Hallstatt – ein Opfer des Massentourismus?

Hallstatt ist eines der beliebtesten österreichischen Urlaubsziele für Reisende aus der ganzen Welt. Die kleine Gemeinde bekommt in der Tat fast täglich mehr Besucher, als der Ort Einwohner hat. Das bedeutet allerdings auch, dass hier der Massentourismus Einzug gehalten hat und du die Region kaum für dich allein erkunden kannst.

Trotzdem ist dieses wundervolle Reiseziel im Salzkammergut einen Besuch absolut wert. Wir würden dir aber eine Anreise außerhalb der Hauptreisezeit empfehlen. Besonders im Winter ist der Ort dank seiner schneebedeckten Landschaft atemberaubend.

Natürlich wäre Hallstatt nicht so beliebt, wenn es dort nichts zu sehen gäbe. Und genau aus diesem Grund verraten wir dir in diesem Blogbeitrag, welche interessanten und bewundernswerten Sehenswürdigkeiten du in Hallstatt bestaunen kannst.

Österreich Hallstadt Häuser


Der Hallstätter See

Der Hallstätter See ist ein bezaubernder Bergsee im österreichischen Salzkammergut. Er ist etwa 5,9 Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit und liegt am nördlichen Fuß des mächtigen Dachsteingebirges. An manchen Stellen ist dieser See 125 Meter tief.

Der See wird von steilen, bewaldeten Hängen umgeben. Dies verleiht ihm einen Charakter, der an einen Fjord erinnert. Wenn dir Hallstatt zu überfüllt ist, kannst du diesen eindrucksvollen See auch alternativ von Obertraun oder Steeg aus bewundern.

Der Hallstätter See ist aber nicht nur atemberaubend schön, sondern auch der historisch bedeutendste See der Alpen. Zudem ist er dank seiner vielen leicht zugänglichen Strände und der atemberaubenden Bergkulisse sowohl bei Naturliebhaber als auch bei Leuten, die einen ruhigen Ort suchen, ein idealer Urlaubsort.

An diesem See kannst du angeln, tauchen oder mit dem Boot fahren. Zudem gibt es rundherum zahlreiche Wanderwege, von denen dich einige sogar in die umliegenden Berge führen.

Da die Region Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna ist, kannst du hier auch viele seltene Tier- und Pflanzenarten entdecken. Unter anderem gibt es in den Feuchtgebieten und Mooren im Süden und Norden des Gebiets einheimische Orchideen.


Die historische Hallstätter Altstadt

Das historische Zentrum, die Hallstätter Altstadt, gruppiert sich rund um den charmanten Marktplatz der kleinen Gemeinde. Die Balkone der traditionellen Häuser, welche oft mit Blumen geschmückt sind, verleihen den Straßen ihr einzigartig freundliches Flair. Auf dem alten Marktplatz befinden sich zahlreiche Geschäfte und Cafés. Vor allem die elegante Dreifaltigkeitsstatue ist eines der Highlights der Altstadt.

Im Zentrum des Ortes steht die evangelische Kirche von Hallstatt. Diese stammt aus dem 19. Jahrhundert und verfügt über eine hohe und schlanke, sehr auffällige Turmspitze. Vor allem dank dieses Merkmals ist die Kirche das Wahrzeichen der idyllischen Gemeinde am Hallstätter See.

Nur einen kurzen Spaziergang vom Marktplatz entfernt befindet sich der weltweit populäre Foto-Hotspot. Von dort aus hast du den wohl bekanntesten Blick auf Hallstatt. Dies ist jene Perspektive, welche du als Erstes sehen wirst, wenn du nach Bildern aus dem Dorf suchst.


Die katholische Pfarrkirche und ihre Beinhauskapelle

Die römisch-katholische Mariä-Himmelfahrt-Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der kurze Aufstieg dorthin ist nicht zuletzt wegen des herrlichen Ausblicks auf Hallstatt und den Hallstätter See die Mühe wert. Die Kirche selbst enthält nämlich auch einige bemerkenswerte Kunstwerke, darunter drei schöne Flügelaltäre und spätgotische Fresken aus der Zeit um 1500.

Bei einer Führung kannst du zudem einer faszinierenden Geschichte über einen dreisten Kunstdiebstahl lauschen. In den 1980er Jahren wurden hier nämlich vier gotische Gemälde von ihrem Platz gerissen. Nach jahrelanger Suche wurden sie zum Glück wiedergefunden und im Frühjahr 2018 an ihren ursprünglichen Platz auf dem Altar zurückgebracht.

In der Kapelle St. Michael befindet sich im Beinhaus eine der größten und besten Sammlungen bemalter Schädel der Welt. Es war natürlich nicht unüblich, bei Platzmangel auf den Friedhöfen die Gebeine auszugraben und in Beinhäusern aufzubewahren. Diese jedoch mit Blumen zu bemalen sowie mit Namen und Daten zu kennzeichnen beschränkt sich meist auf die Alpenregionen.


Die Museen von Hallstatt

In diesem übersichtlichen Dorf befindet sich das ausgezeichnete Museum Hallstatt. Dieses beherbergt faszinierende Exponate, die sich mit der reichen Geschichte des Ortes und seiner Umgebung in den letzten sieben Jahrtausenden befassen. Du kannst hier vieles über die gemütliche Gemeinde lernen, von den Anfängen des Salzabbaus bis hin zum Status als UNESCO-Weltkulturerbe.

Andere Exponate befassen sich mit späteren Siedlern wie den Kelten. Im Studio der Epochen gibt es außerdem eine interaktive Multimedia-Ausstellung von Werkzeugen und Artefakten aus der Geschichte des Dorfes.

Ein weiteres interessantes Museum ist die Prähistorische Nekropole. Dieses wurde über einem alten Gräberfeld erbaut und ermöglicht dir einen hautnahen Blick auf die antiken Grabstätten, die aus der Zeit zwischen 5000 und 1000 v. Chr. stammen.

In den Gräbern wurden mehr als 4.000 Menschen begraben. Zudem wurden bei Ausgrabungen zahlreiche wertvolle Grabbeigaben und Artefakte entdeckt, von denen einige sogar noch aus der Eiszeit stammen.


Das Salzbergwerk von Hallstatt

Das Salzbergwerk Hallstatt liegt hoch über dem Ort auf dem etwa 1.000 Meter hohen Salzberg. Dieses ist über 7.000 Jahre alt und du kannst es nach einer dreiminütigen Fahrt mit der Seilbahn erreichen.

In dem Bergwerk gibt es natürlich sehr viel zu erleben. Zu den Höhepunkten gehört die Geschichte der konservierten Leiche, die hier 1734 gefunden wurde und als „Mann im Salz“ bekannt geworden ist. Aber auch die faszinierenden Ausstellungen über alte und moderne Methoden des Bergbaus sind ein Grund, einen Ausflug zum Hallstätter Salzbergwerk zu machen. Eine der neuesten Attraktionen ist die Salzmanufaktur. Wir empfehlen dir, an einer Führung durch diese teilzunehmen, denn sie gibt dir einen interessanten Einblick in die Herstellung von hochwertigen Produkten aus Salz.

Du solltest dir auch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, den unterirdischen Salzsee zu besuchen. Dort gibt es auch eine 64 Meter lange Rutsche, die du hinuntersausen kannst. Ganz nebenbei erwähnt ist dies sogar die längste Holzrutsche Europas.

Neben den bereits erwähnten Attraktionen ist das Salzbergwerk vor allem wegen der wunderbaren Aussicht vom Skywalk einen Besuch wert. Dieser besteht aus einer Aussichtsplattform, die sich über einen steilen Abgrund erstreckt. Hallstatt liegt an diesem Ort etwa 350 Meter weiter unter dir.

Wenn du einen noch spektakuläreren Ausblick haben möchtest, dann gibt es zudem noch den historischen Rudolfsturm. Diese alte Festungsanlage kannst du jedoch nur über Stege erreichen. Ursprünglich wurde sie zur Verteidigung der Bergwerke gegen Eindringlinge gebaut, aber heute befinden sich hier ein Restaurant und es dient hauptsächlich als Aussichtsturm.


Das Dachsteingebirge

Das Dachsteingebirge ist ein Muss bei jeder Sightseeingtour in Hallstatt. Das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Gebirge besteht aus einer Reihe von mächtigen Gipfeln, die zwischen 2.000 und 3.000 Meter hoch sind. Der höchste von ihnen, der Hohe Dachstein, ist 2.995 Meter hoch.

Besonders bekannt ist das Dachsteingebirge aber wegen seiner großen Gletscher. Die bekanntesten sind der Große-Gosau-Gletscher und der Hallstätter Gletscher. Zudem kommen im Winter zahlreiche Skifahrer hierher, während im Sommer das Gebirge vor allem bei Wanderern beliebt ist.

Eine Reihe von Seilbahnen führen dich in die oberen Lagen, von denen dir die meisten einen Zugang zu den zahlreichen alpinen Wanderwegen bieten. Bei allen Wanderwegen kannst du eine spektakuläre Aussicht genießen.

Die wohl beeindruckendste Aussichtsplattform ist das sogenannte „Five Fingers“. Dieses verfügt über fünf lange Plattformen, die sich wie eine in der Luft schwebende Hand über dem tiefen Abgrund ausbreiten.

Jede dieser Plattformen ist anders gestaltet und bietet dir eine vollkommen andere Perspektive: Eine ist zum Beispiel komplett aus Glas, während eine andere die Aussicht durch einen überdimensionalen barocken Bilderrahmen einrahmt.


Die Dachsteinhöhlen

Das Dachsteingebirge in der Nähe von Hallstatt ist auch wegen seiner spektakulären Dachsteinhöhlen bekannt. Das riesige Höhlennetz ist bis zu 1.174 Meter tief und zählt zu den beeindruckendsten Höhlensystemen der Ostalpen. In dieser unterirdischen Welt erwarten dich Eisskulpturen, gigantische Eisvorhänge sowie riesige Eiszapfen.

Zu den Höhepunkten gehört die Rieseneishöhle mit ihren vielen großen Höhlen und herrlichen gefrorenen Wasserfällen. Wenn du die Möglichkeit dazu hast, empfiehlt es sich besonders, sie während eines der regelmäßigen unterirdischen Musikkonzerte zu besuchen.


Der Hohe Krippenstein

Von den Dachsteinhöhlen führt die Seilbahn weiter zur Bergstation, dem Berghaus Krippenstein auf dem Hohen Krippenstein. Etwas oberhalb der Seilbahn steht eine kleine Kapelle aus dem Jahr 1959. Diese wurde zum Gedenken an eine Gruppe von 13 Schülern und Lehrern, die hier 1954 ums Leben kamen, erbaut.

Zu den Höhepunkten auf dem Hohen Krippenstein gehört vor allem die wunderschöne Welterbespirale. Diese Aussichtsplattform ähnelt einem metallischen Schiff und bietet dir einen unglaublichen Panoramablick über das Dachsteingebirge. Wenn du hier etwas länger bleiben möchtest, gibt es auch bequeme Liegestühle.


Fazit

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Natürlich hat Hallstatt bei vielen Backpackern wegen des Massentourismus, der hier zweifellos Einzug gehalten hat, einen schlechten Ruf. Aber es wäre ebenso schade, wenn du das kleine idyllische Dort nur auf die zahlreichen Besucher reduzierst.

Die Gemeinde ist nämlich nicht ohne Grund so ein populäres Reiseziel. Vor allem die Lage an dem wundervollen Hallstätter See macht den Ort zu einem Ziel, das direkt aus einem Märchenbuch entsprungen zu sein scheint. Allein schon wegen dieses Sees lohnt sich eine Reise nach Hallstatt.

Natürlich hat das Dorf aber noch mehr zu bieten als nur einen See. Das Salzkammergut, in dem Hallstatt liegt, hat seinen Namen nämlich nicht zu Unrecht. Unter anderem kannst du hier ein Salzbergwerk erkunden oder einen unterirdischen Salzsee besuchen.

Im Dachsteingebirge kannst du zudem die Aussicht von zahlreichen Wanderwegen genießen. Es gibt natürlich auch zahlreiche Aussichtsplattformen, unter denen vor allem der „Five Fingers“ bekannt ist. Das absolute Highlight sind jedoch die atemberaubenden Dachsteinhöhlen, die dich in eine magische Welt aus Eis entführen.

Wie du siehst, kannst du Hallstatt also auch besuchen, ohne dir Sorgen um Massen von Menschen machen zu müssen. Wenn du sichergehen willst, dass du nicht in einem hoffnungslos überfüllten Touristen-Hotspot landest, solltest du allerdings möglichst außerhalb der Hauptreisezeit zu Besuch kommen.

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