Alles, was du über die Pyramiden in Ägypten wissen musst

Die Pyramiden wurden von den alten Ägyptern erbaut und dienten als Grab für ihre Könige und Königinnen. Sie befinden sich hauptsächlich in den Wüsten des Landes am Westufer des Nils.

Die prächtigen und hoch komplexen Bauwerke geben der Welt jedoch seither Rätsel auf. Bis heute gibt es etwa 100 Pyramiden, die von den Gelehrten entdeckt wurden. Sie gehören zu den prägenden architektonischen Errungenschaften der Antike und sind eine faszinierende Ingenieurleistung.

Dabei ist der Pyramidenkomplex von Gizeh einer der meistbesuchten Orte, der heutzutage Millionen von Menschen aus aller Welt anzieht. Unten aufgeführt sind einige der wichtigsten Pharaonen-Gräber in Ägypten, die du auf keinen Fall verpassen solltest!

Wissenswertes

Nicht alle von ihnen sind spitz zulaufend

Du wirst hier verschiedene Phasen des Pyramidenbaus entdecken können, da nicht alle auf die gleiche Weise erschaffen wurden. Dabei sind die frühesten Bauwerke eher abgeflachte Strukturen, anstatt wie später üblich und heute charakteristisch spitz zulaufend.

Eines der herausragenden Beispiele dafür ist die riesige Grabstätte von Sakkara, die sich in der Nähe der altägyptischen Hauptstadt Memphis befindet. Die Pyramiden in diesem Gebiet sind die frühesten bekannten und beinhalten auch das Grab von Djoser, einem sehr berühmten Pharao. Diese Stufenpyramide wurde vom Architekten Imhotep entworfen und in der 3. Dynastie gebaut.

Die meisten Pyramiden stehen westlich des Nils

Die altägyptische Kultur ist voll von Symbolik und Aberglauben, die den Einheimischen bei der Entscheidungsfindung half. Deshalb überrascht es dich sicher nicht, dass auch die Lage der alten Pyramiden von der Mythologie bestimmt wurde. Die meisten Gräber wurden aus einem bestimmten Grund gerade am Westufer des Nils errichtet:

Als letzte Ruhestätte der Könige sollten sie so platziert sein, dass deren Seelen optimal die Reise ins Jenseits beginnen konnten. Für die Mythologie der Ägypter waren die Sonne und das Jenseits nämlich eng miteinander verbunden. Die Pyramiden wurden deshalb westlich des Nils gebaut, damit die Seelen der Pharaonen mit der untergehenden Sonne verbunden werden konnten. Diese geleitete sie dann ins Reich der Toten, wo die Könige nach einer bestandenen Prüfung ewiges Leben erwartete.

Beim Bau benutzten die Ägypter die Astronomie

Einer britischen Ägyptologin nach dienten vor allem die Sterne als Orientierungshilfe für die Ausrichtung der Pyramiden. Die im Jahr 2000 veröffentlichte Forschung von Kate Spence zeigt, wie der Große und der Kleine Wagen dafür verwendet wurden, die Bauwerke exakt in
Nord-Süd-Richtung zu konstruieren. Die Messung war so genau, dass es eine Abweichung von nur etwa 0,05° gibt! Außerdem können die Pyramiden heute mithilfe der astronomischen Aufzeichnungen leicht datiert werden.

Die Pyramiden wurden nicht von den Sklaven erbaut

Es gibt eine weitverbreitete Theorie, dass Sklaven beim Bau der Pyramiden geholfen haben, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Diese Idee wurde einst durch die Werke des griechischen Geschichtsschreibers Herodot verbreitet. Sie wurde jedoch klar widerlegt, als 1990 die Gräber der Pyramidenbauer entdeckt wurden. Diese zeigten, dass es sich nicht um Sklaven sondern Bauherren handelte, die aus Familien mit niedrigem Einkommen stammten. Ihre Rolle beim Bau der königlichen Grabmäler war also eine große Ehre, die nicht Sklaven zuteilwerden konnte.

Die Große Pyramide von Gizeh kann die Zeit lesen

Sie ist nicht nur die beliebteste Pyramide Ägyptens, sondern auch bekannt als das einzige noch erhaltene Wahrzeichen der Sieben Weltwunder der Antike. Obwohl das berühmte Denkmal aus vielen verschiedenen Gründen fasziniert, sticht einer davon besonders hervor: es kann zur Anzeige der Zeit genutzt werden. Die Pyramide besitzt nämlich eine riesige Sonnenuhr, deren Schatten dabei hilft, die Stunde zu bestimmen. Er fällt je nach Tageszeit auf ganz bestimmte Spuren, die in den Stein gehauen wurden.

Das imposante Grab kann außerdem Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bestimmen, die den alten Ägyptern bei der Definition ihres Sonnenjahres halfen.

Die besten ägyptischen Pyramiden

Große Pyramide von Gizeh

Diese liegt zentral auf einem Plateau nahe der Metropole Gizeh und gilt oft als das einzige erhaltene alte Königsgrab Ägyptens. Sie wird auch
Chufu- oder Cheops-Pyramide genannt und wurde 2560 v. Chr. für den gleichnamigen Pharao gebaut. Sie gilt mit einer Höhe von gut 138 m als die Größte von Gizeh, daher der Name. Laut lokaler Überlieferung wurde die Pyramide mit bis zu 2 Millionen Blöcken aus Granit und Kalkstein gebaut.

Dieses großartige Bauwerk am westlichen Rand des Niltals ist auch die einzige Pyramide, die über eine Drehtür am Eingang verfügt. Außerdem wirst du hier im Inneren die Königskammer, die Königinnenkammer und die Große Galerie finden.

Pyramide von Khafre

Neben dem ägyptischen Pharao Chufu wurde auch seinem Sohn Khafre eine Pyramide in Gizeh errichtet. Sie befindet sich direkt neben der seines Vaters und ist die zweitgrößte der Gegend. Khafre wird auch Chephren genannt, weshalb sein Grab ebenfalls unter verschiedenen Namen bekannt ist.

Es wurde 2570 v. Chr. auf einem Felsen erbaut, was es höher und spitzer als die Große Pyramide daneben erscheinen lässt. Doch aufgrund von Erdbeben und Steinraub ist die Pyramide von Khafre nicht mehr so gut erhalten wie ihre Nachbarin.

In diesem Komplex wirst du außerdem einige weitere Bauwerke finden wie die Große Sphinx, den Valley- sowie einen nahen Totentempel. Das Highlight ist dabei die berühmte aus Naturstein gehauene Sphinx, die einen großen Löwen mit Menschenkopf darstellt und die Pyramide bewachen soll.

Djoser-Pyramide

Sie gilt als die erste Pyramide Ägyptens und wurde im 27. Jahrhundert v. Chr. von Imhotep für die Bestattung des Pharaos Djoser errichtet. Das 60 m hohe Königsgrab befindet sich in der Nekropole Sakkara, 25 km südlich von der heutigen Hauptstadt Kairo. Die alten Ägypter bauten ihre Mastabas genannten Grabbauten damals noch mit einem Flachdach.

Während des Baus dieser Pyramide wurden jedoch sechs solcher Gräber übereinander gestapelt. Deshalb wird diese Struktur heute als Schicht- oder Stufenpyramide bezeichnet. Djosers letzte Ruhestätte wurde aus Kalkstein gebaut und verfügt außerdem über 14 Scheintüren, wobei der einzig echte Eingang sich an der Südostseite des Komplexes befindet.

Pyramide des Sahure

Du findest diese Pyramide auf der Abusir-Fläche, unweit eines Sonnentempels. Obwohl sie heute in Ruinen liegt, fanden Archäologen hier dennoch faszinierende Artefakte. Darum solltest du diesen Ort auf keinen Fall verpassen! Pharao Sahures Pyramide wurde aus Blöcken gebaut, die jedoch von anderer Qualität sind als die in der 5. Dynastie üblichen.

Du wirst hier auch rosa Granitfallgatter unter den Ruinen finden, die zu einer kleinen Eingangshalle führen. Im Osten des Grabes befindet sich der offene Innenhof des Totentempels, in dem sich 16 monolithische Granitsäulen befinden, die wie Palmen geformt wurden.

Rote Pyramide

Dies ist die drittgrößte Pyramide Ägyptens, welche errichtet wurde während der Herrschaft von Pharao Snofru. Ihren Namen verdankt sie dem rötlichen Kalkstein, aus dem sie in der 4. Dynastie zusammengesetzt wurde. Das rund 100 m hohe Bauwerk wird aber auch als Nordpyramide bezeichnet und ist das größte innerhalb der Nekropole von Dahschur.

An der Ostseite der Pyramide befinden sich zudem die Ruinen des Totentempels. In diesen auch als Millionenjahrhäusern bezeichneten Gebäuden konnten die ägyptischen Pharaonen auch nach ihrem Tod verehrt werden.

Pyramide von Meidum

Obwohl lange gedacht wurde, dass dies das Grab von Pharao Huni ist, wird heute angenommen, dass es ein Scheingrab Snofrus darstellt. Wegen eines schweren Konstruktionsfehlers stürze das Kenotaph jedoch in sich ein, weshalb du heute nur noch die Ruinen besuchen kannst. Dabei wirst du durch einen sehr engen Räubertunnel ins Innere der Pyramide gelangen, der bei Besuchern leicht Platzangst auslösen kann Mit dem Tunnel ist die Grabkammer verbunden, die dann jedoch recht geräumig ist.

Die Meidum-Pyramide gilt als Übergangsform zwischen den Stufenpyramiden und denen mit glatter Fassade, die fortan gebaut wurden. Sie befindet sich 100 km südöstlich von Kairo und verfügt an der Ostseite über einen zusätzlichen Totentempel.

Pyramide von Menkaure

Dies ist die dritte und kleinste der Pyramiden von Gizeh. Gebaut wurde sie für Pharao Menkaure, bekannt ist der Enkel von Chufu auch unter seinem griechischen Namen Mykerinos. Er war zudem der letzte Pharao, der sich eine Pyramide als letzte Ruhestätte erbauen ließ.

Das Bauwerk besteht aus weißem Kalkstein, die Basis der 16 Schichten dagegen aus rotem Granit. Die Pyramide ist 62 m hoch und wurde im
12. Jahrhundert Opfer von Vandalismus, wodurch ein Teil von ihr entfernt worden ist. Sie verfügt außerdem über drei kleinere Nebenpyramiden, die die Gräber von Königinnen beinhalten.

Knickpyramide

Um 2600 v. Chr. wurde im Herzen von Dahschur eine weitere Pyramide für Pharao Snofru gebaut. Dieses auch als Südlicher Glanz Snofrus bekannte Bauwerk ist heute gut 100 m hoch und berühmt für seine außergewöhnliche Form. Die Pyramide hat nämlich aufgrund von Fehlern in der Bauplanung und dem zu weichen Untergrund ein kippendes Antlitz. Die Basis steigt in einem Winkel von 54° vom Wüstenboden aus an, der obere Teil dagegen nur noch um 43°. Die Knickpyramide gilt auch als die erste in Ägypten mit glatten Seitenwänden.

Fazit

Die alten Ägypter gehörten zu den mächtigsten und am weitesten entwickelten Zivilisationen der Antike. Eine der besten Möglichkeiten für einen Einblick in diese Kultur ist die Erforschung der ägyptischen Pyramiden. Diese jahrtausendealten Bauwerke und ihre zahlreichen Artefakte werden dich bestimmt in Ehrfurcht versetzen!

Ägypten

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