Backpacking im einsamen Südwesten der USA

Backpacking im einsamen Südwesten der USA

Bizarre Felsformationen sind dein Ding? Du bist der Ansicht, dass Wüsten und Steppen nicht trostlos, sondern voller atemberaubender Anblicke sind? Und du scheust dich nicht, bei Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerten zu backpacken, bei denen andere sich nur noch mit der Klimaanlage und dem Swimmingpool helfen können? Dann solltest du darüber nachdenken, deine Boots zu schnüren und in den Südwesten der USA zu reisen. Hier, wo man tatsächlich bei jedem Schritt noch von Cowboy-Romantik sprechen kann und das riesige Land so einsam ist wie in kaum einer anderen Ecke.

Welche Staaten sind mit dem Südwesten der USA gemeint?

braune Felsformation mit blauem Himmel im Südwesten der USA

50 Staaten haben die USA. Die meisten von ihnen werden einer der zahlreichen Regionen zugeordnet. Das Problem daran: Es gibt sowohl offizielle als auch inoffizielle (jedoch ebenso breit verwendete) Staaten-Cluster, die eine Region definieren. Der Südwesten macht dabei keine Ausnahme. Fangen wir mal mit der offiziellen Definition an, das wären dann lediglich

  • Arizona,
  • New Mexico,
  • Oklahoma und
  • Texas.

Würdest du damit aber vor Fachleuten den Südwesten der USA als komplett aufgelistet ansehen, bekämst du wahrscheinlich hochgezogene Augenbrauen zur Antwort. Gerade die östlichen Teile von Oklahoma und Texas lassen sich landschaftlich eher zu den klassischen Süd- beziehungsweise Mittelweststaaten dazuzählen. Außerdem gibt es noch andere Staaten in derselben Gegend, die ebenfalls sehr südwestlich sind, was Landschaft, Klima etc. anbelangt.

Für viele Profis zählt deshalb eher das, was ein trockenes Steppen- oder Wüstenklima vorzuweisen hat. Das umfasst zwar ebenfalls noch ganz andere Staaten, sogar bis hinauf nach Kanada. Kombiniert man es jedoch mit der geografischen Definition „Südwesten“, so wird daraus eine ziemlich komplette Liste – die allerdings einige Staaten nur teilweise umfasst:

  • Der südöstliche Teil von Kalifornien,
  • Nevada,
  • Arizona,
  • Utah,
  • Colorado,
  • New Mexico,
  • das westliche Texas sowie
  • der Oklahoma Panhandle – der westlichste Streifen Land zwischen Kansas und Texas.

Hier findest du ein Klima vor, das laut Klassifikation nach Köppen-Geiger folglich kategorisiert werden kann:

  • BWh: Trocken und heiß mit Niederschlägen im Winter.
  • BSk: Wüstenähnliche Steppe, jedoch im Jahresmittel nur höchstens 18 °C heiß.
  • H: Typisches Hochgebirgsklima (gilt im Südwesten allerdings nur für die Teile von Arizona, New Mexico und Colorado, die in den Rocky Mountains liegen).

Wenn du mit einem Non-Stop-Flug von Deutschland reisen möchtest, hast du vier Möglichkeiten:

Nachdem die Einreise nach Las Vegas für Deutsche mittlerweile wieder problemlos möglich ist, wäre die Glitzerstadt im Süden von Nevada dein direktester Weg. Er bringt dich ins Herz des Südwestens. Weitere Optionen in alphabetischer Reihenfolge:

  • Dallas (Texas)
  • Denver (Colorado)
  • Los Angeles (Kalifornien)
  • San Diego (Kalifornien)

Vergleichst du diese Liste auf der Karte, erkennst du vielleicht schon, warum der Südwesten der USA so magisch ist. Abgesehen von Las Vegas gibt es in dieser Region keine wirklich (US-) riesigen Städte mit internationalen Flughäfen. Damit wären wir schon beim nächsten Kapitel angelangt.

Warum ist Backpacking im Südwesten ein solches Erlebnis der besonderen Art?

Cathedral Rock im Südwesten der USA

Spricht man über USA, kann man wirklich nicht von einem Land sprechen, in dem es von Menschen nur so wimmelt. Das Land bringt es auf eine Bevölkerungsdichte von gerade einmal 33 Einwohnern pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Deutschland waren es bei der jüngsten Erhebung 2020 genau 203 Menschen mehr, nämlich 233 Personen pro Quadratkilometer.

Nun kennst du die USA vielleicht aus früheren Besuchen und weißt daher, dass es dort ebenso Gebiete gibt, in denen sich deutlich mehr Menschen finden; etwa die gesamte Ostküste. Ignoriert man jedoch die dünn besiedelten und sehr großen Staaten im Norden (Alaska, Wyoming, Montana und die beiden Dakotas), dann ist der Südwesten die nächste Region in der Reihe der dünnbesiedelten Staaten, was die Einwohner pro Quadratkilometer anbelangt:

  • New Mexico                 6,37
  • Nevada                          11,06
  • Utah                                15,68
  • Colorado                        21,65
  • Oklahoma                     22,44
  • Arizona                           24,73

Selbst der zweit-bevölkerungsreichste US-Staat, Texas, bringt es nur auf 43,1 Menschen pro Quadratkilometer. Zudem ballen sich in all diesen Staaten die meisten Einwohner in einigen wenigen Metropolregionen. Neben Las Vegas sind das Phoenix, El Paso, Albuquerque und Tucson. Dazwischen ist: wunderbare Einsamkeit.

Tatsächlich gibt es aus diesem Grund nur wenige andere Ecken in diesem Land, die noch so ursprünglich und unberührt sind. Die ganze Westküste hinauf, dazu der Grain- und Corn-Belt des mittleren Westens und alles östlich des Mississippi ist zutiefst durch den Menschen verändert worden.

Nicht so im Südwesten der USA. Hier, wo das Klima überall zu trocken und streckenweise (zumindest im Sommer) wirklich unmenschlich heiß ist, war die Gegend entweder generell zu unwirtlich oder nur für die Tierzucht geeignet. Selbst die heutigen Bewohner können hier nur deshalb angenehm leben, weil sie über leistungsstarke Klimaanlagen und künstliche Bewässerung verfügen.

unförmige braune Felsen im Arches National Park

Hinzu kommt eine ganz eigene Landschaft, die Fans nur als atemberaubend beschreiben können. Stell dir einen endlos weiten Himmel vor, der in seiner Farbe ausgeblichenen Jeans ähnelt. Darunter endlose trockene Weiten, unterbrochen nur von Hügelketten und Gebirgszügen, Canyons, Tafelbergen (Mesas), und Härtlingen – die sogenannten Buttes.

Die Vegetation ist vielerorts sehr spärlich, beschränkt sich streckenweise höchstens auf Kakteen und Gräser sowie in den höheren Lagen typische alpine Bäume. Und wenn die Nacht über diesen zigtausenden einsamen Quadratkilometern hereinbricht, gibt es einen Sternenhimmel zu sehen, der weltweit wirklich selten geworden ist. Hier, wo über dutzende und teils hunderte Kilometer kaum eine Menschenseele lebt, wo es keine Straßenlaternen und Neonschilder gibt, existiert kaum Kunstlicht, das den Nachthimmel verschmutzen und den Anblick stören könnte.

Es mag vielleicht etwas klischeehaft klingen, aber wenn du alles zusammenpackst, was du über Cowboy-Romantik jemals gehört hast, triffst du die Magie der Südwest-USA geradezu perfekt.

Welche Orte im Südwesten der USA sollte ich mir unbedingt ansehen?

einzelnstehende braune Felsen in der Steppe

Du hast dir das zurückliegende Kapitel gut durchgelesen, die Bilder bis hierin angesehen und bist nun wirklich heiß auf einen Trip in den Südwesten der USA? Dann solltest du zunächst eines wissen: Es gibt hier wirklich keinen „richtigen“ oder „falschen“ Ort, an dem du wandern und backpacken kannst. Das gesamte riesige Gebiet ist mit seiner bizarren Schönheit absolut perfekt dafür.

Allerdings gibt es gewisse Must-Sees, die einfach dazugehören, wenn man in diese Gegend reisen möchte. Fünf spezielle Highlights möchten wir dir im Folgenden aufzeigen:

  1. Das Monument Valley
    Auf der Grenze zwischen Utah im Norden, Arizona im Süden und nicht weit entfernt von Colorado und New Mexico liegt ein Gebiet, das die meisten Menschen nur noch mit Superlativen wie „Majestätisch“ und „Erhaben“ beschreiben können. Das Monument Valley ist eine Hochebene. Hier konnte die Erosion über viele Millionen Jahre hinweg ungestört arbeiten.
    Im Ergebnis ist das nur über eine zwei Dutzend Kilometer lange Staubstraße erreichbare Tal von atemberaubenden Mesas, Buttes und frei stehenden Felsnadeln durchzogen. Das alles in einem rostroten Sandstein gehalten, der das Gebiet nochmal so spektakulär wirken lässt – besonders in der Morgen- und Abendsonne.
    Das ganze Gebiet gehört dem Stamm der Navajo. Leider ist das Wandern hier ziemlich eingeschränkt. Du kannst lediglich bei der Parkverwaltung geführte Jeep-Touren buchen – sowohl mit deinem Fahrzeug als auch als Mitfahrer.
  2. Der Canyon de Chelly
    Schroffe Canyons gibt es im Südwesten zuhauf. Nach Ansicht vieler Fans ist jedoch der Canyon de Chelly im Nordosten von Arizona der spektakulärste. Das liegt nicht nur an seiner Geografie, sondern seiner Geschichte: Hier war einstmals eines der Zentren der Pueblo-Kultur, lange bevor Europäer das Gebiet entdeckten.
    Bis heute sind hier Ruinen und andere Spuren dieser faszinierenden indigenen Gesellschaft zu sehen. Und das Beste für dich: Hier wird Hiking großgeschrieben – und ist sogar kostenlos. Aufgrund der Empfindlichkeit des Areals kannst du jedoch nur mit Guide wandern. Das hat jedoch den Vorteil, unterwegs wirklich alles über den Canyon und seine Geschichte zu erfahren.
  3. Der Saguaro National Park
    Bist du ein Fan von riesigen Kakteen und möchtest das überraschend vielfältige Ökosystem einer echten Wüste erkunden? Dann findest du nur wenige Kilometer westlich und östlich von Tucson ein Gebiet, in dem man als Besucher glauben könnte, die nächsten Menschen seien so weit entfernt wie der Mond.
    Der nach den gleichnamigen Riesenkakteen benannte Saguaro National Park zeigt sich dir auf gut 370 Quadratkilometern Fläche in seiner ganzen Schönheit. Hier musst du wirklich gut zu Fuß und von guter Kondition sein. Teile des Parks gehen auf über 2.600 Meter hinauf und im Sommer kann es über 40 °C heiß werden.
    Da es jedoch ein klassischer US-Nationalpark ist, ist man dort nicht nur auf Wandernde vorbereitet, sondern bietet ihnen eine Reihe von offiziellen Zeltplätzen. Du musst nur im Vorfeld buchen. Genial: Autos sind dort untersagt.
  4. Das White Sands National Monument
    An diesem Fleck im Süden von New Mexico wirst du dich aus der Entfernung zu Recht fragen, ob du auf Sanddünen oder Schneeverwehungen blickst. Zwar ist ersteres der Fall, aber da es sich hierbei um ein gut 700 Quadratkilometer großes Gipsfeld handelt, sind die Dünen schneeweiß.
    Da dieser Untergrund noch herausfordernder als normale Sandwüsten ist, können sich hier nur wenige Pflanzen halten – und selbst das nur nach evolutionärer Anpassung. Allerdings musst du hier Zeit mitbringen: Gleich nebenan liegt die White Sands Missile Range – ein Raketen-Testzentrum. Wird dort getestet, wird der Park aus Sicherheitsgründen gesperrt.
  5. Die Nevada National Security Site
    Wie erwähnt, ist der Südwesten ziemlich einsam. Leider wurde ihm das allerdings im frühen Atomzeitalter zum Verhängnis. Im Süden von Nevada, genauer gesagt in Nye County, nur 100 Kilometer nordwestlich von Las Vegas, richteten die USA Anfang der 1950er ein Atomtestzentrum ein. Die Blitze und Pilzwolken der Detonationen waren in den 50ern tatsächlich bis nach Vegas sichtbar und eine große Touristenattraktion.
    Schon seit Jahren wird hier glücklicherweise nichts mehr atomgewaltig gesprengt. Die Spuren in Form gigantischer (radioaktiv abgeklungener) Kraterfelder sind jedoch unübersehbar – und sorgen in der Wüstenlandschaft zwischen den Bergen für eine gespenstische Atmosphäre.

Bei diesen fünf Sehenswürdigkeiten müssen wir es hier aus Platzgründen belassen. Sei dir jedoch versichert: Im ganzen Südwesten der USA gibt es eine deutlich dreistellige Zahl von Orten und Parks, die nicht weniger spektakulär sind.

weiße Sanddünen im Südwesten der USA

Camping-Tipp: BLM-Land

Hinter dem Kürzel BLM steht das Bureau of Land Management. In vielen US-Staaten untersteht ihm alles Land, das nicht anderweitig verwaltet oder besessen wird. Schau dir vor deiner Reise an, welche Teile der Staaten BLM-Land sind. Darauf ist nämlich Camping grundsätzlich erlaubt – im Gegensatz zu Privatbesitz, den man aufgrund der Einsamkeit im Südwesten oft gar nicht als solchen identifizieren kann.


Wichtig: In ganz Texas gibt es kein BLM-Land. Informiere dich deshalb ortsgenau, wo du im Freien übernachten kannst.

Was muss ich über Auswirkungen, Verhalten und Gefahren beim Backpacken in Wüsten und Steppen wissen?

gewaltige braune Felsformationen in der Wüste Utahs

Eine einsame, knochentrockene Gegend, in der es wilde Tiere gibt und die nächsten Menschen dutzende Kilometer entfernt sein können. Du kannst dir sicher vorstellen, welche Risiken sich daraus ergeben können.

Im gesamten Südwesten der USA solltest du dich deshalb unbedingt an die folgenden Tipps halten. Sie können für dich lebenswichtig sein.

  • Halte dich von Höhlen fern und drehe niemals Steine um. Hier wimmelt es von hochgiftigen Klapperschlangen, Skorpionen und Berglöwen. Trage deshalb am besten möglichst hohe Stiefel und lange Hosen, die du in die Boots steckst. Kaufe dir zudem vor Ort im Outdoor-Handel sogenanntes Bear Spray bzw. Bear Maze. Das ist ein besonders scharfes Pfefferspray.
  • Schlafe niemals ohne geschlossenes Zelt auf dem Boden. Nachts wird es in der Wüste kalt. Schon viele Reisende erwachten deshalb morgens mit einem giftigen „Bettgefährten“ in ihrem Schlafsack.
  • Kaufe dir unbedingt eine örtliche SIM-Karte für dein Handy. In den meisten Gegenden ist der Netzempfang wenigstens für Notrufe brauchbar, oft genügt er sogar für die vollständige Nutzung unserer App. Achte aus demselben Grund darauf, immer die GPS-Koordinaten bereitzuhaben. Nimm deshalb besser ein dediziertes GPS-Gerät mit, statt auf dein Handy zu vertrauen.
  • Bring so viel Wasser mit, wie du transportieren kannst. Es gilt im Südwesten die 2×1-Regel: Pro 2 Stunden Outdoor-Aufenthalt 1 Liter Wasser. Habe jedoch immer mehr dabei für Notfälle. Nimm zudem Elektrolyt-Konzentrat und salzige Snacks mit.
  • Erkunde die Gegend idealerweise niemals auf eigene Faust, sondern wenigstens zu zweit. Achte zudem darauf, stets Dritten zu sagen, wo du dich für wie lange aufhalten wirst. Im Zweifelsfall sind dafür städtische Polizeien, ländliche Sheriffs-Departments, Parkverwaltungen sowie die örtlichen Vertretungen der Fish and Wildlife Service Agency deine Anlaufstellen.  
  • Informiere dich unbedingt über freigegebene Trails und halte dich daran. Sie dienen nicht nur dem Natur- und Umweltschutz, sondern auch deiner eigenen Sicherheit.
  • Buche deine Reise mit genügend Vorlaufzeit. Mindestens drei Tage solltest du einplanen, um dich grundlegend zu akklimatisieren. Das ist aufgrund der Hitze und der generell enorm trockenen Luft besonders wichtig. Achte zudem unbedingt auf die Höhenverhältnisse. Viele spektakuläre Orte im Südwesten der USA liegen auf Hochplateaus und ähnlichen Landschaftsformationen, die durchaus 1.500 und mehr Meter hoch liegen können – das macht definitiv einen Unterschied bei der Kondition.
  • Sei bei der Kalkulation deiner Touren großzügig. Plane selbst dann einen Ort für eine Übernachtung ein, wenn du es eigentlich nicht vorhast. Sorge zudem unbedingt dafür, bei Sonnenuntergang entweder auf der Straße oder in deinem Camp zu sein. Gerade nachts kommen viele Tiere hervor, die dir wirklich gefährlich werden können.
  • Höre auf die Signale deines Körpers. Wenn du dich ungewohnt schwach fühlst oder dir gar schummerig wird, dann solltest du sofort pausieren, Schatten aufsuchen (oder wenigstens eine Plane aufspannen) und viel trinken.

Im Klartext also: Gehe keine unnötigen Risiken ein und akzeptiere, wie sehr trockenes, heißes Klima selbst fitten Menschen zusetzen kann – ja, sogar dann, wenn sie akklimatisiert sind.

Was sollte ich bezüglich der Ausrüstung für das Backpacken in den Südwest-USA beachten?

gelber Van im Arches National Park im Südwesten der USA

Einige Ausrüstungsgegenstände haben wir dir im vorherigen Kapitel bereits genannt. Allerdings gibt es im Südwesten der USA noch deutlich mehr, was du beachten solltest. Fangen wir bei der Basis des Backpackens an:

Es ist aufgrund der gigantischen Weiten in diesem Gebiet leider weitgehend illusorisch, alles durch Wandern erkunden zu können. Die interessanten Orte sind oft dutzende Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt. Im Klartext: Du wirst es wahrscheinlich nicht vermeiden können, dir ein Fahrzeug zu mieten. Allerdings sollte das nicht irgendeines sein, sondern am besten mit Allradantrieb und genügend Platz.

Viele Fans des Südwestens schwören dabei auf Pickup-Trucks mit Hardtop oder Camper-Shell oder gleich geländegängige Camper-Vans. Herkömmliche Wohnmobile (im US-Slang RVs genannt) sind aufgrund ihrer Straßengebundenheit weniger geeignet. In einem solchen Fahrzeug kannst du nicht nur reisen, sondern hinten bequem und sicher übernachten. Außerdem kannst du alle Ausrüstung mitnehmen und dich so von Erlebnis zu Erlebnis „hangeln“.  Weiteres wichtiges Equipment:

  • Trage deine Wasservorräte in großen Trinkblasen auf dem Rücken. Dort bleiben sie kühler und sind sogar mehrere Liter bequem zu tragen.
  • Bring einen Wasserfilter mit. Zwar gibt es selbst in den trockenen Gegenden Quellen und Wasserläufe, diese solltest du jedoch sicherheitshalber nur gefiltert genießen.
  • Wähle deine Oberbekleidung eine halbe Nummer größer als gewohnt und setze unbedingt auf atmungsaktive High-Tech-Stoffe. Beides verhindert gefährliche Hitzestaus. Achte zudem auf dunklere Stoffe und lasse möglichst wenig Haut unbedeckt. Bedenke: In Sachen Breitengrade befindest du dich auf dem Niveau der Sahara.
  • Kein Gang nach draußen ohne breitkrempigen Hut. Die Kopfbedeckungen der Cowboys, Cowgirls und modernen Bewohner des Südwestens sind wirklich nicht nur ein Mode-Accessoire.
  • Kaufe für deine Ausflüge Fertignahrung, die kein Wasser mehr zur Zubereitung benötigt. Du kannst in den USA in jedem Jagd- und Outdoor-Geschäft passende Sets erstehen, die sich an Militär-Rationen orientieren. Die wiegen durch den Wasseranteil zwar mehr, haben aber dadurch den riesigen Vorteil, dir mit jeder Mahlzeit weitere Flüssigkeit zuzuführen.
  • Nimm auf jeder Tour ein Erste-Hilfe-Set mit. Es muss unbedingt eine anständige Pinzette und ein Schlangenbiss-Kit enthalten. Lies dich bei letzterem in die Anleitung zu Urlaubsbeginn gut ein. Falls du gebissen wurdest, muss jeder Handgriff sitzen.
  • Nimm auf deinen Touren eine kleine Handschaufel und biodegradable Toilet Paper mit. Du wirst hier nur an Tankstellen, in Restaurants, Park-Zentren und Motels öffentliche Toiletten vorfinden. Das sollte aber keine Ausrede sein, die Landschaft zu verschmutzen.

Dazu noch ein guter Rat: Wenn du wanderst, sollten in deinem Rucksack stets eine Fleece-Jacke und mitunter eine dünne Steppdecke stecken (die Amerikaner kennen letzteres als Woobie bzw. Poncho Liner). In Wüsten und Steppen kann es nachts empfindlich kalt werden.

Fazit: Ein buchstäblich heißes Abenteuer

Riesenkakteen bei Dämmerung im Saguaro National Park

Wenn du nicht gerade eine echte Aversion gegen Wüsten und heißes, trockenes Klima hegst, dann gibt es für dich als Fan des Backpackens nur wenige Momente, deren Erhabenheit an das Erwachen mit Blick auf riesige Tafelberge unter einem jeansblauen Himmel heranreicht.

Keine Frage, der Südwesten der USA ist eher etwas für hartgesottene Outdoor-Naturen. Wenn du jedoch hier backpacken gehst, dann wartet ein Erlebnis, das so wohl nur die letzten kannten, die noch regelmäßig ohne vollklimatisierten Truck durch diese Wüste reisten – die Cowboys, Siedler und Rancher früherer Jahrhunderte.

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