Die besten Sehenswürdigkeiten in La Paz, Bolivien

La Paz ist der höchstgelegene Regierungssitz der Welt und liegt im Westen Boliviens in den Anden. Als Stadt der Gegensätze verbindet sie die Vergangenheit mit der Gegenwart und offenbart einen beeindruckenden Einblick in das historische Bolivien. Hier findest du die wichtigsten Informationen zur Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten, die bei einem Ausflug nach La Paz nicht fehlen dürfen.

Geografie ‒ La Paz in Zahlen

Die Stadt La Paz, die offiziell Nuestra Señora de La Paz (oder Chuqi Yapu in der Sprache der Aymara) heißt, befindet sich auf einer Höhe von mehr als 3 500 Metern. Die Landschaft ist karg und vom Anblick des Berges Illimani geprägt, dessen Gipfel das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt ist. Du solltest dich auf einige kältere Tage einstellen, denn aufgrund der Lage der Stadt bleiben die Temperaturen das ganze Jahr über konstant bei ca. 10‒15 °C.

Der Berg Illimani in La Paz

La Paz ist der offizielle Regierungssitz Boliviens und eine der Hauptstädte des Landes ‒ eine Aufgabe, die sich die Stadt mit dem benachbarten Sucre teilt. Während in La Paz die Regierung beheimatet ist, fungiert Sucre eher als konstitutionelle Hauptstadt. In La Paz und der unmittelbaren Umgebung leben heute an die zwei Millionen Menschen, von denen die meisten Spanisch, Aymara oder Quechua als Muttersprache sprechen.

Obwohl La Paz bereits von der Urbevölkerung als Siedlung genutzt wurde, bekam die Umgebung erst im 16. Jahrhundert mehr Aufmerksamkeit, als die Konquistadoren begannen, eine neue Stadt zu errichten bzw. das Land für Kolonien zu erobern. Der Konflikt, der daraufhin zwischen den indigenen Gruppen und den Konquistadoren entstand, hinterließ tiefe Wunden in Bolivien, die teilweise noch heute zu spüren sind. Mehrere Aufstände der Einheimischen blieben erfolglos und somit gingen viele Bräuche der indigenen Völker verloren. Heute sind die Aymara darum bemüht, ihre Kultur in La Paz wieder aufleben zu lassen, damit die jungen Generationen nicht ihre Wurzeln verlieren.

Sehenswürdigkeiten und Landschaft

La Paz ist ein besonderer Ort der Kulturen und Geschichte, denn hier vermischen sich die Traditionen der indigenen Völker mit der Kultur Spaniens. Eine Stadt, in der sich die Straßen mit dem Leben und Lachen der Bevölkerung füllen. Nicht umsonst ist La Paz für seine freundliche Bewohnerschaft bekannt. Die Skyline besteht aus den kargen Gesteinsformationen der Anden und den zahlreichen Seilbahnen, die als öffentliches Verkehrsmittel genutzt werden.

Plaza Murillo

Der offizielle Hauptplatz der Stadt ist der Plaza Murillo, der nach Pedro Domingo Murillo benannt wurde. Murillo hatte maßgeblichen Einfluss auf die Unabhängigkeitsbewegung in Bolivien, weswegen er 1810 von den spanischen Truppen öffentlich hingerichtet wurde. Im Zentrum des Platzes findet sich eine Statue, die Murillo als Soldat und Freiheitskämpfer darstellt. Dort sind zudem mehrere wichtige Bauten zu bestaunen: der Palacio de Gobierno, der bis 2018 der Regierungssitz von Bolivien war; der Kongress, in welchem das Parlament tagt; und die Kathedrale von La Paz. Letztere ist ein neoklassizistisches Bauwerk, dessen Aussehen überraschen kann. Die Kathedrale ist nämlich weitaus jünger, als sie aussieht, denn sie wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

Wahrzeichen in La Paz

Der Hexenmarkt

Für viele Reisende ist der Hexenmarkt die Attraktion schlechthin. Der Mercado de las Brujas gewährt einen Einblick in die jahrhundertealten Traditionen der Aymara, die vom Mystizismus und Glauben der Inka beeinflusst wurden. Obwohl viele Teile der Aymara-Kultur von den Konquistadoren zerstört wurde, ist der Brauch der Hexen (bruja) und Medizinmänner (yatiri) noch heute im ganzen Land zu finden. Diese wandern hier durch die Straßen und verkaufen ihre magischen Tinkturen und Amulette oder sagen dir die Zukunft voraus.

Wenn der Gedanke an die schwarz gekleideten Medizinmänner noch kein flaues Gefühl im Magen hinterlässt, wird der Anblick der exotischen Produkte bestimmt für Erstaunen sorgen. Hier verkaufen die Einheimischen neben ihren Kräutern und ihrem Gemüse nämlich auch mumifizierte Lamas. Diese werden traditionell unter den Häusern der Aymara vergraben, um die Bewohnerschaft zu beschützen. Archäologische Ausgrabungen deuten darauf hin, dass einst Kinderopfer für den Ritus verwendet wurden. Opfergaben gehörten in ganz Südamerika zum weit verbreiteten Glauben, der hauptsächlich durch die Maya und Azteken bekannt wurde.

Basílica de San Francisco

Im Zentrum der Stadt – und nicht zu übersehen – thront die katholische Kirche Iglesia de San Francisco. Sie wurde dem heiligen Franz von Assisi geweiht. Der Bau der Kirche dauerte mehrere Jahrhunderte und vereint Elemente des Barocks mit denen der indigenen Gruppen. Der Baustil, der oft als Barock der Anden bezeichnet wird, breitete sich vor allem in Peru aus. Er ist geprägt von tropischen Elementen wie Tieren und Pflanzen, Darstellungen mystischer Wesen, der Sonne und des Mondes sowie traditionellen christlichen Motiven. Die Gestaltung des Kirchenvorplatzes soll an die drei wichtigsten Kulturen der Region erinnern: die Inka, die Tiwanaku und die Moderne.

Valle de la Luna

Karg und steil erheben sich die Felsformationen im Valle de la Luna. Aufgrund seiner Landschaft wurde das berühmte Tal nach der Oberfläche des Mondes benannt. Die Region befindet sich im Süden der Stadt und führt dich entlang verschlungener Pfade quer durch das Naturparadies. Einige der Felsen haben von den Einheimischen Bezeichnungen bekommen, die an ihre Form
erinnern ‒ beispielsweise „der Hut der Frau“. Aufgrund der Beliebtheit der Gegend und der langsamen Ausbreitung der Stadt in den Süden kann das Tal etwas überlaufen sein. Deswegen empfehlen wir dir einen Besuch am späten Nachmittag oder am Abend, um den Anblick des Sonnenuntergangs genießen zu können. Wenn die letzten Sonnenstrahlen die Felsen berühren, verwandelt sich das
Valle de la Luna in einen wahrhaftig mystischen Ort.

Valle de las Animas

Wenn du die Natur weiter erkunden willst, machst du dich auf in Richtung Süden. Hier befindet sich das magische Tal Valle de las Animas. Ebenso wie das
Valle de la Luna, besteht die Region aus steilen Felsformationen, die jedoch eine tiefe Schlucht bilden. Wandern, spazieren gehen oder den Anblick des Illimani bestaunen ‒ hier atmest und erlebst du Natur pur! In der Region gibt es mehrere Routen, die einen Rundumblick ermöglichen. Generell solltest du drei bis vier Stunden für eine komplette Wanderung in der Schlucht einplanen.

Die Yungas-Straße

Im Norden von La Paz offenbart dir die Yungas-Straße einen vollkommen neuen Einblick in die Natur Boliviens. Die karge Wüstenregion der Stadt weicht einem tiefen Dschungelparadies, das neue Abenteuer für dich bereithält. Auch als Death Road bekannt, war die Yungas-Straße lange die gefährlichste Straße der Welt. Gefälle und schmale Straßen kosteten jährlich zahlreichen Menschen das Leben. Dabei gab es lange Zeit keine alternative Verbindung von La Paz in den Norden. Heute wird ein Großteil des Verkehrs auf die naheliegende Autobahn umgeleitet, was die
Yungas-Straße zu einem beliebten Radfahrort gemacht hat.

Die Yungas-Straße in La Paz, Bolivien.

Chacaltaya

Der Chacaltaya ist ein 5 500 Meter hoher Berg der Anden im Norden der Stadt, der eine ganz besondere Geschichte hat. In den Neunzigern war der Gipfel noch von einem tiefen Gletscher bedeckt, der seit 2009 aufgrund des Klimawandels komplett geschmolzen ist. Hier befindet sich eine verlassene Hütte, die vor wenigen Dekaden noch eine der berühmtesten Skihütten der Welt war. Der Dokumentarfilm               „Samuel in the Clouds“ beschäftigt sich mit dem Leben eines ehemaligen Angestellten der Hütte und thematisiert das langsame Verschwinden der bolivianischen Gletscher. Wenn du einen Ausflug bis zum Gipfel wagst, wirst du mit einem phänomenalen Ausblick belohnt.

Tiwanaku

Direkt neben dem Titicacasee im Westen von La Paz liegt die Ausgrabungsstätte Tiwanaku, die wichtigste Stätte der indigenen Völker Boliviens. Der Ort war noch vor der Hochkultur der Inka eine berühmte Stätte und beherbergte bis zu
10 000 Menschen. Für viele indigenen Stämme ist Tiwanaku die Geburtsstätte der Aymara, die maßgeblich von der Inka-Kultur beeinflusst wurden. Bis heute ist nur ein Bruchteil des Areals erforscht und Archäologen vermuten unter der Erde viele weitere Schätze. Zu den Besonderheiten hier zählen das Tor der Sonne, das mehrere Tonnen wiegt, zahlreiche Tempel mit astronomischer Ausrichtung sowie die eigenartigen Bauten von Pumapunku. Letztere wurden höchstwahrscheinlich für schamanische Zeremonien verwendet. Laut Legenden soll die
Schöpfergottheit Viracocha am Titicacasee aus dem Wasser gestiegen sein und aus Zorn die Stadt Tiwanaku mit einer Flut zerstört haben.

Fazit

Bolivien hautnah erleben ‒ hier, wo Geschichte, Kultur und Sprache lebendig werden. Als beliebte Backpacking-Destination hat Südamerika eine gute Infrastruktur und bietet dir neben atemberaubenden Abenteuern in der Wildnis auch zahlreiche Städtetrips. Bei einem Besuch von La Paz kannst du beides erleben: Stadt und Natur. Es handelt sich um den höchstgelegenen Regierungssitz der Welt und eine der Hauptstädte Boliviens. Neben Sehenswürdigkeiten wie dem Plaza Murillo, dem Hexenmarkt oder der Basílica de San Francisco kannst du auch atemberaubende Landschaften erkunden. Entdecke die Täler Valle de la Luna sowie Valle de las Animas und tauche in die Berglandschaft von Chacaltaya oder über die Yungas-Straße in die Dschungelwelt ein. Bei einem Besuch der Ausgrabungsstätte Tiwanaku lernst du etwas über vergangene Kulturen. Wie du siehst, gibt es viel zu entdecken – also worauf wartest du noch? Starte dein            Backpacking-Abenteuer nach La Paz in Bolivien.

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