March 4

0  comments

Liebenswert und gar nicht so hässlich – das ist Swansea in Wales

Swansea ist der Name der, nach der Hauptstadt Cardiff, zweitgrößten Stadt in Wales und des dazugehörigen County. Die Kernstadt hat etwas mehr als 179.000 Einwohner. Auf Walisisch heißt die Stadt Abertawe, was „Mündung des Tawe“ bedeutet und auf den Fluss verweist, der durch sie hindurchfließt und in den Bristolkanal mündet.

Zwar mag Swanseas Ruf noch immer das industrielle Erbe anhaften, doch Stadt und County mausern sich dank Fördermitteln immer mehr zu einem durchaus schönen Touristenziel. Die Stadt an sich ist extrem reich an Kultur und fährt man hinaus auf die Halbinsel Gower, findet man sich in atemberaubender Natur wieder, in der man auch ganz wunderbar Sport treiben kann – lass dich also nicht von Oberflächlichkeiten täuschen!

Der Dichter Dylan Thomas, vermutlich der berühmteste Sohn der Stadt, nannte sie einmal „an ugly, lovely town“ – „eine hässliche, liebenswerte Stadt“ – womit er damals in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wohl nicht falsch lag.


Geschichte

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts eroberten die Normannen die Halbinsel Gower für den englischen König Heinrich I., der zur Sicherung seiner Herrschaft das Swansea Castle an der Mündung des Flusses Tawe errichten ließ. Die Stadt entwickelte sich langsam durch Zuzug von englischen Siedlern und den wöchentlich abgehaltenen Markt. 

Von Swansea aus wurde zuerst Wolle, Leder, Butter, Käse und Getreide nach England exportiert; ab dem 17. Jahrhundert wurde zudem Kohle und Eisen vom mittlerweile bedeutenden Hafen verschifft. Dazu kam im 18. Jahrhundert noch die Herstellung von Porzellan, Kupfer, Zinn und Zink.

Im 19. Jahrhundert boomte Swansea schließlich als ein Zentrum der Metallindustrie, wodurch unter anderem mit der „Swansea and Mumbles Railway“ eine der ersten Eisenbahnlinien entstand – es gab hier sogar Personenverkehr.

Wie bei allen schnell wachsenden Städten gab es allerdings auch in Swansea erhebliche Probleme mit Überbevölkerung und mangelnder Hygiene, sodass es sogar zu zwei Cholera-Epidemien kam.

Ab den 1920er-Jahren gab es in Swansea den Ölhafen und die Raffinerie. Die Schiffsbauindustrie boomte genau wie die Weißblech-, Stahl- und Kupferverarbeitung, bis die Stadt hart von der Wirtschaftskrise 1929 getroffen wurde, was zu hoher Arbeitslosigkeit führte.

Im Zweiten Weltkrieg erlebte die Industrie zwar wieder einen Aufschwung, doch die komplette Innenstadt wurde bei Bombenangriffen zerstört und nur das Hafen- und Industriegebiet blieb verschont.

Nach dem Krieg erholte sich die Schwerindustrie nicht mehr. Heute ist nur noch ein Teil der Docks im ursprünglichen Betrieb; das South Dock wurde in eine Marina umfunktioniert.

Wales Swansea Marina

Stadt Swansea

Dylan Thomas

Der wohl bekannteste Sohn der Stadt ist noch heute, mehrere Jahrzehnte nach seinem Tod, der Dichter und Schriftsteller Dylan Thomas. Zu seinen berühmtesten Werken zählen die Gedichte „Do not go gentle into that good night“ und „And death shall have no dominion“ und das Radio-Hörspiel „Under Milk Wood“.

Er zählt zu den wichtigsten walisischen Dichtern des 20. Jahrhunderts und dementsprechend wird er in Swansea gefeiert: Ihm widmen sich das Museum in seinem Geburtshaus 5 Cwmdonkin Drive, bekannt als Dylan Thomas Birthplace, das Dylan Thomas Centre im Maritime Quarter, wo auch das Dylan Thomas Theatre nach ihm benannt ist, und es gibt ein jährliches Dylan Thomas-Festival.

Im Maritime Quarter findest du außerdem Statuen von Dylan Thomas und von Captain Cat, einem der bekanntesten Charaktere aus „Under Milk Wood“.


Museen

Neben den oben bereits erwähnten Museen, die sich mit Dylan Thomas beschäftigen, gibt es für dich in Swansea noch viele weitere Orte zu den unterschiedlichsten Themen zu erkunden. Swansea Museum ist das älteste Museum in Wales. Es wurde 1841 eröffnet und bietet heute kostenlosen Eintritt in sechs Bereiche, darunter ein Mumiengrab und Ausstellungen zu aktuellen Themen.

Außerdem gehört zum Swansea Museum der Tramshed, in dem Züge der ehemaligen Swansea and Mumbles Railways besichtigt werden können, und drei Schiffe in der Marina.

In der Nähe befindet sich ebenfalls das National Waterfront Museum, das sich mit der Geschichte von Wales, der industriellen Revolution und verschiedenen Innovationen befasst. Es gibt auch einen Bereich zu Popkultur und Promis aus der Gegend sowie immer wieder verschiedene Wechselausstellungen.

Für Kunstliebhaber lohnen sich Besuche in der Mission Gallery und der Glynn Vivian Art Gallery. Die Mission Gallery ist in einer ehemaligen Kirche zuhause und befasst sich mit zeitgenössischer Kunst, Malerei, Installation, Fotografie und Handwerk.

Die Glynn Vivian Art Gallery wurde von Richard Glynn Vivian, einem Kunstsammler aus der bekannten Vivian-Familie aus Swansea, gegründet. Die Sammlung basiert noch heute auf den Werken und Kunstgegenständen, die damals in seinem Besitz waren.

Eröffnet wurde die Galerie 1911, sechs Jahre nachdem Richard Glynn Vivian seine Sammlung für das Museum anbot. Heute gibt es von Alten Meistern bis in die Postmoderne Kunst in verschiedensten Medien zu bestaunen – Gemälde, Drucke, Zeichnungen, Aquarelle, Glasmalereien und Porzellan sind hier vertreten.

Es ist ein wahrlich eklektischer Mix aus großen Namen wie Albrecht Dürer, William Blake, Claude Monet, Lucien Pissarro, Paul Nash, Thomas Gainsborough, William Hogarth und Ceri Richards, doch der Anteil an lokalen Künstlern ist noch immer sehr hoch. Auch das berühmte Meissener Porzellan ist vertreten.


Musik und Theater

In Swansea gibt es eine Vielzahl von Indoor- und Outdoor-Veranstaltungsorten. Zu den Theatern zählen neben dem bereits genannten Dylan Thomas Theatre das Grand Theatre, in dem regelmäßig Pantomimen, Opern und Theaterstücke aufgeführt werden, und das Theater im Taliesin Arts Centre der Universität Swansea. In der Brangwyn Hall finden viele Konzerte und jeden Herbst das Festival of Music and the Arts statt, da die Akustik hier besonders gut ist.

Im Sommer finden in Oystermouth Castle Freiluft-Aufführungen von Shakespeare statt und im Singleton Park kann man auf Partys und Konzerte verschiedenster Musikrichtungen gehen. Sieben Mal hat außerdem schon das Eisteddfod, ein alljährliches Sänger- und Bardenfestival mit langer Tradition, in Swansea stattgefunden.

Die Männerchöre der südwalisischen Täler sind teilweise weltweit bekannt. Einer der berühmtesten ist der Morriston Orpheus Choir aus Morriston im County Swansea, dem man auch bei der Probe zuhören kann.


Swansea Market

Swansea Market ist der größte überdachte Markt in Wales und liegt mitten im Stadtzentrum. Das aktuelle Marktgebäude wurde 1961 eröffnet. Es ist das vierte an derselben Stelle – der Markt findet hier nämlich schon seit dem Mittelalter statt.

Innen befindest du dich in einem wahren Labyrinth aus Ständen mit den verschiedensten Produkten: Obst und Gemüse, Metzger und Fischverkäufer, kontinentale und lokale Produkte, kleine Kleidungsgeschäfte, Cafés und Fast Food-Stände. Hier solltest du dir etwas Zeit nehmen und ein paar Dinge probieren. Weiter unten in diesem Artikel findest du noch einen Abschnitt zum typischen Essen in Südwales.


County Swansea

Verlassen wir die Stadt und gehen hinaus ins County Swansea. Hierzu gehört auch die Halbinsel Gower, die du während deines Besuchs auf gar keinen Fall auslassen darfst. Vom Busbahnhof in Swansea geht es ganz einfach mit mehreren Buslinien hierher – oder wenn dir sowieso nach Wandern ist, kannst du auch laufen.

Der Wales Coast Path, der an der gesamten walisischen Küste entlangläuft, führt durch Swansea und Gower schließt heutzutage quasi direkt an die Ausläufer der Stadt an. Wandern und Radfahren sind beliebte Aktivitäten in der Gegend, außerdem kann man hier auch gut Golf spielen, egal ob als blutiger Anfänger oder Fortgeschrittener. Golf ist in Wales keineswegs eine Elitesportart.

Ein Großteil der Halbinsel Gower wurde 1956 zur ersten „Area of Outstanding Natural Beauty“ („Gebiet von außerordentlicher natürlicher Schönheit“) im gesamten Vereinigten Königreich ernannt und wenn du hierherkommst, wirst du auch schnell verstehen, warum.


The Mumbles

Der Ort Mumbles umfasst die Wahlbezirke Oystermouth, Newton, West Cross und Mayals. Seit den 1790er-Jahren gibt es einen Leuchtturm, der mittlerweile mit Solarstrom betrieben wird, und seit 1898 auch einen Pier, der für die Ausflügler der Swansea and Mumbles Railway errichtet wurde.

Am Pier liegt seit 1866 auch das Rettungsboot von Mumbles. Im Jahr 1947 verstarb die gesamte Crew des Rettungsboots bei einem Einsatz, der heute als „Mumbles lifeboat disaster“ bekannt ist und an den in der All Saints‘ Church in Oystermouth erinnert wird. In dieser kleinen, aber sehr schön gestalteten Kirche mit hölzerner Decke und geschnitztem Chorgestühl findest du Erinnerungstafeln an die Crew sowie Buntglasfenster, die das Ereignis beschreiben.

Wales the Mumbles

Mumbles ist aber auch für die sogenannte „Mumbles Mile“ bekannt, einen Straßenabschnitt, an dem es besonders viele Pubs gibt und der deshalb besonders bei Studenten aus den nahegelegenen Universitätsstädten Swansea und Cardiff beliebt ist.

In den letzten Jahren mussten einige Pubs schließen und wurden in Wohnungen oder Restaurants umgewandelt, aber es gibt noch immer eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Einkehren. Des Weiteren kannst du in Mumbles in allerlei kleinen, unabhängigen Läden und Boutiquen shoppen gehen, wie es dein Herz begehrt.


Burgen

Auf Gower gibt es auch jede Menge Burgen zu besichtigen. Du kannst gleich in Mumbles mit Oystermouth Castle loslegen – sie gilt als die am besten erhaltene Burgruine in der Gegend und von hier aus kannst du über ganz Mumbles und die Swansea Bay blicken. Im Sommer finden im Innenhof Theateraufführungen und Konzerte statt.

Der Großteil der Burg stammt aus dem 13. Und 14. Jahrhundert; seit 2012 kann man dank einer Glasbrücke auch die Kapelle wieder besuchen, die wunderschöne Maßwerkfenster zu bieten hat. Laut einer Sage gibt es hier auch ein Gespenst: die Weiße Frau von Oystermouth, die auf den Wällen umhergeht und schluchzt. Sie wurde angeblich in den Kerkern der Burg ermordet. Vielleicht läuft sie dir ja über den Weg…

Wales Oystermouth Castle

Weitere sehenswerte Ruinen auf der Halbinsel sind Oxwich Castle über dem Oxwich Bay – eigentlich ein befestigtes Herrenhaus im Tudor-Stil, Pennard Castle in der Nähe von Three Cliffs Bay und einem Golfplatz, Weobley Castle – ebenfalls ein befestigtes Herrenhaus in der Nähe von Llanrhidian sowie eine Vielzahl an stehenden Steinen und von Menschenhand errichtete Steinhügel.


Strände

Wenn du ein Fan von Stränden bist, hast du am Gower die Qual der Wahl – oder du musst dir einfach richtig viel Zeit nehmen und möglichst viele der wunderschönen Strände besuchen.

Gower kann vier mit der Blauen Flagge für Nachhaltigkeit und Sicherheit ausgezeichnete Strände vorweisen – Bracelet Bay, Caswell Bay, Langland Bay und Port Eynon Bay sowie fünf Strände mit dem Green Coast Award für gute Wasserqualität und Umweltstandards: Rhossili Bay, Mewslade Bay, Tor Bay, Pwll Du Bay und Limeslade Bay.

Die Strände mit der Blauen Flagge sind beliebte Badestrände und bieten neben Toiletten und Cafés alles, was zum Entspannen nötig ist.

Ansonsten kannst du hier den verschiedensten Wassersportarten nachgehen. Zu den beliebtesten gehören Segeln, Surfen, Stand-up Paddling, Wasserski und Coasteering. Wenn du von Letzterer noch nicht gehört hast, liegt das vielleicht daran, dass diese Sportart nicht sehr weit verbreitet ist – in Wales jedoch schon. Zum Coasteering gehört das Klettern und Schwimmen entlang einer felsigen Küste, hin und wieder wird dabei auch ins Wasser gesprungen oder ein Stückchen getaucht. Zur Ausrüstung gehört dabei ein Wetsuit, eine Schwimmweste, Handschuhe und Schuhe sowie ein Helm. Sicherungen wie Seile gibt es nicht. Klingt das nach etwas für dich? Gower bietet viele Möglichkeiten, Coasteering auszuprobieren.

Für ein weniger physisch anstrengendes Strandabenteuer empfiehlt sich Rhossili Bay. Der Sandstrand erstreckt sich über 4,5 km mit Dünen in Richtung Inland. Am südlichen Ende liegt die Landzunge „Worm’s Head“, die wie ein schlafender Drache im Meer liegt und nur für 2,5 Stunden pro Tag bei Ebbe zugänglich ist.

 Immer wieder müssen Touristen von Worm’s Head gerettet werden, weil sie vom Wasser eingeschlossen wurden, also informiere dich vor deiner Erkundung besser gut!

Ein Teil der Landzunge bildet zudem eine natürliche Brücke, die von der Seite etwas instabil wirkt und daher vielleicht auch ihren Namen hat: Devil’s Bridge.

Möchtest du lieber nicht den Rücken des Drachen erklimmen, kannst du dir bei Ebbe auch die Überreste der Helvetia ansehen. Das Schiff lief im November 1887 vor Rhossili Bay auf Grund und obwohl die Gezeiten schon einiges davon abgetragen haben, sind auch heute noch gewaltige Stücke des Rumpfes zu sehen.

Wales Gower

Eine kleine Bucht in der Nähe von Rhossili Bay ist die Blue Pool Bay, benannt nach dem natürlich entstandenen, runden, etwa 2,4 m tiefen Becken, das nur bei Ebbe über steile Felsen erreichbar ist. Es lohnt sich allerdings, denn nebendran gibt es auch noch einen Steinbogen zu sehen, der bei Flut komplett unter Wasser ist.

Einer der schönsten Strände ist jedoch mit Sicherheit Three Cliffs Bay. Im Juni 2006 wurde er von der BBC-Serie „Holidays at Home“ sogar zu Großbritannien bestem Strand gekürt. Seinen Namen verdankt er den drei markanten, etwa 20 m hohen Kalkstein-Felsen am äußersten Ende, die bei Kletterern sehr beliebt sind. Auf dem Hügel über dem weiten Sandstrand thronen die Überreste von Pennard Castle. Der Ort ist ein extrem beliebtes Fotomotiv, da er von jeder Perspektive, bei Ebbe und bei Flut eine gute Figur macht.


Park Cwm

Eine Reise in die weiter zurückliegende Vergangenheit kannst du im Park Cwm unternehmen. Park Cwm ist eine Grabanlage mit Kammern aus dem Neolithischen Zeitalter, die in ihrer Form und Ausrichtung von den Anlagen abweicht, die man für gewöhnlich in der Gegend findet.

Du findest Park Cwm etwa 12 km von Swansea entfernt im Coed y Parc Cwm des Parc le Breos. Die Anlage besteht aus einem Cairn, einer Hauptkammer mit Vorhof und vier Seitenkammern. Grabungen wurden 1869 und Anfang der 1960er-Jahre durchgeführt. Insgesamt wurden Überreste von 40 Personen, Skelette von Haus- und Wildtieren sowie Scherben und Flintstücke gefunden. Der Bau wurde auf die Zeit zwischen 3800 und 3500 v. Chr. festgelegt.

In der Nähe befindet sich außerdem die Höhle „Cat Hole“, in der Funde vom Mesolithikum bis ins Mittelalter entdeckt wurden.


Clyne Estate

Magst du es zur Abwechslung etwas ruhiger, können wir dir die Clyne Gardens in Mayals empfehlen. Dieser botanische Garten entstand aus den von Glynn Vivian und der Familie Vivian gestalteten Landschaftsgärten, die sie nach dem Erwerb von Clyne Castle 1860 anlegten.

Der Park umfasst 19 ha Land mit über 2.000 verschiedenen Pflanzenarten, darunter mehr als 800 Rhododendrenarten und die größte Magnolie in Großbritannien.

Rechts von Clyne Castle befindet sich ein Pavillon mit Monterey-Pinien und etwas weiter oben gelegen gibt es einen japanischen Garten mit rot-weißer Brücke, Bambus, Wasserlauf und künstlicher Teichanlage. Überall im Park verstreut liegen außerdem kleine Gräber von Hunden der Familie Vivian.

Des Weiteren gibt es eine kleine Kapelle, Clyne Chapel, die seit 1908 für Gottesdienste genutzt wird, und mehrere Aussichtspunkte mit teilweise fantastischem Blick aufs Meer.

Wales Swansea Park

Geht man den Hügel nach den Clyne Gardens noch weiter hinauf, gelangt man zur Clyne Farm. Wenn du Lust hast, kannst du hier einen Ausritt über die Wiesen und durch die Wälder des Clyne Estate buchen. Dabei ist es egal, ob oder wie gut du reiten kannst – die Pferde und Ponys sind superlieb und es werden auch Ausritte angeboten, bei der ein erfahrener Mitarbeiter dein Pferd führt, sodass du in Ruhe die Landschaft genießen kannst. Strandausritte gibt es allerdings nur in der Nebensaison.


Küche

Die Küche in Swansea ist sehr stark vom Gower beeinflusst, der früher durch schlechte Infrastruktur komplett vom restlichen Wales abgeschnitten war und sich so selbst versorgte. Zum typischen Gemüse gehört Wurzelgemüse wie zum Beispiel Kohlrüben, Kartoffeln und Blumenkohl, aber auch Spargel, Bohnen und Erbsen. Beliebtes Obst sind Himbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren.

Im Mittelpunkt stehen meist Fleisch- oder Fischgerichte. Superleckere Fleischgerichte werden aus Gower salt-marsh lamb (Lammfleisch von Schafen, die auf den Salzwiesen weiden), Rindfleisch des Waliser Schwarzvieh oder Welsh Black, Kaninchenfleisch, aber auch Schweine- und Geflügelfleisch hergestellt. Für Fischgerichte wird unter anderem Laver – eine bestimmte Sorte Seetang – verwendet, Krabben, Herzmuscheln, Austern, Garnelen, Makrelen, Barsche und Tintenfisch.

Neben Swansea Market gibt es noch weitere Bauernmärkte in Llangennith, Pennard, Loughor, Mumbles, Penclawdd und Sketty. Hier kannst du auch Welsh Cakes probieren, kleine, flache Küchlein mit Korinthen und Rosinen, sowie Laverbread und Herzmuscheln (cockles) kaufen.

Die letzteren beiden kannst du auch mit einem Gower Breakfast probieren. Dabei wird der Seetang des Laverbread mit Mehl zu kleinen Küchlein geformt und gebraten. Cockles und Laverbread unterscheiden das Full Breakfast in Südwales von dem an anderen Orten. 

Ein weiteres leckeres Gericht sind Faggots, Fleischbällchen aus Schweinespeck und Innereien, die mit Erbsen, Kartoffelpüree und Soße serviert werden.

Für Naschkatzen lohnt sich ein Besuch bei „Joe’s Ice Cream Parlour“ in Swansea, der bereits seit 100 Jahren besteht und lokal Eis produziert. Ebenfalls süß geht es im „So Cocoa“ zu, einem unabhängigen Schokoladenladen in Mumbles, der auch ziemlich Luxuriöses anzubieten hat.

Darf es etwas zum Essen und ein paar Cocktails sein? Lokal und stets abwechslungsreich ist „The Swigg“ an der Swansea Marina. Burger, Hot Dogs, Tapas, Snacks und selbsterfundene Mixgetränke – hier gibt es alles!

Und solltest du im Swigg auf den Gin gekommen sein, warum nicht noch einen Trip zur Mikrodestillerie der „Gower Gin Company“ nach Port Eynon einlegen? Hier gibt es einen „Gingarten“ zum Probieren und auf Anfrage kann man auch an Führungen teilnehmen.


Wann ist die beste Reisezeit für Swansea?

An sich findet sich in Swansea immer etwas zu tun, ob man Kunst, Musik und Museen oder die südwalisische Küche erkundet. Möchte man jedoch die Natur von Gower in vollen Zügen genießen, ist man mit den Sommermonaten Juni bis August besser beraten, wenn die Wahrscheinlichkeit für Sonnenschein höher ist.

Dennoch ist Wales das im Durchschnitt nasseste Land im Vereinigten Königreich – eine Regenjacke gehört also immer zur Grundausrüstung. Manche Aktivitäten – wie zum Beispiel Ausritte am Strand und Surfen sind hingegen nur in der Nebensaison richtig gut möglich. Zum Reiten sind im Sommer zu viele Menschen an den Stränden und die Wellen sind im Frühjahr und Herbst auch besser.


Fazit

Stadt und County Swansea haben eine Fülle an faszinierenden Orten für deine Reise zu bieten. Die bewegte Geschichte kannst du in den entsprechenden Museen nachverfolgen und die Leidenschaft für die Künste, Musik und Literatur ist ebenso gut dokumentiert.

Ausflüge an einige der schönsten Strände des Vereinigten Königreichs können von relaxend bis abenteuerlich reichen und nebenbei findest du immer wieder alte Burgen zu entdecken oder kannst neue Wassersportarten ausprobieren.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls bestens gesorgt, denn die traditionelle Gower-Küche – ursprünglich auf Selbstversorgung ausgelegt – wird immer weiter und moderner interpretiert, sodass jeder etwas Besonderes findet.

Wir sind uns sicher, wenn du einmal in Swansea warst, wirst du genau verstehen, was Dylan Thomas an seiner „ugly, lovely town“ fand.


Geschrieben von Jana Clemenz



Wales

Lust auf mehr? Check jetzt unsere Wales Route ab.

Mehr zum Vereinigten Königreich

>