Der Kilimandscharo – das höchste Gebirge Afrikas

Afrika ist ein aufregender Kontinent voller vielseitiger Natur und wilden Schönheiten. Seien es die Wüste Sahara, die Steppen weiter im Süden oder die kargen Felslandschaften im nordafrikanischen Marokko, kaum ein Kontinent hat so viel Abwechslung zu bieten wie Afrika.

Auch was Berge betrifft, hat der Kontinent einiges zu bieten. Vor allem Tansania solltest du deswegen ganz weit oben auf deine Bucket List packen. Dort befindet sich nämlich das höchste Bergmassiv Afrikas. Es befindet sich im Nordosten des ostafrikanischen Landes und zählt du den wohl beeindruckendsten Reisezielen, welches du bei einer Backpacking-Tour durch Ostafrika besuchen wirst.

Vor allen das Wandern in den Bergen gehört zu den beliebtesten Aktivitäten. Allerdings beachten viele Backpacker dabei nicht, welche heimtückischen Gefahren hier lauern. In diesem Artikel verraten wir dir also, was du vor der Besteigung der gigantischen Berge über dieses majestätische Gebirge wissen solltest. Du erfährst unter anderem, wo sich das Gebirge befindet, was es so einzigartig macht und welche lauernden Gefahren du auf keinen Fall unterschätzen solltest.

Elefanten im Kilimandscharo Afrika

Die Landschaft des Kilimandscharo

Dieses gewaltige Bergmassiv findest du im Nordosten des Landes Tansania, ziemlich nah gelegen an der Grenze zu Kenia. Das Kilimandscharo-Massiv besteht im Wesentlichen aus drei ruhenden Vulkanen, dem Kibo, dem Mawenzi und dem Shira.

Der letzte Ausbruch liegt laut Überlieferungen mittlerweile etwa 300 Jahre zurück, allerdings gibt es dafür jedoch berechtigte Zweifel. Vor allem die fehlende Vulkanasche, welche sich hier dementsprechend befinden müsste, lässt darauf schließen, dass der letzte Ausbruch viel weiter zurückliegen müsste. Trotzdem wird der Vulkan zur Sicherheit nicht als erloschen angesehen und steht unter strenger Beobachtung.

Einen Hinweis darauf, dass der Vulkan immer noch im Inneren brodelt, ist vor allem der Geruch. Vor allem am Reusch-Krater kannst du oftmals einen intensiven Schwefelduft wahrnehmen. Abhängig von der Windrichtung kannst du ihn aber auch etwas weiter entfernt noch zu spüren.

Der Kilimandscharo ist nicht nur das beeindruckendste Gebirge auf dem afrikanischen Kontinent, sondern ist gleichzeitig auch Heimat dessen höchsten Gipfels. Dies ist der Kibo, welcher mit einer Höhe von nicht ganz 5.900 Metern nur ganz knapp an der Marke zu 6.000 Metern vorbeischrammt.

In Richtung Osten fällt das Gebirge ziemlich ab und geht in das Pare-Gebirge über. Dort werden die Berge immer kleiner, bis der Gebirgszug zum Indischen Ozean gelangt. In Richtung Westen hingegen geht es eher weiter nach oben und der Kilimandscharo geht über in die Hochländer von Kenia und Tansania. Südlich des Kilimandscharos findest du hingegen die Massai-Steppe.

Interessant ist, dass sich das Gebirge hauptsächlich durch Gletscheraktivitäten gebildet hat. Heute kannst du nur noch auf dem Kibo Reste dieses Gletschers finden. Das ist vor allem deswegen so seltsam, weil die Region, in welcher sich der Kilimandscharo befindet, eher subtropisch geprägt ist und die Temperaturen hier eher heiß sind. Neben dem Kilimandscharo können nur noch das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenia-Massiv dies von sich behaupten.

Höchste Berge im Kilimandscharo

Kibo

Mit einer Höhe von 5.895 Metern ist der Kibo der höchste Berg des Bergmassivs. Auf Deutsch bedeutet der Name dieses Berges so viel wie „der Helle“. Es handelt sich aber gleichzeitig auch um den Berg, welcher über den höchsten Gipfel des gesamten Kontinents verfügt. Dieser wird in vielen Reiseführer auch unter dem Namen Uhuru Peak aufgeführt.

Auf dem Gipfelplateau findest du auch eine riesige vulkanische Kraterlandschaft. Im Wesentlichen ist dies der Kibo-Krater, welcher im Inneren noch weitere kleinere Krater hat. Unter anderem befindet sich darin der etwa 200 Meter tiefe Reusch-Krater, in welchem du wiederum ein noch kleinerer Krater namens Inner Cone findest.

Besonders der mit Schnee bedeckte Gipfel macht diesen gigantischen Berg so beeindruckend. Denn das Bergmassiv befindet sich in einer Region Afrikas, in der du wohl kaum weite Schneelandschaften erwarten würdest. Aus diesem Grund wirkt der Kibo noch viel auffälliger und steht sozusagen stellvertretend für den gesamten Gebirgszug.

Mawenzi

Nur zehn Kilometer in Richtung Osten vom Kibo aus gesehen befindet sich der zweithöchste Berg des Kilimandscharo. Dieser hört auf den Namen Mawenzi, welcher auf Deutsch übersetzt so viel wie „der Dunkle“ bedeutet. Diesen Namen hat er daher, weil er im Gegensatz zum etwa 750 Meter höheren Kibo keine Schneekuppe auf dem Gipfel hat.

Flora und Fauna auf dem Kilimandscharo

Da allein schon die Gletscheraktivitäten ziemlich außergewöhnlich sind, wird es dich bestimmt nicht weiter verwundern, dass du hier auch noch viele Pflanzen findest, welche sonst nicht in Afrika heimisch sind. Statt weiten Wüsten- und Steppenlandschaften findest du auf über 4.000 Metern Höhe sogar ein üppiges Gelände voller Grasland Sträuchern. Dies wirkt vor allem durch den Kontrast zu dem Urwald, welcher sich bis zur Baumgrenze des Bergmassivs zieht, ziemlich beeindruckend.

Durch diese vielseitige Pflanzenwelt bietet das Bergmassiv natürlich auch eine vielseitige Umgebung für zahlreiche verschiedene Tierarten. Neben Affen findest du hier auch noch andere Säugetiere wie Elefanten, Büffel, Hyänen und verschiedenen Raubkatzen. Zu Letzteren gehören vor allem Löwen und Leoparden, welche hier auch zahlreiche Beutetiere wie Zebras finden. Mit etwas Glück kannst du sogar eines der seltenen Spitzmaulnashörner entdecken, wenn du durch die vielseitige Natur des Kilimandscharo wanderst.

Sogar für Vogelbeobachter fühlt sich das imposante Bergmassiv an wie der Himmel auf Erden. Die Vielfalt an Vogelarten reicht von uns weithin bekannten Enten, Gänsen und Störchen über schon etwas exotischer wirkende Flamingos bis hin zu verschiedenen Zugvögeln.

Kilimandscharo Blick

Wandern im Kilimandscharo

Gefahren bei der Besteigung

Vor allem bei Bergsteigern ist der Kilimandscharo beliebt. Nur die Spitze des Kibo erklimmen eher wenige Kletterer. Und das, obwohl der Aufstieg nicht allzu schwierig ist. Zwar machen sich jedes Jahr mehrere zehntausend Menschen auf den Weg, den höchsten Berg zu erklimmen, aber nur die Hälfte von ihnen schafft es wirklich bis zum Uhuru Peak.

Generell kannst du den Berg aufgrund des flachen Anstiegs eigentlich sogar ohne größere Anstrengungen besteigen. Allerdings wird die Luft immer dünner, je weiter du nach oben steigst. Dadurch entsteht auch ein Mangel an Sauerstoff im Blut, wodurch die sogenannte Höhenkrankheit ausgelöst wird. Typische Symptome sind in diesem Fall Kopfschmerzen, Müdigkeit und ein Gefühl von Schwindel.

Falls du ebenfalls solche Symptome bemerkst, dann ist es besser, wenn du lieber umkehrst. Denn auch wenn die Höhenkrankheit am Anfang erst harmlos wirkt, können auf diese Weise noch viel schlimmere Sachen entstehen. Vor allem Ödeme in der Lunge und im Gehirn können dann entstehen, wenn du nicht rechtzeitig die sprichwörtliche Notbremse ziehst. Und diese führen leider auch öfter mal zum Tod.

Außerdem ist die Besteigung von Bergen im Kilimandscharo oft ziemlich heimtückisch. Gerade, weil die Besteigung zu Beginn so einfach wirkt, nehmen auch viele unerfahrene Bergwanderer den Weg auf sich. Allerdings wirken viele der anfänglichen kleinen Strapazen unter dem veränderten Druck in der Höhe oft doppelt so belastend.

Zudem unterschätzen vor allem Leute, die noch nie vorher eine mehrtägige Bergwanderung gemacht haben, wie schnell sich das Wetter in einem Hochgebirge ändern kann. Außerdem herrscht auf dem Gipfel eine deutlich niedrigere Temperatur als am Fuß des Kibo.

Vorbereitung

Um also das gigantische Bergmassiv ohne Gefahr zu besteigen, solltest du dich entsprechend vorbereiten oder dich lieber langsamer vorarbeiten. Auf den beliebtesten Routen wird ein Auf- und Abstieg innerhalb von fünf Tagen empfohlen, allerdings kann schon das ziemlich belastend sein.

Falls du selbst noch nie weiter oben als 3.000 Meter in einem Hochgebirge unterwegs gewesen sein, dann wäre es besser, wenn du das Doppelte an Zeit einplanst. Auf diese Weise kannst du dich immer wieder an das Höhenklima gewöhnen und dich akklimatisieren. Auf diese Weise verringerst du die Gefahr zur Bildung eines lebensgefährlichen Ödems.

Da das Bergmassiv unter strengem Naturschutz steht, darfst du die Berge allerdings nur noch zusammen mit einem einheimischen Tourguide besteigen. Dies kann natürlich entsprechend ins Geld gehen, Ausgaben von mehr als 700 Euro reißen da gerne mal ein tiefes Loch in die Reisekasse.

Die beliebtesten Routen

Der laut der vom Nationalpark Kilimandscharo herausgegebenen Statistik entsprechend ist vor allem die Marangu-Route extrem beliebt bei den Besuchern. Sie hat auch den scherzhaften Spitznamen Coca-Cola-Route bekommen. Dies kommt von der Anlehnung an das koffeinhaltige Erfrischungsgetränk der Coca-Cola Company, welches der beliebteste Softdrink der Welt ist.

Aber auch in einem anderen Punkt haben die weltbekannte Cola und diese populäre Wanderroute gemeinsam. Trotz ihrer hohen Beliebtheit sind sie nicht gerade die besten ihrer Art. Die Aussicht auf der Marangu-Route ist nicht allzu berauschend, weswegen uns die Beliebtheit dieses Pfades eher schleierhaft ist. Mit Sicherheit liegt es daran, dass sie zu den einfachsten Routen gehört.

Einen deutlich besseren Eindruck bekommst du auf der Machame-Route. Dieses wird auch als „Whiskey-Route“ bezeichnet, und wie bei der Coca-Cola-Route gibt es hier einen gedanklichen Zusammenhang. Wie auch ein Whiskey ist die Machame-Route nichts für Anfänger. Sei es beim Genuss von Alkohol oder beim Bergwandern. Zudem benötigen beide mehr Zeit, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Kilimandscharo Afrika Übersicht


Fazit

Der Kilimandscharo ist nicht ohne Grund eines der beliebtesten Reiseziele in Afrika. Vor allem durch seine einzigartig wirkende Kuppe aus Schnee wirkt er so wahnsinnig beeindruckend wie kaum ein anderes Gebirge auf dem afrikanischen Kontinent.

Vor allem zum Wandern ist er perfekt geeignet. Falls du dies vorhast, solltest du dich jedoch vorher gut vorbereiten. Denn es lauern viele heimtückische Gefahren auf dich, welche schon vielen unerfahrenen Bergsteigern das Leben gekostet haben. Vor allem der zu schnelle Aufstieg und das Ignorieren der Höhenkrankheit sorgen dafür, dass viele auch einem Höhenlungenödem oder einem Höhenhirnödem erliegen.

Wenn du die Sache allerdings ruhig angehst, dann hast du kaum etwas zu befürchten. Höchstens, dass du bei der atemberaubenden Szenerie vielleicht nicht mehr aus dem Staunen herauskommst.

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