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Alles, was du über den Chaco wissen musst

Den Gran Chaco im Inneren Südamerikas kann man aufgrund seiner Vielfalt an Wildtieren schon fast mit der artenreichen Pantanal-Region in Brasilien gleichsetzen. Obwohl sie einige ähnliche Merkmale aufweisen, sind die Ökosysteme der beiden Regionen jedoch sehr unterschiedlich:

Während das Pantanal ein Feuchtbiotop mit zahlreichen Süßwasserseen ist, befindet sich der Chaco dagegen eher in einer halbtrockenen Region von Paraguay mit entsprechender Vegetation. Er wird auch als grünes Inferno bezeichnet, da das flache Land dornig und heiß ist. Eine echte Herausforderung für die riesigen Rinderfarmen in der Region! Unten verraten wir dir alles, was du für deine Reise in dieses beeindruckende Gebiet im Westen Paraguays wissen musst.

Interessante Fakten

Die Chaco-Region war jahrhundertelang unbesetzt, mit Ausnahme einiger robuster indigener Völker. Das Land und sein Nachbar Bolivien kümmerten sich lange nicht um das Territorium, das scheinbar keinen Nutzen hatte. Diese Auffassung änderte sich allerdings, als im Wald plötzlich ein riesiges Ölreservat vermutet wurde. So führten die zwei Nationen von 1932 bis 1935 einen erbitterten Krieg um das Gebiet, den Paraguay überraschend für sich entscheiden konnte.

Für alle Freunde von Flora und Fauna hat der Chaco eine Menge zu bieten! Neben Kakteen so groß wie Häuser kannst du hier unzählige exotische Tiere wie Kaimane, Riesenameisenbären, Tieflandtapire, Gürteltiere oder auch Nabelschweine entdecken. Das Gebiet ist außerdem ein großartiger Ort, um Vögel zu beobachten: Rheas, Schwarzspechte, Adler, Steißhühner, Baumsteiger und viele mehr warten hier auf dich.

Weitere faszinierende Naturschauspiele sind die Salzpfannen und Sümpfe, die immer eine Vielzahl von Wasservögeln anziehen. Das Beste am Chaco in Paraguay ist aber, dass er vom Tourismus noch nicht erschlossen ist und du das Land daher ganz in Ruhe erkunden kannst. Die besten Orte zum Übernachten sind hier Filadelfia oder Loma Plata.

Das paraguayische Gebiet wurde jeher von einer winzigen Bevölkerung aus indigenen Stämmen bewohnt, die durch die Gründung von mennonitischen Kolonien jedoch stark zunahm. In Filadelfia beispielsweise gibt es heute pazifistische Mitglieder von christlichen Freikirchen, die ihr Leben getrennt von den anderen Städten und Kulturen des Landes verbringen. Diese meist deutschstämmigen Gemeinden beherbergen darum immer noch viele blonde Einwohner, die sogenanntes Plautdietsch sprechen.

Klima

Paraguay ist durch den Río Paraná in zwei verschiedene Regionen gespalten. Der riesige Chaco erstreckt sich dabei im Westen des Landes, sein Flachland wiederum ist ebenfalls in zwei Gebiete unterteilt: den Alto und Bajo. Ersterer ist geprägt von Savannen und natürlichen Teichen, die von trockenen Wäldern und dorniger Buschvegetation umgeben sind. Das Gebiet um Bajo dagegen liegt auf Meereshöhe und hat eine Vielzahl von Palmenwäldern. Für deine Reise im Chaco solltest du aber besonders im Sommer generell auf heißes Wetter vorbereitet sein.

Ostparaguay weist eine völlig andere Landschaft auf: Hier findest du oft tropische Wälder, die mit kleinen Hügeln und natürlich vorkommenden Wiesen durchsetzt sind. Das lokale Klima reicht vom subtropischen bis hin zum gemäßigten, was in den östlichen Gebieten erhebliche Niederschläge hervorruft. Im äußersten Westen dagegen wirst du ein halbtrockenes Klima vorfinden.

Beste Reisezeit

Du kannst Chaco eigentlich zu jeder Jahreszeit besuchen, es gibt hier nämlich lediglich zwei davon: die heiße und die extrem heiße. Die Spitzenhitze liegt dabei zwischen Dezember und Februar. Im restlichen Jahr herrscht konstant warmes Wetter mit Temperaturen zwischen 23 und 29 °C. Das Land hat jedoch keine richtige Regenzeit, da es nur sporadisch von März bis November ab und zu nass wird.

Paraguay ist bei den meisten Reisenden noch nicht auf dem Radar, weshalb du dich unbedingt immer vorher nach den Öffnungszeiten für deine Ziele erkundigen solltest! An längeren Feiertagen reisen die meisten Einheimischen eher ins Ausland, darum ist es auch hier normalerweise ruhig im Land.

Top-Aktivitäten

Beobachte wildlebende Tiere

Wenn du den zentralen Chaco in Paraguay besuchst, wirst du sicher auch im Hinterland der Salzwasserlagunen landen. Diese prächtige Savanne beherbergt eine breite Palette an paraguayischen Wildtieren und vor allem unzählige Vögel. Im Fortin Boqueron beispielsweise findest du exotische Exemplare wie den Rosenspoonbill, Tuyuyu oder Rhea. Es gibt auch eine große Auswahl an Wasservögeln, wie pfeifende Enten und Schwäne. Wenn du im Winter hier bist, wirst du sogar Chilenische Flamingos sehen können.

Oder du erkundest den heimischen Wald, der sich in der Nähe von Filadelfia befindet und eine einzigartige Vegetation vorweist: Er ist nämlich von riesigen Kakteen umgeben, die zwar wild und trocken sind, aber besonders in der frühen Morgen- und späten Abendsonne eine geradezu malerische Landschaft bieten.

Für weitere tolle Erfahrungen im Chaco kannst du zum Campo Maria fahren, einem riesigen privaten Reservat tief im Busch. Auch hier werden gerade Vogelliebhaber voll auf ihre Kosten kommen. Ein weiteres Highlight ist die große Lagune mit Salzkrusten, die du bei deinem Besuch nicht verpassen solltest! Allerdings wirst du in diesem Teil von Paraguay keine Infrastruktur vorfinden, dafür aber die Ruhe und Abgeschiedenheit genießen können.

Erkunde die mennonitischen Kolonien

Die Mennoniten sind auf eine evangelische Freikirche aus der Reformationszeit zurückzuführen, deren Mitglieder im 18. Jahrhundert wegen rechtlichen Beschränkungen vor allem nach Nordamerika auswanderten. Viele flohen später aus Deutschland vor der Verpflichtung, in den Militärdienst eintreten zu müssen.

Paraguay nahm darum in den 1920er und 30er Jahren zahlreiche Flüchtlinge mit unterschiedlichen religiösen und politischen Idealen auf und erlaubte ihnen die Gründung von Kolonien. Diese befinden sich jedoch in sehr unwirtlichen Gegenden des Landes, vor allem im Chaco. Um einen Einblick in diese Gemeinden zu erhalten, fährst du am besten einfach in die Städte und Dörfer nahe Filadelfia.

Die Kolonien verfügen heute über eine großartige Mischung aus „Wildem Westen“ und moderner deutscher Effizienz. Die Menschen haben sich an die heutigen Praktiken gewöhnt, bewahren aber streng ihre Autonomie. Einige der Gemeinschaften betreiben mittlerweile ein landwirtschaftliches Genossenschaftssystem. Ihre Haupteinnahmequelle ist dabei Rindfleisch, weshalb sie sehr erfahren im Viehzüchten sind.

Die meisten Mennoniten im Chaco in Paraguay sprechen eine Art Plattdeutsch, während diejenigen mit kanadischem Ursprung eher Englisch benutzen. Einer der Höhepunkte deines Besuchs in Paraguay ist deshalb, diese einzigartigen Gemeinden zu besuchen und die faszinierenden Geschichten der Menschen zu hören. Das wird dir sicher helfen, dieses schöne und komplexe Land besser zu verstehen.

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