min read-Oktober 13 2021

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Schottlands Inseln

Zählt man alle kleinen Eilande mit, gibt es in Schottland rund 790 Inseln: kleine und große Inseln mit eigenem Charakter und besonderer Geschichte. Inseln, die zu der Kultur Schottlands beitragen und die Geschichte des Landes mitgeformt haben. Viele davon sind bekannte und beliebte Reiseziele. Doch es gibt auch einige, die nicht bewohnt sind und auf die sich nur selten jemand verirrt, denn nur 130 der 790 Inseln sind überhaupt bewohnt. Im Folgen stellen wir euch ein paar der schönsten von Schottlands Inseln vor.

Nördliche Inseln

Im Norden von Schottland befinden sich die Northern Isles. Sie unterteilen sich in die Shetlands und die Orkney Inseln und gemeinsam grenzen sie die Nordsee vom stürmischen Atlantik im Westen ab. Besonders bekannt sind die nördlichen Inseln für ihr Wikingererbe und die vielen prähistorischen Bauten. Sie gehören erst seit dem 15. Jahrhundert zu Schottland, davor waren die nördlichen Inseln Teil von Norwegen.

Shetland Inseln

Die Shetlands befinden sich so nördlich wie die norwegische Stadt Bergen. Sie lassen sich in drei Inseln unterteilen: im Norden Yell, darunter Unst und Mainland – die Hauptinsel, auf welcher sich auch die Hauptstadt Lerwick befindet. Etwa 23 000 Menschen wohnen auf ganz Shetland.

Um auf die entlegenen schottischen Inseln zu kommen, kannst du entweder die Fähre von Aberdeen oder von den Orkneys aus nehmen. Die Fahrten dauern mit einer Fahrzeit von über 8 Stunden allerdings relativ lange. Alternativ kannst du auch mit dem Flugzeug von Aberdeen, Glasgow, Edinburgh oder Bergen anreisen.

Besonders die Wikingerkultur wirst du auf den Shetlands noch stark spüren, denn hier kannst du in die Geschichte der nordischen Siedler eintauchen. In Jarlshof findest du zwischen sanften grünen Hügeln rund 4000 Jahre Siedlungsgeschichte – von der Jungsteinzeit bis zu den Langhäusern der Wikinger. Einmal im Jahr verwandelt sich die Hauptstadt Lerwick außerdem in eine echte Wikingerstadt: Die Menschen feiern in Wikingerkleidung und zelebrieren typische Bräuche. Das Fest namens „Up Helly A“ wird auch oft Wikingerkarneval genannt.

Neben der Kultur sind besonders die Küsten, die einzigartigen Felsformationen und die vielen Seen im Landesinneren bei Besuchern beliebt. Die Natur auf Shetland ist einfach einzigartig!

Shetland Inseln

Orkneyinseln

Die Orkneyinseln liegen im Nordwesten von Schottland vor den Highlands, doch von den rund 70 Inseln sind nur 18 bewohnt. Die größte Stadt ist Kirkwall auf der Hauptinsel Mainland – sie zählt rund 7000 Einwohner. Du kannst die Orkneys per Fähre von Aberdeen oder von Gills Bay aus erreichen. Von den großen Städten Schottlands ist auch die Anreise per Flugzeug möglich.

Das Besondere auf den Orkneys sind die vielen prähistorischen Ausgrabungsstätten. Das 5000 Jahre alte Skara Brae gilt als besterhaltenes Steinzeitdorf der Welt – hier kannst du 10 Hütten mitsamt Innenausstattung besichtigen! Zusammen mit dem Ring of Brodgar, einem der größten Steinkreisringe in Europa und dem Grabhügel Maes Howe bilden sie das „Heart of neolithic Orkney“ und zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf der Insel Hoy, südlich von Mainland findest du außerdem ein beeindruckendes Naturmonument: den Felsen St. Johns Head, der mit seinen 347 Metern die höchste Sandsteilklippe des Landes ist.

Orkneyinseln

Isle of Arran

Die Isle of Arran befindet sich zwischen der Halbinsel Kintyre und der Küste von Ayr in einer Bucht im Westen von Schottland. Hier liegt die Insel, geschützt durch die Landmassen und Irland im Westen, relativ sicher vor den Naturgewalten. Sie ist dem Ansturm von Wind und Wellen wenig ausgesetzt und hat dadurch eine vergleichsweise glatte Küstenlinie.

Arran bietet eine beeindruckende Landschaft mit vielen Bergen: Der Goatfell ist ganze 874 Meter hoch und erstmal oben angekommen, hast du einen erstaunlichen Ausblick!

Wenn du auf der Suche nach historischen Schlössern bist, wirst du auch auf Arran fündig. Im Norden der Insel befindet sich das Lochranza Castle, das aus dem 13. Jahrhundert stammt. Und unweit von der Hauptsiedlung steht das Brodwick Castle, das die Ausstellung des Duke of Hamiltons beherbergt. Außerdem befinden sich im Westen von Arran die 6000 Jahre alten Steinkreise des Auchgallon Stone Circle.

Innere Hebriden

Nördlich von Arran befindet sich die Inselkette der Inneren Hebriden. Sie besteht aus 36 bewohnten und 43 unbewohnten Inseln, welche durch Little Minch von den Äußeren Hebriden getrennt werden. Du erreichst die Inneren Hebriden per Fähre vom Festland aus. Auch zwischen den Inseln kannst du per Schiff hin und her fahren. Da das Wetter hier aber oft sehr rau und stürmisch ist, kann eine Überfahrt auch schonmal etwas abenteuerlicher werden.

Die bekannteren Inseln wie die Isle of Skye erreichst du auch mit dem Auto, da es hier Brückenverbindungen gibt. Die inneren Hebriden bieten einzigartige, teils noch ungezähmte Natur und eine lange Besiedlungsgeschichte – erste Bewohner haben vermutlich schon 6000 vor Christus hier gelebt. Nach der Besiedlung der Kelten herrschten die Wikinger etwa 400 Jahre über die Inseln.

Berühmt sind die Hebriden außerdem für ihren Whisky. Auf den Inseln wirst du zahlreiche Destillen finden: Die bekanntesten sind unter anderem Laphroaig und Bowmore.

Die Isle of Skye wird oft als „die schönste Insel Schottlands“ bezeichnet und das aus gutem Grund: Hier findest du zahlreiche Seen und Felsenkliffs und das Innere des Landes ist weitgehend durch Moorlandschaft geprägt. Das recht neblige Wetter gibt der Inseln zudem eine besondere Atmosphäre. Als schönster Ort auf der Isle of Skye wird oft der Talkessel genannt, wo sich ein idyllisches Bild von dem River Sligachan, der unter einer Natursteinbrücke an grünen Wiesen und alten Bauernhäusern vorbeifließt, ergibt. Sehenswert sind außerdem die schwarz zerklüfteten Cullin Hills im Südosten und das mittelalterliche Schloss Dunvegan im Norden der Insel.

Schottland

Weitere Inseln der inneren Hebriden sind die Insel Islay, die besonders für ihre vielen Whiskydestillen bekannt ist, die bergige Insel Jura und die Insel Gigha, auf der ein relativ mildes Klima herrscht. Neben diesen etwas größeren und bekannteren Inseln gehören zu den inneren Hebriden auch viele kleine Inseln, die kaum bewohnt oder ganz unbewohnt sind – wie die Insel Canna im Westen von der Isle of Skye, auf der momentan 15 Personen leben. Auch wenn hier nur wenige Menschen wohnen, ist die Insel bei Vögeln dafür umso beliebter, denn hier gibt es besonders viele Nistplätze. Eine weitere kleine Insel der inneren Hebriden ist Rùm – auch hier leben nur noch um die 20 Menschen. Dafür ist die Tierwelt umso stärker vertreten: Neben viel Rotwild leben hier auch wilde Ziegen, Otter, Seehunde und Seeadler.

Wunderschöne Natur, spannende Geschichten und wilde Tiere gibt es auf den Inseln der inneren Hebriden in großer Auswahl zu sehen und diese werden dich mit Sicherheit begeistern!

Äußere Hebriden

Die westlichen Inseln der äußeren Hebriden ziehen sich wie ein Schutzschild entlang der Westküste Schottlands. Die größte und meistbesuchte Insel der Äußeren Hebriden ist die Isle of Lewis; in dem Hauptort Stornoway leben um die 5000 Menschen. Hier gibt es auch einen der wenigen Badestrände, der allerdings nur in den Hochsommermonaten besucht wird. Im Landesinneren von Stornoway findest du ein weiteres Highlight – die Steinkreise von Callanish. Diese 13 Steine sind ungefähr 5000 Jahre alt und dienten einst als Grabmal für verstorbene Bürger des Dorfes. Neben Stonehenge gilt der Steinkreis von Callanish als einer der bedeutendsten Steinkreise Europas. Im Norden der Insel sind die Torf-Moore ein landschaftliches Highlight, während im Süden die bergige Landschaft und die felsigen Küsten beeindrucken.

Schottland Inseln

Die Isle of Lewis ist eigentlich keine einzelne Insel, sondern mit der Isle of Harris verbunden. Da die beiden Teile aber von hohen Bergen getrennt sind, haben sich zwei separate Gebiete entwickelt: Im Osten besteht die Isle of Harris aus einer steinigen Landschaft mit vielen kleinen Buchten, während der Westen wunderschöne Sandstrände zu bieten hat.

Rund 70 km von der Isle of Lewis entfernt befinden sich zwei kleine, entlegene schottische Inseln: Rona und Sula Sgeir, welche mittlerweile unbewohnt sind. Auf Rona lebte früher einmal eine kleine Gemeinde. Im 17. Jahrhundert wurde diese jedoch durch eine schlechte Ernte, die auch noch von Ratten vernichtet worden war, ausgelöscht. Hier steht heute nur noch ein automatisierter Leuchtturm und aufgrund der felsigen Küste ist es schwer, mit dem Boot dorthin zu gelangen. Die Insel Sula Sgeir wird mindestens einmal im Jahr von Jägern besucht, denen es dann erlaubt ist, die auf der Insel beheimateten Basstölpel zu jagen – in Schottland eine echte Delikatesse.

90 km westlich von der Isle of Harris entfernt, befindet sich im Atlantik die schottische Insel St. Kilda: Sie hat eine malerische Bucht und eine bergige Landschaft. Das hier lebende Dorf hat die Insel erst 1930 auf Eigeninitiative verlassen – seitdem ist auch diese Insel unbewohnt. Mit Ausnahmen von Forschern und Soldaten lebt hier niemand mehr. Du kannst die Insel aber für einen Tagesausflug besichtigen, das kostet allerdings ganze 200 Pfund. Wenn du auf echtes Abenteuer stehst, lohnt es sich aber!

Weiter südlich in Berneray findest du an der Westküste sogar lange Sandstrände. Durch den besonderen Boden auf der Insel wachsen hier Wildblumen direkt am Meer. Von Berneray aus sind alle weiteren Inseln bis Eriskay mit Steindämmen verbunden, über die du von Insel zu Insel gelangst.

Fazit

Schottlands Inseln sind besonders. Nicht nur, dass es davon besonders viele gibt – sie sind auch alle einzigartig und definitiv einen Besuch wert!

Egal ob du das Abenteuer suchst und über das raue Meer zu einer weit entfernten unbewohnten Insel aufbrechen möchtest oder lieber näher am Festland auf bekanntem Boden bleiben willst: Mit dem Besuch der schottischen Inseln wirst du nicht nur die Natur in ihrer vollen Schönheit kennenlernen, sondern auch die Geschichte und Kultur des Landes. Von den vielen Schlössern, die Geschichten über ihre ehemaligen Bewohner erzählen, bis hin zu prähistorischen Stätten und Steinkreisen – sie alle werden dich in eine vergangene Zeit versetzen, die du auf den schottischen Inseln nachempfinden kannst.

Ganz egal, für welche schottische Insel du dich entscheidest, du wirst von jeder begeistert sein!

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