Erfahrungen & Bewertungen zu Backpackertrail

August 14

USA Ostküste

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 Nordirland hat einen schweren Weg hinter sich ‒ Kriege, Aufstände und Streiks. Doch in den letzten Jahren hat sich Nordirland als neues Land definiert, das mit seinen atemberaubenden Küsten, weitläufigen Wiesen und historischen Städten, Reisende aus der ganzen Welt begeistert. Es liegt im Norden der irischen Insel und gehört zum Vereinigten Königreich. 

Nordirland besteht aus sechs Grafschaften: Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Londonderry und Tyrone. Sie stammen noch aus dem 16. Jahrhundert, als das Haus Tudor die Insel Irland in Grafschaften aufteilte. Sie hatten ihre eigene Hauptstadt und lokale Regierung, was inzwischen jedoch abgeschafft wurde. Trotzdem bleiben die Grafschaften ein beeindruckendes Stück der nordirischen Geschichte, welche man als Backpacker hautnah erleben kann.  

Reisen, schwimmen, klettern und ganz viel Essen. Nordirland boomt. Mit unseren Tipps wird deine Nordirland Reise zu einer ganz besonderen. 

Nordirlands Geschichte und der Nordirlandkonflikt

Das Land hat knapp 2 Millionen Einwohner, die es wirklich zu schätzen wissen. Unberührte Natur trifft auf Städte und Dörfer, Meer trifft auf kolossale Klippen und Steinmauern, während sich verlassene Ruinen aus dem sattgrünen Gras erheben. In Nordirland gibt es ungefähr 215 Regentage im Jahr, allerdings ist der Niederschlag verhältnismäßig gering, wenn man ihn mit dem Niederschlag anderer Länder in Europa vergleicht. Aus diesem Grund hat die englische Sprache auch mehr Wörter erfunden, um die Stärke und Vehemenz des Regens beschreiben zu können. 

Die blutige Geschichte beginnt mit den Kriegen zwischen Katholiken und Protestanten auf der Insel Irland, die unter britischer Herrschaft stand. Seit 1921 gehört Nordirland offiziell zum Vereinigten Königreich und dieser Anschluss wurde vehement von der Bevölkerung unterstützt. Damit wurde Nordirland neben Schottland, Wales und England, die alle drei auf der Insel Großbritannien liegen, ein Teil des Vereinigten Königreichs.  

Seit den Unruhen zwischen 1969 und 1998, dem Nordirlandkonflikt, hat sich das Land verändert. Der neue Fokus auf Atheismus im Herzen Großbritanniens, und die Globalisierung haben ein Umdenken gebracht. Die Bevölkerung Nordirlands ist sehr freundlich zu Reisenden, diskutiert aber nicht gerne über den Konflikt. Interessierte sollten sich jedoch auf keinen Fall eine der Touren entgehen lassen, um mehr über den Nordirlandkonflikt zu lernen. 

Nordirland ‒ Sehenswürdigkeiten 

Mit einer Größe von 14.000 km² ist Nordirland heute das kleinste Land des Vereinigten Königreichs und vom Tourismus eher unberührt. Für Backpacker bedeutet das, dass sie weniger Menschen begegnen und mehr Freiheiten bei der Reiseplanung haben. Airbnb, Campingplätze und Hostels gibt es im ganzen Land, was Nordirland bei Backpackern sehr beliebt macht. Die Nähe zur Republik Irland ermöglicht viele Reiserouten, mit denen man auch mehrere Wochen auf der gesamten Insel Irland verbringen kann. 

Nordirlands Hauptstadt

 Wir beginnen unsere Reise in Belfast, der mit circa 280.000 Einwohner. 

Architektonisch ist Belfast ein Meisterwerk. Mehrere Epochen stechen aus den Straßen in der Innenstadt hervor. Gregorianische Bauten, die mit ihrem Fokus auf Symmetrie, weißen Fenstern und hellen Fassaden von der englischen Geschichte sprechen, stehen neben prunkvollen Viktorianischen Bauwerken und Edwardianischen Wahrzeichen. Nennenswert sind die City Hall (das Rathaus), das mit Glasmalerei, Marmor und Statuen im Herzen der Stadt thront, die Queens-Universität und die botanischen Gärten.  

Wusstet ihr, dass die Titanic in Nordirland gebaut wurde? Das Titanic-Museum steht seit 2012 allen Besucher/innen offen und offenbart einen Blick in die Geschichte Nordirlands, von dem Hollywood nur träumen kann. Zudem empfehlen wir in Belfast eine Fahrt mit den legendären schwarzen Taxis (Black Cabs), da ihr so die Stadt aus den Augen der Einheimischen erleben könnt.  

Die Grafschaft Antrim 

Von Belfast aus reisen wir Richtung Norden. Auf dem Weg machen wir Halt beim Carrickfergus Castle, einem der wenigen mittelalterlichen Gebäude Nordirlands. Es wurde noch von den Normannen errichtet und thront seither über dem Meer und blickt Richtung Belfast. Danach empfehlen wir einen Stopp beim Carnfunnock Country Park, in dem ihr die weitläufigen Spazierwege und verlassenen Häuser bestaunen könnt.  

Neben dem Dörfchen Ballymena liegt der Berg Slemish, ein erloschener Vulkan. Er ist nur an die 400 Meter hoch, ist allerdings aufgrund seiner Legenden bekannt. So soll er das erste Zuhause des heiligen Patricks von Irland (Saint Patrick) gewesen sein. Am St. Patrick's Day stürmen jährlich tausende Besucher auf den Berg, um das Fest zu feiern.  

Das Glenarm Castle wurde 1636 errichtet und ist eines der faszinierendsten Gebäude Nordirlands. Heute wird es noch immer als Sitz der Familie Dunluce genutzt (und das seit 400 Jahren!). Im Freien finden sich verschlungene Wege und französische Gärten mit Steinmauern und Kunstwerken. Die Glens of Antrim sind nicht weit vom Schloss entfernt und erlauben einen wunderschönen Blick auf die hügelige Landschaft.  

Was wäre Nordirland ohne Game of Thrones? Die Serie war so erfolgreich, dass sich heute Restaurants und Regionen dem Kult verschrieben haben. Das wohl spektakulärste Landschaftsgebilde sind die Dark Hedges, eine Allee, die im 18. Jahrhundert von der Familie Stuart gepflanzt wurde. Die Straßen sind schmal und düster. Mit etwas Glück liegt Nebel in der Gegend und ihr bekommt das Gefühl, ihr würdet euch wirklich in Westeros befinden. 

In der Nähe von Ballintoy führt eine Seilbrücke über die Tiefe bis zur kleinen Insel Carrick-a-Rede. Hier pilgern jährlich tausende Touristen zum Aussichtspunkt auf der Insel, bei dem sich das herrliche, tiefblaue Meer vor uns entfaltet. Für Reisende mit Höhenangst ist die Brücke nicht gedacht, allerdings bekommt man auch auf den naheliegenden Hügeln einen wunderschönen Ausblick.  

Der Giant's Causeway ist ein Muss bei jeder Nordirland Reise. Das Wort Causeway bedeutet Damm auf Deutsch und beschreibt eine szenische Wanderroute, die euch über die Klippen zum Meer führt. Hier stechen merkwürdige Felsformationen aus der Erde und wachsen wie steinerne Säulen Richtung Schottland. Der Legende nach soll hier der Riese Finn MacCool versucht haben, eine Brücke nach Schottland zu bauen, um seinen Erzfeind besiegen zu können.  

Dunluce Castle ist der letzte Stopp in Antrim. Die Ruine liegt auf den steilen Klippen an der Küste und wurde ebenso in Game of Thrones gezeigt. Beim Spazieren durch die Ruine erleben wir die Geschichte hautnah, bevor wir uns in die unterirdischen Höhlen zum Meer wagen. 

Die Grafschaften Armagh und Down 

Armagh liegt im Südwesten von Antrim und ist von den Hügeln und weiten Feldern in der Landschaft geprägt. Die Wälder und Parks sind sattgrün und blühen in den Frühlingsmonaten voller Leben. Schafe tummeln sich auf den Weiden und die Kirchenglocken läuten im Hintergrund. In Armagh könnt ihr die Natur beim Camping und Wandern genießen. Zudem empfehlen wir einen Abstecher ins Armagh Astronomie-Zentrum und das anliegende Planetarium. 

Down ist im Osten von Armagh und im Süden von Antrim. Landschaftlich bietet die Grafschaft alles, was das reisende Herz begehren könnte: Klippen, Berge, Täler und Weiden. Die Mourne Mountains thronen über der Region und sind ein atemberaubendes Reiseziel für Wanderer. Sie bestehen aus Granit und sind neben den Wicklow Bergen in der Republik Irland die einzigen Berge aus Granit, auf der Insel, und somit einzigartig.  

Game of Thrones hat seine Spuren auch in Down hinterlassen. Das Castle Ward in Down ist ein Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert, das auf den Strangford Lough blickt, aus dem die berühmten Stangford Lough Austern gefischt werden. Beim Spazieren entlang des Lough Trails sehen wir die wilden Pflanzen und Tiere Nordirlands und genießen die frische Luft.  

Fermanagh, Londonderry und Tyrone 

In Fermanagh im Westen Nordirlands genießen wir die Seen und Flüsse und lassen den Tag entspannt beim Angeln ausklingen. Die Grafschaft ist als Angelparadies bekannt und lockt somit jährlich Sport-begeisterte Touristen aus der ganzen Welt an. Devenish Island liegt am Lower Lough Erne, der die Insel mit dem Dörfchen Enniskillen verbindet. Die Insel ist ein Zeuge der christlichen Vergangenheit Nordirlands. Ruinen, Grabsteine und Kreuze ‒ hier wurde einst Geschichte in den Klöstern geschrieben. 

Die Mauern der Stadt Londonderry in der gleichnamigen Grafschaft sind 400 Jahre alt und noch vollständig erhalten. Kanonen zieren die Wände und zeugen von einer Zeit, in der Städte in Europa noch befestigt werden mussten. Heute ist die Stadt die zweitgrößte Stadt in Nordirland und beinhaltet ähnliche architektonische Meilensteine wie Belfast: römische Säulen, Skulpturen aus der Edwardianischen Zeit, und Viktorianische Gebäude.  

Der Name der Stadt kommt aus dem 17. Jahrhundert und führt seither zu Streit bei den Einheimischen. Deswegen ist die Stadt heute oft nur als Derry bekannt. Vielleicht habt ihr schon einmal von den Derry Girls gehört? Dabei handelt es sich um eine satirische Show, die 2018 in Nordirland gedreht wurde und einen Einblick in das nordirische Leben geben sollte.  

Tyrone ist die größte Grafschaft Nordirlands und die beliebteste bei Familien. Ob Camping, Pferdereiten oder Sterne beobachten ‒ in Tyrone erleben wir eine Seite von Nordirland, die sonst nur die Einheimischen zu sehen bekommen. Im Dorf Davagh ist der Himmel in der Nacht so klar, dass wir alle Sterne sehen können. Damit ist der Ort einer der wenigen Orte in Irland, die nicht mit Lichtverschmutzung zu kämpfen haben.  


Das Wetter in Nordirland und Reisetipps 

Die Temperaturen fallen in den Wintermonaten selten unter 5 Grad, in Nordirland. In den Sommermonaten hat es durchschnittlich 15 - 19 Grad und es kommt oft zu Sonnenschein. Regentage gibt es in Nordirland ca. 215, allerdings bleibt der Regen mild und es nieselt öfter.  

Für deine Reise empfehlen wir eine Kapuzenjacke und Schals, damit du dich gegen den Wind am Meer schützen kannst. Insektensprays brauchst du eher selten, da es in Nordirland im Vergleich zu Großbritannien kaum Stechmücken gibt. Dadurch wird das Campen auf den Campingplätzen umso schöner. Um im Meer baden zu können, empfiehlt es sich, einen Neoprenanzug einzupacken.  

Nordirland gehört ab dem 01.01.2021 mit Großbritannien nicht mehr zur Europäischen Union. Nach dem offiziellen Brexit kann es durchaus zu Kontrollen an der Grenze zu Irland oder beim Flugverkehr kommen. Zudem ist noch nicht klar, ob es Visa-Voraussetzungen geben wird. 


Nordirland

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