Rundreise durch Namibia

Falls du mal nach Namibia verreisen willst, dann erwartet dich ein faszinierendes Land, welches ideal für die ersten Erfahrungen mit dem afrikanischen Kontinent geeignet ist. Denn Namibia ist so etwas wie der ganze Kontinent in kleinerem Format. Dich erwarten lebhafte Städte und riesige Wüsten, aber auch kilometerweite Steppen und wunderschöne und blühende Landschaften.

Wenn du das Land in seiner vollen Schönheit kennenlernen willst, dann solltest du auf jeden Fall mehr als nur die Hauptstadt Windhoek besuchen. Wir können dir hier ans Herz legen, mal eine Rundreise durch das Land im Süden Afrikas zu machen. Und in diesem Artikel verraten wir dir, welche Stationen du am besten ansteuerst.

Namibia Gazelle


Windhoek, die Hauptstadt Namibias

Wenn du deine Rundreise durch Namibia startest, ist Windhoek mit Sicherheit der ideale Ausgangspunkt. Das liegt vor allem daran, dass du, wenn du mit dem Flugzeug anreist, sowieso in der namibianischen Hauptstadt ankommst.

In dieser circa 300.000 Einwohner zählenden Stadt erwartet dich eine einzigartige Mischung aus afrikanischer und europäischer Kultur. Vor allem die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die du in Windhoek und außerhalb besuchen kannst, wissen zu begeistern. Besonders Sehenswürdigkeiten wie der Tintenpalast und die Alte Feste sowie zahlreiche Galerien und Museen sind hier erwähnenswert.

Außerdem lohnt es sich auch, das Zentrum der Stadt näher unter die Lupe zu nehmen. Unter anderem kannst du dort auf den kleinen lokalen Märkten das eine oder andere Souvenir kaufen. Dazu kommen noch einige Restaurants und Cafés, in denen du dir nach einer ausgiebigen Sightseeingtour zur Stärkung einen kühlen Drink gönnen kannst.


Der Etosha National Park

Der nächste Stopp auf unserer Namibia Rundreise ist der Etosha-Nationalpark, das zweitgrößte Wildreservat in Namibia. Dieses Naturschutzgebiet findest du im Norden des Landes und es verfügt über etwa 22.000 Quadratkilometer an Fläche. Entstanden ist es, um die dort lebenden wilden Tiere vor Wilderern zu beschützen. Zuvor war die Großwildjagd ein riesiges Problem, welches dazu geführt hat, dass viele der hier heimischen Tiere fast vollständig ausgerottet wurden.

Bei der Bildung des Schutzgebiets im Jahr 1907 war die Fläche sogar um ein vierfaches größer als heute. Die heute bestehenden Grenzen bestehen seit 1973 und das gesamte Gelände ist vollständig eingezäunt. Auf diese Weise sollen Wilderer davon abgehalten werden, noch weiter Jagd auf die heimischen Tiere zu machen.

Der Zugang erfolgt über eines der vier Tore, von denen sich in jeder Himmelsrichtung eines befindet. Wenn du den Park betreten möchtest, wirst du erst einmal vom Personal registriert. Zudem werden die Tore geschlossen, sobald die Sonne untergeht. Nach Sonnenaufgang werden sie dann auch wieder geöffnet.

Im Zentrum des Nationalparks findest du zudem die gigantische Etosha-Salzpfanne, welche meist trocken ist. Sie ist ungefähr 5.000 Quadratkilometer groß und entstand vor etwa zwei Millionen Jahren, als das Binnendelta des Flusses austrocknete und somit das Flussbett verlagert wurde. Im Sommer füllt sie sich jedoch für kurze Zeit mit Wasser. Dabei kommen auch eine Reihe von Algen zum Vorschein, welche immer wieder Scharen von Flamingos dorthin locken.

Aber neben den Flamingos kannst du auch noch zahlreiche andere wilde Tiere in der freien Natur beobachten. An den verschiedenen Wasserlöchern findest du zum Beispiel öfters mal ganze Herden von Gnus oder Zebras. Insgesamt findest du hier über 100 Arten von Säugetieren sowie Hunderte von verschiedenen Vogelarten. Deswegen macht gerade in diesem Nationalpark eine Safari richtig viel Spaß.

Da der Nationalpark wie bereits erwähnt komplett eingezäunt ist, sind die Tiere, die in ihm leben, auf die dort vorhandenen Wasserquellen angewiesen. Viele der Wasserlöcher sind sogar künstlich angelegt, aber einige sind auch von natürlichem Ursprung.


Die Epupa Fälle

Entlang der Grenze, welche Namibia und Angola voneinander trennt, fließt der Fluss Kunene. Dieser ist einer der Flüsse, welche jederzeit Wasser führen. Davon gibt es im ganzen Land nur fünf Stück. Jedoch schwankt die Menge an Wasser, je nachdem, wie viel Regen gefallen ist.

In der Nähe der kleinen Stadt Epupa stürzt der Fluss in eine tiefe Schlucht, wodurch eine Reihe von Wasserfällen entsteht, die alle über 40 Meter in die Tiefe fallen. Bedingt durch die Schwankungen in der Wassermenge sind die Wasserfälle mal mehr und mal weniger spektakulär. Am besten planst du diesen Zwischenhalt für eine Namibia Rundreise in der Regenzeit ein. Denn während dieser Zeit ist der Anblick besonders beeindruckend.


Die Skelettküste

Als Nächstes geht die Rundreise zur Skelettküste, dem größten Schiffsfriedhof unseres Planeten. Sie erstreckt sich über eine Länge von 500 Kilometern entlang der Küste von Namibia. Auf der einen Seite ist dieser Abschnitt zwar äußerst faszinierend, gleichzeitig ist die Skelettküste aber nicht gerade ein lebensfreundlicher Ort.

Seinen Namen hat die Küste von den Walskeletten bekommen, welche du hier finden kannst. Bedingt durch die Strömung stranden viele von ihnen hier und können nicht mehr zurück ins Meer, was zwangsläufig zu ihrem Tod führt. Die Knochen wurden von einigen Stämmen, die am Rande der Skelettküste leben, unter anderem zum Bau ihrer Hütten benutzt.

Aber die Überreste der Wale sind nicht das Einzige, was du hier sehen wirst. Wegen der unberechenbaren Strömung vor der Küste und den stürmischen Winden erleiden hier viele Schiffe und Boote Schiffbruch. Mit der Zeit haben sich so viele Schiffswracks angesammelt, dass die Küste für diesen Anblick weltweit berühmt ist.

Die Seeleute, welche hier gestrandet sind, haben in der Regel das gleiche Schicksal erlitten wie die Wale. Denn in der kilometerbreiten Wüste Namib gibt es überhaupt kein Wasser und viele der Seemänner, die sich an Land retten konnten, sind verdurstet.

Auch wenn die Wüste eher lebensfeindlich ist, wirst du hier einige Tiere finden, welche sich an die Bedingungen hervorragend angepasst haben. Unter anderem wären dies Nashörner, Hyänen und Giraffen. Außerdem gibt es auch noch Pflanzen, die sich ebenfalls an das Klima angepasst haben. Vor allen der Nebel, welcher vom Atlantik herüberweht, versorgt die Pflanzen mit Wasser.


Das Twyfelfontein

Das Twyfelfontein ist für seine uralten Felsgravuren bekannt und nicht ohne Grund von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden. Insgesamt gibt es mehr als 2.500 dieser Zeichnungen, welche alle unterschiedlich alt sind. Einige sind mit 1.000 Jahren noch relativ jung, andere stammen aus einer Zeit von vor 10.000 Jahren.

Auf den Zeichnungen kannst du verschiedene Abbildungen erkennen. Viele von ihnen zeigen Szenen einer Jagd, aber es werden auch oftmals nur Tiere dargestellt. Allerdings wurden in der Vergangenheit auch oftmals schon einige dieser Steinblöcke entwendet, weshalb du Twyfelfontein während deiner Rundreise durch Namibia nur mit einem Tourguide besuchen darfst.


Der Namib Naukluft Park

Dieser Park verfügt über eine der ältesten Wüsten unseres Planeten und ist mit seiner Größe von etwa 50.000 Quadratkilometern der größte Nationalpark des Landes. Entstanden ist er, als mehrere kleinere Schutzgebiete zusammengefasst wurden.

In der Form, in welcher der Park heute besteht, gibt es ihn bereits seit dem Jahr 1979. Allerdings ist nur ein Teil des Parks zugänglich. Dazu gehören vor allem die Naukluftberge und ein paar Abschnitte des Flusses Kuiseb. Was die Landschaft betrifft, sind besonders das Dead Vlei und das Sossusvlei besonders beeindruckend.

Letzteres ist eine Pfanne aus einem Gemisch aus Salz und Ton, welches von mehreren Sanddünen umschlossen wird. Vlei bedeutet in der Sprache der Einwohner so viel wie Pfanne, während Nama auf Deutsch „blinder Fluss“ bedeutet. Dies stammt daher, dass der Tsauchab in dieser Salz-Ton-Pfanne versickert und unterirdisch weiter bis zum Atlantik fließt.

Hier findet auch ein außergewöhnliches Naturphänomen statt, welches nur ungefähr alle zehn Jahre stattfindet. Dann füllt sich die Senke mit Wasser, wodurch ein See entsteht. Wegen der Lehmschicht, welche kaum Wasser durchlässt, besteht dieser auch für längere Zeit. Vor allem das türkisfarbene Wasser steht dann in Kontrast zu der Dünenlandschaft, welche das Sossusvlei prägt, und sorgt für ein atemberaubendes Fotomotiv.

Das Dead Vlei befindet sich nicht weit weg von Sossusvlei. Typisch für das Dead Vlei sind die zahlreichen abgestorbenen Kameldornbäume. Diese werden durch die extreme Dürre der Wüste vom Verfall abgehalten.

An dem Rand des Dead Vlei kannst du auch die größte Sanddüne der Welt entdecken. Diese ist unter dem Namen „Big Daddy“ bekannt und ist 300 Meter hoch. Für ihre Besteigung solltest du mindestens eine Stunde einplanen. Von dort oben aus kannst du eine atemberaubende Aussicht genießen.


Der Fischfluss Canyon

Als Nächstes geht es auf der Rundreise zum Fischfluss Canyon. Dieser ist mit einer Länge von 85 Kilometern der zweitgrößte Canyon unseres Planeten, gleich nach dem amerikanischen Grand Canyon. Dort befindet sich auch der weltberühmte Höllenbogen, welcher dir eine atemberaubende Aussicht über den Canyon bietet. Du findest den Fischfluss Canyon innerhalb des ǀAi-ǀAis Richtersveld Transfrontier Park.

Um diesen zu betreten, musst du dich allerdings im Voraus anmelden. Wanderungen in den Canyon werden jedoch aus Sicherheitsgründen nur mit einem erfahrenen Tourguide durchgeführt, alleine in den Canyon zu steigen kann für unerfahrene Wanderer sehr gefährlich werden. Zudem werden diese Touren nur im Zeitraum von April bis September durchgeführt. Des Weiteren wird für die Wanderung eine entsprechend gute Kondition vonnöten sein.

Seinen Namen hat der Fischfluss Canyon vom Fischfluss, der sich hier entlangschlängelt. Insgesamt ist dieser etwa 800 Kilometer lang und somit der längste Fluss in Namibia. Er entspringt im Osten der Naukluftberge.


Fazit

Namibia Landschaft

Eine Rundreise durch das südafrikanische Land Namibia zu machen ist die beste Möglichkeit, um seine faszinierende Landschaft kennenzulernen. Wir haben in diesem Artikel eine Route vorgeschlagen, die dich von der Hauptstadt Windhoek erst über den Etosha Nationalpark zu den Epupa Wasserfällen im hohen Norden kurz vor der Grenze zu Angola bringt.

Danach geht es zur Küste im Westen. Dort geht es entlang der von zahlreichen Schiffswracks übersäten Skelettküste zum Namib Naukluft Park, wobei du zwischendurch noch einen Stopp in Twyfelfontein einlegst, um die mehrere tausend Jahre alten Felsgravuren zu bewundern. Zum Abschluss der Rundreise geht es dann zum Fischfluss Canyon.

Selbstverständlich kannst du die Route auch deinen eigenen Wünschen entsprechend anpassen. Weder die Stationen sind fest vorgegeben noch die Reihenfolge. Am Ende ist das Wichtigste bei einer Rundreise, dass du deinen Spaß daran hast.

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