Südengland

Südengland

Wenn du an einen warmen Sommerurlaub denkst, kommt dir Südengland vermutlich nicht sofort in den Sinn. Die Vorurteile, England sei immer düster, grau und regnerisch, halten sich nach wie vor hartnäckig. Völlig zu Unrecht und wir zeigen dir, warum.

Südengland bietet mit seiner langen Küste besonders im Sommer alles, was das Herz begehrt. Viele Städtchen, die du entweder einzeln für einen längeren Zeitraum oder verknüpft durch eine Rundreise ansteuern kannst. Lange Strände und ein wunderschönes blaues Meer, das zum Baden einlädt.

Dazu viele Sehenswürdigkeiten, Wandermöglichkeiten und eine leckere, vielfältige Gastronomie. Ein Tagesausflug rein nach London ist zudem auch einfach umsetzbar. Neugierig? Dann lass dich von Südengland verzaubern.

Faktencheck

Anreise

Gut für uns: England und das Vereinigte Königreich liegen nordwestlich von Deutschland, sodass Südengland am schnellsten zu erreichen ist. Dies geht mit dem Flugzeug, der Fähre oder durch den Eurotunnel mit dem Zug. Letztere Varianten ermöglichen die Mitnahme eines Autos, sodass einer Rundreise durch Südengland nichts mehr im Wege steht.

Lage und Geschichte von Südengland

Zunächst ein kurzer Faktencheck: England unterteilt sich im alltäglichen Verständnis in drei Teile. Den Norden, die Mitte und den Süden. Der Norden ist besonders dafür bekannt, dass die Industrialisierung, eines der wichtigsten Ereignisse der jüngsten Geschichte des Landes, hier seinen Ursprung nimmt. Zu den bekanntesten Großstädten gehören Liverpool, Leeds und Manchester.

Die Midlands erstrecken sich zwischen Nord- und Südengland und zeichneten sich lange durch ihre Kohleförderung aus. Das Ballungsgebiet dieser lag nördlich und östlich von Birmingham und wurde Black Country genannt. Neben Birmingham lohnen sich beispielsweise Leicester oder Nottingham für einen Besuch.

Weitestgehend unberührt von der Industrialisierung kann man Südengland gerne als Perle des Landes bezeichnen. Die Region verzaubert besonders im Sommer mit ihren schönen Sandstränden und vielen Städten. Wirtschaftlich gilt Englands Süden als wohlhabender als der Rest des Landes, die Politik arbeitet jedoch hart daran, diese Unterschiede auszugleichen.

Südengland umfasst normalerweise die Regionen Südwesten, Südosten und London. Im Südwesten gehören folgende Städte dazu:

  • Devon
  • Cornwall
  • Somerset
  • Dorset

Im Südosten sind es diese Städte:

  • Sussex
  • Kent
  • Surrey

Andere Gebiete, die manchmal zu Südengland gezählt werden, sind:

  • Hampshire
  • Isle of Wight
  • Berkshire

Wir haben allerdings noch weitere sehenswerte Städte in Südengland für dich parat.

Küstenstädte

Südengland bietet eine riesige Vielfalt an großen Städten und kleinen Örtchen, die du unbedingt einmal besuchen musst. Dazu gehören besonders die vielen Küstenorte und Fischerdörfer.

Die Anzahl an Küstenstädten in Südengland ist riesig, schließlich zieht sich das Meer einmal rund herum um Englands Zipfel. Einige der bekannteren kennst du vielleicht schon, allerdings haben wir auch ein paar eher unbekannte im Gepäck, die dich aber umso mehr in ihren Bann ziehen werden.

Brighton – das kulturelle Highlight von Südengland

Brighton gehört zu jenen recht bekannten Küstenstädten und das aus gutem Grund. Die Stadt bietet nicht nur viele Möglichkeiten den Strand und das Meer zu genießen und baden zu gehen, sondern hat zudem eine große Auswahl an kulturellen Highlights. Verschiedene Museen laden dich zum Genießen und Entdecken ein und besonders der berühmte Royal Pavillion wird dir die Sprache verschlagen.

Aber nicht falsch verstehen, Brighton ist auf gar keinen Fall ein in die Jahre gekommenes Örtchen, das der Zeit nicht mehr hinterherkommt. Im Gegenteil: Die Stadt gilt mit ihren vielen Bars und Cafés als besonders up to date und wird auch von den Londonern gerne angesteuert.

Besonders schön ist zudem die Landschaft rund um die Stadt. Ausflüge in den South Downs Nationalpark und in die benachbarten Örtchen Lewes und Rottingdean musst du auf jeden Fall in deine To-Do-Liste mit aufnehmen!

Der Royal Pavillon in Südengland

Weymouth – der Geheimtipp

Die Stadt Weymouth könnte vor allen Dingen Schülern bekannt sein – sie beherbergt nämlich eine Sprachschule, die deutsche Organisationen gerne als Ziel von Sprachreisen anbieten. Der Vorteil: Sie liegt sowohl direkt am Meer als auch in kurzer Entfernung zum Ärmelkanal und London. Ein Tagesausflug in die Metropole ist bei einem Trip nach Weymouth also fast Pflicht.

Die Stadt bietet zudem einen riesigen Sandstrand, der im Sommer zum Sonnen und Baden einlädt. An der Strandpromenade findet man viele Buden mit leckeren Snacks für zwischendurch und die berühmte Jubilee Clock von Queen Victoria. Wenn der Himmel wolkenlos ist, dann lohnt sich zudem ein Ticket für den Jurassic Skyline Tower, ein moderner Aussichtsturm, der dir einen Panoramablick über die Stadt ermöglicht.

Wenn du kleine bunte Häuschen, verschachtelte Gassen und Häfen liebst, so kommst du in Weymouth auch auf deine Kosten. Überquerst du die Stadtbrücke, kommend vom Strand, gelangst du in den romantischen Teil der Stadt. Hier finden im Sommer Fischfeste statt und nach ein paar Minuten Gehzeit gelangst du zu großen Wiesen mit Meerblick. Die bunten Häuser am Hafen solltest du definitiv bei Sonnenuntergang anschauen und dabei eine Portion Fish & Chips genießen.

Auch kulturell bietet dir die Umgebung von Weymouth einiges: Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Isle of Portland, wo du die wunderschönen Ruinen einer alten Burg anschauen kannst und unbedingt Durdle Door besuchen musst, ein beeindruckender Steinbogen direkt am Meer. Pack dazu deine Badesachen ein, hier kannst du nämlich auch super schön schwimmen gehen!

Der steinernde Bogen Durdle Door über dem Meer in Portland

Polperro – das Bilderbuchdorf

Kleine Gassen, niedliche Häuser und das alles in Küstennähe. Du näherst dich dem südlichsten Zipfel Englands und erreichst Polperro. Polperro ist ein kleines Dörfchen, das wie aus einem Bilderbuch abgemalt zu sein scheint. Sowohl in den Path an der Südwestküste als auch in den Hafen und den Headlands Walk verliebst du dich sofort.

Die Natur hier ist einfach einzigartig und bezaubernd. Die Umgebung rund um das Dörfchen ist besonders hügelig, nutz das auf jeden Fall für eine Wanderung aus, der Blick von oben auf die Bucht ist traumhaft schön. Auch das kleine Fischerdorf mit seinen schönen Häusern lädt zum Verweilen ein. The Three Pilchards Inn ist ein beliebter Anlaufpunkt mit leckerem Essen und gilt als der älteste Pub der Stadt.

Bist du in einer größeren Gruppe unterwegs, so empfehlen wir dir einen Aufenthalt in einem der atemberaubenden Cottages. Hier erlebst du englischen Charme und eine wunderschöne Landschaft. Dörfer mit einem ähnlichen Flair sind zum Beispiel Fowey, Looe und Mousehole.

Eine kleine Gasse mit einem Pub in Polperro

St. Ives – Action, bitte!

Du surfst gerne? Dann ab nach St. Ives. Der Porthmeor Beach direkt in der Bucht von St. Ives ist hier der beliebteste Spot für alle Surfliebhaber. Das Schöne: Vor Ort findest du auch mehrere Surfschulen, sodass du also auch ganz ohne Surferfahrung vorbeischauen und Surfen lernen kannst. Wer weiß, vielleicht entdeckst du ja ein neues Hobby?

Neben dem Wassersport ist es vor allen Dingen die Kunst, für die St. Ives bekannt ist. Die Stadt beherbergt viele Galerien, Clubs und Kunstschulen und ist auch international in der Kunstszene sehr bekannt. Der Grund: das Licht. Es soll in St. Ives besonders schön und sinnlich sein, perfekt, um die kreativen Köpfe aus der ganzen Welt zu inspirieren. Da dieser Ruf der Stadt seit über 200 Jahren vorauseilt, muss da auf jeden Fall etwas dran sein.

Rye – die altenglische Perle

Rye ist eine kleine Stadt in der Grafschaft East Sussex. Ihr mittelalterliches Flair mit gut erhaltenen Häusern aus Stein lädt zur Erholung und Erkundung ein. Besondere Highlights sind neben der wunderschönen Architektur, den quirligen Gassen aus Kopfsteinpflaster und dem weiten Blick ganz besonders die umliegende Landschaft und besonders die Mermaid Street. Diese ist in ganz England bekannt und sieht einfach zauberhaft aus. Vielleicht schaffst du es ein Zimmer im The Mermaid Inn zu ergattern, einem kleinen Gasthaus mit nur 31 Zimmern.

Wenn du mehr über die imposante Geschichte der Stadt erfahren möchtest, lohnt sich ein Besuch des Rye Castle Museums. Schau auf jeden Fall auch beimYpres Tower vorbei! Dieser wurde einst von King Henry III. errichtet. Auch Rye ist in Küstennähe und bietet daher neben Kultur, Geschichte und wunderschöner Natur einen großen Strand und einige Wassersportmöglichkeiten.

Großstädte in Südengland

Neben den Küstenorten gibt es in Südengland ebenfalls typisch altenglische Dörfer und ein paar Großstädte, zu denen sich ein Ausflug lohnt. 

London – die Hauptstadt

London gehört geografisch gesehen zu Südostengland. Wenn du also deinen Urlaub in Südengland planst, solltest du auf jeden Fall einen Abstecher in die Metropole machen. Die Stadt lohnt sich immer wieder. Dich erwarten unzählige Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, Kultur, eine vielfältige Küche und ein spannendes Nachtleben. Die bekannten Orte wie die Tower Bridge, das London Eye oder der Buckingham Palace sind natürlich die Touristen Hotspots schlechthin.

Trotzdem lohnen sie sich und sollten zu mindestens beim ersten Besuch in der Stadt angesehen werden. Wenn du die Königsfamilie sehen möchtest, dann plan deinen Trip im Juni: Hier findet jedes Jahr Trooping the Colour statt, eine Militärparade zu Ehren des Geburtstags der Queen. Aber denk an Sonnencreme! Wenn du mehrere Stunden im Hochsommer vor dem Buckingham Palace stehst, kann dir sogar das graue London einen heftigen Sonnenbrand verpassen.

Kulturell sind besonders das West End und das Globe Theatre interessant. Ersteres ist das Theaterviertel der Stadt, der kleine Broadway sozusagen. Das Globe Theatre ist das architektonische Meisterwerk, das man mit Shakespeare verknüpft und in dem man auch heute noch seine Stücke ansehen kann.

Kulinarisch bietet London alles, was das Herz begehrt. Die Stadt ist geprägt durch die große Einwanderungswelle Anfang des 20. Jahrhunderts und das schenkt dir heute eine leckere und umfangreiche Auswahl an Gerichten und Getränken aus der ganzen Welt.

Die Tower Bridge in London bei Sonnenuntergang

Oxford – die Stadt der träumenden Türme

Oxford ist mehr als nur die Universität, auch wenn du diese unbedingt anschauen musst. Die Stadt liegt nahe der Grenze zu den Midlands, zählt aber noch zu Südengland. Aufgrund der Universität ist Oxford eine junge und belebte Stadt, ganz im Gegenteil zu ihrer Architektur.

Die Universität ist eigentlich in 38 Colleges aufgeteilt, die sich durch die gesamte Altstadt erstecken und der Stadt den Kosenamen City of dreaming Spires verlieh. Zu empfehlen ist unbedingt ein Rundgang durch die Uni und die Bibliothek, die dir den Atem verschlagen wird. Buchliebhaber werden gar nicht mehr gehen wollen, wenn du zu ihnen gehörst, dann pack dir besser ein paar Taschentücher ein, falls dich der Trennungsschmerz überwältigt.

Geheimtipp: The sunny side of Oxford, besser bekannt als die Cowley Road, ist eine niedliche Gasse, die du auf jeden Fall aufsuchen musst. Café Coco und die Kazbar bieten eine leckere Auswahl an Speisen und Getränken, von English Breakfast, über Tapas zu frischen Cocktails findest du alles, was dein Herz begehrt.

Eine Brücke, die zwei Häuser verbindet

Fazit

Südengland ist alles, aber nicht grau und trist. Von Stränden, Wassersport und kleinen Küstenstädten über atemberaubende Landschaften, historische Orte und Kultur bietet Südengland alles, was ein guter Urlaub ausmacht. Über viele einfache Wege kannst du das Land erreichen und in Hotels, Gasthäusern oder Ferienwohnungen Unterschlupf suchen.

Besonders im Sommer lohnt sich Südengland, da du dann das Meer und den Strand besonders genießen kannst. Ausflüge in die Großstädte London und Oxford solltest du auf jeden Fall in deinen Trip integrieren, hier findest du spannende Sehenswürdigkeiten und eine vielfältige, gute Küche.

FAQ

Wann ist die beste Reisezeit für Südengland?

Die beste Reisezeit für Südengland ist normalerweise zwischen Mai und September. Während dieser Zeit sind die Temperaturen milder und es gibt mehr Sonnenstunden. Im Sommer kann es jedoch auch etwas überfüllt und teurer sein, da viele Touristen die Region besuchen. Wenn du die Menschenmassen vermeiden möchtest, solltest du stattdessen die Monate Mai oder September in Betracht ziehen. Das Wetter in Südengland kann aber sehr wechselhaft sein und es kann selbst in den Sommermonaten regnerisch und kalt werden.

Kann man in England im Meer baden?

Ja, es ist möglich, in England im Meer zu baden. Es gibt zahlreiche Strände entlang der Küste, die zum Baden geeignet sind. Allerdings ist das Wasser des Atlantiks, der Nordsee und des Ärmelkanals vor England im Vergleich zu anderen Regionen oft etwas kälter ist. Die Wassertemperaturen variieren je nach Jahreszeit, aber im Sommer können sie normalerweise zwischen 15 und 20 Grad Celsius liegen.

Wie lange dauert die Überfahrt von Deutschland nach England?

Eine direkte Fährverbindung von Deutschland nach Südengland dauert normalerweise zwischen 8 und 15 Stunden.
Die Überfahrt durch den Eurotunnel dauert nur etwa 35 Minuten.
Wenn man mit dem Flugzeug reist, beträgt die Flugzeit von Deutschland nach England je nach Abflug- und Zielflughafen etwa 1 bis 2 Stunden.

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