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Transsilvanien – eine rumänische Region voller Mythen

Welche Region wird dir zuerst in den Kopf kommen, wenn du an Rumänien denkst? Ist es die Hauptstadt Bukarest? Oder doch eher Transsilvanien? Nun, bei den meisten ist es Letzteres. Das liegt auch daran, dass diese Region fast die Hälfte der gesamten Landesfläche einnimmt.

Umringt wird Siebenbürgen, wie die Region vor allem im deutschen Sprachraum genannt wird, von einem Teil der Karpaten. Diese werden wegen ihrer Größe und Lage auch als Transsilvanische Alpen bezeichnet.

In diesem Artikel verraten wir dir, was du bei einer Reise nach Transsilvanien erwarten kannst. Außerdem erzählen wir welche Regionen von Transsilvanien besonders interessant sind und welche Orte du unbedingt auf deine Bucket List setzen solltest. Schließlich geht es hier um die Heimat des wohl bekanntesten Vampirs aller Zeiten. Der Grusel wird also auf keinen Fall zu kurz kommen.

Was erwartet dich in Transsilvanien?

Transsilvanien ist nicht nur die größte Region Rumäniens, sondern auch die bekannteste. Wenn du nach Transsilvanien gehst, dann erwartet dich dort vor allem eine Mischung aus verschiedenen Kulturen, Natur und Geschichte. Die Region ist sehr vielfältig und empfehlenswert für einen längeren Besuch.

Die Region Siebenbürgen ist vor allem reich an Mythen und mittelalterlichen Stätten. Es gibt in Transsilvanien etwa 100 Burgen und Festungen sowie um die 70 Wehrkirchen. Genau genommen kannst du hier die größten und am besten erhaltenen Schlösser und Festungen Rumäniens finden.

Da Transsilvanien von den Karpaten umschlossen ist, gibt es viele Bergwälder. So hast du die Möglichkeit, hier zu wandern oder zu klettern. Zudem gibt es überall in den Karpaten große Nationalparks. In der Mitte von Transsilvanien erwarten dich vor allem grüne Hügel und Flüsse.

Karpaten Rumänien

Der Osten Transsilvaniens

Natürlich ist Transsilvanien so groß, dass man es ohne Probleme auch noch weiter in verschiedene Gebiete unterteilen kann. Diese möchten wir dir auch vorstellen.

Im Südosten findest du die Städte Sibiu und Brașov. Dieser Bezirk hat einen ausgeprägteren sächsischen Hintergrund. Aufgrund seines Reichtums an Festungen ist diese Region eine der beliebtesten bei Backpackern, die durch Rumänien reisen. Die bekanntesten Schlösser sind Râșnov und Bran. Letzteres ist vor allem wegen der Legenden um Graf Dracula bekannt geworden. Aber auch die wunderschönen Kirchen und malerischen Dörfer sind einen Besuch wert.

Die Region im Osten besteht hauptsächlich aus den Städten Sfantu Gheorghe, Miercurea Ciuc und Targu Mures. Die Kultur ist stark von ungarischen Einflüssen geprägt. Bekannt ist der Osten Transsilvaniens unter dem Namen Szeklerland.

Eine der bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten Szeklerlands ist der Sankt-Anna-See. Dieser ovalförmige See hat eine Fläche von etwa
200 000 Quadratmetern und hat sich im Laufe der Zeit gebildet. Genauer gesagt am Grund eines vulkanischen Kraters im Csomád-Gebirge, der einzigartig in Mittelosteuropa ist.

Die Oberfläche des Wassers befindet sich in einer Höhe von etwa
950 Metern über dem Meeresspiegel und ist ein Teil des Naturschutzgebietes Mohos. Gespeist wird der See ausschließlich aus Niederschlägen, daher ist der Mineralisierungsgrad des Wassers sehr gering. Die Wassereinheit kannst du mit destilliertem Wasser vergleichen. Allerdings ist das Schwimmen in diesem See seit April 2018 verboten – außer bei Sportveranstaltungen. Allerdings müssen dafür auch erst Sondergenehmigungen eingeholt werden.

Der Westen Transsilvaniens

Im Südwesten von Transsilvanien findest du die Städte Hunedoara und Alba Iulia. Diese zwei sind besonders wichtige historische Orte für die rumänische Kultur. Alba Iulia war zum Beispiel der Ort, in dem die Vereinigung der rumänischen Regionen stattgefunden hat.

In dieser Gegend kannst du unter anderem das große Schloss Corvinesti sowie zahlreiche Seen, Höhlen und andere schöne Naturstätten sehen. Außerdem befindet sich hier der Zugang zum Nationalpark Retezat.

Beim Nordwesten ist es eher schwierig, eine vorherrschende Kultur auszumachen. Die beiden wichtigsten Städte der Region sind Cluj-Napoca und Bistrita Nasaud. Erstere ist eine sehr wichtige Universitätsstadt. Aber natürlich erwarten dich dort auch viele historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Um die Stadt herum kannst du zudem noch einige malerische Dörfer entdecken.

In der Nähe von Turda kannst du des Weiteren die imposante Turda-Schlucht besuchen. Dieser nur 15 Kilometer von Cluj-Napoca entfernte Ort bietet eine außergewöhnliche landschaftliche Schönheit. Die Schlucht eignet sich sehr gut zum Wandern und ist auch für Anfänger bestens geeignet. Den Weg bis ganz nach oben kannst du problemlos innerhalb von nur einer Stunde schaffen. Von dort aus hast du dann auch einen unglaublichen Ausblick auf die wunderschöne grüne Umgebung. Sonntags solltest du allerdings damit rechnen, dass hier neben dir auch viele weitere Besucher sein werden.

Rumänien Schloss Bran

Die gruseligen Schlösser

Klar, Horror und Grusel ist jetzt nicht gerade jedermanns Sache. Aber Rumänien ist nun mal weltweit bekannt wegen seiner Mythen und Legenden. Deswegen sind wir der Meinung, dass zu jedem Besuch in Transsilvanien auch eine Portion Gänsehaut gehört.

Wir müssen zugeben, dass wir selbst gerne mal fasziniert Geschichten über das Paranormale hören oder auch die eine oder andere Dokumentationen über ungewöhnliche Sichtungen gesehen haben. Aber es ist schon etwas anderes, selbst einen Ort zu besuchen, an dem es angeblich spuken soll.

Einer der bekanntesten Orte ist das auf einer Klippe thronende
Schloss Bran. Dieses ist vor allem wegen Bram Stokers Figur Dracula bekannt geworden. Der fiktive, blutrünstige Graf wird oft mit dem walachischen Herrscher Vlad dem Pfähler in Verbindung gebracht. Schloss Bran hat verblüffende Ähnlichkeit mit dem in Stokers Roman beschriebenen Schloss.

Eine weitere geheimnisvolle Burg mit einer unheilvollen Geschichte ist Corvin. Angeblich soll Vlad der Pfähler im Verlies jahrelang gefangen gehalten worden sein. Das hat natürlich dazu geführt, dass er mit der Zeit immer wahnsinniger wurde und sich sein Verlangen nach Blut immer weiter gesteigert hat.

Eine weitere Legende über Burg Corvin besagt, dass hier drei türkische Männer gefangen genommen wurden. Sie wurden dazu aufgefordert, einen Brunnen zu graben. Sobald sie Wasser finden würden, wären sie frei. Die drei fanden jedoch ihr Ende als Gefangene. Laut Erzählungen sollen sie an die Wände des Brunnens die Worte „Ihr habt jetzt Wasser, aber ihr habt kein Herz“ geschrieben haben.

Rumänien Burg Corvin

Weitere gruselige Orte

Natürlich beschränkt sich der Grusel nicht nur auf irgendwelche alten Schlösser mit unheimlichen Legenden. Es gibt in der Nähe von
Cluj-Napoca nämlich auch einen Wald, der tatsächlich wegen seiner einem Horrorfilm gleichenden Atmosphäre auf jeden Fall für Gänsehaut sorgt. Wir reden hier vom Hoia-Baciu-Wald, der als der wohl gruseligste Wald der Welt bekannt ist.

Dieser Wald wird auch oft als das Bermudadreieck Europas bezeichnet. Hier sollen angeblich viele ungewöhnliche Phänomene stattfinden. Von seltsamen Stimmen über unerwartete Lichter bis hin zu seltsamen Schatten. Angeblich soll es hier sogar ein Portal geben, das dir den Zugang zu einem Paralleluniversum ermöglicht. Außerdem erzählen viele Leute, dass sie im Wald Hautverbrennungen erlitten oder Kopfschmerzen und Angstzuständen hatten.

Einige andere Leute erzählen, dass gequälte Geister im Wald spuken sollen. Natürlich sind das immer noch nur Geschichten. Aber auch wir müssen zugeben, dass die weltweit bekannte Lichtung mitten im Wald doch etwas seltsam wirkt. Dabei handelt es sich um eine tote Vegetationszone, in der absolut nichts wächst.

Allerdings solltest du bedenken, dass der Wald hauptsächlich wegen dieser Legenden eine gewisse Gänsehaut garantiert. Wir waren nämlich selbst dort und haben uns sogar getraut, mal eine Nacht im Zelt zu verbringen. Leider – vielleicht sollten wir aber auch besser sagen „zum Glück“ - ist da allerdings nichts passiert. Wir haben weder Geister noch UFOS noch sonst etwas gesehen. Und im Dunkeln wirkt ehrlich gesagt jeder Wald etwas gruselig.

Die schönsten Städte in Transsilvanien

Auch wenn Transsilvanien bei vielen Besuchern gleichbedeutend mit gruseligen Mythen ist, kannst du hier auch noch viel mehr tolle Sachen entdecken. Denn Rumänien ist nicht nur wegen seiner Legenden bekannt, sondern auch wegen seiner einzigartigen Kultur.

Die größte Stadt Transsilvaniens, Cluj-Napoca, war im Jahr 2015 die Jugendhauptstadt Europas. Sie ist eine lebendige Stadt, die osteuropäische Gastfreundschaft und mitteleuropäische Modernität auf einzigartige Weise verbindet.

Heute ist Cluj-Napoca ein Zentrum der rumänischen Kunst. Dafür sorgen unter anderem bemerkenswerte Projekte wie die Paintbrush Factory sowie Filmfestivals wie das herausragende Transylvania International Film Festival. Das UNTOLD Festival war übrigens sogar schon mal der Gewinner des Preises für das beste große Festival in Europa.

Eine weitere interessante Stadt ist Sibiu. Die Stadt ist einer der romantischsten Orte in Rumänien und hat ein besonderes Ambiente, in das du dich mit Sicherheit sofort verlieben wirst. Die gepflasterten Straßen und die prächtigen, mit schönen Gebäuden aus der Zeit des Barock, der Renaissance und der Gotik geschmückten Plätze bieten schöne Spaziergänge an. Außerdem kannst du auch das eine oder andere Foto machen.

Eines der Juwele Siebenbürgens ist Brașov. In Anlehnung an das weltweit bekannte Schild von Hollywood kannst du hier auch am Hang des Hausberges den Schriftzug „Brașov“ sehen. Außerdem erwartet dich in dieser wundervollen Stadt die Schwarze Kirche. Diese ist die größte gotische Kirche, die sich in Osteuropa befindet.

Brasov Bahn

Fazit

Transsilvanien ist mit Abstand der interessanteste Teil Rumäniens. Das liegt nicht zuletzt an der wunderschönen Natur und den sehenswerten Städten, sondern auch an diversen gruseligen Erzählungen. Besonders gut gefallen haben uns die Städte Cluj-Napoca, Brașov und Sibiu. Aber auch fernab der Städte findest du tolle Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel die Turda-Schlucht und den in einem Vulkankrater gelegenen Sankt-Anna-See.

Rumänien

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