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August 9

USA Ostküste

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Einmal im Leben den berühmten Königspfad in Schwedisch Lappland wandern. Durch endlose, unberührte Natur entlang des beliebtesten Fernwanderwegs Europas im Norden Schwedens. Der Kungsleden Wanderweg. Den Wanderweg gibt es bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert. Auch erste Hütten wurden damals schon errichtet, allerdings war zu diesen Zeiten Zug fahren noch sehr teuer, was dazu führte, dass man im Jahre 1935 gerade einmal 200 Besucher zählte, welche den Kungsleden Wanderweg gelaufen waren. Heutzutage besticht die faszinierende, unberührte Natur Schwedens rund 30.000 Outdoor-Begeisterte jährlich, die den kompletten Weg oder nur einzelne Etappen laufen.

Der beliebte und weit bekannte Wanderweg ist in zwei Strecken aufgeteilt: den nördlichen und den südlichen Kungsleden. Die nördliche Strecke führt rund 440 km von Abisko durch die Provinz Lappland bis nach Hemavan, während die südliche auf etwa 350 km von Sälen bis in die Nähe der norwegischen Grenze nach Storlien führt. 

Auf dem Kungsleden Fernwanderweg wanderst du durch die unumstritten schöne Landschaft Schwedens. Der Kungsleden führt dich vorbei an weiten Tälern, sprudelnden Flüssen und riesigen, blauen Seen durch eine fantastische Berglandschaft und die vier Nationalparks der UNESCO-Welterbestätte Laponia. Besonders schön ist der Abschnitt zwischen Abisko und Kiruna, der mit 110 km ein Viertel der Strecke ausmacht und dich an Schwedens höchstem Berg, dem 2099 m hohen Kebnekaise, vorbeiführt. Alle Infos, die für dich wichtig sind, findest du hier in unserem Beitrag.

Kungsleden Wanderung:

Der nördliche Teil

Der nördlichste und beliebteste Teil des Kungsleden Wanderweges gehört zu den schönsten Streckenabschnitten des gesamten Fernwanderweges. Hierfür startest du in der Regel nicht direkt in Kiruna, sondern in der Stadt bei Nikkaluokta, und wanderst bis Abisko. Die meisten Reisenden teilen die Strecke in fünf Etappen auf, was am Ende insgesamt 110 km Wanderweg ergibt. Dieser Teil vom Kungsleden ist gut markiert ‒ Steinhaufen und rote Punkte auf Bäumen und Steinen zeigen dir den Weg. Teilst du den Weg wie empfohlen in 5 Tage auf, ergeben die einzelnen Tagesetappen zwischen 12 und 22 km Fußweg. 

Der spektakulärste Teil des Abschnitts ist die Überschreitung der höchsten Stelle des ganzen Fernwanderweges: der 1.140 m hohe Tjäktja Pass. Aber auch der Weg an sich versetzt dich in die Abenteuerstimmung, vorbei an türkisblauen Seen, teilweise durch Birkenwälder, später auf einem sandigen und breiten Pfad, welcher in die Fjäll, die steinigen und sumpfigen Passagen, übergeht. Diese Passagen sind gelegentlich von eisernen Hängebrücken zur Überquerung einer der unzähligen Flüsse unterbrochen.

Hier siehst du ein Routen-Beispiel wie eine fünftägige Tour (oder sechstägig inklusive Zielort) aussehen könnte. Auf den hier aufgelisteten Etappen findest du auch jeweils Schutzhütten zum Stärken oder Übernachten.

Nikkaluokta - Kebnekaise: 19 km

Kebnekaise - Singi: 14 km

Singi- Sälka: 12 km

Sälka - Tjäktja: 13 km

Tjäktja - Alesjaure: 13 km

Alesjaure - Abiskojaure: 22 km

Abiskojaure- Abisko: 14 km

Kungsleden Wanderung:

Der südliche Teil

Der südliche Abschnitt des Kungsleden Fernwanderweges in Schweden verläuft von Storlien nach Sälen entlang der norwegischen Grenze. Bis zu 360 km kannst du hier in einfachen Etappen die abwechslungsreiche Route des südlichen Kungsleden durch die schwedischen Provinzen Jämtlands län und Dalarnas län wandern. Von Storlien, oder dem südlich gelegenem Storvallen aus, startet hier der Kungsleden Wanderweg unscheinbar und unspektakulär hinter einem STF Wanderheim (STF = steht für den schwedischen Wanderverein).

Der gesamte Weg ist deutlich markiert und gut sichtbar durch ausgetretene Pfade deiner Vorgänger. Unterwegs genießt du die weite Aussicht auf Berge und einsame, tiefblaue Seen, vorbei an alpinen Fjällregionen, Birken- und Kiefernwäldern, über Brücken, Bäche und Flüsse sowie Holzbohlenwegen, die über die sumpfigsten Stellen hinwegführen. Hier kannst du in die nordische Natur mit ihrer atemberaubenden, einmaligen Moränenlandschaft eintauchen. Eine sportliche Herausforderung bieten manche der Abschnitte des südlichen Teils des Kungsleden, wenn du ihn in seiner kompletten Länge gehen möchtest. In einigen Teilen findest du weniger Schutzhütten, musst zwangsläufig ein Zelt bei dir haben und bist für dein eigenes Wohl verantwortlich.

 

Beste Jahreszeit

Da der Kungsleden Wanderweg sehr hoch im Norden Schwedens liegt, sind die Sommermonate die beliebten Wandermonate. Die Wandersaison auf dem Kungsleden beginnt nach Midsommar, der Sonnenwende, da vorher teilweise noch heftige Überschwemmungen durch die Schneeschmelze im Fjäll passieren können. Ab Ende August wird es vor allem nachts schon spürbar kälter und ab Mitte September sperren die ersten Berghütten bereits zu. In Lappland sind die Wintertage eisig kalt, sehr kurz und oft bleibt der Schnee noch lange bis in den Juni liegen. 

Im Sommer hingegen wird es nachts nicht richtig dunkel, ein Phänomen, welches auch Mitternachtssonne genannt wird. Dieses hat durchaus seinen Vorteil, denn du hast keinen Zeitdruck von einer zur nächsten Hütte zu kommen oder rechtzeitig vor Dunkelheit dein Zelt aufzuschlagen. Möchtest du also auf Nummer sicher gehen, solltest du deine Reise zwischen Juli und September einplanen. Ein Nachteil, welchen die hellen, milden Sommernächte mit sich bringen, sind unzählige Moskitos. Du solltest auf jeden Fall Insektenschutzmittel einpacken. 

Bist du ein erfahrener Wanderer und möchtest die spektakuläre Winterlandschaft des Kungsleden Wanderweges lieber im Winter bezwingen, nutze unbedingt Langlaufski und Schneeschuhe, da es ohne schnell gefährlich werden kann.

Anreise und Abreise

Egal, wo du startest, Abisko, Nikkaluokta oder dem südlichen Sälen, die meisten Wanderer bevorzugen es, von Kiruna nach Lappland zu reisen, denn das ist wohl der einfachste Weg der Anreise. Kiruna liegt ca. eine Autostunde von Nikkaluokta entfernt, bietet einen Bahnhof und sogar einen Flughafen. Zweimal täglich kannst du den Bus „Nikkaluoktaexpressen“ in Anspruch nehmen, welcher von Kiruna nach Nikkaluokta pendelt. Eine Alternative ist, über Stockholm anzureisen, aber auch die Anbindung von Kiruna nach Stockholm findet mehrmals am Tag statt.


Terrain und Anforderungen

Das Naturabenteuer Kungsleden kann jeder wandern, der Wanderweg bietet unzählige Facetten mit verschiedenen Routen, Abschnitten und Schwierigkeitsstufen und ist somit für jeden geeignet. Egal, ob blutiger Anfänger oder erfahrener Wanderprofi, du wirst hier voll auf deine Kosten kommen. 

Der Weg ist gut zu finden und die komplette Strecke gut ausgeschildert. Er führt auf einer relativ niedrigen Meereshöhe und das Terrain bleibt überwiegend eben mit gut gepflegten Wegen. Zum Teil läufst du hier über zwei schmale Holzbretter, die über besonders matschige Stellen oder über sumpfiges, verwachsenes Gelände führen.

Dank der gut erarbeiteten Struktur der Strecke gibt es mehrere Startpunkte und Etappenziele, welche eine individuelle Planung möglich machen. Die Etappenziele bieten dir Schutzhütten, die sogenannten Fjällstationen, entlang des Wanderweges, in welchen du übernachten kannst und dir so einiges an Gewicht im Rucksack sparen kannst. Ein weiterer Punkt, um Gewicht im Rucksack zu sparen, sind saubere Wasserquellen, an denen du immer wieder vorbeikommst. So kannst du dich jederzeit mit frischem Trinkwasser versorgen. 


Hütten am Kungsleden

Der Kungsleden bietet 16 gut ausgebaute Schutzhütten, in denen man die Nächte verbringen kann. Der STF pflegt die meisten Hütten und stellt für jede Hütte einen Hüttenwart. Die Hütten bieten dir neben der Infrastruktur (Toilette, WC, teilweise auch einer Sauna) ein Dach über dem Kopf, inklusive Schlafplatz, falls du ohne Zelt unterwegs bis. Du bekommst dort Essen zu kaufen und eine einfache Kochausrüstung wird zur Verfügung gestellt. 

Übernachten in den Hütten ist selbstverständlich nicht kostenfrei und da du auch nicht in jeder Hütte mit Kreditkarte zahlen kannst, ist es immer von Vorteil, Bargeld dabei zu haben. Neben den Hütten zum Übernachten, hast du noch die Option, in der freien Natur zu campen. Beim Wild Campen, was in Schweden erlaubt ist, solltest du nur immer im Hinterkopf haben, deinen Schlafplatz in der Natur wieder so zu hinterlassen, wie du ihn vorgefunden hast.

Verpflegung & Wasser

Wie du weißt, kannst du in den Schutzhütten Verpflegung kaufen, es empfiehlt sich aber für die komplette Wanderstrecke Essen mitzubringen. Die Schutzhütten sind zwar zum Teil sogar bewirtschaftet, das Essen ist aber wesentlich teurer als sich Lebensmittel in einem Supermarkt im Voraus zu besorgen. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass die kleinen Shops in den wenigen Hütten oft nur eine beschränkte Auswahl an Lebensmitteln haben. 

Über Wasser musst du dir im Voraus keine Gedanken machen, denn es gibt in der Region des Fernwanderweges reichlich Wasser, welches du bedenkenlos trinken kannst. Da die Wasserquellen einen fließenden Ursprung haben, kannst du dir sogar einen Trinkfilter sparen. Bedenklich wäre es nur, wenn du beim Wandern Wasser aus stehenden Gewässern konsumieren würdest. 


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