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Patagonien – Eine Region voller Naturwunder

Beeindruckende Gletscher, tiefblaue Seen und überraschend schroffe Gebirgsgipfel im Hintergrund: Von Jahr zu Jahr suchen mehr Reisende die nahezu endlosen Weiten in Patagonien auf und lassen sich von malerischen Naturpanoramen verführen. Die südliche Spitze Südamerikas gilt nicht umsonst als das Paradies für Outdoor-Fans und eine Vielzahl an Nationalparks warten mit unzähligen Wanderrouten auf dich.

Anschließend gibt es noch einen kurzen Abstecher zum berüchtigten Ende der Welt und deine Rundreise ist perfekt. Auch wenn das Klima hier einen etwas rauen Ton anschlägt, versprechen wir dir: Die spektakulären Naturkulissen lassen dich auch das schlechte Wetter im Handumdrehen vergessen!

Egal, ob du nun schon mitten in deiner Reiseplanung steckst oder gerade vielleicht einfach nach ein paar neuen Inspirationen für deine nächste große Tour suchst, in diesem Artikel geben wir dir einen Überblick zu den wichtigsten Fakten über den südlichen Zipfel Südamerikas. Und natürlich erzählen wir dir auch die drei Highlights, die auf keiner Rundreise in diese Region fehlen dürfen.

Lass uns also am besten direkt starten!

Faktencheck

Wo liegt Patagonien?

Zuerst beschäftigen wir uns ein bisschen mit Geografie. Patagonien selbst ist nämlich kein eigenes Land, sondern eine Region in Südamerika. Sie umfasst die südliche Spitze des großen Kontinents und sowohl Gebiete aus Chile als auch aus Argentinien zählen mit dazu. Als natürliche nördliche Eingrenzung gelten die Flüsse Río Bío Bío in Chile und Río Colorado in Argentinien. Auch das gigantische Gebirge der Anden bahnt sich seinen Weg hindurch. Die südamerikanische Bergkette verläuft grob entlang der beiden Ländergrenzen Richtung Süden.

Ganz unten an der Südspitze Südamerikas befindet sich das sogenannte Feuerland. Diese Inselgruppe wird durch die Magellanstraße vom Festland abgetrennt und geheimnisvoll auch als Ende der Welt bezeichnet. Durch die abgelegene Lage wird dieses Gebiet häufig separat betrachtet. Da wir dir in diesem Artikel allerdings einen Einblick über die gesamte Region geben möchten, zählen wir diesen schönen Fleck Erde mit dazu.

Insgesamt sind die Temperaturen in diesen Teilen Südamerikas mäßig bis kühl. Starke Winde fegen ganzjährig über das Land hinweg und sorgen für eine raue Atmosphäre. Im südlichen Teil liegen die Durchschnittstemperaturen bei 6-10 Grad und an mehr als 300 Tagen im Jahr fällt hier Niederschlag. Aber lass dich davon nicht abschrecken! Auch hier gibt es Monate, in denen die Temperaturen ansteigen.

Gletscher in Patagonien

Die beste Reisezeit für eine Runde

Die Hauptsaison für Reisen in den unteren Zipfel Südamerikas liegt zwischen Dezember und Februar. In dieser Zeit ist hier Sommer und die Temperaturen klettern auch im wechselhaften Süden mal auf 20 Grad. Zusätzlich dazu ist das Wetter in der Region generell etwas stabiler und es gibt weniger Niederschlag. Planst du also eine Rundreise durch Patagonien und möchtest auf deiner Route möglichst viele Outdoor-Aktivitäten mitnehmen, bietet sich dieser Zeitraum an.

Die Nebensaison ist zwischen den Monaten Oktober und November und von März bis April. Zwar hast du hier den Vorteil, dass mit Sicherheit deutlich weniger Reisende unterwegs sein werden, allerdings ist das Wetter um diese Zeit vor allem im Süden meist schon sehr ungemütlich. Da einige Nationalparks und Gebiete daher sogar teilweise gar nicht mehr zugänglich sind, empfehlen wir dir das Reisen in diesen Monaten nur bedingt.

Insgesamt musst du dich aber immer auf wechselseitiges Wetter einstellen. Nicht umsonst wird davon gesprochen, dass du in dieser Region alle vier Jahreszeiten an nur einem Tag erleben kannst. Mit das wichtigste ist daher: Denke unbedingt an wetterfeste Klamotten! Denn schlechtes Wetter gibt es ja bekanntlich nicht, richtig? Wenn es dir möglich ist, dann plane sicherheitshalber ein paar Tage mehr ein. Dann kannst du entspannt bleiben, falls das Wetter dir deinen Camping-Trip spontan noch etwas nach hinten verschiebt.  

Fortbewegung vor Ort

Ein paar Tage mehr lohnen sich auch, wenn es um deine Fortbewegung innerhalb Patagoniens geht. Der Bus bietet sich als Transportmittel super an! Auch wenn die Fahrtzeit hier gerne mal deutlich länger dauert als erwartet, sind die berühmte chilenische Carretera Austral und auch die argentinische Ruta Nacional 40 eine Attraktion für sich. Die beiden Fernstraßen führen vorbei an einer wilden Landschaft aus Vulkanen, Seen, Bergen und Gletschern und zählen zu den beliebtesten Panomarastrecken der Welt.

Mietautos sind ebenfalls eine gern genutzte Option. Dabei musst du nur etwas auf deine Route und die jeweiligen Bedingungen des Fahrzeugs achten, da nicht mit jedem die Ländergrenzen zwischen Chile und Argentinien so einfach überquert werden können. Zu guter Letzt bleibt dir natürlich noch das Flugzeug. Die beliebtesten Strecken verbinden die Städte Santiago de Chile mit Punta Arenas und Buenos Aires mit El Calafate oder Ushuaia.

Für welche Transportmöglichkeit du dich entscheidest, machst du am besten von deiner verfügbaren Zeit, Reiseroute und finanziellen Aspekten abhängig.

Straße mit Blick auf Gebirge in Patagonien

Ein Paradies für Outdoor-Fans

Wie du vielleicht schon an den Beschreibungen der Landschaft gemerkt hast: Das Highlight in Patagonien sind vor allem die unterschiedlichen Naturerlebnisse, die jeden hier zum Staunen bringen. Während der Westen überwiegend trocken ist und die Landschaft hauptsächlich aus weitläufigen und wüstenähnlichen Steppen besteht, wird die Natur Richtung Süden deutlich wilder. Sie ist vollgepackt mit spektakulären Kulissen und alles steht bereit für beeindruckende Erinnerungsfotos.

Fast alle Reisende kommen für die Wandertouren und andere Aktivitäten wie Gletscherbesteigungen, Kajak-Touren oder Reitausflüge hierher. Der Zipfel Südamerikas gilt als das Paradies für Outdoor-Begeisterte schlechthin und es warten eine Vielzahl an Abenteuern auf dich. Im nächsten Abschnitt geben wir dir einen Überblick über die drei Sehenswürdigkeiten, die du auf deiner Rundreise auf keinen Fall verpassen darfst.

Torres del Paine in Chile

Los geht es mit dem wahrscheinlich beliebtesten Reiseziel in ganz Patagonien: Der Parque Nacional Torres del Paine in Chile. Das UNESCO-Biosphärenreservat beherbergt gleich mehrere Highlights auf einmal. An türkisblauen Seen und tiefgrünen Wäldern vorbei führen dich die Wanderwege zu Naturhighlights wie dem Berg Torres del Paine. Übersetzt heißt das „Türme des blauen Himmels“ und passend dazu ragen die schroffen Gipfel fast senkrecht in den Himmel.

Ein weiteres Naturspektakel, das du dir im Nationalpark anschauen kannst, ist der Glaciar Grey. Dieser beeindruckende Gletscher kalbt in den gleichnamigen See Lago Grey. Nicht ohne Grund ist diese Sehenswürdigkeit ein beliebtes Fotomotiv und mit einer Bootstour übers Wasser kannst du dir die Eisformationen sogar noch etwas genauer anschauen.

Um den Torres del Paine zu erkunden, hast du verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Reisenden kommen für das berühmte „W“ hierher. Diese 5-tätige Wandertour führt dich in einer W-Form an den sehenswertesten Kulissen des Parks vorbei. Falls du noch mehr Abenteuer suchst, lässt sich der W-Trek noch zu der Rundwanderung „O“ erweitern. Diese Route ist knapp 50 km länger und nimmt ca. 7 Tage in Anspruch. Der große Vorteil: Abseits des W’s sind die Pfade deutlich menschenleerer und beim Bestaunen der Landschaft bist du mehr für dich.

Guanako im Torres del Paine

Anreise und Übernachtung im Park

Während der Hauptsaison bringen dich täglich mehrere Busverbindungen innerhalb von 2,5 Stunden von der chilenischen Stadt Puerto Natales an den Eingang des Torres del Paine. Reserviere rechtzeitig einen Camping-Platz oder einen Schlafplatz in den Refugios, wenn du gerne mehrere Tage im Park verbringen möchtest! Denn die sind durch den Beliebtheitsgrad meistens schon sehr früh ausgebucht.

Parque Nacional Los Glaciares in Argentinien

Vielleicht ahnst du es schon: Auch bei dem nächsten Ziel auf deiner Rundreise handelt es sich um einen Nationalpark. Der Parque Nacional Los Glaciares beherbergt die bekannten Gipfel des Cerro Fitz Roy und Cerro Torre, deren Besteigung auch von erfahrenen Kletterern gefürchtet wird. Das farbenfrohe El Chaltén ist bekannt als die Wanderhauptstadt Argentiniens und dein Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Gipfeln.

Am besten packst du auch hier dein Zelt ein, denn die Touren zu den lassen sich prima zu einer 2-3 Tagestour verbinden. So kannst du nach der Nacht im Zelt deinen ersten Kaffee am Morgen direkt vor den schönen Gebirgsseen Laguna de los Tres oder der Laguna Torre schlürfen. Die Anstrengungen vom Vortag sind danach garantiert vergessen!

Eine weitere Sehenswürdigkeit des Los Glaciares befindet sich drei Stunden weiter südlich. Hier liegt El Calafate und von diesem Städtchen aus geht es als Tagestour auf zum berühmten Perito Moreno. Der einzige noch wachsende Gletscher lässt sich von Holzstegen aus in aller Ruhe beobachten. Manchmal ist man sogar dabei, wenn Teile der riesigen Eismasse krachend ins Wasser fallen. Ein beeindruckendes Naturschauspiel!

Der Gletscher Perito Moreno

Ushuaia: Das Ende der Welt in Feuerland

Als letzter Tipp darf die argentinische Stadt Ushuaia nicht fehlen. Sie ist die Hauptstadt der rauen Region Feuerland und gilt als die südlichste Stadt der Welt. Auch hier warten einige spannende Ausflüge auf dich. Denn obwohl die Region als das Ende der Welt gilt, hat sie einiges zu bieten. Eine kleine Lokomotive fährt dich passenderweise von der Estación del Fin del Mundo (Station das Ende der Welt) in den Nationalpark Tierra del Fuego, in dem schöne Wanderrouten und überwiegend leere Campingplätze auf dich warten.

Vom Hafen Ushuaia‘s aus kannst du an Touren zum Beagle-Kanal teilnehmen, auf denen du mit Seelöwen, einer Pinguinkolonie und Kormoranen einen Teil der patagonischen Tierwelt erleben kannst. Bei gutem Wetter fährt man sogar bis zum Faro Les Éclaireurs, einem kleinen einsamen Leuchtturm am Ende der Welt.  

Und wenn dir nicht nach einer Bootstour zumute ist, findest du auch direkt am Hafen ein beliebtes Plätzchen der Stadt. Hier steht das „fin del mundo“-Schild, das sich perfekt für einen Erinnerungsschnappschuss eignet. Sicher ist: Deine Familie und Freunde werden sich über eine Postkarte von hier riesig freuen.

Fazit

Die Liste mit sehenswerten Dingen im Süden von Südamerika könnten wir hier noch lange weiterführen. Die Größe und Vielfalt der Region machen es fast unmöglich, alles in einem Artikel unterzubringen. Dennoch hoffen wir, dass wir dir hier etwas von unserer Begeisterung für Patagonien und auch ein paar Inspirationen weitergeben konnten.

Wer weiß, vielleicht schlägst du ja auch bald dein Zelt in einem der schönen Nationalparks auf oder knippst ein schnelles Selfie am Ende der Welt. Wir wünschen dir auf alle Fälle viel Spaß beim Bestaunen der wunderschönen Natur und einer Rundreise voller Abenteuer!

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