenautomaten geben kein Wechselgeld.

Das System wurde vor allem gegen Ende der 1990er Jahre wegen der hohen Betriebskosten kritisiert. Natürlich sind dies plausible Argumente, trotz dessen versucht die Stadt, das System am Laufen zu halten. Dafür bittet sie unter anderem um finanzielle Hilfen beim Staat und der EU.

Es gibt bei der berechtigten Kritik an dem verlustbringenden Betrieb der Trolleybusse aber auch Gründe, warum das System weiter betrieben werden sollte. Eines davon ist, dass die Oberleitungsbusse fast vollkommen emissionsfrei sind.

Natürlich ist es bei einer Kurstadt wie Marienbad verständlicherweise besser, solche Busse statt regulären und umweltverschmutzenden einzusetzen. Außerdem sind batteriebetriebene Busse aufgrund ihrer geringen Zuverlässigkeit für ein kleines System mit minimalen Reserven ungeeignet.

Die Kolonnaden und Quellen

Eines der einleuchtendsten Dinge, an die du wohl zuerst denkst, wenn du Marienbad besuchst, sind natürlich die beeindruckenden Kolonnaden. Eine davon ist die neobarocke Hauptkolonnade, welche in den Jahren 1888 bis 1889 erbaut wurde.

Ihr Bau wurde vom Abt des Klosters Teplá in Auftrag gegeben und an der Stelle des ursprünglichen Kurhauses errichtet. Inspiriert wurde sie von dem damals typischen Architekturstil in Wien.

Die Kolonnade ist eine der besten Repräsentanten der böhmischen Bäder. Außerdem stellt es ein wertvolles Beispiel für ein Bauwerk aus dieser Zeit dar, wie es in den tschechischen und anderen europäischen Kurorten üblich war.

Der Zyklus der Deckenfresken in der Kolonnade stellt den Wunsch des Menschen zu fliegen dar und ist das Werk des Künstlers Josef Vyleťal. Die Bronzereliefs an den Wänden der Kolonnade wurden von Antonín Kuchař geschaffen.

Viele der anderen ähnlichen Gebäude wurden leider im Laufe der Zeit zerstört, sind mit der Zeit verfallen oder wurden irgendwann modernisiert. Die Hauptkolonnade hat aber all dies glücklicherweise schadlos überstanden.

Der Bau überstand beide Weltkriege, was man von anderen Teilen der Stadt leider nicht behaupten kann. Trotzdem wurde der Bau in den Jahren 1973 bis 1981 detailgetreu rekonstruiert.

Dies war ein Teil der Modernisierung des Promenadenbereichs zwischen der Kreuzquelle und der Karolinenquelle. Heutzutage ist die Hauptkolonnade von einem großen Park umgeben. Von der Kolonnade sind es nur ein paar Schritte zur Hauptstraße, die voller Restaurants und Bars ist.

Was wäre eine Kurstadt ohne eine Kolonnade? Die Hauptkolonnade in Marienbad ist eine der Schönsten in der Tschechischen Republik. Die Einheimischen nennen sie die Kolonnade von Maxim Gorki und sie ist eines der wichtigsten Symbole der Stadt. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts im neobarocken Stil erbaut und ihr Entwerfer ließ sich von dem damals modischen Wiener Stil inspirieren.

Eine weitere Kolonnade, die ebenfalls auf Veranlassung des Abtes des Klosters Teplá im Jahre 1827 erbaut wurde, ist die Kolonnade der Ferdinandquelle. Diese Quelle wurde nach König Ferdinand I. benannt, welcher die Quelle bereits 1528 zum Zweck der Salzgewinnung untersuchen ließ. Heute wird die Ferdinandquelle unter anderem für Heilbäder genutzt.

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Die Singende Fontäne

Die Kolonnade in Marienbad wurde 1986 um die sogenannte Singende Fontäne bereichert. Sie ist die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit, der du in Marienbad begegnen wirst. Die Fontäne ist ein kreisförmiges Becken mit einem Durchmesser von 18 Metern, in dessen Mitte sich eine 12-Steinskulptur mit stilisierten Blumenformen und einem polierten Stahlmittelstück befindet.

Außerdem verfügt die Singende Fontäne über ein Wasserstrahlsystem, das insgesamt mehr als 250 Düsen enthält. Der mittlere Strahl kann sogar eine Höhe von bis zu sechs Metern erreichen.

Das Ganze ist computergesteuert und ermöglicht auf diese Weise eine äußerst kreative und abwechslungsreiche Kombination von Effekten, zu der auch farbige, in das Becken eingebettete Lichter gehören.

Im Zeitraum vom 30. April bis zum 31. Oktober gibt es außerdem ein tägliches Programm mit Musik, bei dem die Fontäne zum Leben erwacht. Diese Aufführungen finden zu jeder ungeraden Stunde von 7:00 bis
22:00 Uhr statt. Bei den Vorstellungen in der Dunkelheit werden auch die eingebauten Lichter eindrucksvoll in Szene gesetzt. Begleitet wird das Programm von Musik von zahlreichen bekannten Musikern.

Die schönsten Kirchen

Neben den Kolonnaden kann Marienbad aber auch eine beeindruckende Menge an wunderschönen Kirchen vorweisen. Eine davon ist die achteckige Kirche Mariä Himmelfahrt, die an der Stelle errichtet wurde, an der seit 1820 die Kapelle der Geburt der Jungfrau Maria gestanden hat.

Der Grundriss der Kirche ist das Werk des Münchner Architekten Johann Gottfried Gutensohn. Die ursprünglichen Kirchenglocken wurden während der Weltkriege leider zum Teil eingeschmolzen. Heute finden hier neben Gottesdiensten auch ab und zu Konzerte statt.

Die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Vladimir hat eine besonders interessante Entstehungsgeschichte. Nikolaj Pisarevský, ein orthodoxer Priester, hat nämlich bei hauptsächlich serbischen und russischen Kurgästen nach Spenden für eine neue orthodoxe Kirche gefragt.

Später hat der Architekt Nikolaj Sultanov die Pläne für das Gebäude entworfen. Errichtet wurde es dann von dem bekannten Baumeister Gustav Wiedermann, der auch ähnliche Kirchen in Franzensbad und Karlsbad errichtet hat.

Der Grundriss der Kirche des Heiligen Vladimir hat die Form eines griechischen Kreuzes, dessen Mittelteil von Seitenapsiden getragen wird. Der Innenraum der Kirche verfügt über eine reich verzierte Ikonostase, die extra für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 erschaffen wurde.

Die evangelische Kirche wurde ebenfalls von einer religiösen Gemeinde finanziert. Sie wurde für die protestantischen Kurgäste erbaut und mit Spenden der deutschen evangelischen Christen finanziert. Entworfen wurde die Kirche von dem Berliner Architekten und Baumeister Johann Christian Gottlieb Cantian.

Das lebensgroße Christusbild ist das vorherrschende Merkmal des bescheidenen Kirchenschiffs. Ein Teil der Fenster wurde der Kirche 1907 von Kaiser Wilhelm II. geschenkt. Im Jahr 1999 wurde die Kirche renoviert, heute beherbergt sie Gottesdienste und Konzerte.

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Fazit

Marienbad ist ein tschechischer Kurort, der sich in der Nähe des ebenfalls bei Kurgästen beliebten Karlsbad befindet. Neben den heilenden Quellen gibt es aber auch noch eine Menge an anderen Möglichkeiten, dir die Zeit zu vertreiben. Es gibt hier so viel zu tun, dass du auch problemlos mehrere Tage verbringen kannst.

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