Die Einwohner von Südafrika

Südafrika ist bei vielen Reisenden auch unter dem Namen Regenbogennation bekannt – und dies nicht ohne Grund. Denn hier kommen zahlreiche Menschen zusammen, die den unterschiedlichsten Ethnien entstammen. Die Vielfalt an unterschiedlichen Kulturen ist dabei so vielseitig, dass selbst die klassische Unterscheidung in Schwarze, Weiße und Asiaten viel zu oberflächlich ist.

Selbst diese Bevölkerungsgruppen lassen sich noch einmal weiter unterscheiden. Jede Ethnie hat ihre eigene Sprache und Kultur, zudem unterscheiden sich die Bräuche von Region zu Region. Viele Mitglieder der einzelnen Bevölkerungsgruppen konzentrieren sich zudem auf bestimmte Städte und Regionen in Südafrika.

Falls du selbst mal nach Südafrika verreisen möchtest, dann solltest du dich unbedingt vorher wenigstens grob über die in dem Land lebenden Bevölkerungsgruppen informieren. Wir verraten dir in diesem Artikel, was du alles über die Einwohner von Südafrika wissen musst und was diese so ausmacht.

Südafrika

Grobe Unterteilung der südafrikanischen Einwohner

Wenn du die unterschiedlichen Ethnien grob unterteilst, dann wirst du schnell bemerken, dass sich diese ziemlich von der bei uns in Europa unterscheidet. Zum Beispiel werden hier Einwohner als Weiße bezeichnet, obwohl sie in anderen Ländern schon als „People of Color“ bezeichnet werden würden. Außerdem werden Asiaten nicht immer als Asiaten bezeichnet, sondern überwiegend als Weiße. Als Leute mit asiatischer Abstammung wurden hauptsächlich indische Migranten bezeichnet.

Dass so viele Bezeichnungen sich von unserem System unterscheiden, hat auch einen historischen Hintergrund. Auch, wenn dieser nicht allzu positiv ist, denn sie geht auf die Zeit der Apartheid zurück. Damals wurden vor allem die schwarzen Einwohner durch verschiedene Gesetze und Benachteiligungen systematisch benachteiligt.


Weiße

Weiße Südafrikaner machen etwa acht Prozent der Bevölkerung Südafrikas aus. Dabei sind die meisten von ihnen jedoch keine Einheimischen, sondern haben einen Migrationshintergrund. Vor allem deutsche, französische und niederländische Immigranten haben sich während der Kolonialzeit in Südafrika eine neue Heimat aufgebaut.

Die weißen Einwohner hatten während der Apartheid mehr Rechte als ihre schwarzen Mitmenschen. Zum Glück hat sich dies mittlerweile geändert und Schwarze haben die gleichen Rechte wie Weiße. Aufgrund dessen, dass viele schwarze Einwohner aufgrund der Nachwirkungen der Apartheid jedoch auch deutlich ärmer sind und nicht den gleichen Zugang zur Bildung haben wie Weiße. Deswegen wirst du in den reicheren Gegenden des Landes eher auf Weiße treffen als auf Schwarze.

Die meisten der eingewanderten weißen Südafrikaner sprechen Afrikaans, eine Sprache, die dem Niederländischen ziemlich ähnlich ist. Es gibt aber auch einen Teil, der Englisch als Muttersprache hat, diese findest du vor allem in Westkap, im Ostkap sowie in den Provinzen Gauteng und KaZulu-Natal.


Schwarze

Die Schwarzen machen den größten Teil der südafrikanischen Einwohner aus. Da die Unterscheidung „Schwarze“ jedoch etwas zu oberflächlich ist, wird hier auch noch in weitere Ethnien unterschieden. Zu den größten Bevölkerungsgruppen im Land gehören die Zulu sowie die Xhosa.


Zulu

Die Zulu leben zum Großteil in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal im Osten des Landes, wo sich auch die Stadt Durban befindet. Heute leben etwa zwölf Millionen Zulu in Südafrika – das macht einen Bevölkerungsteil von etwa 20 Prozent aus.

In der Vergangenheit waren die Zulu hauptsächlich ein Volk von Bauern, welche sich auf Getreide und die Rinderzucht konzentriert haben. Ihre Felder wurden jedoch von den europäischen Kolonialmächten enteignet.

Die heutigen Zulu sind zwar immer noch überwiegend Farmarbeiter, aber eher auf den Feldern von europäischen Einwanderern. Aber auch in den Städten haben viele Zulu einen Arbeitsplatz gefunden.

Auch, wenn die Zulu über eine eigene Kultur verfügen, haben sie eine enge Verbindung zu den Mitgliedern der Swazi und Xhosa.

Das Oberhaupt des Stammes ist der Zulu-König, welcher für alle Zulu zuständig ist. Dazu kommen noch verschiedene Clan-Oberhäupter, welche einzelne Dörfer unter ihren Fittichen haben.

Vor allem die Verehrung ihrer Vorahnen spielt für die Zulu eine wichtige Rolle. Aber auch der Glauben an einen Schöpfer sowie an Zauberei ist für die Kultur der Zulu von großer Bedeutung. Aus diesem Grund gibt es auch einen speziellen Tanz mit einem bizarren Ritual, welcher Regen heraufbeschwören soll.


Xhosa

Wie auch die Zulu waren die Xhosa früher vor allem Getreidebauern. Aber sie haben auch größere Herden von Nutztieren gehalten, welche sie vor allem bei Überfällen auf andere Siedlungen erbeutet haben.

Seit dem Ende der Apartheid arbeiten die meisten Xhosa im Bereich Dienstleistungen und Industrie. Aber auch im künstlerischen Sektor findest du viele Mitglieder der Xhosa. Viele von ihnen haben es sogar geschafft, in führende Positionen von verschiedenen Unternehmen zu gelangen.

Dass es so viele Künstler unter den Xhosa gibt, hat auch einen historischen Hintergrund. In der Kultur der Xhosa spielte schon immer Schmuck für ihren eigenen Körper, aber auch für ihre Schilde und Speere eine wichtige Rolle.


Weitere schwarze Bevölkerungsgruppen

Neben diesen afrikanischen Stämmen gibt es aber auch noch viele weitere Kulturen, die in Südafrika leben. Dazu zählen vor allem die Tswana, Ndebele, Venda, Pedi und Swazi. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre eigene Sprache und Kultur. Da aber durch das Zusammenleben der einzelnen Stämme auch viele Vermischungen entstehen, lassen sich nicht immer klare Grenzen zwischen ihnen ziehen.


Asiaten

Asiatische Einwohner findest du vor allem in der Provinz KwaZulu-Natal. Vor allem handelt es sich dabei um indische Migranten, welche vor langer Zeit als Gastarbeiter ihr Geld verdient haben. Auf den Zuckerrohrplantagen haben sie die Möglichkeit gehabt, sich als Arbeiter nützlich zu machen.

Allerdings bezieht sich dies eher auf die Inder, welche ab dem 19. Jahrhundert eingereist sind. Vorher wurden viele von ihnen als Sklaven nach Südafrika gebracht, um dort schwere Arbeiten auf den Feldern zu verrichten.

Mehr als die Hälfte der in Südafrika lebenden Inder sind Hindus, der Anteil liegt zwischen 60 und 70 Prozent. Außerdem gibt es noch etwa 20 Prozent mit muslimischem Glauben, der Rest besteht hauptsächlich aus Christen.

Die meisten aus Asien stammenden Einwohner sprechen überwiegend Englisch. Obwohl viele von ihnen einen indischen Hintergrund haben, sprechen nur noch ein paar von ihnen fließend indisch.


Coloureds

Menschen, die sowohl Weiße als auch Schwarze Vorfahren haben, zum Beispiel weil ihre Eltern zu beiden Gruppen gehört haben, werden als Coloureds bezeichnet. Lange Zeit waren Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen per Gesetz verboten – vor allem während der Apartheid galt dies als schwere Straftat.

Allerdings gab es trotzdem Fälle, in denen es zur Zeugung von Kindern zwischen Schwarzen und Weißen kam. Wie auch die Schwarzen wurden die Coloureds zur Zeit des Apartheid-Regimes jedoch systematisch benachteiligt.

Vor allem zu Beginn der Kolonialisierung Südafrikas durch niederländische Siedler wurden viele Kinder auf diese Weise gezeugt. Seit dem Ende der Apartheid gibt es auch wieder mehr Beziehungen zwischen den beiden Gruppen, wodurch es in Zukunft bestimmt mehr Coloureds geben wird.


Das heutige Zusammenleben der Einwohner

Heute ist die Zeit der Apartheid glücklicherweise vorbei. Das Land hat sich zu einer multikulturellen Gesellschaft entwickelt, in welcher jeder Mensch so sein darf, wie er ist. Allerdings wirst du – wenn du einen genaueren Blick auf das soziale System Südafrikas wirfst – feststellen, dass ein Großteil der Harmonie im Land eher oberflächlich ist.

Auch, wenn bei größeren Veranstaltungen die Südafrikaner ein gemeinsames Gefühl von Nationalität verbreiten, so gibt es noch eine Menge an Problemen. Obwohl die selbst ernannte Regenbogennation heute dafür bekannt ist, dass jeder die gleichen Rechte hat, gibt es immer noch große Unterschiede.

Insbesondere, weil den Schwarzen während der Apartheid nach und nach sämtlicher Besitz entwendet wurde, leben viele Leute dieser Bevölkerungsgruppe bis heute in den sozialen Brennpunkten. Viele von ihnen haben kaum Geld, um sich selbst zu versorgen und dementsprechend auch nicht die gleichen Möglichkeiten, ihren Kindern die bestmögliche Bildung zu ermöglichen.

Außerdem leben viele Weiße bis heute noch in ihren eigenen Wohnvierteln. Viele der Häuser, in denen Weiße leben, sind sogar durch Sicherheitspersonal und Kameras überwacht. Bis heute haben viele von ihnen Angst davor, von den Bewohnern der Townships – den Armutsvierteln in den Vororten der großen Städte – überfallen zu werden.

So mag es zwar sein, dass auf dem Papier alle Menschen gleich sind. Bis dies aber auch Realität wird, müssen noch viele Jahre ins Land ziehen. Nach und nach werden sich auch die Möglichkeiten für die schwarze Bevölkerung anpassen und es wird mit Sicherheit auch irgendwann eine echte Harmonie im Land geben, bei der alle Leute in Frieden zusammen in einem der fantastischsten Länder Afrikas leben.

Um allen Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen gerecht zu werden, sind auch die Sprachen der einzelnen Stämme Amtssprache. Damit ist Südafrika das Land mit den meisten offiziellen Sprachen, insgesamt gibt es mehr als zehn anerkannte Sprachen.


Fazit

Die Einwohner Südafrikas sind so bunt durcheinandergemischt wie kaum ein anderes auf unserem Planeten. Hier leben die unterschiedlichsten Menschen zusammen im gleichen Land, jeder hat seinen Platz.

Allerdings war dies vor etwa 30 Jahren noch kaum vorstellbar. Damals wurden die Einheimischen in verschiedene Rassen eingeteilt. Da Weiße als wertvoller betrachtet wurden, konnten diese auch mehr Rechte genießen als ihre schwarzen Mitbürger. Diese wurden hingegen als Bürger der niedrigeren Klasse angesehen und ihnen wurden viele Möglichkeiten verwehrt. Vor allem bei der Berufswahl und der Bildung hatte die schwarze Bevölkerungsgruppe das Nachsehen.

Heute hat sich das System glücklicherweise geändert. Alle Ethnien leben weitgehend in Frieden zusammen und respektieren sich gegenseitig. Aber bei einem Besuch in Südafrika wirst du außerhalb der großen Städte schnell bemerken, dass es unter der Oberfläche immer noch brodelt.

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