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Unsere Tipps für deine Reise nach Hermannstadt

Wir selbst waren nach unserer Reise nach Hermannstadt – „Sibiu“ auf Rumänisch – einfach nur begeistert! Diese mittelalterliche Stadt mitten in der Region Transsilvanien ist eine der schönsten in ganz Rumänien. Interessanterweise hat Hermannstadt einen hohen Anteil an Deutschen. Viele nennen bereits seit mehreren Generationen diese Stadt ihre Heimat. 

Auf den ersten Blick hat die Stadt auch eine leicht gruselige Atmosphäre. Aber keine Angst, du bist auf jeden Fall in einer sehr sicheren Region unterwegs. Der Gruseleffekt entsteht eher durch die sogenannten Augen von Hermannstadt. Das sind kleine Öffnungen in den Dächern der Häuser – aufgrund ihrer Form erinnern sie einen an Augen. Wir haben uns dadurch auch anfangs etwas beobachtet gefühlt. Keine Sorge: Das vergeht mit der Zeit.

Wichtiger ist aber, dass du dich mit der Zeit unsterblich in dieses transsilvanische Juwel verlieben wirst. In diesem Artikel verraten wir dir, was du so alles in Hermannstadt machen kannst.

Deine Anreise nach Transsilvanien

Dank guter Busverbindungen ist Hermannstadt hervorragend mit den beiden größten Städten Rumäniens, Bukarest und Cluj-Napoca, verbunden. Von letzterer aus fahren fast jede Stunde Busse innerhalb von etwa dreieinhalb Stunden nach Hermannstadt. Diese sind sogar ziemlich bequem und äußerst preiswert. Von der rumänischen Hauptstadt aus dauert die Fahrt ungefähr fünf Stunden. Aber auch von Brașov aus kommst du auf diese Weise recht schnell in die transsilvanische Stadt.

Natürlich kannst du aber auch mit dem Zug anreisen. Je nach Zug dauert die Fahrt von Bukarest nach Hermannstadt zwischen fünfeinhalb und 
acht Stunden. Von Brașov aus kommst du innerhalb von zweieinhalb Stunden an dein Ziel. Falls du von Cluj-Napoca aus anreist, solltest du ungefähr mit acht Stunden Fahrt rechnen.

Wenn du allerdings noch nicht bereits in einer anderen rumänischen Stadt bist, dann ist die Anreise nach Hermannstadt per Luftweg gar keine schlechte Option. Hermannstadt hat nämlich einen eigenen Flughafen. Der wird hauptsächlich von München und Stuttgart aus angeflogen.

Vom Flughafen aus kommst du mit dem Bus innerhalb einer halben Stunde in die Innenstadt von Hermannstadt. Um die Bushaltestelle zu finden, verlässt du den Flughafen und gehst zur Hauptstraße. Dort befindet sie sich auf der linken Seite. Das Ticket für die Fahrt ins Stadtzentrum kannst du dir problemlos an einem Automaten direkt an der Haltestelle besorgen.

Rumänien Hermannstadt

Fortbewegung in der Stadt

Hermannstadt hat etwa 170 000 Einwohner. Klar, da haben wir auch erst gedacht, dass die Stadt ziemlich groß sein wird und wir oft in einen Bus steigen müssen. Aber keine Sorge: Du kannst die Stadt problemlos zu Fuß erkunden. 

Wir finden sogar: Es ist besser, auf die Verkehrsmittel zu verzichten. So kannst du super die abgelegenen Kleinode von Hermannstadt entdecken. Viele Sehenswürdigkeiten verstecken sich in krummen und gepflasterten Gassen – durch die natürlich kein Bus durchpasst. 

Wenn du dich allerdings außerhalb der mittelalterlichen Stadtgrenzen begeben möchtest, erreichst du zuverlässig mit den Bussen des lokalen Verkehrsunternehmen TurSirb dein gewünschtes Ziel. Das ist also besonders dann praktisch, wenn sich dein Hostel außerhalb des Zentrums befindet. Natürlich kannst du auch eines der wunderschönen Dörfer in der Umgebung von Hermannstadt besuchen. Hier bekommst du einen guten Eindruck von der atemberaubenden Landschaft Transsilvaniens.

Sehenswertes in Hermannstadt

Natürlich wirst du nicht nur im Hostel bleiben, sondern auch mal rausgehen und die Stadt entdecken. Wir können dir im Voraus verraten, dass du dir wegen Sehenswürdigkeiten überhaupt keine Sorgen machen musst. Die Stadt bietet so viele Möglichkeiten zum Sightseeing! Da würdest du sicher gerne sogar etwas länger bleiben. 

Piața Mare

Der Piața Mare ist ein riesiger rechteckige Platz im Zentrum von Hermannstadt. Er wurde im Jahr 1366 angelegt und misst 142 Meter in der Länge und 93 Meter in der Breite. Mit diesen Ausmaßen ist er einer der Größten in Transsilvanien. Schon im Mittelalter wurden hier regelmäßig Märkte abgehalten.

In der nordwestlichen Ecke des Platzes befindet sich der Brukenthal-Palast. Er gilt als eines der besten Beispiele für Barockarchitektur in Rumänien. Ebenfalls barock und aus dem 18. Jahrhundert ist die große, aber ungewöhnlich schlichte Jesuitenkirche

Auf diesem Platz befinden sich außerdem zwei Häuser aus dem 
15. Jahrhundert: die Casa Haller und die Casa Lutsch. Besonders in der Adventszeit während des Weihnachtsmarkts ist dieser Platz einfach nur herrlich zu besuchen. Dann erleuchten den Piata Mare Tausende von Lichterketten.

Wenn du durch das Portal unterhalb des Ratsturms gehst, kommt du auf den Piața Mică. Der Name bedeutet zwar „kleiner Platz“ – aber tatsählich ist er sogar ziemlich groß. Wie eine Serpentine führt dich eine Straße durch den kleinen Ring bis hin zur Oberstadt. Über den Ziegeldämmen dieser Straße findest du die Lügenbrücke. Laut Legenden soll sie einstürzen, wenn sie von einer lügenden Person überquert wird.

Der Platz ist gesäumt von Kaufmannshäusern aus dem 14. bis 
16. Jahrhundert. Diese haben kühle, schattige Arkaden im Erdgeschoss und kleine Gauben auf den Dächern. Bezeichnet werden die oft als Augen von Hermannstadt

Erste Apotheke in Hermannstadt

Besonders interessant ist die erste Apotheke von Hermannstadt in einem Gebäude aus 1568. In ihrem Inneren findest du eine kleine Ausstellung. Betrieben wird diese vom Brukenthal-Nationalmuseum. Im Untergeschoss geht sie ausführlich auf Samuel Hahnemann ein. Der gilt als Begründer alternativer Medizin und der Homöopathie.

Unterstadt

In der Unterstadt – welche sich zwischen dem Fluss Cibin und der Oberstadt befindet – haben im Mittelalter vor allem Händler und Handwerker gelebt. Die Häuser in diesem Stadtteil sind meist zweistöckig und rustikaler als jene in der Oberstadt. 

Sie liegen an ungewöhnlich breiten gepflasterten Straßen, die zu kleinen Plätzen führen. Alle paar Schritte findest du auch ein großes und halbrundes Holztor, das den Weg in einen Innenhof freigibt. Auch das Hospiz aus dem 13. Jahrhundert und die angrenzende Kirche – die älteste der Stadt – sind erwähnenswerte Sehenswürdigkeiten.

Huetplatz

Der Huetplatz erstreckt sich rund um die lutherische Kathedrale und ist vor allem wegen seiner angrenzenden Gebäude aus den Jahren 1400 bis 1700 einen Besuch wert. Außerdem befanden sich auf dem Platz um 1100 die ersten Befestigungsanlagen der Stadt. 

Treppenturm

Im nördlichen Teil findest du auch heute noch den Treppenturm, der den Treppenabgang zur Unterstadt bewacht. Der erste Turm wurde im 
13. Jahrhundert erbaut. Aber das heutige Bauwerk stammt aus dem 
Jahr 1542. Besonders alt ist auch das rot gestrichene Parochialhaus. Es wurde in mehreren Etappen ab dem 13. Jahrhundert erbaut und besitzt ein wunderschönes, gotisches Portal aus Stein.

Strada Nicolae Balcescu

Die Strada Nicolae Balcescu befindet sich zwischen dem Piața Unirii und dem Piața Mare. Dabei handelt es sich um eine breite und gut besuchte Fußgängerzone. In früheren Zeiten hat sie den Marktplatz mit dem stillgelegten Cisnădie-Tor am südlichen Stadteingang verbunden. 

Da es hier im 17. Jahrhundert leider einen Brand gegeben hat, ist jedoch nichts von der Architektur aus der Frühzeit übriggeblieben. Die meisten der Gebäude stammen aus den 18. und 19. Jahrhundert und weisen hauptsächlich einen barocken und neoklassizistischen Stil auf.

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Interessante Museen

ASTRA-Museum

Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten kannst du in Hermannstadt natürlich auch einige Museen besuchen. Eines davon ist das ASTRA-Museum –vier Kilometer südlich der Stadt im Dumbrava-Wald.

Mit seinen 96 Hektar und dem zehn Kilometer langen Weg vorbei an rekonstruierten Behausungen, Windmühlen und Werkstätten ist er einfach nur gigantisch. Insgesamt findest du im ASTRA-Museum mehr als 300 Gebäude vor. Sie bringen dir die Vielfalt der Stile und den Einfallsreichtum der Landbevölkerung Rumäniens näher.

Viele der Häuser und Werkstätten sind aber nicht einfach nur statische Exponate. Sondern sie können jahrhundertealte Traditionen und Fähigkeiten – vom Weben bis zum Kochen – wieder zum Leben erwecken.

Brukenthal-Museum

Ein interessantes Museum ist außerdem das Brukenthal-Museum. Es befindet sich in dem palastartigen Haus des habsburgischen Gouverneurs von Transsilvanien, Samuel von Brukenthal. Es ist der Hauptsitz eines Museumskomplexes mit mehreren Standorten in ganz Hermannstadt.

Das Brukenthal-Museum wurde vor mehr als 200 Jahren gegründet, mit den persönlichen Sammlungen Brukenthals. In seiner Residenz befinden sich die Brukenthal-Kunstgalerien – gefüllt mit Gemälden aus der Renaissance, dem Barock und dem Rokoko. 

Unter anderem hängen hier zwei der vier in Rumänien entstandenen Kunstwerke des flämischen Künstlers Peter Paul Rubens. Aber auch die Kunst Transsilvaniens ist im Museum reichlich vertreten. Es gibt zum Beispiel Werke des avantgardistischen Surrealisten János Mattis-Teutschund des Landschaftsmalers Johann Böbel.

Eine der Zweigstellen des Brukenthal-Museums ist das Geschichtsmuseum. Dieses befindet sich in der Casa Altemberger. Benannt ist diese nach Thomas Altemberger, der im späten 
15. Jahrhundert Bürgermeister von Hermannstadt war. Das Haus ist eines der herausragenden Werke der profanen gotischen Architektur in Osteuropa.

In den Galerien gibt es Glaswaren aus der Umgebung sowie ein römisches Lapidarium aus dem 1. bis 3. Jahrhundert. Außerdem kannst du hier unter anderem religiöse Kunst, Münzen, Waffen und Rüstungen aus dem 1500er und 1600er Jahren bewundern.

Museum für Dampflokomotiven

Für einen schnellen Ausflug in die Vergangenheit sorgt das Museum für Dampflokomotiven. Es liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs im Osten der Altstadt und befindet sich in einem Ringlokschuppen. Dort kannst du neben 33 Lokomotiven auch drei Schneepflüge und zwei Dampfkräne besichtigen.

Von den 23 Normalspur- und zehn Schmalspurloks sind sieben sogar noch funktionstüchtig. Alle Modelle sind zwischen 1885 und 1959 auf den rumänischen Gleisen gefahren. Die meisten der Lokomotiven stammen übrigens von deutschen Herstellern. Aber es gibt auch ein Modell aus den USA.

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Fazit

Hermannstadt sollte ohne Zweifel auf jeder Bucket List vertreten sein. Da die Stadt eigentlich ziemlich kompakt ist, liegen auch die meisten Sehenswürdigkeiten dicht beieinander. Wir selbst waren bereits nach kurzer Zeit unsterblich in diese Stadt verliebt. Wir sind uns sicher, dass es dir da bestimmt auch so ergehen wird!

Vor allem liegt das an der einzigartigen Atmosphäre in der rumänischen Stadt. Noch dazu gibt es dort so viel zu lernen in den verschiedenen Museen. Worauf wartest du also noch?

Rumänien

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