Erfahrungen & Bewertungen zu Backpackertrail

November 3

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Geografie

Zunächst ein paar geographische Daten und Fakten rund um dieses Reiseziel, damit du überhaupt weißt, wohin genau dich deine Reise führt. Schließlich handelt es sich bei dieser Stadt doch um ein eher unbekannteres, exotisches Ziel, das vielen Leuten, vor allem denen, die nicht gerade als Weltenbummler bekannt sind, vermutlich wenig sagt. Montego Bay ist eine Stadt im Südwesten Jamaikas und Verwaltungssitz des Bezirks Saint James. Sie liegt an der gleichnamigen Bucht an der Mündung des Flusses Montego. Generell ist diese Stadt in einer Wasserscheide eingeschlossen und von zahlreichen Flüssen umgeben.

Zudem ist Montego Bay mit knapp 500.000 Einwohnern das viertgrößte Stadtgebiet Jamaikas. Daneben ist sie, nach Kingston, die zweitgrößte anglophone Stadt in der Karibik. Montego Bay ist eine sehr beliebte Anlaufstelle für Kreuzfahrttouristen, weshalb es auch ein extra Terminal für Kreuzfahrtschiffe gibt. Außerdem befindet sich hier der Donald Sangster International Airport, der der verkehrsreichste Flughafen in der anglophonen Karibik ist und an dem auch du höchstwahrscheinlich dein Abenteuer beginnen wirst.

Eine kurze geschichtliche Zeitreise

Bevor deine Reise beginnt, solltest du dich ein bisschen mit der Geschichte deines Reiseziels bekannt machen, denn häufig lässt sich dadurch die Mentalität der Einheimischen nachvollziehen. Außerdem werden die Bewohner bestimmt beeindruckt sein, wenn du bei einem Gespräch mit geschichtlichem Wissen glänzen kannst. Also gut aufgepasst!

 Bereits auf seiner zweiten Reise im Jahr 1494 entdeckte Christoph Kolumbus die karibische Insel Jamaika und benannte die Bucht Montegos Golfo de Buen Tempo. Falls du auch nur einige wenige Spanischkenntnisse besitzt, dürftest du dich jetzt freuen, denn wie der ursprüngliche Name andeutet, ist das Wetter hier wirklich sehr schön. Es wird vermutet, dass der Name Montego Bay der Abwandlung des spanischen Wortes manteca, was im Deutschen Schmalz bedeutet, entstammt. Das ist darauf zurückzuführen, dass während der spanischen Kolonialzeit dieser Hafen die Anlaufstelle für den Handel von Leder, Rindfleisch und, wie der Name andeutet, eben auch Schmalz war. Während der Epoche der Sklaverei, etwa ab Mitte des 17. Jahrhunderts bis hin ins 20. Jahrhundert diente Montego Bay vor allem als Hafen, der sich auf den Export von Zuckerrohr spezialisiert hatte. Wie an vielen Orten, an denen Sklaverei herrschte, gab es auch auf Jamaika Aufstände der ausgebeuteten und unterdrückten Sklaven. Der bedeutendste Aufstand, auch bekannt als Weihnachtsaufstand oder Baptistenkrieg, fand in den Jahren 1831 und 1832 in Montego Bay statt und wurde vom heimischen Sklaven Samuel Sharpe angeführt, der infolgedessen in dieser Stadt erhängt wurde. Jahre später wurde der Hauptplatz Montego Bays zu seinen Ehren umbenannt.

Die Stadt Montego Bay hatte lange damit zu kämpfen als Stadt anerkannt zu werden, denn bereits vor der britischen Kolonialzeit war deren Stadtstatus umstritten und wurde im Laufe der Kolonialzeit sogar entzogen. Erst im Jahr 1980 wurde ihr wieder der Status einer Stadt verliehen. Dennoch war sie immer noch ein integraler Bestandteil der Gemeinde St. James. Heutzutage gilt Montego Bay als beliebte Stadt, in die sich viele aus Kingston stammende Jamaikaner aus der Oberschicht sowie viele Nordamerikaner und auch Europäer zurückziehen. Es gibt zahlreiche Restaurants, Shopping-Center und riesige Hotelanlagen, die vor allem auf dem ehemaligen Gebiet der Zuckerrohrplantagen gebaut wurden und somit von vielen alten Gebäuden und Mühlen Gebrauch machen. Dadurch geben sie häufig einen Einblick in die damalige Zeit. Auch die Infrastruktur wird immer weiter ausgebaut und zunehmend modernisiert, damit Montego Bay noch attraktiver für Touristen und Einheimische wird und ihren Status als in dieser Region beliebte statt behält.


Eine kunterbunte und facettenreiche Bevölkerung

In Hinblick auf die Bevölkerung spiegelt Montego Bay genau das wider, was generell auf Jamaika vorherrschend ist. Die meisten Bewohner sind afrikanischer Abstammung, da, wie wir bereits wissen, viele Sklaven im 17. und 18. Jahrhundert aus Afrika eingeschifft wurden. Dennoch gibt es auch einen beachtlichen Anteil an Chinesen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts als sogenannte indentured servants (was übersetzt so viel wie „Vertragsknecht auf Zeit“ bedeutet) nach Jamaika kamen. Dadurch ist das Stadtbild Montego Bays auch heutzutage noch von vielen chinesischen Supermärkten und Restaurants geprägt.

Als Liebhaber chinesischen Essens bist du hier also bestens aufgehoben. Zudem gibt es auch eine indische Minderheit, die vor allem Schmuck- und Souvenirshops betreiben. Hier findest du also alles, was du als typisch Tourist und als Mitbringsel für deine nicht ganz so abenteuerliche Familie und Freunde brauchst: Von selbstgeflochtenen Armbändern über Magnete und Postkarten bis hin zu den typischen, auf aller Welt bekannten und sofort „Hallo, ich bin ein Tourist“-schreienden „I Love Montego Bay“- Shirts. Des Weiteren gibt es auch einige deutschstämmige Einwohner, da Montego Bay gerade mal 90 Minuten von der deutschen Siedlung in Westmoreland entfernt ist. Auch andere Europäer wie Briten, Spanier, Italiener und Russen haben hier ein Zuhause gefunden. Zudem kamen viele Nordamerikaner nach Montego Bay, um dort in der Tourismusbranche oder im Business Process Outsourcing zu arbeiten.

Ganzjährig schönes Klima 

Verständlicherweise ist das Klima ein ausschlaggebender Faktor bei der Wahl des Urlaubziels. Gerade im Winter möchte man dem tristen, regnerischen und kalten Wetter Deutschlands entkommen und sich lieber unter strahlend blauem Himmel die Sonne an irgendeinem weißen Sandstrand auf den Bauch brennen lassen. Mit Montego Bay hast du für diese Ansprüche die perfekte Wahl getroffen. Gerade im europäischen Winter ist es hier trocken und sehr warm, sodass die Temperaturen auch von Dezember bis April bei durchschnittlich 28 °C liegen. In den Sommermonaten wird es mit Durchschnittstemperaturen von 31 °C sogar noch wärmer. In den Monaten Mai und Juni sowie von September bis November muss allerdings mit dem ein oder anderen Regenschauer gerechnet werden, wobei sich diese in Montego Bay zurückhalten, sodass hier nicht von einer Regenzeit gesprochen werden kann. Außerdem ist Montego Bay mit fast 8 Sonnenstunden pro Tag ein reinstes Paradies für alle Sonnenanbeter.


Was sollte man sich unbedingt anschauen? - Die Sehenswürdigkeiten

Good Hope Estate

Gerade bei geschichtsbegeisterten Reisenden muss dieses Anwesen auf der To-Do-Liste stehen. Good Hope begann im Jahr 1744 als Zuckerfabrik, die von Colonel Thomas Williams gebaut und in Betrieb genommen wurde, nachdem ihm ein über 400 Hektar großes Stück Land zuteilwurde. Im Jahr 1767 wurde das Gebäude an John Tharp verkauft und entwickelte sich durch den Kauf angrenzender Ländereien zunächst zu einem kleinen und später zu einem immer größer werdenden Dorf.

Auch die Plantagennutzung wurde ausgeweitet, sodass hier zeitweise 3000 Sklaven tätig waren. Heute gehört das Anwesen zur Island Trading Group, allerdings hat es trotz der Umwandlung in einen luxuriösen Villenkomplex mit allen modernen Annehmlichkeiten seinen kolonialen Charme behalten. Bei einer Führung durch das Haus kannst du dich selbst davon überzeugen und den Hauch der vergangenen Zeiten spüren. Außerdem bietet das Haus einen spektakulären und atemberaubenden Ausblick auf Jamaika und die umliegende Hügellandschaft. Das solltest du dir wirklich nicht entgehen lassen! Auch Abenteurer und Adrenalin-Junkies werden hier auf ihre Kosten kommen. Good Hope Estate bietet zahlreiche Möglichkeiten, überschüssige Energie loszuwerden. Begriffe wie Zip-Lines, River Tubing und Buggyfahrten lassen dein Herz höherschlagen? Dann bist du hier genau richtig.

Doctor’s Cave Beach

Natürlich darf man, wenn man über Montego Bay redet, nicht den auf ganz Jamaika beliebten Doctor’s Cave Beach vergessen. Dieser bietet alles, was das Herz eines Urlaubers begehrt: glasklares, türkisfarbenes Wasser, weißen Sand, seichte Wellen sowie zahlreiche Restaurants, Bars und Freizeitaktivitäten wie Wave-Running, Jet-Ski fahren oder Stand-Up-Paddling. Ein wahrer Traum also. Der Strand ist zudem Teil des geschützten Montego Bay Marine Parks und daher eine optimale Adresse für Taucher, die Korallen und seltene Meerestiere in ihrer vollen Pracht sehen möchten.


Sam Sharpe Square

Dieser Hauptplatz der Stadt, der das National Heroes Monument beherbergt, sollte nicht nur wegen seiner bereits erwähnten geschichtlichen Bedeutung besucht werden, sondern auch wegen seiner Funktion als kulturelles Zentrum und Beispiel für beeindruckende koloniale Architektur. Außerdem ist er von zahlreichen schnuckeligen Cafés und bezaubernden Restaurants umgeben, die dazu einladen, kulinarische Köstlichkeiten zu probieren und dem Treiben in der Stadt zuzuschauen. Oder du schlenderst mit einem Coffee-to-go durch die umliegenden kleinen Gassen und bestaunst die farbenfrohen Gebäude.

Fazit

Du siehst also, dass Montego Bay ein tolles Reiseziel für abenteuerlustige, geschichtsinteressierte oder einfach nur nach einer Auszeit suchende Touristen ist. Glasklares Wasser, weiße Sandstrände und das typische entspannte jamaikanische Reggae-Flair laden Menschen aus aller Welt ein, hier zu verweilen und ihre Sorgen wenigstens für ein paar Tage zu vergessen.

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