Curaçao – Vielseitige Insel in der Karibik

Curaçao – Vielseitige Insel in der Karibik

Curaçao – kommt dir der Name bekannt vor? Wahrscheinlich hast du ihn schon einmal in einem Supermarkt gelesen. Blue Curaçao ist nämlich ein Likör und hat seinen Namen von einer karibischen Insel. Curaçao gehört, neben Aruba und Bonaire, zu den sogenannten ABC-Inseln kurz vor dem venezolanischen Festland. Hinter Curaçao steckt allerdings noch viel mehr als blauer Likör, für den die Insel hauptsächlich bekannt ist. Beispielsweise sprechen die Einheimischen oft gleich drei oder vier Sprachen. Wir verraten dir, woran das liegt, und zeigen dir außerdem die Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten, die du auf Curaçao findest – abgesehen natürlich vom Entspannen unter der karibischen Sonne.

Sprachliche Identität: Papiamentu

Die kulturelle Vielfalt Curaçaos zeigt sich in der wichtigsten Sprache der Insel: Papiamentu. Die Kreolsprache ist eine von insgesamt drei Amtssprachen auf der Insel. Sie setzt sich vor allem aus Spanisch, Portugiesisch, Englisch, Afrikaans und Niederländisch zusammen. Papiamentu hat sich während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebildet. Zu der Zeit besiedelten die Niederlande Curaçao. Sprachwissenschaftler und Historiker streiten sich allerdings darüber, wie genau Papiamentu entstanden ist. Eine Theorie beginnt damit, dass die niederländischen Kolonialisten Sklaven aus Afrika auf die karibische Insel entführten. Die Versklavten stammten aus verschiedenen Ländern und mussten isoliert von den Plantagenbesitzern leben. Niederländisch durften sie wegen der strengen Sprachpolitik der Niederlande nicht lernen. Der Bedarf an einer gemeinsamen Sprache war also groß.

Fakt ist, dass Papiamentu im Laufe der Zeit immer mehr zur Verkehrssprache wurde und damit Niederländisch als Sprache des öffentlichen Lebens verdrängte. Im Gegensatz zu anderen kreolischen Sprachen wird Papiamentu in der gesamten Bevölkerung gesprochen, also in allen sozialen Schichten. Wie auch immer Papiamentu tatsächlich entstanden ist, die Sprache bildet für die Einheimischen einen wichtigen Teil ihrer Identität. Wenn du nach Curaçao reist, solltest du dir deshalb zumindest ein paar Höflichkeitsformen in Papiamentu aneignen. Du kannst uns glauben – selbst über wenige Worte werden die Einheimischen sich freuen! Hier sind die wichtigsten Floskeln und Grüße, die du beherrschen solltest:

  • Bon bini – Willkommen
  • Bon día – Guten Tag
  • Asta la vista – Auf Wiedersehen
  • Danki – Danke
  • Por favor – Bitte
  • Ékskius – Entschuldigung
  • Kón ta bai? – Wie geht es dir?

Dushi: Dieses Wort wird dir wohl am häufigsten auf der Insel begegnen. Wörtlich lässt es sich nicht übersetzen, denn Dushi hat viele verschiedene Bedeutungen – alle davon sind positiv. Wenn du etwas oder jemanden süß, nett, lieb oder attraktiv findest, dann liegst du mit Dushi nie falsch. Dein Essen kann ebenfalls Dushi sein – doch es handelt sich dann nicht automatisch um eine süße Speise. Dushi bedeutet in diesem Fall einfach lecker! Darüber hinaus dient Dushi als Kosename: Je nach Kontext nennen die Einheimischen so ihre Partner, Freunde, Kinder oder sogar Fremde.

Wie kannst du dich auf Curaçao verständigen?

Die wenigen Wörter auf Papiamentu reichen zwar als Höflichkeiten aus, zur Verständigung im Alltag aber natürlich nicht. Doch keine Sorge: Du bist auf Curaçao nicht aufgeschmissen, wenn du kein Papiamentu sprichst. Die meisten Einheimischen wachsen mit drei oder sogar vier Sprachen auf. 

Curaçao gehört durch die Kolonialisierung zu den karibischen Niederlanden und ist ein autonomes Land innerhalb des niederländischen Königreichs. Staatsoberhaupt ist also der König der Niederlande. Zur EU gehören Curaçao und die anderen beiden ABC-Inseln allerdings nicht. Wie du weißt, wurde den Sklaven verboten, Niederländisch zu sprechen. Dennoch ist der Einfluss der niederländischen Kultur und Sprache extrem groß. Sie wird in der Verwaltung und im Rechtswesen gesprochen. Außerdem ist Niederländisch immerhin die Muttersprache von 8 % der Bevölkerung.

Als dritte Amtssprache gibt es auf Curaçao sogar noch Englisch. Spätestens damit wirst du dich bestimmt verständigen können. Die Einheimischen sind an Reisende gewöhnt. Vor allem im Hotel- und Gastronomiegewerbe ist Englisch daher sehr verbreitet. Ansonsten sprechen viele noch Spanisch. Grund dafür ist die Nähe zum südamerikanischen Festland und somit der Einfluss der spanischsprechenden Bevölkerung. Viele Einheimische auf Curaçao sprechen also oft gleich mehrere Sprachen. Du kannst deshalb sicher sein, dass du mit ihnen gut kommunizieren kannst. Zur Not hast du ja noch deine Hände und Füße.

Aktivitäten in abwechslungsreicher Natur

Vor allem Curaçaos Strände bieten dir viele Möglichkeiten: Sie laden dich regelrecht dazu ein, deine Zehen im Sand zu vergraben, unter den Palmen ein Nickerchen zu machen und im warmen Licht der Abendsonne einen Cocktail oder Mango-Lassi zu trinken – das verspricht pure Entspannung. Möchtest du aber vielleicht ein bisschen mehr Action in der Natur erleben? Kein Problem! Auf den 444 Quadratkilometern der karibischen Insel gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sodass dir garantiert nie langweilig wird. Denn die Küsten und meist kurzen Strände sind nicht nur schön, sondern auch extrem abwechslungsreich. Wir zeigen dir, was du in der Natur auf Curaçao alles unternehmen kannst und welche Orte sich dafür am besten eignen.

Strand von Curaçao mit Klippen.

Tauchen

Curaçao ist ein wahres Paradies zum Tauchen! In vielen Tauchschulen kannst du es entweder lernen oder – falls du schon mehr Erfahrung hast – dir das Equipment ausleihen. Der Tugboat Beach zum Beispiel ist ein toller Tauchspot. Den solltest du auf deiner Reise definitiv nicht auslassen. Wie der Name verrät, liegt hier ein Schiffswrack in gerade mal 5 Metern Tiefe versunken: Es ist ein faszinierender Anblick, wie sich die Fische um den Lastkahn tummeln!

Schnorcheln

Du musst auf Curaçao aber nicht tauchen gehen, um die Unterwasserwelt zu erkunden: Probiere es doch mit Schnorcheln! Das klare Wasser ist in den kleinen Buchten recht ruhig – und die Unterwasserwelt ist unglaublich lebendig und bunt. Die Zeit vergeht wie im Flug, während du die schillernden Fische und andere Meereslebewesen beobachtest. Vielleicht begegnet dir sogar die ein oder andere Meeresschildkröte! Besonders der Kokomo Beach eignet sich perfekt zum Schnorcheln, ebenso wie der Playa Porto Mari.

Klippenspringen

Du brauchst zwischendurch einen Adrenalinkick? Dann empfehlen wir dir einen Abstecher zum Playa Forti. Er ist ein beliebter Spot, um von den natürlichen Klippen, aus gut 10 Metern Höhe, ins kristallklare Wasser zu springen – also nichts für Angsthasen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Denn der Strand und die Klippen sind kein öffentlicher Bereich und somit gibt es keine Sicherheitsvorkehrungen. Nimm zum Springen am besten eine Begleitung mit, die aufpasst – und Fotos machen kann. Ein Sprung vor dem Hintergrund mit blühenden Bäumen, hellem Sand und strahlendem Wasser sieht nämlich einmalig aus.

Wandern

Neben Stränden zum Entspannen und Erleben hat Curaçao auch auf dem Trockenen viel zu bieten. Am nördlichsten Punkt der Insel gibt es beispielsweise zahlreiche Wanderwege. Während du über die teils natürlich entstandenen Pfade läufst, solltest du die Natur um dich herum auf jeden Fall genauer unter die Lupe nehmen. Du wirst exotische Pflanzen und Tiere entdecken: Immer wieder huschen kleine Eidechsen durch dein Sichtfeld.

Angekommen an der Küste, peitschen die Wellen gegen die steilen Felswände. Das raue Meer ist, im Vergleich zu den vorherigen Stränden, kaum wiederzuerkennen. Beim Watamula Hole veranstaltet das Wasser außerdem wahre Fontänenspiele – wirklich magisch und definitiv einen Ausflug wert. Nicht weit entfernt liegt noch eine versteckte Bucht: Der Playa Guepi. Dieser eignet sich jedoch aufgrund zahlreicher Felsen und bei starkem Wellengang eher zum Anschauen als zum Baden.

Eine wirklich coole Challenge ist es übrigens, dir jeden Tag einen anderen Strand anzuschauen. Am besten erreichst du die verschiedenen Strände, wenn du dir einen Mietwagen holst. Die Strände liegen meist nicht sehr weit auseinander, du müsstest also keine allzu weiten Strecken zurücklegen und könntest der Umwelt zuliebe auch mit dem Fahrrad fahren.

Tagestrip nach Willemstad

So schön die Natur auf Curaçao ist – ein Ausflug nach Willemstad darf auf deiner Reise nicht fehlen. Die Hauptstadt der karibischen Insel besticht mit bunten Fassaden, verwinkelten Gassen und vor allem mit der Königin-Emma-Brücke. Sie verbindet zwei Stadtteile von Willemstad miteinander. Das Besondere an der Brücke: Sie ist nicht fest mit dem Ufer verbunden, sondern kann von einer Seite aus so gedreht werden, dass sie die Durchfahrt der Schiffe ermöglicht.

Apropos Schiffe: Anstatt über die Brücke zu laufen, kannst du dich mit einem Boot übersetzen lassen. Vom Wasser aus gewinnst du noch einmal einen anderen Blick auf die Häuser der Stadt mit ihren quietschbunten Fassaden. Übrigens ein sehr schönes Fotomotiv!

Die Häuser von Willemstad, Curaçao, mit stehen mit ihren bunten Fassaden direkt am Meer.

Fazit

Dafür, dass Curaçao recht klein ist, entpuppt sich die karibische Insel als unglaublich vielseitig und spannend. Sie hat mehr zu bieten als den blauen Likör, den du aus den Supermärkten in Deutschland kennst. Angefangen bei der Sprache ist Curaçao einzigartig. Für die Einheimischen ist Papiamentu nicht nur eine Sprache, sondern ein Teil ihrer Identität.

Ebenso einmalig sind die vielen kurzen, aber überaus abwechslungsreichen Sandstrände. Natürlich kannst du hier im Schatten der Palmen dösen und die malerische Kulisse mit türkisenem Wasser und weißem Sand genießen – oder du erkundest die Unterwasserwelt des karibischen Meeres. Das geht sowohl beim Tauchen als auch beim Schnorcheln. Wenn dir das noch immer zu ruhig ist, kannst du dir deinen Nervenkitzel beim Klippenspringen holen. Außerdem zeigen sich die Küsten im Norden der Insel von einer deutlich raueren Seite als der Rest des Landes. Hier kannst du auf Wanderwegen die mal grüne, mal kahle Natur entdecken.

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