Sevilla – andalusische Hauptstadt, spanisches Juwel

Sevilla gilt bei vielen, die die Stadt im Süden Spaniens bereits besucht haben, als ganz besonderes Schmuckstück und eine der schönsten Städte der Welt. Wir können dem nur zustimmen und werden dir in diesem Artikel auch anhand einer Auswahl von Sehenswürdigkeiten zeigen, warum wir dieser Überzeugung sind.

Doch nicht nur die Sehenswürdigkeiten ganz unterschiedlicher Natur machen Sevillas Charme aus, sondern auch das arabische Flair, was von den Mauren, den langjährigen Besitzern und Herrschern der Stadt übrigblieb, und die herzliche und offene Art der Sevillanos genannten Einwohner. Sevilla ist auch als „Ciudad de la alegria“, also Stadt der Freude, bekannt und auch das hat ganz eindeutig seine Berechtigung.

Wissenswertes

Bevor wir der mehr über die Highlights erzählen, die sich in Sevilla aneinanderreihen, geben wir dir noch ein paar interessante Fakten über die mit 690.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Spaniens, gleichzeitig auch Hauptstadt der enorm beliebten Urlaubsregion Andalusien, mit auf den Weg.

Wusstest du zum Beispiel, dass Sevilla, zusammen mit den italienischen Städten Genua und Venedig, über die größte Altstadt Europas verfügt und aufgrund seiner Lage am Fluss Guadalquivir einstmals auch ein wichtiges Handelszentrum war?

Angst vor schlechtem Wetter musst du hier übrigens nicht haben, es regnet pro Jahr gerade einmal 50 Tage! Eine starke Sonnenmilch sollte dagegen eins der ersten Dinge sein, die du einpackst, denn selbst im Winter herrschen durchschnittlich noch Temperaturen von über 15 Grad, im Sommer wird es regelmäßig mehr als 40 Grad heiß. Die historische Höchsttemperatur in Sevilla liegt sogar bei 46,6 Grad, die zweithöchste je in Europa gemessene Temperatur.

Einige der Sehenswürdigkeiten, von denen wir dir gleich erzählen werden, wurden übrigens zum Anlass einer Weltausstellung erbaut, die gleich zweimal in Sevilla stattfand, nämlich in den Jahren 1929 und 1992.

Sehenswürdigkeiten in Sevilla

Wie bereits angedeutet, gibt es in Sevilla eine derartige Fülle an Sehenswürdigkeiten, dass wir dir unbedingt alle vorstellen können. Deshalb haben wir uns auf eine Auswahl konzentriert, verbunden mit der dringenden Aufforderung, eine Reise nach Sevilla anzutreten und alles weitere ebenfalls in Augenschein zu nehmen.

Santa María de la Sede

Santa Maria de la Sede, die gewaltige Kathedrale Sevillas, die seit 1987 auch Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist, ist ein prachtvolles Beispiel für den typisch andalusischen, architektonischen Mix aus Gotik und maurischen Einflüssen.

Ist die Kathedrale schon von außen ein imposanter Anblick, so ist das Innere mit gleich fünf Kirchenschiffen sogar noch beeindruckender. Neben dem Grab des vielleicht bekanntesten Entdeckers aller Zeiten, Christoph Columbus, ist vor allem die Giralda hervorzuheben. Der Turm, der die Kathedrale überragt, war einstmals ein Minarett und bietet heute einen traumhaften Blick auf die Altstadt.

Sevilla - Giralda, Gebäude

Real Alcazár

Sevilla ist eine Stadt der Paläste, doch der zweifellos eindrucksvollste von allen ist der Alcazár, der Königspalast. Dieser heißt übrigens nicht einfach nur so, sondern wird tatsächlich von der Königsfamilie als Urlaubsdomizil in Anspruch genommen. Hast du den Palast einmal von innen gesehen, kannst du das sehr gut nachvollziehen. Die zahlreichen, liebevoll gestalteten und dekorierten Patios in Kombination mit den für andalusische Bauten typischen, farbenfrohen, „Azulejos“ genannten Keramikfliesen sind ein wahrer Genuss fürs Auge.

Natürlich ist der Palast immer sehr gut besucht, handelt es sich doch um eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten ganz Spaniens. Suchst du eine Zuflucht vor den Menschenmassen, empfehlen wir dir einen Abstecher in die Palastgärten, die schon fast eher einer Parkanlage ähneln und an heißen Tagen angenehm kühlenden Schatten spenden. Fans der Serie „Game of Thrones“ könnten sie sogar bekannt vorkommen, waren sie doch der Drehort sämtlicher Szenen in den Wassergärten von Dorne.

Sevilla - Real Alcazár, Garten

Puente de Isabel II

Die Puente de Isabel II, benannt nach der ehemaligen Königin Kastiliens und Heldin der reconquista, ist ein extrem beliebtes Fotomotiv, welches den Guadalquivir mit mächtigen Schwüngen überspannt und die Altstadt mit dem Arbeiterviertel verbindet.

Mit dem zu ähnlicher Zeit errichteten Eiffelturm in Paris verbindet sie nicht nur diese Tatsache, sondern auch das Baumaterial: die Puente de Isabel II ist wie auch das Meisterwerk Gustav Eiffels eine beeindruckende Stahlkonstruktion. Besonders schöne Fotos der Brücke kannst du schießen, wenn du abends an ihr entlang spazierst, wird sie zu dieser Tageszeit doch herrlich angestrahlt.

Plaza de Toros

Die Plaza de Toros ist wohl die umstrittenste Sehenswürdigkeit dieser Liste, handelt es sich schließlich um eine der größten Stierkampfarenen Spaniens. Nun muss man dieses blutige Spektakel nicht gutheißen, doch man kann die Arena auch besichtigen, wenn gerade kein Kampf stattfindet – und dann lohnt sich ein Besuch sehr. Immerhin ist die Plaza de Toros eine der ältesten und schönsten Arenen Spaniens und im integrierten Museum kannst du dich bei Interesse über Geschichte und Entwicklung dieser andalusischen „Erfindung“ informieren. Auch die reine Lage der 12.000 Menschen fassenden Arena direkt am Flussufer macht sie durchaus sehenswert, selbst wenn man ihren Zweck ablehnt.

Archivo General de Indias

Kennst du dich ein bisschen mit Geschichte aus, ist dir bewusst, dass Spanien einstmals eine der mächtigsten Nationen der ganzen Welt war. Aber auch, wenn du mit Geschichte nichts am Hut hast, solltest du dir diese Zeitreise nicht entgehen lassen.

Das in der ehemaligen Börse in unmittelbarer Nähe zum Alcázar und der Kathedrale gelegene Archiv umfasst 43.000 Bücher und 8.000 Landkarten, die dich ohne Weiteres in längst vergangene Zeiten eintauchen lassen. Die Unterbringung in der alten Börse tut ihr übriges zu einer würdevollen und einzigartigen Atmosphäre, die dich die Hektik und Schnelllebigkeit außerhalb des Gemäuers für eine Weile vergessen lässt.

Museo de Flamenco

Eins darf nicht fehlen, wenn du dich in Sevilla befindest: ein Besuch im Flamenco-Museum. Hier erfährst du nicht nur alles über die Geschichte des bekannten Tanzes, der in Sevilla entstand, seine wachsende Bedeutung für die Gesellschaft und dergleichen mehr, du kannst auch regelmäßigen Shows beiwohnen. Reicht es dir nicht mehr, nur zuzusehen, kannst du in zahlreichen, über die Stadt verteilten Kursen auch selbst das Tanzbein schwingen und das Gelernte direkt in Sevillas florierendem Nachtleben anwenden.

La Alameda

Um den idealen Einstieg ins Nachtleben der Stadt zu finden und dabei auch ganz nah am Puls Sevillas zu bleiben, musst du dich zur Plaza de La Alameda begeben. Hier beginnt ein Großteil der Einheimischen ihre nächtlichen Festivitäten und du findest bestimmt einen hilfsbereiten Sevillano, der dir erklärt, wohin du dich am besten als nächstes begeben solltest.

Du kannst natürlich auch erst einmal eine Weile genau dort bleiben, wo du bereits bist, denn rund um die Alameda herum findest du eine ganze Reihe von Bars und Restaurants. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass du Tapas, Wein und Bier zu sehr fairen Preisen erstehen kannst, womit der Platz den idealen Ausgangspunkt für Feierbiester und Freunde eines ruhigen Abends darstellt. Tagsüber brauchst du dich hier übrigens nicht aufhalten, denn es ist nicht nur unsäglich heiß, sondern es gibt auch ganz einfach nichts zu sehen.

Santa Cruz

Ganz anders sieht die Sache da im ehemaligen Judenviertel der Stadt, Santa Cruz, aus. Heute ist es das Zentrum der gewaltigen Altstadt und ein absolutes Mekka, wenn du dich ohne jeglichen Stress durch kleine Gässchen treiben lassen willst, ohne auf Verkehr achten zu müssen – Autos fahren hier nämlich nicht. Stattdessen spült dich die Woge der Menschen von einer Tapasbar zur nächsten, genauso kannst du aber auch in einem der gemütlichen Cafés Halt machen und eine Pause einlegen.

Wovon wir dir dringend abraten müssen, ist der Versuchung nachzugeben, eine der Orangen zu pflücken, die so zahlreich an den hübschen, die Straßen säumenden Bäumen wachsen. Es handelt sich um eine andere Art als die normalen Speiseorangen, die Früchte sind völlig ungenießbar, wenn auch zumindest nicht giftig. Abends leeren sich die Straßen nicht im Geringsten, allerdings halten sich hauptsächlich Touristen hier auf, die Einheimischen versammeln sich eher an anderen Orten wie der Alameda.

Sevilla - Santa Cruz, Häuserfassaden und Tische

Plaza de España

Das Highlight unter Highlights haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben: die Plaza de España im Zentrum Sevillas ist nicht nur unbestritten der schönste Ort der Stadt, sie ist für viele sogar der schönste Ort Spaniens.

Wenn du diesen Platz, gesäumt von herrlichen Gebäuden, die mit Malereien von spanischen Regionen verziert sind und geprägt von einem ihn durchschneidenden kleinen Kanal, einmal im Abendlicht gesehen hast, dann wirst du dem vorbehaltlos zustimmen.

Auf dem Kanal hast du sogar die Möglichkeit, eines der bereitstehenden Ruderboote zu mieten und mitten in der Innenstadt Sevillas eine kleine Bootstour zu unternehmen!

Wie schon erwähnt, ist der perfekte Zeitpunkt für einen Besuch die Dämmerung: die Fotografien, die die Spiegelungen der Gebäude im Wasser und die einzigartigen Lichtverhältnisse jetzt erlauben, lassen sich selbst mit dem Wort spektakulär nur unzureichend beschreiben.

Sevilla - Plaza de España

Fazit

Wie du siehst, bietet Sevilla ein fast unbegrenztes Angebot an verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Tagsüber kannst du durch das malerische Santa Cruz schlendern, der Hitze des Nachmittags in der Kathedrale Santa María de la Sede, den Palastgärten des Alcazár oder dem Archivo General de Indias entfliehen und in der Dämmerung die wundervolle Plaza de España besuchen.

Anschließend kannst du etwa an der Puente de Isabel II noch tolle Fotos schießen, bevor du dich, ausgehend von der Alameda, ins ausgelassene Nachtleben der andalusischen Perle stürzt. Worauf wartest du noch? Vete ya y disfruta de Sevilla!

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