Die heißen Quellen sind ein fester Bestandteil der japanischen Kultur. Aus diesem Grund solltest du bei einer Reise durch Japan auch unbedingt mal eine von ihnen besuchen. Dir würde sonst ein wichtiger Bestandteil fehlen, wenn du mehr über die Bräuche und Traditionen des Landes erfahren möchtest.

Bei den Einwohnern des Landes sind diese Quellen unter dem Namen „Onsen“ bekannt. Auf Deutsch übersetzt heißt das so viel wie „warme Quelle“. Zugegeben, wir haben auch erwartet, dass da ein bisschen mehr Fantasie im Namen steckt. Trotzdem finden wir es natürlich doch irgendwie einfacher, wenn die Worte so gewählt werden, dass jeder weiß, was genau damit gemeint ist.

Aber du kannst bei einem Besuch in einem Onsen auch das eine oder andere Fettnäpfchen mitnehmen. Das wird dir zwangsläufig in Japan zwar sowieso passieren, da sich die Kultur des Landes stark von unserer unterscheidet. Trotzdem ist es immer von Vorteil, wenn du schon vorher weißt, worauf du achten musst.

Damit dir solche unangenehmen Peinlichkeiten erspart bleiben, haben wir uns wieder mal zusammengesetzt und ein paar Tipps ausgearbeitet. In diesem Artikel verraten wir dir, auf was du bei einem Besuch der japanischen heißen Quellen achten musst und welche interessanten Fakten es über die Thermalbäder Japans zu wissen gibt.


Was ist ein Onsen überhaupt?

Ein Onsen ist im Wesentlichen nichts anderes als eine heiße Quelle. Da Japan ein vulkanisch aktives Land ist, gibt es dementsprechend auch mehrere Onsen, die du in allen Regionen Japans finden kannst. Die Vulkane sorgen dafür, dass sich in den Quellen heißes Wasser sammelt, das perfekt dafür geeignet ist, zu baden und zu entspannen.

Onsen kannst du so ziemlich überall in Japan finden. Die meisten von ihnen sind ein Teil von einem Ryokan, einem traditionellen japanischen Gasthaus.


Welche Arten von heißen Quellen gibt es?

Obwohl ausnahmslos alle Onsen natürliches heißes Quellwasser anbieten, gibt es einige Unterschiede zwischen ihnen. Diese beziehen sich jedoch nicht auf die geologischen Punkte, sondern auf die kommerziellen.

Zum einen gibt es Onsen, die sich unter dem freien Himmel befinden. Das bedeutet, dass du die Schönheit der japanischen Naturwelten genießen kannst, während du in einem heißen Bad entspannst. Diese Onsen sind sogar die beliebtesten, vor allem die in der Nähe des Fujiyama. Das liegt vor allem daran, dass du in diesen eine atemberaubende Aussicht genießen kannst.

In einem privaten Open-Air-Onsen kannst du sogar eine abgeschiedene Erfahrung in einer heißen Quelle genießen. Im Gegensatz zu den öffentlichen Onsen musst du hier das Becken mit niemand anderem teilen. Wenn du also allein bleiben willst oder in Ruhe mit deinen Freunden die Zeit verbringen willst, dann ist so ein Onsen die perfekte Wahl.

Der Vorteil ist auch, dass du dich in einem privaten Onsen nicht hetzen musst. Du kannst dir alle Zeit der Welt lassen. Vor allem, wenn es dir unangenehm ist, vor anderen nackt zu sein, solltest du lieber ein nicht öffentliches Onsen besuchen.

Der Nachteil ist jedoch, dass diese heißen Quellen auch entsprechend mehr kosten. In Japan musst du nun mal damit rechnen, dass du für Privatsphäre und Luxus eine ordentliche Menge an Geld bezahlen musst.

Es gibt aber auch eine gute Zwischenform, bei der du eine gewisse Zeit in einem öffentlichen Onsen buchst. Dann bist du zwar an die Zeit gebunden, aber zahlst trotzdem noch deutlich weniger als in einem privat geführten Thermalbad. Da die Plätze jedoch nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" vergeben werden, solltest du so früh wie möglich zu einem dieser Onsen gehen.

Außerdem kannst du die heißen Quellen auch danach unterscheiden, ob die Becken nach Geschlechtern getrennt werden oder nicht. In den meisten Onsen gibt es eine strikte Trennung von Männern und Frauen. Gemischtgeschlechtliche Bäder findest du hingegen eher im privaten Bereich.

Tutorial für den Besuch einer heißen Quelle

Wie bei fast allem, was du in Japan machen kannst, gibt es auch für die Benutzung eines Onsens eine Etikette. Mit diesen Regeln solltest du dich auf jeden Fall im Voraus vertraut machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Situationen kannst du dich hier nämlich nicht damit rausreden, dass du ein ausländischer Reisender bist. Denn die meisten Onsen haben ein kleines Schild am Eingang, das die Richtlinien auch in Form von Bildern vermittelt. Aber wir geben dir zur Sicherheit trotzdem mal eine Anleitung, wie du ein japanisches Thermalbad besuchst.

Das Wichtigste kommt natürlich zuerst - bevor du den Onsen betrittst, musst du dich waschen. Das mag zwar erst widersprüchlich erscheinen, aber dafür gibt es einen Grund. Die heißen Quellen sind nämlich nicht dazu da, deinen Körper zu waschen, sondern damit du dich in dem Wasser entspannst.

Außerdem ist das Wasser immer sauber. Damit das so bleibt, musst du dich eben waschen, bevor du in einem Onsen badest. Und du würdest es ja bestimmt auch nicht besonders toll finden, wenn die Leute, die mit dir gemeinsam baden, schon seit einer Woche keine Dusche mehr von innen gesehen haben. Klingt doch eher eklig, oder? Tja, und die Japaner sehen das sogar noch strenger. Sie duschen sogar daheim, bevor sie baden gehen.

Genau aus diesem Grund musst du dich waschen, bevor du in die heiße Quelle eintauchst. Zudem musst du auch viel Seife verwenden und dich richtig abspülen. Du kannst auch einen der bereitgestellten Hocker benutzen, um dich beim Waschvorgang zu setzen. Stelle aber sicher, dass du auch den Hocker und den Bereich um dich herum abspülst, wenn du fertig bist.

Sobald du dann endlich den Onsen betreten hast, solltest du Rücksicht auf deine Mitmenschen nehmen. Du solltest also im Becken weder tauchen noch mit dem Wasser herumspritzen. Außerhalb des Beckens solltest du zudem deinen Schambereich mithilfe eines Handtuchs bedecken. In das Wasser darfst du aber nur dann rein, wenn du splitterfasernackt bist.

Achte bei deinem Besuch im Onsen vor allem darauf, dass dein Handtuch nicht das Wasser berührt. Die meisten Japaner machen es so, dass sie ihr Handtuch falten und es während des Badens über den Kopf ziehen. Wenn dein Handtuch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ins Wasser rutscht, solltest du es sofort abnehmen und es außerhalb des Bades auswringen. Aber mach das bloß nicht in dem heißen Wasser.

Wenn du mit dem Bad fertig bist, verwendest du dein Handtuch, um das überschüssige Wasser und den Schweiß abzuwischen. Danach kannst du den Umkleideraum wieder betreten.

Wir hoffen, dass wir auch nicht extra erwähnen müssen, dass Kameras in einem Onsen ein absolutes No-Go ist. Das Gleiche gilt übrigens ebenso für einen gewagten Blick auf die Seite des anderen Geschlechts.

Mögliche Probleme bei heißen Quellen in Japan

Natürlich ist es bei uns schon völlig normal geworden, dass andere Menschen eine Tätowierung haben. Aber in Japan ist das unter der normalen Bevölkerung nicht besonders verbreitet. Denn dort stehen Tattoos in der Regel in Verbindung zur Yakuza, der japanischen Variante der Mafia. Aus diesem Grund ist diese Art von Körperverzierung in Japan verständlicherweise ziemlich verpönt. Das gilt vor allem dann, wenn sie einen großen Teil des Körpers bedecken.

Aber auch in Japan ändert sich dieses Bild nach und nach. Vor allem jüngere Japaner, besonders jene, die in den großen Städten leben, gehen damit viel offener um. Die gute Nachricht ist, dass es genau deswegen auch immer mehr Onsen gibt, die auch tätowierte Besucher willkommen heißen. In der Regel wissen die japanischen Ryokan-Besitzer, dass Ausländer nichts mit der Yakuza zu tun haben.

Meistens hast du bei einem privaten Onsen deutlich bessere Chancen, dass dich der Besitzer reinlässt. Du musst nur darauf achten, dass deine Tätowierung nicht jeder zu Gesicht bekommt. Hier ist Diskretion das passende Zauberwort. Frag aber am besten schon vorher nach, denn nichts ist nerviger, als vor der Tür von dem Besitzer des Ryokan eine Absage zu bekommen. Aber im Normalfall sind die Leute doch ziemlich vernünftig und versuchen, dir so gut es geht entgegenzukommen.


Weitere erwähnenswerte Fehltritte

Bei so vielen kulturellen Richtlinien ist es schwierig, auf jeden Punkt einzugehen. Dazu gehören zum Beispiel auch deine Schuhe. Viele ausländische Besucher ziehen die Schuhe nämlich oft zu spät aus. Diese solltest du, unmittelbar nachdem du den Eingangsbereich betreten hast, ausziehen.

Vor allem die Toilette wird von den Japanern als schmutziger Raum angesehen. Aus diesem Grund gibt es in japanischen Badezimmern auch immer ein eigenes Paar Schuhe. Lauf aber bloß nicht mit diesen aus dem Bad heraus, außer du kommst mit den entsetzten Blicken klar.

Aber diese Fehltritte können dir auch in allen anderen Bereichen passieren. In der Regel haben hier die Japaner bei Ausländern jedoch auch etwas Nachsicht, im Gegensatz zu dem einen oder anderen Fauxpas bei deinem Besuch in einem Onsen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, diesen Punkten eine eigene Überschrift zu geben.


Fazit

Eine heiße Quelle zu besuchen ist ein einzigartiges Erlebnis, das bei einer Reise nach Japan unbedingt auf deiner Bucket List stehen sollte. Klar gibt es den einen oder anderen Fauxpas, den du, so gut es geht, vermeiden solltest.

Im Grunde drehen sich die Regeln aber hauptsächlich darum, dass das Wasser sauber gehalten wird und du Rücksicht auf deine Mitmenschen nimmst. Denn in der japanischen Kultur ist Diskretion eine allgegenwärtige Tugend. Im Grunde ist das also gar keine allzu schwierige Aufgabe.

Je nachdem, ob du ein Problem damit hast, vor fremden Leuten deine Blöße zu geben oder nicht, kannst du entweder auf ein öffentliches Onsen zurückgreifen oder ein privates Thermalbad in einem traditionellen Ryokan. Letztere sind aber selbstverständlich auch deutlich teurer als die öffentlich zugängliche Variante.


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