Die Trossachs – 5 Highlights der Mini-Highlands

Die Trossachs – 5 Highlights der Mini-Highlands

Selten von Reisenden besucht und dennoch ein Juwel unter den Sehenswürdigkeiten in Schottland – die Trossachs sind ein Kulturerbe, in dem man Schottland hautnah erleben kann. Aufgrund seiner atemberaubenden Landschaft wird der Nationalpark bei den Einheimischen auch als „Mini-Highlands“ bezeichnet. So schlängeln sich die Lochs durch die sattgrüne Kulisse, während in der Ferne der erste Schnee auf den höchsten Stellen der Highlands sichtbar wird.

Der Name des Trossachs National Parks kommt eigentlich von einem kleinen Stück Land, das sich im Herzen der ganzen Region befindet. Dort steht heute noch das berühmte Viktorianische Hotel Tigh Mor Trossachs, das schottischen Charme mit Geschichte verbindet. Das Hotel ist allerdings nur für Club Mitglieder buchbar.

Die Bedeutung des Wortes ist nicht ganz klar, allerdings kommt es wahrscheinlich aus dem Gälischen und beschreibt die vielen Hügel in der Landschaft. Heutzutage wird mit dem Wort „Trossachs“ eine größere Region bezeichnet, die auch den Nationalpark um Loch Lomond einbezieht.

Besuchen kannst du die Trossachs das ganze Jahr über. Im Winter sind die Hügel oft weiß und die Tage kurz. Dann ist es besonders aufregend, um die Seen zu spazieren. Im Frühling – wenn die Tage länger werden – sind kaum Menschen unterwegs und du kannst in den zahlreichen Pubs genüsslich ein Glas Wein oder Bier genießen. Im Sommer lässt es sich fischen und wandern, während der Herbst das Laub in den Wäldern braun färbt, was es zu einem besonders lohnenswerten Fotomotiv macht.

Die Temperaturen liegen im Durchschnitt zwischen 10 und 15 Grad, im Winter können sie aber auch durchaus den Nullpunkt erreichen.

Attraktionen und Sehenswürdigkeiten gibt es in der Region viele. Wir stellen dir die besten vor, damit deine Reise zu einer außergewöhnlichen wird.

Die Trossachs in Schottland

Callander

Die Trossachs haben insgesamt nur eine Bevölkerung von 18 000. Die Dörfer sind allesamt klein und liegen verstreut zwischen Hügeln und Lochs. Das mit Abstand größte Dorf ist allerdings Callander, das von Einheimischen und Reisenden zugleich besucht wird. Geografisch liegt es im Osten des Gebiets und stellt den perfekten Stopp für Besuchende des Nationalparks und den Highlands dar. Mit dem Auto brauchst du nur 30 Minuten in die nächste größere Stadt – Stirling.

Aufgrund seiner klassischen, schottischen Architektur und lokalen Spezialitäten ist der Besuch des Dorfes ein Muss für jeden Ausflug in die Trossachs. Auf der Hauptstraße findest du altmodische Süßwarenläden, Bäckereien und Pubs. Seit Jahrzehnten befindet sich hier auch der Weihnachtsladen „Nutcracker“, der das ganze Jahr über Weihnachtsbaumschmuck und Dekorationen verkauft.

Natürlich darf bei einem Ausflug nach Callander auch der Genuss nicht fehlen. Am beliebtesten sind die schottischen Pasteten. Gefüllt werden diese traditionell mit Haggis, Huhn oder Lauch und werden anschließend warm auf dem Teller serviert. Wenn du dich zusätzlich noch mit einer hausgemachten Suppe stärkst, steht der Wanderung durch den Nationalpark nichts mehr im Weg. Wir empfehlen einen Abstecher in die Süßwarenläden, wo Fudge und das schottische „Tablet“ – eine Mischung aus Zucker, Milch und Kondensmilch – noch von Hand hergestellt werden.

Schottland Callander

Loch Katrine

Loch Katrine befindet sich in der ursprünglichen Region der Trossachs und ist heute eines der größten Lochs des Nationalparks. Er erzielt eine Länge von 13 Kilometern, ist aber nur einen Kilometer breit. Er wird als Hauptwasserressource für das 64 Kilometer entfernte Glasgowverwendet und ist somit einzigartig.

Die mystische Landschaft des Lochs kann bereits bei der Anfahrt erlebt werden. Die Wolken hängen tief und wenn du Glück hast, legt sich Nebel über die Landschaft. Im Winter bietet der weiße Hintergrund der angrenzenden Hügel einen spektakulären Kontrast zur Schwärze des Wassers. Nur selten bewegt sich die Oberfläche im Wind.

Um Loch Katrine ranken sich einige Sagen und Legenden, die bei einer Wanderung erforscht werden können. Dazu gehört die schauderhafte Geschichte einer jungen Mutter, die sich auf einer der Inseln des Lochs isoliert haben soll. Zahlreiche der Geschichten haben schottische Autoren und Poeten inspiriert, darunter zum Beispiel Sir Walter Scotts Gedicht „The Lady of the Lake“. Zuletzt war der See in der Serie „Outlander“ zu sehen.

Reisende profitieren von dem Verleih von Fahrrädern, mit denen du um den See fahren kannst. Auch Bootstouren werden mehrmals täglich durchgeführt. Seit 2018 kannst du direkt am Loch in Hütten übernachten. Zudem kannst du dein Zelt zu günstigen Preisen am See aufschlagen oder das Wohnmobil am Parkplatz parken, wenn du die Unterkunft vorher online buchst.

Loch Lomond

Loch Lomond bildet den größten Inlandsflussabschnitt in Großbritannien. Damit ist er der mit Abstand bekannteste Loch der Trossachs und zieht jedes Jahr tausende Reisende an. Er liegt im Westen von Schottland und ist am schnellsten über Glasgow via der A82 zu erreichen.

In der Natur bietet die Region für alle Reisenden etwas: Sattgrüne Hügel und tiefe Gewässer prägen das 39 Kilometer lange Gebiet. In den Wäldern können Rothirsche, Eichhörnchen und Birkhühner beobachtet werden. Auf der kleinen Insel in der Mitte des Lochs – „Inchcailloch“ – leben verschiedene Vogelarten. Für das pure Naturerlebnis gibt es den Wanderweg „Millenium Forest Trail“, der im Dorf Balmaha beginnt und durch die Wildnis führt. So bekommst du einen großartigen Ausblick über die Region.

Seit 2017 wird das Camping in der Nähe des Lochs aufgrund des Naturschutzes und der Sicherheit reguliert und streng darauf hingewiesen, sich online zu erkundigen, ob das Campen zu dem geplanten Zeitpunkt erlaubt ist. Generell sind jedoch nur 4 % des Lochs von dieser Beschränkung betroffen, während der Rest in seiner wilden Natur erkundet werden kann. „Wild Camping“ – das Camping in der Wildnis – wird ansonsten gerne gesehen und bietet die beste Möglichkeit, den See über mehrere Tage zu erkunden.

Die Trossachs in Schottland

Trossachs – Wandern

Eines verbindet die kleinen Lochs und Dörfer: die unzähligen Wanderwege, die sich durch die ganze Region ziehen. Das Auto ist schnell an der Straßenseite geparkt und binnen Sekunden hat man sich in die Wälder aufgemacht. Viele der Wege sind mit dem Rad befahrbar, was die Region ideal für Abenteuerlustige und Sportliche macht.

Als Einsteigerwanderweg empfiehlt es sich, Ben A‘an zu erklimmen. Der Hügel ist besonders familienfreundlich und bietet dazu einen wunderschönen Ausblick. Von Ben A‘an aus kannst du Loch KatrineCallander und die Weiten des anliegenden Nationalparks sehen.

Für Erfahrene gibt es die Möglichkeit, die höheren Hügel zu erklimmen. Diese werden bei den Einheimischen „Munro“ genannt, was einen Hügel mit einer Höhe von mehr als 900 Metern beschreibt. Direkt am Loch Lomond liegt zum Beispiel der Ben Lomond, der mit 974 Metern einer der beliebteren Hügel ist. Der höchste Munro ist Ben More, der als steile Pyramide die Region überragt. Wer es schafft, die Spitze dieses Hügels zu erreichen, wird mit dem faszinierenden Blick auf die gesamte Nationalparklandschaft belohnt. Allerdings ist dieser Aufstieg durchaus mit gewissen Anstrengungen verbunden.

Bist du nicht am Erklimmen der Munros interessiert? Je nach Interessen und Vorlieben gibt es in den Trossachs Wanderwege in verschiedenen Längen. Der Three Lochs Way führt Reisende von Balloch über Gareloch zum Loch Lomond. Der John Muir Way zieht sich entlang der Küste, sodass du von Meer und Nationalpark umgeben bist. Der West Highland Way durchquert die Landschaft von Milngavie bis zu Fort William in den Highlands. Letzterer war der erste Fernwanderweg in Schottland und wurde von National Geographic zu einem der 10 besten Wanderwege der ganzen Welt ernannt.

Ein Toptipp ist die alte Zugstrecke, die einst um Loch Lubnaig führte und heute als Radweg verwendet wird. Das Dörfchen Strathyre liegt außerdem direkt um die Ecke. Dort übernachtete der englische Dichter William Wordsworth 1803 mit seiner Schwester, was ihn zum Schreiben seines Gedichts „The Solitary Reaper“ inspirierte.

Wandern durch die Trossachs

Wassersport und Fischen

Mit insgesamt 22 Lochs und dem einzigen See in Schottland – Lake of Menteith – gibt es genug Möglichkeiten für Wassersportarten. Kanus und Kajaks können das ganze Jahr über auf Loch Lubnaig verwendet werden, während sich Loch Lomond aufgrund des Windes nur für Erfahrene eignet.

Windsurfen und Segeln kannst du ebenso auf Loch Lomond, während das Schwimmen überall erlaubt ist. Wichtig ist, dass du die richtige Ausrüstung verwendest, da die Lochs selten mehr als 20 Grad erreichen. Zudem wird empfohlen, nur in Zweiergruppen zu schwimmen und bunte Schwimmhauben oder Anzüge zu tragen, damit durch den Bootsverkehr keine Unfälle passieren.

Bei Temperaturen von 10 ‑15 Grad lässt es sich zudem gemütlich am Wasser sitzen und die Angel in die Wellen werfen. Oder wie wäre es damit, ein Boot zu mieten und die Ruhe in der Mitte von Ben Lomond zu genießen? Angeln ist in Schottland sehr beliebt und die Dörfer in den Trossachs verkaufen auch Angelutensilien, falls du dich vor Ort spontan noch zum Angeln entscheiden solltest. Die Geschäfte sind die erste Anlaufstelle für die richtige Angelerlaubnis.

Das Angeln ist in Schottland in Saisons eingeteilt, die hauptsächlich von März bis Oktober reichen. Pro Region und Loch gelten andere Richtlinien, deshalb solltest du dich bereits vor deinem Besuch für ein Gebiet entscheiden. Die Angelerlaubnis gilt generell nur für den Ort, für den sie auch ausgestellt wurde. In den Lochs und Gewässern lassen sich besonders Lachse, Forellen und Zander fangen, allerdings können mit etwas Glück auch andere Fischgattungen gefischt werden.

Fazit

Nun hast du schon einmal einen Überblick darüber bekommen, was du bei deiner Reise durch die Trossachs alles erleben solltest. Jetzt steht deinem Trip so gut wie nichts mehr im Wege.

Also worauf wartest du noch? Bei deiner Reise durch Schottland darf ein Abstecher in die Trossachs definitiv nicht fehlen!

Lust auf mehr? Check jetzt unsere Schottland ab.

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