Die wichtigsten Flüsse Russlands

Wie du sicherlich bereits weißt, ist Russland das Land der Erde mit der größten Fläche. Dementsprechend ist die Landschaft dort auch extrem vielseitig. Egal, ob es um imposante Berge, weite Täler oder ein Abenteuer in der russischen Tundra geht, dieses riesige Land hat in der Tat jede Menge zu bieten.

Bei so viel Fläche wird es dich garantiert auch nicht verwundern, dass Russland auch über zahlreiche Flüsse verfügt. Und es ist sogar so, dass die Russen sehr stolz darauf sind, einige der atemberaubendsten Flüsse der Welt in ihrem Land zu haben.

Selbstverständlich gibt es unter all den zahlreich vorhandenen Flüssen auch einige, die für Russland eine höhere Bedeutung haben als andere. Wir verraten dir, welche Flüsse in der Russischen Föderation eine ganz besondere Rolle spielen und was du sonst noch über sie wissen solltest.

Die Wolga

Egal, wie sehr man diesen Fluss überspringen will, weil es schon zu offensichtlich ist: Die Wolga gehört zu den Flüssen, die man immer in eine Liste packen sollte, wenn es um Russland geht. Es handelt sich bei der Wolga nicht nur um den längsten Fluss Europas, die Russen bezeichnen sie sogar liebevoll als „die Mutter aller russischen Flüsse“.

Ohne Zweifel spielt die Wolga in der Tat von allen Flüssen Russlands wohl eine der wichtigsten Rollen. Unter anderem liegen einige der größten und bedeutendsten Städte im Wolgabecken. Dazu gehören zum Beispiel Moskau und St. Petersburg, aber auch andere Städte wie Nischni Nowgorod, Kasan und Wolgograd liegen im Einzugsgebiet des größten Flusses Europas. Somit lebt fast die Hälfte der russischen Staatsbürger in der Nähe der Wolga.

Insgesamt ist die Wolga über 3.500 Kilometer lang. Damit würde sie einmal quer durch die USA verlaufen, wenn du dir es mal bildlich vorstellen möchtest. Sie entspringt in den Waldaihöhen in Nordwestrussland, wo auch andere bedeutende Flüsse wie die Dnepr oder die Düna ebenfalls ihren Ursprung haben. Nach einer Reise quer durch das ganze Land mündet sie dann schlussendlich ins Kaspische Meer.

Auch auf die Kunst hatte die Wolga einen unfassbaren Einfluss. Sie ist nicht nur auf zahlreichen russischen Kunstwerken zu sehen, sondern spielt auch in Dutzenden von Filmen und Liedern eine bedeutende Rolle.

Selbst für den Tourismus ist die Wolga von essenzieller Bedeutung. Entlang des größten Flusses Europas fahren regelmäßig Fähren und Kreuzfahrtschiffe, welche die Touristen von A nach B bringen. Außerdem ist sie auch ein hervorragender Transportweg für verschiedene russische Waren.

Durch die Industrialisierung ist die Wolga natürlich nicht mehr so klar, wie sie es früher mal war. Trotzdem gehört die Wolga immer noch zu den schönsten Flüssen der Erde und sollte definitiv auf deiner Bucket List stehen. Vor allem das Wolgadelta, in welchem du zahlreiche Tiere wie Biber und Otter sowie verschiedene Vogelarten findest, ist ein absolutes Muss bei einer Reise nach Russland.

Wolga Russland Fluss

Die Lena

Wenn du nun glaubst, dass die Wolga schon extrem lang ist, dann möchten wir dir eines vorweg mitteilen. Sie ist der längste Fluss Europas. Russland liegt aber nicht nur auf dem europäischen Kontinent, sondern zum größten Teil in Asien. Auch wenn der größte Teil der russischen Bevölkerung im europäischen Teil lebt, befinden sich mehr als zwei Drittel des Landes nicht in Europa.

Auf Deutsch bedeutet dies, dass die Wolga zwar der größte Fluss Europas ist, nicht aber Russlands. Dieser Titel geht nämlich an die Lena, welche über eine Länge von etwa 4.400 Kilometern verfügt. Damit ist sie sogar rund 900 Kilometer länger als die „Mutter aller russischen Flüsse“.

Die Quelle der Lena befindet sich im Baikalgebirge, wo du auch den Baikalsee findest. Die meiste Zeit befindet sich der Fluss in der Polarregion, weswegen die Landschaft rund um den See vor allem von Permafrost geprägt ist. Nach einer Reise, welche vor allem durch Sibirien verläuft, mündet die Lena dann in den Laptewsee, eines der Randmeere des Arktischen Ozeans.

Wie du dir bereits anhand des Verlaufs denken kannst, ist die Lena im Winter von einer dicken Schicht aus Eis bedeckt. Erst im Juni, wenn viele andere Flüsse und Seen bereits wieder aufgetaut sind, fängt die Eisschicht auf der Lena überhaupt an zu schmelzen. Trotz dessen ist sie vor allem in der russischen Teilrepublik Sacha ein essenzieller Transportweg und wird auch von verschiedenen Kreuzfahrtschiffen genutzt.

Sobald das Eis schmilzt, wird die Lena jedoch zu einer echten Naturgewalt. Dann steigt der Wasserpegel problemlos auch mal um 25 Meter an und der sonst so unscheinbare Fluss wird zu einem reißenden Strom. Da es dabei jedoch durch ungeschmolzenes Eis entlang des Verlaufs der Lena zu Stauungen kommen kann, kann dies auch auf die Siedlungen entlang dieses Flusses katastrophale Auswirkungen haben. So wurde im Jahr 2001 zum Beispiel die Stadt Lensk fast vollkommen verwüstet. Außerdem stand ein großer Teil von Jakutsk, der größten Stadt im Einzugsgebiet der Lena, unter Wasser.

Besonders interessant ist das Delta dieses Flusses. Dieses erstreckt sich über eine Fläche von drei Millionen Hektar. Innerhalb ihres Deltas verteilt sich die Lena auf verschiedene Seitenflüsse, die zusammengerechnet allein schon eine Länge von 6.500 Kilometern ergeben. Außerdem befinden sich im Lenadelta noch über 30.000 Seen.

Vor allem für verschiedene Zugvögel ist das Delta dieses Flusses ein Rückzugsort. Aber auch verschiedene Säugetiere wie der Eisbär und der Polarfuchs leben hier. Die Landschaft des Deltas ist zudem von der Tundra geprägt, was eine riesige Vielfalt an Pflanzen zur Folge hat.

Die Moskwa

Die Moskwa ist genau der Fluss, welcher durch die russische Hauptstadt Moskau fließt. Ihren Namen hat sie sogar von diesem wunderschönen Fluss erhalten.

Vor allem für den Tourismus ist die Moskwa von essenzieller Bedeutung. Nicht nur gehört sie dank der zahlreichen Brücken, welche dich innerhalb Moskaus von einem Ufer zum anderen bringen, zu den malerischsten Flüssen Europas. Vor allem die Krymski-Brücke, welche in der Nähe des Gorki Parks zu finden ist, ist ein gern gesehenes Motiv auf Fotos der Stadt.

Auch die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt kannst du vom Fluss aus erreichen. Insbesondere der Kreml, die Christ-Erlöser-Kathedrale und das Nowodewitschi-Kloster gehören zu den Sightseeing Spots, welche der Moskwa ihren unbeschreiblichen Charme verleihen.

In den 1930er Jahren wurde die Moskwa über den künstlichen Moskwa-Kanal mit der oberen Wolga verbunden, welche sich im Norden von Moskau befindet. Allerdings war sie schon vorher indirekt über die Oka weiter östlich mit dem längsten Fluss Europas verbunden.

Die Quelle der Moskwa befindet sich in den Smolensker Höhen. Nach einer Reise von etwa 500 Kilometern mündet sie dann in die Oka. Ihre bekanntesten Nebenflüsse sind Istra, Kuza, Severka und Pakhra, allerdings ist die Moskwa selbst auch nur ein Nebenfluss der Oka.  Selbstverständlich ändert dies trotzdem nichts daran, dass die Moskwa zu den wohl schönsten Flüssen des Landes gehört.

Moskwa Fluss Russland

Die Newa

Auf den ersten Blick mag die Newa mit ihrer Länge von gerade mal 74 Kilometern nicht so bedeutend wirken. Aber das hat keinen Einfluss darauf, wie essenziell dieser Fluss für den Tourismus in Russland ist. Während die Moskwa der wichtigste Fluss in Moskau ist, so ist die Newa ihr passendes Gegenstück in St. Petersburg.

Die Stadt befindet sich im Delta der Newa, welche sich hier zudem auch noch in zwei Arme teilt. Aus diesem Grund führen zahlreiche Brücken innerhalb der Stadtgrenzen von einem Ufer ans andere. Dieses Stadtbild hat dafür gesorgt, dass St. Petersburg von vielen Reisenden auch als „Venedig des Nordens“ bezeichnet wird.

Ihren Ursprung hat die Newa im Ladogasee und verbindet diesen mit dem Finnischen Meerbusen in der Ostsee. Trotz ihrer geringen Länge ist sie einer der größten Flüsse im Einzugsgebiet der Ostsee. Unter anderem ist sie Lebensraum für verschiedene Fischarten wie Störe, Aale und Lachse. Aus diesem Grund spielt der Fluss auch für die Fischerei eine wichtige Rolle.

Wie auch in Moskau kannst du vom Hauptfluss St. Petersburgs viele der Sehenswürdigkeiten entdecken. Vor allem der Winterpalast, die ehemalige Residenz der russischen Zaren, sollte auf deiner Bucket List zu finden sein. Daneben sind auch die St. Peter und Paul Festung sowie die Admiralität äußerst populäre Wahrzeichen der Stadt im Westen Russlands.

Für die Bewohner in St. Petersburg ist die Newa sowohl Segen als auch Fluch. Zum einen versorgt sie die Stadt mit frischem Trinkwasser, zum anderen ist sie jedoch auch manchmal unberechenbar und hat St. Petersburg bereits mehrmals überflutet. Die letzte große Flut, bei der ein riesiger Schaden verursacht wurde, war im Jahr 1924.

Nichtsdestotrotz ist ein Spaziergang entlang des Ufers der Newa etwas, was du während deiner Reise nach St. Petersburg unbedingt machen solltest.

Newa St. Petersburg Fluss

Fazit

Russland ist mit Sicherheit eines der spannendsten Länder der Welt und die Flüsse des Landes spiegeln die Vielseitigkeit der Russischen Föderation und ihrer Landschaften wider. Zu den wohl bekanntesten Flüssen zählt ohne Zweifel die Wolga, in deren Einzugsgebiet ungefähr die Hälfte aller Einwohner des Landes leben. Somit hat sie sich wegen ihrer essenziellen Bedeutung für die ersten Zivilisationen in Russland die Beinamen „Mutter Wolga“ oder „Mutter aller russischen Flüsse“ redlich verdient.

Ganz im Kontrast dazu steht die Lena, welche fast das ganze Jahr über zugefroren ist. Trotzdem wollten wir sie in diese Liste aufnehmen, da sie sogar noch ein ganzes Stück länger ist als die Wolga. Allerdings wirst du diesen Fluss wohl kaum zu Gesicht bekommen, wenn du dich nicht im tiefsten Sibirien aufhältst.

Solltest du die beiden größten Städte Russlands besuchen, Moskau und St. Petersburg, dann wirst du am ehesten auf die Moskwa und die Newa treffen. Beide sind für den Tourismus von essenzieller Bedeutung und du kannst die meisten Sehenswürdigkeiten innerhalb kurzer Zeit vom Fluss aus erreichen.

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