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Rothenburg ob der Tauber, die mittelalterliche Stadt Frankens

Rothenburg ob der Tauber ist eine niedliche mittelalterliche Stadt in Deutschland, die sich gut für einen Besuch für einen Tag eignet. Die Stadt hat dir viele fotogene mittelalterliche Sehenswürdigkeiten, jede Menge Einkaufsmöglichkeiten und ein paar interessante Museen zu bieten.

Auch wenn du Rothenburg ob der Tauber bisher noch nicht kanntest, wirst du trotzdem mit Sicherheit schon das eine oder andere Foto gesehen haben. Denn diese mittelalterliche Stadt im Süden Deutschlands ist eines der beliebtesten Ziele entlang der Romantischen Straße in Bayern.

Über zwei Millionen Touristen strömen jedes Jahr in diese kleine Stadt in Bayern. Die meisten Reisenden verbringen hier aber nur wenige Stunden und lernen sie oft nur oberflächlich kennen. Aber Rothenburg ob der Tauber hat viel mehr zu bieten, als die meisten Leute wissen. Die Stadt ist nämlich wunderbar erhalten. An jeder Ecke findest du mittelalterliche Kleinode. Es lohnt sich also, sich ein wenig mehr Zeit für die Erkundung zu nehmen.

Die charmanten Gassen und kleinen Plätze der Stadt sind umgeben von Unmengen von gepflegten Fachwerkhäusern. Dieser Anblick hat Rothenburg auch einerseits zum Aushängeschild für Deutschlands berühmte Romantische Straße und andererseits auch für Deutschland selbst gemacht.

Wenn du planst, mal eine Reise nach Rothenburg ob der Tauber zu unternehmen, helfen wir dir liebend gerne. Wir haben nämlich mal zusammengefasst, welche Sehenswürdigkeiten du in der Stadt besuchen kannst.


Der Marktplatz

Im Herzen von Rothenburg ob der Tauber findest du den Marktplatz, den Hauptplatz der Stadt. Wie viele andere Hauptplätze in Europa ist er der belebteste Teil der Stadt. Hier findest du auch das Rathaus der Stadt, das noch aus der Zeit der Renaissance stammt. Aber nicht nur das Verwaltungsgebäude, sondern auch die Holzhäuser, mit denen es sich den Platz teilt, sind bezaubernd.

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf dem Marktplatz ist der Georgsbrunnen, der seit 1446 hier steht. Er steht zwischen dem Rathaus und dem Fleisch- und Tanzhaus, einem besonderen Fachwerkhaus, das über dem 1240 abgebrannten Rathausflügel errichtet wurde. Der Brunnen wurde über einem acht Meter tiefen Schacht mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Litern errichtet. In der Mitte steht eine Säule aus der Renaissance mit einer Skulptur des Heiligen Georgs und einem Drachen an der Spitze.

Rothenburg ob der Tauber Rathaus

Das Rathaus

Das Rathaus auf dem Marktplatz von Rothenburg ob der Tauber ist ein wunderbares Beispiel für die Architektur der Renaissance. Die Rückseite des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1250 und ist damit der älteste Teil des Rathauses.

Im Jahre 1501 brannte die vordere Hälfte des Gebäudes zum Marktplatz hin ab und wurde durch den großen gelben Renaissancebau ersetzt, den du heute sehen kannst. Die weiße hintere Hälfte des Rathauses blieb zwar vom Feuer weitgehend verschont, hat aber trotzdem eine leichte Renaissance-Verschönerung bekommen.

Während des Mittelalters war dieses Gebäude der Regierungssitz des damaligen Stadtstaates. Aber auch heute noch ist das Rathaus ein funktionsfähiges Regierungsgebäude.

Der große zentrale Turm am Rothenburger Rathaus war über die Jahrhunderte ein sehr wichtiger Teil der Stadtverteidigung. Der Hauptzweck des Turms war die Überwachung von Bränden und die schnelle Kommunikation mit den Wachtürmen der Stadtmauer, die Rothenburg ob der Tauber umgaben.

Täglich im Sommer und an Wochenenden im Winter kannst du auch den 61 Meter hohen Turm besteigen. Mit 2,00 Euro Eintrittskosten ist das auch gar nicht allzu teuer und selbst dann in deinem Geldbeutel drin, wenn du mit einem begrenzten Budget reist.

Die Aussicht auf die Stadt, das umliegende Taubertal und den belebten Marktplatz ist einfach nur atemberaubend. Aus der Vogelperspektive kannst du auch schnell erkennen, welchen Vorteil der Turm im Mittelalter für die Verteidigung der Stadt hatte.


Die Jakobskirche

Nur einen kurzen Spaziergang vom Rathaus entfernt befindet sich die gewaltige Jakobskirche. Sie ist die bedeutendste Kirche Rothenburgs und wurde 1485, nach 170 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Zudem gilt sie als eine der schönsten Wallfahrtskirchen Deutschlands.

Ihre beiden Türme werden von Turmspitzen gekrönt, die mit Kronen geschmückt sind.

Die Top-Attraktion im Inneren ist der hölzerne Heilig-Blut-Altar, der oben hinter der 500-Pfeifen-Orgel ausgestellt ist. Dieser mehrstöckige Holzaltar wurde von dem deutschen Bildschnitzer Tilman Riemenschneider von 1499 bis 1505 geschnitzt. Er zeigt ein Bild des letzten Abendmahls und gilt als eines seiner besten Werke.

Ebenso interessant ist aber auch der Hauptaltar am Ende des Mittelschiffs, der den Mittelpunkt der Kirche bildet. Er wurde 1446 geschnitzt und ist den Zwölf Aposteln geweiht. Auf der Rückseite des Altars findest du die älteste bekannte Darstellung von Rothenburg ob der Tauber.

Rothenburg ob der Tauber Stadtmauer

Die Stadtmauern

Eines der coolsten Dinge, die du bei einem Spaziergang durch Rothenburg ob der Tauber machen kannst, ist es, durch die alten Mauern der Stadt zu laufen. Denn die Stadt hat die am besten erhaltenen mittelalterlichen Mauern Deutschlands. Der größte Teil der ursprünglichen mittelalterlichen Mauern aus dem 13. und 14. Jahrhundert ist sogar noch im originalen Zustand erhalten.

Der nördliche Teil der Stadt und der Mauern wurde aber während des 2. Weltkriegs zerstört. Die Bombenangriffe zerstörten neben über 600 Metern der Mauer auch noch mehr als 300 Häuser und 9 Wachtürme. Die Schäden wurden zum Glück aber mit Spenden aus der ganzen Welt komplett wieder aufgebaut.

An der Mauer findest du auch verschiedene Steintafeln. Sie erinnern an die Spenden von all den Menschen, die Abschnitte der Mauer durch den Kauf von Tafeln mit ihren Familiennamen gesponsert haben.

Du kannst auf die Stadtmauern problemlos über mehrere Stellen der Stadt gelangen. Halte einfach nach den Stadttürmen Ausschau, in deren Nähe findest du in der Regel auch schnell einige Stufen, die dich hinaufbringen. Diese sind leicht zu finden, schließlich musst du ja selbst durch eines der Stadttore laufen, um in die Altstadt zu gelangen.

Der größte Teil des Weges ist sogar überdacht. Das heißt, dass sich diese Tour auch dann lohnt, wenn es gerade regnet. Die beste Zeit für einen Besuch ist während den ersten paar Stunden nach dem Sonnenaufgang oder während des Sonnenuntergangs. Dann musst du auch nicht den Massen von Touristen ausweichen.

Ein lohnender Stopp auf dem Mauerweg ist das Rödertor, das sogar eine eigene Verteidigungsanlage am südöstlichen Eingang zur Altstadt darstellt. Der Turm war im Mittelalter auch eine Signalstation und ist neben dem Rathaus einer von nur zwei Türmen in Rothenburg, die du besteigen kannst. Er ist am Wochenende nachmittags geöffnet. Der Eintritt kostet sogar nur 1,50 Euro.


Das Plönlein

Das Plönlein ist zweifellos der wohl malerischste Platz in dieser äußerst hübschen Stadt. Du findest ihn bei einer Weggabelung in der Unteren Schmiedgasse. Er sieht aus, als wäre er direkt aus einem Märchen entsprungen. Dabei ist er genau genommen nichts anderes als eine Kreuzung.

Dank der vielen Fotos, die Menschen von ihr machen, ist sie auch eines der häufigsten Motive, die du auf Ansichtskarten aus Rothenburg ob der Tauber sehen kannst. Wir würden dir aber raten, deine Fotos vom Plönlein lieber am frühen Morgen oder am späten Abend zu machen. Denn ab der Mittagszeit sind hier gerne auch mal größere Gruppen von Touristen unterwegs.

Wenn du dich vor das hohe schlanke Fachwerkhaus stellst, siehst du, dass sich dort der Weg in eine niedrige Straße und eine hohe Straße teilt. Die letztere führt dich zum 1385 errichtete Spitaltor, während die niedrigere Straße dich zum Kobolzeller Tor führt.

Rothenburg ob der Tauber Plönlein

Der Staudthof

In der Herrngasse stößt du auf den Staudthof, das älteste Patrizierhaus der Stadt. Es ist nach der Familie von Staudt benannt, die seit 1697 im Besitz dieses Hauses ist. Auf der Straßenseite hat es eine relativ bescheidene Fassade. Die eigentliche Pracht eröffnet sich dir nämlich erst dann, wenn du vor der Schwelle stehst.

Der Staudthof stammt aus dem 12. Jahrhundert, also aus der Zeit vor der Stadtmauer Rothenburgs, und hatte daher eine eigene Verteidigungsmauer. Diese umschließt einen 120 Meter langen Hof, der von einer Scheune und Ställen umgeben ist und in dessen Mitte sich ein wunderschöner Garten mit zwei Eiben befindet.


Der Burggarten

Einer unserer liebsten Orte in Rothenburg ob der Tauber ist der Burggarten. Du wirst aber keine Burg finden, zu der dieser idyllische Park gehört. Denn die alte Stauferburg wurde bereits 1356 bei einem Erdbeben zerstört.

Vom Burggarten aus hast du einen herrlichen Blick auf die Altstadt und die berühmte Doppelbrücke weiter unten im Taubertal. Unterhalb der Terrasse breitet sich links das Taubertal aus und dir eröffnet sich ein Blick auf die südlichen Stadtteile von Rothenburg ob der Tauber.

Der Burggarten hat wunderschöne geometrische Blumenbeete mit acht Sandsteinstatuen. Sie wurden im 17. und 18. Jahrhundert angelegt und stellen die vier Jahreszeiten und vier Elemente dar.

Er ist einer der besten Plätze in Rothenburg, um sich zu entspannen und bietet eine großartige Aussicht auf das Krankenrevier im Süden, die Weinberge der Stadt und das Taubertal darunter.

Rothenburg ob der Tauber

Fazit

Rothenburg ob der Tauber mag vielleicht nicht unbedingt ein Geheimtipp sein, wenn es um coole Reiseziele geht, aber darüber können wir auch mal hinwegschauen. Dass die Stadt an der Romantischen Straße so beliebt ist, hat nämlich auch seine Gründe.

Die Altstadt betrittst du durch ein Stadttor, von dem aus du auch hoch zum Mauerweg kommst. Von dort oben kannst du auch rund um die Stadt laufen. Der größte Teil der Mauer ist sogar noch im originalen Zustand erhalten, einige Teile wurden aber nach einer Zerstörung wiederaufgebaut.

Da die Stadt bei Touristen jedoch ziemlich beliebt ist, würden wir dir empfehlen, die beliebtesten Orte, vor allem das Plönlein und den Marktplatz, entweder am frühen Morgen oder am späten Abend zu besuchen. Das wäre aber das Einzige, was wir als störend empfinden würden.


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