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Dark Tourism in Südostasien

Südostasien ist eine Region in Asien, die Länder wie Vietnam, Thailand, Indonesien, Singapur und viele mehr einschließt. Die Länder Südostasiens bieten düstere Reiseziele, perfekt für Dark Tourism. Hier stellen wir nur eine kleine Auswahl an dunklen Orten vor.

Du bekommst nicht genug von Dark Tourism in Asien? Dann sieh dir hier unseren Artikel zu Dark Tourism in Japan an!

Vietnam

Hoa-Lo Gefängnis

Das Hoa-Lo Gefängnis in Hanoi ist auch unter dem Namen Hanoi Hilton bekannt und besitzt eine interessante Geschichte. Zunächst wurde das Gefängnis zwischen 1886 und 1954 von französischen Kolonialisten genutzt, um Gegner der Kolonialmacht festzunehmen. Damals noch Maison Centrale genannt, beherbergte das Gefängnis immer mehr Gefangene. Die Konditionen der überfüllten Haftanstalt waren sehr schlecht und machten die französische Besetzung noch verhasster.

Im Vietnam-Krieg wurde das Gefängnis von nordvietnamesischen Streitkräften genutzt, um amerikanische Kriegsgefangene einzusperren, zu verhören und zu foltern. Hier bekommt die Stätte auch den Namen Hanoi-Hilton von den Gefangenen.

Heute wurde das Hoa-Lo Gefängnis zu großen Teilen abgerissen, aber ein kleiner Teil existiert noch. Dort befindet sich ein Museum, welches die Gefangenschaft der vietnamesischen Bevölkerung durch die Franzosen zeigt. Die amerikanischen Kriegsgefangenen werden auch dargestellt, allerdings wird deren Gefangenschaft nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben, sondern beschönigt und verfälscht.

oa-Lo Gefängnis von außen

War Remnants Museum

Im War Remnants Museum in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam kannst du besonders den Vietnam-Krieg, aber auch die Konflikte des Landes mit China und den französischen Besetzern nachverfolgen. Neben vielen Fotografien und Postern, die teilweise verstörende Szenen und Ereignisse zeigen, beherbergt das Museum einige Artefakte. So beispielsweise eine Guillotine, Käfige für Menschen, Panzer, Helikopter, Kriegsflugzeuge, Bomben und andere Waffen. Hier wird die tragische Geschichte des Landes aufgearbeitet und die Verbrechen während des Krieges und der Konflikte klar gezeigt. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen alten Stützpunkt der United States Information Agency.

Cu Chi Tunnel

Auch die Cu Chi Tunnel liegen in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Tunnel wurden bereits Ende der Vierzigerjahre unter französischer Besetzung gebaut und genutzt. Sie gewannen vor allem im Vietnam-Krieg in den Sechzigern an Bedeutung. Die Tunnel wurden auf etwa 250 Kilometer und drei Ebenen ausgebaut und boten Schutz für Frauen, Kinder und verwundete Soldaten. Es gab sogar Krankenhäuser in der untersten Ebene. Darüber hinaus gab es auch Schulen, Kommandozentralen, Küchen und Wohneinheiten. Auch für die Kriegsführung waren die Tunnel wichtig, um die amerikanischen Truppen überraschen zu können. Diese haben oft vergeblich versucht, die Tunnel zu zerstören.

Heute sind die meisten Teile des Tunnelsystems verfallen. In den erhaltenen Teilen kannst du diese sowie ein Museum zum nordvietnamesischen Widerstand besichtigen.

Kambodscha

Choeung Ek Killing Fields

Choeung Ek ist die bekannteste der über 300 Killing Fields in Kambodscha. Hier wurden etwa 17.000 Menschen mit extrem brutalen Methoden ermordet. Insgesamt wurden mehr als 100.000 Menschen auf den Killing Fields getötet. In ganz Kambodscha fielen wohl etwa zwei Millionen Menschen dem brutalen Regime Pol Pots zum Opfer. Diese Massenmorde wurden von den Roten Khmern verübt, deren Ziel es war, einen kommunistischen Agrarstaat zu schaffen. Ihre Terrorherrschaft begann in 1975 und endete in 1979. Dieser Genozid an der Bevölkerung Kambodschas wurde bis heute nicht juristisch aufgearbeitet.

In diesem ehemaligen Garten wurden circa 17.000 Opfer ermordet. Man hat nur die Überreste von 8895 Menschen nach dem Ende des Regimes gefunden. Die erwachsenen Opfer wurden mit Äxten oder Eisenstangen erschlagen, Kinder wurden an Bäume geschlagen und so getötet. Der Grund dafür war, Munition zu sparen. Danach wurden die Leichen in insgesamt 86 Massengräber geworfen.

Heute findest du dort eine Gedenkstätte, an der einige der Schädel ausgestellt sind, um an den Genozid zu erinnern. Knochen wirst du dort auch heute noch auf dem Boden finden können.

Tuol-Sleng-Genozid-Museum

Bei diesem Museum in Phnom Penh handelt es sich um das ehemalige S-21 Gefängnis, welches von den Roten Khmern als Folterzentrum benutzt wurde. Die Gefangenen dort wurden unter Folter zu Geständnissen gezwungen, wegen denen sie später auf den Killing Fields hingerichtet wurden. Die meisten der Opfer von Choeung Ek kamen aus diesem Gefängnis. Heute ist der Komplex ein Museum, das an die dort verübten Verbrechen der Roten Khmer erinnert. Viele Dokumente sind noch vorhanden und können angeschaut werden.

Thailand

Siriraj Medizinmuseum

Das Siriraj Medizinmuseum in Bangkok beherbergt eine beeindruckende Menge an gut erhaltenen Gegenständen und Körpern mit medizinischer Relevanz. Besonders relevant für Dark Tourism ist der Teil, der sich mit der Gerichtsmedizin befasst. Hier wirst du menschliche Überreste jeglicher Art finden. Es gibt ganze Skelette, Schädel, einzelne Knochen sowie den mumifizierten Leichnam eines kannibalischen Serienmörders. Viele der Überreste stammen von Mordopfern und zeigen sogar die Todesursache.

Death Railway

Die Death Railway oder Todeseisenbahn ist für Dark Tourism eine interessante Eisenbahnstrecke. Sie wurde 1943 im Zuge des Zweiten Weltkriegs von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern gebaut. Die Strecke sollte Thailand und Burma verbinden, was sie schließlich für etwas mehr als ein Jahr tat. Heute ist nur noch ein kleinerer Teil von etwa 130 Kilometern in Thailand übrig, da der Rest abgerissen, überschwemmt oder aufgegeben wurde. Die Arbeitsbedingungen waren menschenunwürdig und führten zu vielen Todesopfern. Die genaue Zahl der Opfer ist heute unklar, aber Schätzungen zufolge sind etwa 80.000 Menschen bei der Konstruktion gestorben. Heute kann man die Strecke befahren oder von außen erkunden.

Death Railway, Thailand

Malaysia

Penang Kriegsmuseum

Das Penang Museum erzählt die Geschichte des ehemaligen britischen Stützpunktes im Zweiten Weltkrieg. Der Stützpunkt wurde von japanischen Truppen angegriffen und überrannt. Ab 1942 wurde der Stützpunkt von japanischen Truppen für Kriegsgefangene, Folter und Hinrichtungen genutzt. Nachdem die Stätte für 60 Jahre nach dem Krieg leer gestanden war, wurde es zu einem Museum umfunktioniert. Heute kannst du über die Anlage laufen und verschiedene Bauten, Replika, Rekonstruktionen, Fotografien und mehr entdecken. Das Penang Kriegsmuseum ist das größte Kriegsmuseum in Südostasien und damit nicht nur für Dark Tourism relevant, sondern für jeden, der an Geschichte interessiert ist. Angeblich soll es in dem Museum sogar spuken. Aber überzeuge dich selbst!

Singapur

Old Changi Hospital

Wie schon andere Beispiele für Dark Tourism in Südostasien war das Krankenhaus zunächst ein britischer Stützpunkt, der später im Zweiten Weltkrieg von japanischen Truppen übernommen wurde. Auch hier wurden Kriegsgefangene festgehalten. Was den Ort von anderen Stätten unterscheidet und noch interessanter für den dunklen Tourismus macht, sind die Geschichten von Geistersichtungen und Satanismus.

Das Krankenhaus wurde 1997 verlassen und verfällt seither. Seitdem ist der leere Gebäudekomplex häufig Opfer von Vandalismus, auch Geistergeschichten nehmen zu. Dadurch wächst das Interesse und Geisterjäger, dunklen Touristen und viele mehr besuchen Old Changi Hospital. Später kommen auch Geschichten von dämonischen Ritualen und Satanismus dazu.

Du kannst das verlassene Krankenhaus aus der Ferne bewundern, aber hinein kannst du heute nicht mehr.

Indonesien

Aceh Tsunami Museum

Das Tsunami Museum in Banda Aceh soll an das Erdbeben im Indischen Ozean 2004 und die resultierenden Tsunamis erinnern, die 230.000 Todesopfer forderten. Im Museum gibt es einen schmalen Gang mit einem Wasserfall auf beiden Seiten und einer grollenden Geräuschkulisse. Diese Konstruktion soll die Atmosphäre bei einem Tsunami simulieren. Auch die Architektur des Museums soll den Mittelpunkt eines Tsunami darstellen. Ausgestellt werden Simulationen, Modelle, Bilder und Geschichten von Betroffenen. Auch die Namen der Verstorbenen sind in eine Wand eingraviert. Außerdem soll das Museum Schutz vor einem etwaigen zukünftigen Tsunami bieten.

Trunyan

Das Dorf Trunyan auf Bali ist ein perfektes Ziel für Dark Tourism, denn die Ureinwohner, auch Bali Aga genannt, haben eine ungewöhnliche Tradition. Sie lassen ihre mit Tüchern bedeckten Toten in Bambuskäfigen verrotten und bringen die Schädel zu einem Altar, wenn nur noch der Knochen übrig ist. Die restlichen Knochen werden mit den Schädeln auf eine Art Friedhof gebracht. Aufgrund der Gerüche des Banyan-Feigenbaums sollen die Überreste nicht anfangen zu stinken. Diese Ehre gebührt allerdings nur verheirateten Menschen. Stirbt man unverheiratet oder ertrinkt, wird man beerdigt. Der Anblick ist natürlich faszinierend und düster zugleich und nichts für schwache Gemüter. Solltest du dich entscheiden, das Dorf zu besuchen, dann gehe nur mit einem Guide und nicht allein. Der Guide sorgt für sichere Führungen und kann dich vor den Touristenfallen warnen.

aneinandergereihte Schädel im Dschungel von Trunyan

Fazit

Südostasien hat einige Spots für Dark Tourism zu bieten. Diese sind so unterschiedlich wie die Länder selbst und für jeden Fan von Dark Tourism oder Südostasien interessant. Du willst sofort los und dir einen der Orte ansehen? Dann nichts wie los! Vergiss dabei aber nicht, immer auf deine persönliche Sicherheit zu achten und den Opfern gegenüber respektvoll zu bleiben.

Du bekommst nicht genug von Dark Tourism? Dann haben wir hier für dich einen Artikel, mit allem, was du über Dark Tourism wissen musst.

Viel Spaß beim Lesen und deiner nächsten schaurigen Reise!

Lidia Strauch

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