Gefährliche Tiere in Australien: Wie gefährlich ist die Tierwelt in Down Under wirklich?

Australien gilt als Land, in dem gefühlt alles giftig, stachelig oder irgendwie gefährlich ist. Spätestens wenn im Freundeskreis von Spinnen im Schuh, Schlangen im Garten oder Haien an Surfstränden erzählt wird, ist die Angst vor gefährlichen Tieren Australien für viele der größte Dämpfer bei der Reiseplanung. Das Bild: ein Kontinent voller Monster, die nur darauf warten, zuzubeißen.

Schaut man genauer hin, sieht die Wirklichkeit deutlich entspannter aus. Ja, gefährliche Tiere in Australien gibt es – und zwar einige der giftigsten Arten der Welt. Gleichzeitig sind schwere Zwischenfälle mit Reisenden selten, Todesfälle durch Tiere in Australien sogar eine echte Seltenheit. Der wichtigste Unterschied liegt im Verhalten der Menschen: Wer Warnschilder ernst nimmt, nicht aus Übermut in gesperrte Gewässer springt und im Alltag ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann Australiens Tierwelt sicher erleben.

In diesem Artikel bekommst du eine realistische Einordnung, wie gefährlich die Tierwelt in Down Under wirklich ist, welche Tierarten in welchen Regionen eine Rolle spielen und wie du dich in typischen Reisesituationen verhältst. So kannst du deine Reise planen, ohne dich von Panik bremsen zu lassen – und trotzdem mit Respekt vor einer einzigartigen Fauna unterwegs sein.

Wie gefährlich sind Australiens Tiere für dich als Reisenden wirklich?

Die kurze Antwort: Australiens Tiere sind beeindruckend und in vielen Fällen hochgiftig, aber für dich als Backpacker ist das Risiko, ernsthaft verletzt oder sogar getötet zu werden, sehr gering. Die Zahl der Todesfälle durch Tiere ist gemessen an der Größe des Landes und der vielen Millionen Menschen, die dort leben und reisen, erstaunlich niedrig.

In der Öffentlichkeit dominiert oft das Bild eines lebensgefährlichen Kontinents. Spinnen, Schlangen, Haie, Krokodile und Quallen bestimmen den Inhalt von Dokus, Social-Media-Posts und reißerischen Überschriften. In der Statistik sieht das Ganze deutlich nüchterner aus. Moderne Antivenome, gut organisierte Rettungsdienste und klare Warnhinweise sorgen dafür, dass die meisten Begegnungen mit gefährlichen Tieren glimpflich ausgehen.

Was häufig unterschätzt wird: Die meisten Tiere meiden Menschen, wenn sie die Chance dazu haben. Viele Bisse und Angriffe entstehen, weil jemand einem Tier zu nahe kommt, es provoziert oder Warnungen ignoriert – etwa beim Schwimmen in gesperrten Gewässern oder beim nächtlichen Baden in Flussmündungen.

Einige Gründe, warum Australien weniger „tödlich“ ist, als sein Ruf vermuten lässt:

  • Sehr gute medizinische Versorgung, gerade in Städten und touristischen Regionen
  • Antigifte für die wichtigsten Schlangen- und Spinnenarten
  • Klare Warnschilder an Stränden, Flüssen und in Nationalparks
  • Aufklärungskampagnen für Einheimische und Reisende
  • Erfahrene Ranger und Lifesaver, die auf problematische Bereiche hinweisen

 

Gefahr entsteht also nicht automatisch, nur weil du im Land der gefährlichen Tiere unterwegs bist. Sie entsteht vor allem dort, wo Unwissen, Leichtsinn und Natur aufeinander treffen.

Wo in Australien triffst du welche gefährlichen Tiere?

Die Tiere in Australien sind nicht gleichmäßig über das Land verteilt. Je nachdem, in welcher Region du unterwegs bist, ändert sich auch die Wahrscheinlichkeit bestimmter Begegnungen. Der Norden, die Ostküste, das Outback und die großen Städte haben jeweils ihren eigenen Mix an Wildtieren.

Im tropischen Norden, also vor allem in Queensland und im Northern Territory, spielen Wasserlebewesen und Reptilien eine zentrale Rolle. In Flussmündungen und Mangroven lauern Leistenkrokodile, an Stränden und in warmen Gewässern der Tropen kommen giftige Quallen vor. In diesem Bereich solltest du Warnschilder konsequent beachten und nur dort ins Wasser gehen, wo es ausdrücklich erlaubt ist.

An der Ostküste, besonders in New South Wales, sieht das Bild etwas anders aus. Hier sind es eher Spinnen wie die Sydney Funnel Web Spider, Schlangen in Buschgebieten und Haie an beliebten Surfstränden, die in den Köpfen präsent sind. In Städten wie Sydney oder Brisbane begegnest du in der Regel eher Insekten, kleineren Spinnen oder gelegentlich einer Schlange im Garten, nicht aber permanent lebensbedrohlichen Wildtieren.

Im trockenen Innenland und im Outback verschiebt sich der Fokus noch einmal. In diesen Landschaften triffst du mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Schlangen, wenn du querfeldein wanderst oder im hohen Gras unterwegs bist. Gleichzeitig sind dort weniger Meeresbewohner ein Thema, da du einfach weit vom Wasser entfernt bist.

Grob kannst du dir merken:

  • Tropischer Norden (Queensland, Northern Territory): Krokodile, giftige Quallen, einige giftige Schlangen
  • Ostküste und Städte (z. B. New South Wales): Spinnen, Schlangen in Randbereichen, Haie an Stränden
  • Outback und Inland: Schlangen, Spinnen, wenige Menschen, dafür viel unberührtes Land

 

Diese Aufteilung hilft dir, die Gefahr besser einzuordnen. Sie bedeutet nicht, dass du im Süden völlig sicher und im Norden permanent bedroht bist. Sie zeigt vielmehr, welche Tierarten in welchem Bereich eine Rolle spielen und warum du bestimmte Hinweise ernster nehmen solltest als andere.

Welche Schlangen in Australien sind wirklich gefährlich – und wie hoch ist das Risiko?

Schlangen sind für viele das Synonym für gefährliche Tiere in Australien. Der Kontinent beherbergt einige der giftigsten Arten der Welt, und schon der Name Braunschlange sorgt bei vielen für ein mulmiges Gefühl. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, als Reisender tatsächlich gebissen zu werden, sehr gering – und tödliche Verläufe sind dank Medizin und schneller Hilfe extrem selten.

Zu den wichtigsten Arten gehören:

  • Eastern Brown Snake (Braunschlange): Weit verbreitet, auch in der Nähe von Siedlungen und Farmen. Sie gilt als eine der giftigsten Schlangen der Welt und ist für einen Großteil der schweren Zwischenfälle verantwortlich.
  • Coastal Taipan: Lebt vor allem in bestimmten Regionen von Queensland, meist in weniger urbanen Gebieten.
  • Tiger Snake: Eher in kühleren, südlicheren Regionen zu finden, zum Beispiel in Teilen von Victoria und Tasmanien.

 

Das Entscheidende: Die meisten Schlangen sind scheu. Sie greifen nicht aktiv Menschen an, sondern wehren sich, wenn sie sich bedroht fühlen oder überrascht werden, etwa wenn jemand auf sie tritt oder sie in einer Spalte stört. Viele Begegnungen passieren, weil Reisende abseits von Wegen durch hohes Gras laufen oder unbedacht in Erdlöcher, Holzstapel oder Zwischenräume greifen.

Typische Situationen, in denen Schlangen zur Gefahr werden können:

  • Barfußlaufen im hohen Gras rund um ländliche Unterkünfte
  • Holz sammeln im Busch ohne Handschuhe
  • Nächtliche Toilettengänge im Camp ohne Stirnlampe
  • Unachtsames Sitzen oder Liegen in Bereichen, die Schlangen als Versteck nutzen

 

Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken:

  • Feste, geschlossene Schuhe und lange Hosen bei Wanderungen im Busch
  • Nicht in Erdlöcher, Spalten oder hohe Grasstreifen greifen
  • Nachts immer mit Stirnlampe unterwegs sein
  • Auf Wegen bleiben, statt quer durch dichtes Unterholz zu laufen
  • Schlangen niemals fangen, berühren oder für ein Foto „stellen“

 

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Biss, ist Ruhe der wichtigste Faktor. Panik beschleunigt den Herzschlag und verteilt das Gift schneller im Körper. Wie du im Notfall vorgehen kannst, wird weiter unten noch ausführlicher beschrieben.

Spinnen in Australien – wie gefährlich sind Funnel Web Spider & Co.?

Spinnen sind ein weiteres großes Thema, wenn es um gefährliche Tiere in Australien geht. Viele Reisende haben schon vor Abflug Bilder von haarigen Achtbeinern im Kopf, die angeblich an jeder Hauswand sitzen. Die Realität ist weit weniger dramatisch, auch wenn es einige Arten mit ernstzunehmendem Gift gibt.

Besonders bekannt ist die Sydney Funnel Web Spider, oft einfach als Funnel Web Spider bezeichnet. Sie lebt in einem relativ begrenzten Gebiet rund um Sydney und bevorzugt feuchte, geschützte Plätze: Gärten, Waldböden, Ritzen in Mauern, manchmal auch Keller oder Schuppen. Ihr Gift ist stark, ihr Ruf entsprechend furchteinflößend. Trotzdem sind schwere Verläufe heute selten, weil es ein wirksames Antivenom gibt.

Daneben spielt die Redback Spider eine wichtige Rolle. Du triffst sie häufig in menschennahen Bereichen: unter Gartenmöbeln, in Schuppen, unter Sitzflächen, an Geländern oder in Ecken von Gebäuden. Ihr Biss ist unangenehm und kann ernsthafte Symptome auslösen, ist aber selten lebensbedrohlich, wenn rechtzeitig medizinische Hilfe gesucht wird.

Für dich als Backpacker sieht der Alltag mit Spinnen ungefähr so aus: Du wirst immer wieder mal welche sehen, vor allem in Unterkünften mit Garten, auf Campingplätzen oder in ländlichen Gebieten. Viele Arten sind harmlos oder nur leicht giftig. Heikel wird es vor allem dann, wenn du mit der Hand in dunkle Ecken greifst, in denen sich die Tiere gern verstecken.

Typische Verstecke, auf die du achten solltest:

  • Schuhe, die über Nacht draußen stehen
  • Handtücher oder Kleidung, die auf dem Boden liegen
  • Unterseiten von Gartenstühlen und -tischen
  • Ecken von Schuppen, Garagen oder Außenbädern

 

Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen kannst du das Risiko deutlich reduzieren:

  • Schuhe vor dem Anziehen ausschütteln
  • Kleidung nicht dauerhaft auf dem Boden liegen lassen
  • In Gärten und Schuppen nicht blind in dunkle Ecken greifen
  • Spinnen nicht provozieren oder zerquetschen, wenn du sie gefahrlos in Ruhe lassen kannst

 

Das Aussehen der gefährlichen Spinnen wirkt bedrohlich, vor allem auf Fotos. Im Alltag wirst du aber deutlich mehr kleinen Webspinnen begegnen, die zwar nicht schön, aber auch nicht gefährlich sind. Entscheidender als jede Artbestimmung ist dein Verhalten: Abstand halten, nichts anfassen, worin du nicht vorher hineingeschaut hast, und im Zweifel lieber einmal zu viel die Unterkunftsleitung informieren.

Krokodile, Haie, Quallen – wie gefährlich ist das Wasser in Australien?

Sobald es um Wasser geht, denken viele zuerst an Haie. In Nordaustralien kommen dann noch Leistenkrokodile und giftige Quallen dazu. Die Vorstellung, dass dich in jedem Gewässer ein gefährliches Lebewesen erwartet, hält viele davon ab, unbeschwert ins Meer zu gehen. Dabei ist das Bild viel extremer als die Wirklichkeit.

Grundsätzlich gilt: Wenn du dort badest, wo Einheimische und Lifesaver ins Wasser gehen, bist du sehr gut geschützt. Strände mit Patrouillen, Netzen und Flaggen sind so gewählt, dass das Risiko gering ist. Sperrungen und Warnschilder entstehen nicht aus Laune heraus, sondern weil es einen konkreten Grund gibt. Wer sich daran hält, reduziert die Gefahr auf ein Minimum.

Leistenkrokodile im Norden

Leistenkrokodile, oft Salzwasserkrokodile genannt, leben hauptsächlich im tropischen Norden. Sie fühlen sich in Flussmündungen, Mangrovensümpfen, Brackwasserbereichen und manchmal weit ins Inland hinein in Flüssen und Billabongs wohl. Sie gelten als Spitzenprädatoren und können Menschen ernsthaft gefährlich werden.

Gefährlich wird es vor allem in Situationen, in denen Menschen im falschen Bereich ins Wasser gehen oder sich zu nah ans Ufer wagen. Beliebte Fehler sind etwa das Baden in Flussläufen ohne Freigabe, das Waschen am Ufer in der Dämmerung oder das Zelten direkt am Wasser. Krokodile sind geduldig und nutzen jede Unachtsamkeit aus.

Ein paar Grundregeln für den Krokodilbereich:

  • Nicht in Flüssen, Lagunen und Mangroven schwimmen, die nicht ausdrücklich freigegeben sind
  • Warnschilder und Hinweise der Behörden und Ranger ernst nehmen
  • Nicht am Wasserufer campen oder angeln, wo es Krokodilwarnungen gibt
  • Keine Essensreste am Ufer hinterlassen
  • Bootskanten und Stege nicht mit Händen oder Füßen im Wasser testen

 

Wer diese Regeln einhält, hat sehr gute Chancen, Krokodile nur aus sicherer Entfernung bei Bootstouren oder in Naturparks zu sehen.

Haie an Australiens Küsten

Haie gehören zur Küste Australiens wie Surfbretter und Wellen. Begegnungen mit ihnen sind möglich, aber weit seltener gefährlich, als es Berichte in den Medien vermuten lassen. Die meisten Strände an der bevölkerten Ostküste sind überwacht, haben Netze oder andere Schutzmaßnahmen und werden von geschulten Lifesavern kontrolliert.

Wichtige Punkte für den Umgang mit Haien:

  • Nur zwischen den Flaggen baden, wo die Rettungsschwimmer den Bereich im Blick haben
  • Nicht in der Dämmerung oder bei trübem Wasser weit hinaus schwimmen
  • Keine Fische oder Essensreste ins Wasser werfen
  • Auf Durchsagen und Hinweisschilder achten, vor allem nach Hai-Sichtungen

 

Viele Vorfälle betreffen Surfer und Schwimmer, die weit außerhalb gesicherter Bereiche unterwegs sind. Für dich als normale Strandbesucherin oder Strandbesucher, der sich an markierte Bereiche hält, ist die Wahrscheinlichkeit eines problematischen Kontakts extrem gering.

Quallen: Box Jellyfish und Irukandji

Im tropischen Norden Australiens, vor allem entlang der Küsten von Queensland und im Northern Territory, spielen Quallen eine große Rolle. Die gefährlichsten Vertreter sind Box Jellyfish (Würfelquallen) und die winzigen Irukandji-Quallen. Ihr Gift kann beim Menschen starke Schmerzen und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Reaktionen auslösen.

In der sogenannten Stinger Season, die je nach Region ungefähr von Frühjahr bis Herbst reicht, sind bestimmte Strände für ungeschütztes Baden ungeeignet. Dort findest du oft Stinger Nets, also Schutznetze im Wasser, sowie Hinweise, ob ein Lycra Suit oder Stingersuit empfohlen wird.

Praktische Baderegeln im Norden:

  • Auf Hinweise zur Quallensaison achten
  • Nur in ausgewiesenen Bereichen mit Stinger Nets schwimmen
  • Bei Bedarf einen Stingersuit oder Lycra Suit leihen
  • Nicht an einsamen, unbewachten Stränden baden, wenn Quallenwarnungen bestehen
  • Bei Quallenwarnung lieber Pool, Wasserfall oder Flussbereich mit Freigabe nutzen

 

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen kannst du auch im Norden das Wasser genießen, ohne deine Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

Welche weniger beachteten Tiere können problematisch werden?

Wenn über gefährliche Tiere in Australien gesprochen wird, stehen Schlangen, Spinnen, Haie, Krokodile und Quallen im Vordergrund. In der Praxis gibt es aber einige andere Arten, die zwar weniger spektakulär wirken, aber häufiger für Zwischenfälle sorgen.

Dazu gehören vor allem Insekten. Mücken und andere kleine Plagegeister können Krankheiten übertragen oder starke allergische Reaktionen auslösen. Gerade in wärmeren Regionen kann es sinnvoll sein, ein gutes Mückenspray zu verwenden und leichte, lange Kleidung zu tragen. Auch Ameisen und andere kleine Tiere können beißen oder stechen, vor allem in Camps oder an Picknickplätzen.

Auf dem Land spielen Nutztiere eine größere Rolle, als viele denken. Pferde und Rinder sind groß und schwer, können ausschlagen oder Menschen umrennen. Für Backpacker ist das vor allem dann relevant, wenn sie auf Farmen arbeiten oder an Straßen entlanglaufen, an denen Tiere frei weiden.

Ein weiterer Punkt ist der Straßenverkehr. Kängurus sind zwar nicht aggressiv, können aber bei Zusammenstößen mit Fahrzeugen ernste Unfälle verursachen. Besonders in der Dämmerung und bei Nacht kreuzen sie immer wieder Straßen und springen oft unberechenbar. Wer mit Auto oder Van unterwegs ist, sollte deshalb Nachtfahrten auf Landstraßen möglichst vermeiden.

Dingos spielen in bestimmten Regionen, etwa auf Inseln oder in Nationalparks, eine Rolle. Sie sehen Hunden ähnlich, sind aber Wildtiere. Füttern, anlocken oder streicheln ist keine gute Idee, denn dadurch verlieren sie ihre Scheu und kommen näher an Menschen heran.

Unterschätzte Risiken im Überblick:

  • Stiche von Insekten und Zecken, vor allem bei Allergien
  • Zusammenstöße mit Kängurus im Straßenverkehr
  • Unfälle mit Pferden oder Rindern auf Farmen
  • Dingos, die durch Füttern ihre natürliche Scheu verlieren

 

Diese Tiere sind im Alltag präsenter als viele giftige Arten. Wer sie nicht ignoriert, sondern mit Respekt behandelt, vermeidet eine Menge Ärger.

Wie verhältst du dich bei Begegnungen mit gefährlichen Tieren?

Nicht jedes Treffen mit einem Wildtier ist automatisch gefährlich. Die meisten Begegnungen verlaufen ruhig, wenn du Abstand hältst und dem Tier Raum gibst. Entscheidend ist, wie du dich in dem Moment verhältst.

Grundprinzipien für den Umgang mit Wildtieren:

  • Nicht anfassen, nicht füttern, nicht provozieren
  • Immer genug Abstand halten, auch für ein Foto
  • Nie versuchen, ein Tier für Social-Media-Aufnahmen „zu positionieren“
  • Kinder immer im Blick behalten, damit sie nicht zu nah herangehen

 

Im Alltag hilft dir eine einfache Routine. In Unterkünften kann es sinnvoll sein, Schuhe auszuschütteln, bevor du sie anziehst, Handtücher nicht auf dem Boden liegen zu lassen und Zelte gut geschlossen zu halten. In Gärten, Schuppen oder am Haus solltest du nicht blind in dunkle Ecken greifen.

So gehst du bei einer überraschenden Begegnung Schritt für Schritt vor, zum Beispiel mit einer Schlange auf dem Weg:

  1. Stehen bleiben und Situation kurz einschätzen.
  2. Abstand halten und langsam ein paar Schritte zurückgehen.
  3. Das Tier nicht bedrängen oder versuchen, daran vorbeizurennen.
  4. Warten, bis sich das Tier von selbst entfernt hat.
  5. Wenn der Weg viel genutzt wird, Ranger oder Unterkunft informieren.

 

Bei größeren Tieren wie Krokodilen, Dingos oder Kängurus gilt: Je größer der Abstand, desto besser. Einem Krokodil kommst du überhaupt nicht nahe, einem Dingo nicht näher, als es für ein Foto mit Zoom nötig ist, und Kängurus beobachtest du idealerweise aus einer Distanz, in der sie nicht nervös werden.

Ein wichtiger Punkt: Viele Tiere zeigen frühzeitig Signale, bevor sie angreifen. Zischen, Drohgebärden oder ein schnelles Weglaufen sind klare Zeichen, dass du Abstand halten solltest. Nimm diese Signale ernst und gehe nicht näher heran, um „noch schnell ein Bild“ zu machen.

Was solltest du bei Biss oder Stich tun? Erste Hilfe und Notfalltipps

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass dich ein Tier beißt oder sticht. In so einer Situation hilft es, einen groben Plan zu haben, statt in Panik zu verfallen. Eine Erste-Hilfe-Ausbildung ist ideal, aber auch ohne Kurs kannst du ein paar grundlegende Schritte verinnerlichen.

Ganz allgemein gilt:

  • Möglichst Ruhe bewahren und tief durchatmen
  • Verletzte Person nicht allein lassen
  • Notruf 000 in Australien wählen
  • Den eigenen Standort so genau wie möglich beschreiben

 

Bei einem Schlangenbiss ist es wichtig, die betroffene Gliedmaße ruhigzustellen. In Australien wird häufig die sogenannte Pressure-Immobilisation-Bandage eingesetzt, eine feste Druckbandage vom Bissbereich aus über das ganze Bein oder den Arm. Sie verlangsamt die Verbreitung des Gifts im Körper. Eigenexperimente wie Aufschneiden, Aussaugen oder Abbinden bringen mehr Schaden als Nutzen und sollten unterlassen werden.

Bei Quallenstichen, insbesondere durch Box Jellyfish, wird in vielen Regionen Essig eingesetzt, um die Nesselzellen zu neutralisieren. An überwachten Stränden hängen oft Essigflaschen bereit. Danach geht es so schnell wie möglich zur medizinischen Versorgung, denn schwere Verläufe müssen professionell behandelt werden.

Spinnenbisse sind seltener akut lebensbedrohlich, gehören aber trotzdem in ärztliche Hände, wenn Symptome stark sind oder das Tier zu den bekannten Giftspinnen gehört. Wenn es sich ohne Risiko machen lässt, kann es helfen, das Tier für die Bestimmung zu fotografieren, aber nur aus sicherer Entfernung.

Eine einfache Notfall-Checkliste für Backpacker:

  • Notrufnummer 000 im Handy speichern
  • Standort merken oder in der Navigations-App sehen
  • Betroffene Person beruhigen und hinsetzen oder hinlegen
  • Bei Verdacht auf giftigen Biss oder Stich sofort medizinische Hilfe suchen
  • Keine riskanten Experimente mit Hausmitteln starten

 

Diese Schritte ersetzen keine medizinische Ausbildung, geben dir aber einen Rahmen, an dem du dich orientieren kannst, bis professionelle Hilfe übernimmt.

Wie planst du deine Australien-Reise trotz gefährlicher Tiere entspannt?

Gefährliche Tiere in Australien sind ein Teil des Abenteuers, aber kein Grund, die Reise abzusagen. Mit ein wenig Vorbereitung, Wissen über die Tierwelt und Respekt vor der Natur kannst du deine Zeit Down Under genießen, ohne dich ständig von Angst begleiten zu lassen.

Für eine entspannte Planung haben wir hier nochmal die wichtigsten Tipps für dich gesammelt:

  • Informiere dich vorab über die Regionen, in denen du unterwegs bist, und darüber, welche Tierarten dort vorkommen.
  • Prüfe, ob während deiner Reise im Norden Quallensaison ist und welche Strände mit Netzen gesichert sind.
  • Baue ein paar geführte Touren ein, zum Beispiel zu Krokodil-Habitaten oder in Nationalparks, um Wildtiere mit erfahrenen Guides zu erleben.
  • Halte eine kleine Reiseapotheke bereit und packe Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand ein.
  • Speichere Notfallnummern und die Kontaktdaten deiner Unterkunft im Handy.

 

Australien ist nicht nur Land der Schlangen, Spinnen und Krokodile. Es ist auch die Heimat von Kängurus, Koalas, Wombats, bunten Papageien und beeindruckenden Meeresbewohnern, die du mit dem richtigen Abstand beobachten kannst. Viele dieser Begegnungen gehören zu den schönsten Erinnerungen einer Reise und zeigen, wie besonders die Tierwelt auf diesem Kontinent ist.

Wenn du die wichtigsten Grundregeln beachtest, Warnschilder ernst nimmst und dein Verhalten anpasst, passiert folgendes: Die Angst weicht Respekt, und du kannst dich auf das konzentrieren, worum es bei einer Reise nach Australien wirklich geht: Landschaften entdecken, neue Menschen treffen und eine Tierwelt erleben, die es so nirgendwo sonst gibt.

Artikelübersicht

Ähnliche Beiträge