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Eine Reise zu den Polarlichtern ‒ die 7 schönsten Orte


Sagen und Mythen ‒ die Entstehung und die Farben der Nordlichter

Selten ringen sich so viele Legenden und Sagen um ein so mystisches Naturwunder wie das der Polarlichter. Die Inuit glaubten, dass die Nordlichter die Reise der Verstorbenen darstellten. Geister sollen den Verstorbenen den Weg mit Laternen weisen oder die Lebenden für frevelhaftes Verhalten bestrafen. In der nordischen Mythologie beeinflussten die Nordlichter den Glauben sogar so stark, dass die Entstehung der Legende des Bifröst, der Brücke, die das Gottesreich Odins mit Midgard (unserer Welt) verbinden soll, auf die Polarlichter zurückzuführen ist.

Die Entstehung der Polarlichter lässt sich dadurch erklären, dass die Magnetosphäre auf den Sonnenwind trifft. Die verschieden geladenen Teilchen erzeugen dadurch die Lichtströmungen, die Menschen mit dem freien Auge sehen können. Die Polarlichter, auch Aurora borealis genannt, werden Nordlichter auf der Nordhalbkugel und Südlichter auf der Südhalbkugel genannt. Typischerweise entstehen sie an den Polen, der Arktis und der Antarktis.

Grün und blau, aber auch lila und orange, leuchten die Nordlichter am Nachthimmel. Die Farben der Polarlichter hängen von der Höhe der Ionisierung ab, je tiefer diese stattfindet (ca. 100 km), desto blauer erscheinen die Lichter. Rote Polarlichter können mit etwas Glück bei einer Höhe von 240 km gesehen werden, jedoch sieht das menschliche Auge grüne Farben leichter, was dazu führen kann, dass das Rot am Nachthimmel übersehen wird.

 Wann kannst du die Polarlichter auf der Welt sehen und wo sind sie am schönsten? In unserem Artikel erfährst du alles, was du über die 7 schönsten Orte wissen musst
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1. Vestfirðir und Wildnis ‒ die Polarlichter in Island

Wenn du in Island die Nordlichter sehen willst, bist du nicht alleine. Island gilt als der Geheimtipp schlechthin, da in Island besonders schöne Schauspiele verzeichnet werden. Isländischer Legenden nach sollen die Nordlichter bei der Geburt von Kindern helfen. Wenn die Mutter jedoch dazu verführt wird, den Himmel zu sehen, sollen ihre Kinder schielen.

Aufgrund der langen Tage können die Nordlichter in den Sommermonaten nicht gesehen werden. Deswegen empfehlen wir eine Reise zwischen September und April, denn da sind die Tage am kürzesten und die Nächte am längsten. Des Weiteren brauchst du eine Stelle fernab der Lichtverschmutzung der Städte, um die Schönheit der Polarlichter vollkommen erleben zu können.

Die besten Regionen, um die Polarlichter in Island zu sehen, sind definitiv der Norden von Island und die Vestfirðir (die Westfjorde). Wer sich in diese Regionen wagt, muss sich in den Wintermonaten allerdings warm einpacken, da es nachts ganz schön kalt werden kann. Jedoch werden erfahrene Reisende auf jeden Fall mit dem atemberaubenden Anblick der Polarlichter belohnt, die am wolkenfreien Himmel die gesamte Region erleuchten.

Wer sich nicht mit dem Auto in die winterliche Wildnis von Island aufmachen will, kann sich auch in den Dörfern um Reykjavik in den langen Winternächten ins Abenteuer aufmachen. Die Isländer selbst besteigen gerne den Öskjuhlíð am Rande der Stadt, da er ihnen den perfekten Blick auf die Polarlichter sowie auf die Stadt Reykjavik gibt.

Wenn du mehr dazu wissen willst, findest du in unserem Artikel Backpacking in Island alle Informationen, die du brauchst.


2. Eis, Berge und Klippen ‒ Polarlichter in Norwegen

In Norwegen entstand die Legende des Bifröst, jedoch glaubten die Norweger auch daran, dass die Nordlichter von den schillernden Rüstungen der Walküren stammten. Deswegen wurden die Polarlichter auch oft mit verstorbenen Frauen in Verbindung gebracht.

Die Bräuche der indigenen Völker der Samen, die sich in den skandinavischen Ländern niedergelassen hatten, waren weitaus verbreitet. Die Samen versperrten oftmals ihre Häuser, um den Anblick der Polarlichter vermeiden zu können, da dadurch Unheil abgewendet werden konnte.

In Norwegen sind die Polarlichter von September bis März zu sehen. Die Landschaft Norwegens eignet sich am besten um die Polarlichter zu sehen, denn hier gibt es weite Fjorde, Wälder und hohe Berge, die sich aus den Schneemassen erheben. Reisende müssen sich zwar warm anziehen, aber den Anblick der Nordlichter erlebt man nicht jeden Tag auf diese Weise.

Doch wo gibt es die schönsten Plätze, um die Polarlichter zu beobachten? Tromsø liegt im Norden Norwegens direkt an der Küste der Fjorde. Hier fotografierst du die Polarlichter, während sie über Meer und Berge glitzern. Am Nordkapp stehst du auf den Klippen vor der eisigen Barentsee und auf der Inselgruppe der Lofoten scheinen die Polarlichter über den traditionellen roten Häusern der Norweger. Wissbegierige können sich für ihre Norwegenreise sogar die NorwayLights App aufs Handy holen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

 Wenn du mehr über die Nordlichter in Norwegen erfahren willst, bist du bei unserem Beitrag über Norwegens Polarlichter bestens aufgehoben. Dein Backpacking-Abenteuer in Norwegen wartet bereits auf dich!


3. Schnee, Wälder und Wildnis ‒ die Polarlichter in Finnland

Die finnische Tradition besagt, dass das Laufen eines wilden Fuchses zu den Polarlichtern führt. Dessen Fell soll so oft gegen das Eis und die Berge im Winter reiben, dass dadurch Funken entstehen und im Schnee reflektiert werden. Der Fuchs soll die Lichter mit dem Schweif aufsammeln und in den Himmel werfen, um die Lichtspiele hervorzurufen. Der Name der Polarlichter ist deswegen „Revontulet“ (Fuchsfeuer).

Wenn die Seen und Flüsse im Winter gefroren sind und die Bäume sich unter den Schneemassen biegen, ist die richtige Zeit für die Aurora borealis gekommen. Aufgrund der nördlichen Lage sind die Polarlichter in Finnland besonders gut von August bis April zu sehen.

Rovaniemi ist oft als die offizielle Heimat des Weihnachtsmannes bekannt. Im verschneiten Ort spiegeln sich im Winter die Lichtspiele im Schnee. Kemi am Bottnischen Meerbusen mag zwar ein kleiner Ort sein, doch die Region ist so flach, dass du mit Sicherheit eine Stelle findest, um die Polarlichter zu beobachten. Nelim liegt weit im Norden im finnischen Teil von Lappland. Wer sich hier in den kälteren Monaten ins Freie wagt, wird mit Schneewogen, Wäldern und dem kristallklaren Blick auf die Nordlichter belohnt.

 Mehr zu Finnland findest du unter Backpacking in Finnland.


4. Lappland und der winterliche Norden ‒ die Polarlichter Schwedens

Laut schwedischer Mythologie versprachen die Polarlichter eine gute Ernte im folgenden Frühjahr, allerdings waren auch die Legenden und Traditionen der Samen weit verbreitet. Die Nordlichter sind an verschiedenen Stellen von September bis Mai zu sehen und erreichen Höhen von 200 km, was sie zu ihrem pinken Leuchten bringt.

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Anfangs September ist Kiruna, das nördlichste Dorf Schwedens, deine erste Anlaufstelle. Auf den Hügeln kannst du die Polarlichter bestens betrachten. Wenn die Nächte darauf wieder länger werden und die Tage so kurz sind, dass sie kaum noch als Tage gelten, kannst du dich auf nach Schwedisch-Lappland machen. Die beste Uhrzeit ist laut den Schweden übrigens die Stunde zwischen 10 und 11 am Abend, da die Farben hier am kräftigsten leuchten.

Du willst noch mehr über Schweden und Lappland wissen? Dann schau doch zu unserem Beitrag über Backpacking in Schweden.


5. Polarlichter in Deutschland? Ja, bitte!

Wusstest du, dass du die Polarlichter auch in Deutschland sehen kannst? Dazu musst du zwar etwas Richtung Norden reisen: Die Lichtspiele sind jedoch tatsächlich auch von Zuhause zu sehen. Die besten Plätze findest du abseits der Städte an der Küste. Je höher dein Aussichtspunkt ist, desto besser, da du die beste Aussicht auf das Farbenphänomen am Himmel haben möchtest.

Die besten Plätze findest du in Kiel entlang der Küste, im Nationalpark Jasmund und dessen Umgebung auf Rügen sowie in der Nähe von Stralsund. Wenn du deinen Ausflug planen möchtest, gibt es die Webseite Polarlicht Vorhersage, die die Bedingungen genauer schildert.

Nähere Infos zu Deutschland und deiner Reise findest du in unserem Beitrag zu Deutschland.


6. Tiefer Winter und Eis ‒ die Polarlichter in Kanada

Die Inuit haben heute die meisten Legenden, die sich um die Polarlichter ringen, und diese reichen vom göttlichen Ballspielen mit Walrossschädeln bis zu Tänzen und verlorenen Seelen von Kindern. Zudem wurden die Lichter oft als Fackeln von freundlichen Riesen erklärt.

 Im Norden Kanadas sind die Polarlichter das ganze Jahr über zu sehen, jedoch oft nur für kurze Zeit, bevor die Sonne wieder aufgeht. Die besten Monate für lange Nächte und aufregende Campingtrips unter dem Sternenhimmel sind demnach November bis Februar.

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Das schneebedeckte Whitehorse in Yukon ist ein beliebtes Reiseziel aufgrund seiner ruhigen Lage. Von der Stadt aus brauchst du nur wenige Minuten, bis du den Sternenhimmel wieder sehen kannst. In Yellowknife und Tuktoyaktuk in den Nordwest-Territorien haben Reisende sogar eine Chance von 90 %, die Nordlichter in den Wintermonaten zu erhaschen.

Interessiert an einer Reise ins schöne Kanada? Dann geht es hier zu unseren Backpackingtipps für Kanada.


7. Blutsteine und Tänzer ‒ die Polarlichter Schottlands

In der gälischen Mythologie werden die Polarlichter „Na Fir Chlis“, die flinken Männer, genannt. Sie sollen durch die Kämpfe der Himmelskrieger oder gefallener Engel entstehen und die Schotten erklärten sich so das Vorkommen der Heliotropen („bloodstones“) auf den Hebriden. Die roten und schwarzen Steine sollten die blutigen Spuren der Kämpfe sein.

In Schottland können die Polarlichter von Oktober bis März gesehen werden. Sie sind besonders schön auf den vielen Inseln, da die Lichtverschmutzung den Sternenhimmel nicht beeinflusst. Auf den Hebriden sind die Lichter oftmals grün und legen sich über die Küstenstädte, auf Skye schimmern sie über den Felsformationen und auf Shetland, dem nördlichsten Punkt der Britischen Inseln, sind sie fernab der Städte zu finden. Hier werden die Polarlichter von den Schotten oft als „merry dancers“ (lustige Tänzer) bezeichnet. Wenn du dir ganz sicher sein willst, ob du die Polarlichter zu einem bestimmten Zeitpunkt sehen kannst, findest du auf AuroraWatch UK von der University of Lancaster die aktuellsten Informationen.

Mehr Informationen über Schottland gibt es in unserem Beitrag zu Backpacking in Schottland.



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