An was denkst du, wenn du an Amman denkst? Das ist die Hauptstadt von Jordanien, einem wirklich exotischen Land im Nahen Osten. Sicherlich wirst du schon wegen der geografischen Lage des Landes an Terroristen denken. Oder an Frauen, die nur mit einer Burka das Haus verlassen dürfen. Aber dem ist überhaupt nicht so.

Jordanien ist ein vergleichsweise sehr sicheres Land, selbst wenn du es mit anderen Ländern in Europa vergleichst. Du solltest aber bei deiner Reise trotzdem an ein paar Sachen denken, um auch wirklich keine ernsthaften Probleme zu haben. Am wichtigsten ist natürlich, dass du die Kultur deiner Mitmenschen respektierst.

Die kulturellen Unterschiede zwischen Europa und den arabischen Ländern ist aber so immens, dass es leicht ist, trotzdem in ein Fettnäpfchen zu treten. Und damit dir das erspart bleibt, haben wir für dich auch die wichtigsten Infos darüber, was du vor deiner Reise nach Amman so alles wissen solltest.

Du benötigst für Jordanien ein Visum

Normalerweise beginnt dein Abenteuer in einem fremden Land wahrscheinlich am Flughafen, da wird auch Jordanien keine Ausnahme sein. Wie auch die Einwohner aus den meisten anderen Ländern musst du als deutscher Staatsbürger ein Visum vorweisen, wenn du nach Jordanien reisen willst. Das ist aber nicht so schwer, denn das Land bietet das sogenannte „Visa on Arrival“ an.

Ein Visa on Arrival ist quasi ein ganz normales Visum, das du direkt am Zielflughafen erhältst. Dafür musst du dich nur am entsprechend ausgeschriebenen Schalter anstellen. Die Beamten überprüfen, ob du irgendwelche Stempel im Pass hast, die Jordaniens Grenzbehörden nicht so gern sehen. Das wird aber wahrscheinlich nicht der Fall sein, denn in diese Länder kommst du eh nicht so ohne Weiteres rein.

Am Flughafen Queen Alia haben wir auf diese Weise ebenfalls unser Visum für Jordanien bekommen. Der ganze Prozess war wirklich total einfach. Wir haben uns angestellt und nach nur 10 Minuten und nachdem wir eine Gebühr von 40 Jordanischen Dinar (etwa 47 Euro) bezahlt haben, hat der Beamte unser Visum in unsere Reisepässe geklebt. Dabei hat das Warten übrigens am längsten gedauert.

Es gibt in Amman kaum öffentliche Verkehrsmittel

Im Amman wirst du schnell feststellen, dass du kaum auf Busse oder andere Transportmittel des öffentlichen Personennahverkehrs triffst. Okay, es gibt zwar einige, aber die Haltestellen sind überhaupt nicht ersichtlich und wann der nächste Bus fährt, ist auch gar nicht so einfach herauszufinden. Ehrlich gesagt haben uns sogar die Einheimischen gesagt, dass die Busse sehr unzuverlässig sind.

Selbst vom Flughafen aus gibt es keine Möglichkeit, mit dem Bus in die Stadt zu kommen. Es gibt zwar einen Shuttlebus, aber selbst der bringt dich nur bis zum nächstgelegenen Busbahnhof. Von dort sind es bis zur Rainbow Street aber immer noch etwa 10 Kilometer. Wenn du dir den Weg aber doch zu Fuß zutraust, dann solltest du mindestens zwei Stunden einplanen.

Das typischste Fortbewegungsmittel in Amman ist das Taxi. Die sind sogar ziemlich günstig, für die Fahrt von unserem Hostel haben wir gerade mal etwa 3 Euro bezahlt. Wir können dir aber nur raten, dass du nicht einfach irgendein Taxi nimmst. Als Reisender aus einem fremden Land bist du nämlich auch ein gefundenes Fressen für ein paar Taxifahrer, die doch gern mal ein bisschen mehr Geld in der eigenen Tasche haben wollen. Um es mal möglichst freundlich zu beschreiben.

Amman Stadt

Hüte dich vor betrügerischen Taxifahrern

Wie eben schon erwähnt, gibt es in Amman eine Menge an Taxifahrern, die dir liebend gern zu viel berechnen. Leider sind wir auch schon darauf reingefallen, aber im Nachhinein betrachtet würden wir sagen, dass es unsere eigene Schuld war. Wir waren überhaupt nicht vorsichtig. Das Einzige, was wir wussten, war, dass wir nur mit dem Taxi vom Busbahnhof in die Stadt kommen.

Dummerweise sind wir gleich beim Aussteigen aus dem Shuttlebus einem dieser Taxifahrer begegnet. Allein das erste Alarmzeichen haben wir schon völlig ignoriert. Der Fahrer hat sich uns regelrecht aufgedrängt, mit der Bemerkung, dass er uns zu einem sehr guten Preis zu unserem Zielort fährt. Warum wir darauf reingefallen sind, können wir uns bis heute nicht erklären.

Das zweite Alarmzeichen, das uns dann aber doch etwas stutzig werden ließ, war die Tatsache, dass der Fahrer sein Taxameter nicht eingeschaltet hat. Okay, gut, er meinte, dass so eine Taxifahrt ja normalerweise sehr teuer wäre und er uns einen Preis macht. Der „gute“ Preis war natürlich auch gut, aber nicht für uns, sondern für ihn. Wir haben für die 10 Kilometer Fahrt am Ende tatsächlich 60 Euro bezahlt. Eigentlich hätten wir auch noch mehr bezahlen müssen, aber wir konnten uns damit retten, dass der, der das Taxi bezahlen sollte, Probleme mit seiner Kreditkarte hatte. Natürlich haben wir dem Taxifahrer dann hoch und heilig versprochen, dass wir ihm morgen vor irgendeinem bestimmten Laden das restliche Geld nachträglich bezahlen. Wir haben also quasi einen Lügner angelogen.

Im Hostel war uns die Situation natürlich etwas peinlich. Wir wussten alle, dass wir deutlich mehr bezahlt haben, als wir laut unserer Recherche hätten zahlen müssen. Noch am selben Tag haben wir uns die App von Uber auf unser Handy heruntergeladen. Und von da an haben wir nie wieder Probleme mit betrügerischen Taxifahrern gehabt. Am Tag unserer Abreise haben wir für die gleiche Strecke vom Hostel zurück zum Busbahnhof nicht mal 3 Euro bezahlt. Uber ist im Nahen Osten also die beste Wahl, wenn du von A nach B kommen musst.

Respektiere die Kultur von Jordanien

Im Vergleich zu einigen anderen Ländern im Nahen Osten ist Jordanien ein sehr tolerantes Land, selbst wenn du dich als Besucher mal falsch verhältst. Wenn du aber während deiner Reise die Bräuche der Menschen respektierst, bist du bei allen Einwohnern herzlich willkommen.

Auch wenn es in Jordanien Religionsfreiheit gibt und hier sogar eine christliche Minderheit lebt, ist es trotzdem ein überwiegend muslimisch geprägtes Land. Wie in allen muslimischen Ländern wird auch in Jordanien der Ramadan, der Monat des Fastens, gefeiert, wobei sich die Daten jedes Jahr je nach islamischem Kalender ändern. Falls du also während des Ramadans nach Amman verreist, musst du mit vielen Einschränkungen rechnen. Außerdem solltest du auch daran denken, dass Geschäfte während des Ramadans später öffnen und früher schließen könnten.

Während des Fastenmonats dürfen, mit Ausnahme von Hotels oder Restaurants für Touristen, nirgendwo alkoholische Getränke verkauft werden. Tagsüber dürfen Muslime an öffentlichen Orten weder essen noch trinken oder rauchen. Du musst dich nicht zwingend an diese Regeln halten oder mit besonders hohen Strafen rechnen. Aber du wirst zumindest von den Einwohnern freundlich darauf hingewiesen, dass du dich wenigstens aus Respekt ebenfalls an diese Regeln halten sollst.

Muslimische Frauen müssen sich so kleiden, dass ihre Arme, ihre Beine und ihr Kopf bedeckt sind. Alle anderen Frauen sind aber nicht dazu verpflichtet, das zu tun. Trotzdem solltest du in Jordanien eher schlichte Kleidung zu tragen.

Falls dich mal jemand zum Essen oder auf einen Kaffee einlädt, solltest du die Einladung unter allen Umständen annehmen. Eine Einladung ist in den arabischen Ländern das wichtigste Zeichen der Freundschaft. Wenn du aber ablehnst, sagst du dem Menschen vor dir quasi, dass du ihn nicht magst. Und du willst ja bestimmt auch neue Freunde kennenlernen, wenn du schon mal vor Ort bist. Wenn du dann den Kaffee ausgetrunken hast, kannst du noch einen weiteren Kaffee bekommen, indem du deinem Gastgeber die Tasse zuschiebst. Wenn du aber kein Getränk mehr möchtest, musst du die Tasse hin und her schwenken. Ach ja, und egal, wie satt du bist: Wenn dir noch mehr Essen angeboten wird, dann solltest du es aus Respekt annehmen.

Besonders beliebt in den arabischen Ländern ist das Feilschen. Okay, das solltest du nicht unbedingt überall machen, denn im normalen Supermarkt gelten auch genau die Preise, die auch ausgeschrieben sind. Aber auf Marktplätzen oder Basaren ist eine Verhandlung über den Preis völlig normal. Das erfordert zwar etwas Übung, aber ist am Ende gar nicht so schwer. Das Thema ist natürlich sehr komplex und nicht besonders einfach zu beschreiben. Wir könnten allein darüber problemlos noch viele weitere Artikel schreiben. Aber im Grunde ist es wie beim Fahrradfahren: Wenn du es einmal kannst, wirst du es auch nie wieder verlernen.

Amman Moschee

Fazit

Natürlich ist eine Reise nach Jordanien ein exotisches Abenteuer. Die fremde Kultur unterscheidet sich so sehr von unseren Traditionen in Europa. Denk immer daran, dass du in einem muslimisch geprägten Land bist. Auch wenn jeder Mensch frei seiner eigenen Religion nachgehen darf und du in Jordanien auch viele christliche Kirchen findest, so bestimmt der Islam doch das Leben in der Öffentlichkeit.

Während des Ramadans solltest du dich ebenfalls an die Fastenregeln halten, selbst wenn die Regeln für dich gar nicht gelten und du keine Strafen zu erwarten hast. Die Menschen legen aber viel Wert darauf, dass du dich aus Respekt regelkonform verhältst. Außerdem solltest du eine eher schlichte Kleidung tragen, wenn du durch die Straßen von Amman streifst.

Besonders bei Taxis solltest du wachsam sein. Achte immer darauf, dass der Taxifahrer das Taxameter einschaltet. Darauf musst du ihn auch gar nicht hinweisen, denn das ist in Jordanien sogar per Gesetz vorgeschrieben. Wenn er das Taxameter trotzdem nicht einschalten will, solltest du das Taxi auch sofort wieder verlassen. Leider bist du in Amman aber auf Taxis angewiesen bist, um von A nach B zu kommen. Wir können dir hier empfehlen, dass du dir die App von Uber herunterlädst und prinzipiell nur darüber ein Taxi bestellst.

Bei Einladungen solltest du immer daran denken, dass das ein Zeichen der Freundschaft ist. Deinem Gastgeber abzusagen, gilt in den arabischen Ländern als sehr unfreundlich. Aber da du wahrscheinlich, so wie auch wir, gern neue Freunde aus fremden Ländern kennenlernst, wird das wohl kaum vorkommen. Und mit deinem jetzt vorhandenen Wissen steht dem nächsten Abenteuer auch nichts mehr im Wege.

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