Frankreichs Städte an der Atlantik-Küste

Dank der insgesamt 3.000 Kilometer langen Westküste verfügt Frankreich über einen breiten Zugang zum Atlantik. Klar, dass sich hier dementsprechend auch einige tolle Städte entwickelt haben, die dich regelrecht zum Erkunden einladen.

Die gesamte Atlantikküste reicht von Hendaye im Süden, nahe der Grenze zu Spanien, bis hoch hinauf nach Brest in der Bretagne. Entlang der Strecke findest du zahlreiche größere und kleinere Städte wie zum Beispiel Nantes oder La Rochelle.

In diesem Artikel stellen wir dir genau die Städte vor, die du bei einem Roadtrip entlang des Atlantiks in Frankreich auf jeden Fall einmal besuchen solltest.


Nantes

Als reicher mittelalterlicher Handelshafen an der Loire, einem Zufluss zum Atlantik, und ehemalige Hauptstadt der Bretagne lässt dich Nantes in seine faszinierende Geschichte eintauchen. Ein Spaziergang durch die gepflasterten Straßen der Altstadt fühlt sich an wie ein Spaziergang in die Vergangenheit. Doch Nantes ist kein Museum, sondern eine pulsierende, moderne Metropole mit einer industriellen Wirtschaft und einer großen Anzahl von Studenten. Die lebendige soziale Szene der Stadt umfasst ein schillerndes Opernhaus, trendige Restaurants, belebte Cafés und lebhafte Plätze.

Kulturelle Attraktionen gibt es im Überfluss, besonders im historischen Zentrum von Nantes. Das Viertel Bouffay, in dem es immer von Aktivitäten wimmelt, umfasst mehrere Sehenswürdigkeiten, die du gesehen haben musst. Dazu gehören unter anderem die Cathédrale Saint-Pierre et Saint-Paul, das Château des Ducs de Bretagne, der Palais des Beaux-Arts und der Jardin des Plantes.

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Ein weiteres einladendes Viertel ist Grasslin. In diesem kannst du durch die eleganten Einkaufsstraßen schlendern oder dir das leckere traditionelle Essen der bretonischen Küche in einem der zahlreichen Restaurants schmecken lassen.

Nantes ist ein Ort, den du in aller Ruhe erkunden kannst. Das Zentrum der Stadt erfreut seine Besucher vor allem mit seiner Eleganz und Raffinesse. Obwohl Nantes eine der größten Metropolen Frankreichs ist und definitiv ein städtisches Gefühl vermittelt, gibt es viele schöne Gärten, die dir erfrischende Räume zur Entspannung bieten.


Saint-Malo

Dieser typisch bretonische Hafen ist eine ehemalige Insel in der Nähe des Festlandes. Als Zitadelle angelegt, verfügt Saint-Malo über gut erhaltene mittelalterliche Festungsanlagen, die der Stadt einen unverwechselbaren Charakter verleihen.

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Während des Zweiten Weltkriegs wurde das historische Zentrum der Stadt größtenteils zerstört, bis auf die alten Mauern, das Château de Saint-Malo, das aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammt. Nach dem Krieg wurde Saint-Malo jedoch wieder in ihrem ursprünglichen Stil aufgebaut. Dass die Stadt ihr mittelalterliches Ambiente bewahrt hat, liegt vor allem an den stimmungsvoll gepflasterten Straßen, die schon mehrere Jahrhunderte überstanden haben.

Über die engen Gassen gelangst du zu belebten öffentlichen Plätzen und Seitenstraßen, in denen du an jeder Ecke zahlreiche Restaurants und Crêperien ausfindig machen kannst. Besonders den weitläufige Place Châteaubriand solltest du auf jeden Fall erkunden. In dessen Nähe gelangst du auch über Stufen hinauf auf die Stadtmauer, die du innerhalb von etwa einer Stunde komplett umrunden kannst. Von den vorspringenden Bastionen aus hast du zudem einen atemberaubenden Blick über Saint-Malo, das Meer und die vorgelagerten Inseln sowie auf die Stadt Dinard am gegenüberliegenden Ufer.

Unterhalb der Westseite der Festungsmauern befindet sich der Plage de Bon Secours. Dies ist ein Sandstrand mit fantastischen Einrichtungen, darunter ein Schwimmbecken mit Meerwasser und ein Café. Von diesem Strand hast du zudem einen traumhaften Blick auf die idyllische Bucht von Saint-Malo und die malerische Stadt Dinard.


Belle-Île-en-Mer

Belle-Île-en-Mer ist die größte der bretonischen Inseln, trotz dessen ist sie nur etwa 170 Quadratkilometer groß. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „schöne Insel im Meer“, was anhand der atemberaubenden natürlichen Lage in der Quiberon-Bucht an der Südwestküste der Bretagne auf jeden Fall passend ist.

Der wichtigste Ort auf Belle-Île-en-Mer ist Le Palais, eine interessante Stadt mit vielen Restaurants, Hotels und Kunstgalerien. Oberhalb des Hafens in dieser Stadt befindet sich die Citadelle Vauban, eine mittelalterliche Zitadelle, die im 17. Jahrhundert vom französischen Militäringenieur Sébastien Le Prestre de Vauban ausgebaut wurde.

Das Gelände ist heute zum Teil ein Hotel, in dem die ehemaligen Kasernen zu gehobenen Gästezimmern umgebaut wurden. Es gibt aber auch auf dem Areal ein Museum, welches sich mit der Geschichte von Belle-Île-en-Mer beschäftigt.

Von Le Palais aus führt eine Route in südwestlicher Richtung über die Insel zur zerklüfteten Küste der Côte Sauvage. Südöstlich von Le Palais liegt hingegen der Plage des Grands Sables, der unserer Meinung nach, der schönste Strand auf der gesamten Insel ist.

Um Belle-Île-en-Mer zu erreichen, musst du von Quiberon aus, eine Fähre nehmen, die dich innerhalb von 5 Minuten auf die Insel bringt. Diese fahren das ganze Jahr über. Zudem gibt es von April bis Oktober auch noch zusätzliche Fähren von Port Navalo nach Belle-Île-en-Mer.


La Rochelle

La Rochelle liegt geschützt in einer Bucht des Atlantiks und ist ein beeindruckender Seehafen, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Der alte Hafen „Vieux Port“ wird von zwei massiven Türmen bewacht, dem Tour Saint-Nicolas und dem Tour de la Chaîne, welche im Mittelalter zu Verteidigungszwecken dienten. In dem belebten Hafen findest du auch zahlreiche Restaurants und Cafés, in denen du dich entspannen kannst. Besonders am Cours des Dames und am Quai du Gabut gibt es genügend Auswahl.

Du wirst es mit Sicherheit auch in vollen Zügen genießen, die Altstadt von La Rochelle zu erkunden. Es macht einfach Spaß, durch die stimmungsvollen Fußgängerzonen zu spazieren und die stattlichen historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bewundern.

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Das Herzstück der Stadt ist das Rathaus „Hôtel-de-Ville“, ein üppig ausgestattetes Renaissance-Gebäude, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Aber auch die von Arkaden gesäumte Rue des Merciers mit ihren zahlreichen stilvollen Boutiquen sind definitiv einen Besuch wert.


Tagesausflüge in der Nähe von La Rochelle


Ile de Ré

Diese Insel ist ideal für einen Tagesausflug von La Rochelle aus geeignet. Von dort aus brauchst du nur etwa eine halbe Stunde, um über die drei Kilometer lange Brücke bis nach Ile de Ré zu gelangen.

Die idyllische Insel wird dich vor allem wegen ihrer atemberaubenden Küstenlandschaft, den bezaubernden Dörfer, den schönen Sandstrände und den malerischen Wanderwegen komplett begeistern. Dazu kommen noch die herrlichen Salzwiesen und die köstlichen Meeresfrüchte, die du hier probieren kannst.

Zudem ist Ile de Ré ein hervorragend geeigneter Ort zum Entspannen. Bei einem Spaziergang in der Natur kannst du so richtig erleben, wie schön etwas Entschleunigung sein kann. Vor allem die Hauptstadt der Insel, Saint-Martin-de-Ré, wird dich mit Sicherheit begeistern.


Rochefort

Diese historische Seestadt am Atlantik wurde im 17. Jahrhundert um den Fluss Charente herum erbaut. Sie liegt etwa 35 Kilometer südlich von La Rochelle, mit dem Auto bist du innerhalb von etwa 40 Minuten dort. Mit dem Zug bist du ungefähr eine Stunde lang unterwegs.

Ursprünglich wurde sie als Marinestützpunkt für König Ludwig XIV. entwickelt, aber trotz dessen hat sie viel an Geschichte und Kultur zu bieten. Nicht umsonst wurde sie wegen ihres bedeutenden Erbes als „Stadt der Kunst und der Geschichte“ ausgewiesen.

Die Hauptattraktion in dieser kleinen Stadt ist die Corderie Royale de Rochefort. In dieser Fabrik wurden in der Vergangenheit die Seile für die königliche Marine hergestellt. Dieses prächtige Gebäude ist ein äußerst ansprechendes Beispiel für klassische französische Architektur und beherbergt heute das Schifffahrtsmuseum.


Esnandes

Etwa 12 Kilometer nördlich von La Rochelle liegt das Dorf Esnandes. Dieses ist vor allem für seine romanische Kirche, die Eglise Saint-Martin d'Esnandes, bekannt. Sie wurde im 14. Jahrhundert umgebaut, als eine zinnenbewehrte Verteidigungsmauer hinzugefügt wurde. Zum Glück hat sie jedoch ihre ursprüngliche Fassade beibehalten und das Innere ist im Allgemeinen gut erhalten.


Bordeaux

Mit seiner städtischen Eleganz und seinem provinziellen Charme ist Bordeaux ein attraktives Reiseziel in der Nähe des Atlantiks in einer wunderschönen Region im Südwesten Frankreichs. Wegen ihrer romantischen Lage an einer sichelförmigen Biegung des Flusses Garonne wird die Stadt von vielen Leuten als „Hafen des Mondes“ bezeichnet. Zudem hat die Stadt ein reiches und kulturelles Erbe, das bis in die Antike zurückreicht.

Dank des Reichtums an architektonischen Schätzen der Stadt wurde sie im Jahr 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Zudem sind über 350 Gebäude als historische Denkmäler klassifiziert worden.

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Einer der Orte mit der höchsten historischen Bedeutung im Herzen von Bordeaux ist die Kathedrale von Saint-Andreas aus dem 12. Jahrhundert. Diese war auch Teil des mittelalterlichen Jakobsweges. In ihrer Pracht kann diese umwerfende Kathedrale auf jeden Fall mit der berühmten Notre-Dame in Paris mithalten. Da sie ursprünglich zu dicht an der alten Stadtmauer von Bordeaux stand, ist die westliche Frontseite völlig schmucklos.


Fazit

Die Atlantikküste ist hervorragend für einen Trip durch Frankreich geeignet. Hier findest du zahlreiche interessante Städte, die nur darauf warten, von dir erkundet zu werden. Eine der schönsten Städte in der Nähe des Atlantiks ist Nantes, eine Hafenstadt mit direktem Zugang zur Loire. Dass es eine der größten Städte Frankreichs ist, wirst du aber kaum merken. Die Atmosphäre ist überhaupt nicht hektisch, sondern ziemlich entspannt und entschleunigend.

Eine weitere interessante Stadt ist La Rochelle, die eine Menge an Kultur und Geschichte zu bieten hat. Zudem gibt es einige fantastische Möglichkeiten, auch außerhalb der Stadt ein paar Ausflüge zu machen. Vor allem die kleinen Dörfer Rochefort und Esnandes sind einen Besuch wert.

Eine der schönsten Städte in der Nähe der Atlantikküste ist Bordeaux. Unserer Meinung nach ist sie die wohl beeindruckendste Stadt Frankreichs und steht völlig zu Unrecht im Schatten von Paris. Aber ich glaube, mit der Annahme sind wir nicht die Einzigen. Die Kathedrale von Bordeaux kann zudem locker mit der weltberühmten Kirche Notre Dame in der französischen Hauptstadt mithalten.

Neben diesen Städten kannst du aber auch noch ein paar tolle Inseln im Atlantik besuchen. Vor allem Belle-Île-en-Mer oder die nicht weit von La Rochelle entfernte Ile de Ré werden dich mit Sicherheit restlos begeistern.

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