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November 18

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Breslau gehört auf jede Bucket List

Wusstest du, dass Wrocław erst seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu Polen gehört? Nun, die Stadt war davor noch als Breslau bekannt und Teil des deutschen Reichs. Aber eines muss man unseren östlichen Nachbarn mal lassen: Sie haben sich verdammt gut um diese wunderschöne Stadt gekümmert. Und ja, Polen und Deutschland hatten lange Zeit Probleme damit, sich wieder gegenseitig anzunähern. Aber wir sind froh, dass viele Polen mittlerweile gern zu uns nach Deutschland kommen, genauso wie wir Deutsche in Polen als Gast herzlich willkommen sind.

Besonders Breslau ist ein beliebtes Reiseziel für Reisende aus Deutschland. Das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass du die Hauptstadt Niederschlesiens recht schnell erreichen kannst. Immerhin liegt sie nahe unserer Grenze. Zudem ist sie eine Studentenstadt, in der auch viele Deutsche eine der zahlreichen Universität besuchen.

Aber natürlich kannst du in der viertgrößten Stadt Polens aber auch viele tolle Sachen erleben. Du musst also nicht mal ein Student sein, um diese beeindruckende Stadt kennenzulernen und sie in dein Herz zu schließen. Stell dir vor, du würdest die lebhafte Energie von Berlin, die warmherzigen Einwohner von Lissabon, die coolen Bars aus Amsterdam und die beeindruckende Architektur von Wien in einen Mixer packen. Ungefähr das ist es, was dich in Breslau erwarten wird. Und dabei ist sie nicht einfach nur ein billiger Abklatsch der genannten Städte. Breslau ist einzigartig und mit keiner anderen Stadt vergleichbar.

Damit du noch mehr Lust auf eine Reise nach Breslau bekommst, werden wir dir mal verraten, warum die schlesische Stadt unbedingt auf deine Bucket List gehört.


Breslaus umwerfend schöne Altstadt

Die Breslauer Altstadt ist eine der schönsten Altstädte Polens. Dass du dir Zeit für einen Bummel durch sie nimmst, ist eine der einfachsten und zugleich schönsten Dinge, die du in Breslau tun kann.

Der Alte Marktplatz „Rynek we Wrocławiu“ ist nicht nur einer der größten in Polen, sondern auch in ganz Europa! Aber natürlich ist er nicht nur riesig, sondern unserer Meinung nach mit seinen pastellfarbenen Gebäuden und seiner atemberaubenden Architektur auch der schönste Marktplatz in ganz Polen.

Eines der auffälligsten Gebäude auf dem Marktplatz ist das Alte Rathaus. Das besteht nicht nur aus einem einzigen Haus, sondern aus einer Gruppe von gotischen Gebäuden, die alle in einem Baukomplex miteinander verbunden sind.

An der Ostseite findest du eine astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert. Im Inneren dieses Gebäudes findest du auch ein kostenloses Museum, in dem du viele Informationen über die Geschichte von Breslau bekommst. Im Untergeschoss findest du das „Piwnica Świdnicka“. Das war früher mal ein deutscher Bierkeller und ist eines der ältesten Restaurants in ganz Europa.

Außerdem findest du auf dem in Rynek we Wrocławiu eine ganze Fülle von Bars, Restaurants und Cafés, was ihn zu einem wunderbaren Ort macht, um sich einen Nachmittag lang die Zeit in der Breslauer Altstadt zu vertreiben.

Die gepflasterten Gassen des Alten Marktes führen dich zu einem als Shambles bekannten hübschen Blumenmarkt. Der war früher eine Straße voller Metzgereien, heute beherbergt sie aber einige niedliche Tierstatuen, die den Tieren gewidmet sind, die für die Metzger dieser Straße geschlachtet wurden. Zudem findest du hier auch eine große Zahl an Cafés, Bars und Restaurants, die dir eine einzigartige Mischung aus gotischer und barocker Architektur bieten.


Die Dominsel „Ostrow Tumski“

Die Dominsel ist der älteste Teil der Stadt und beherbergt die wohl eindrucksvollsten Gebäude Breslaus. Auf dieser kleinen Insel findest du unter anderem den Breslauer Dom St. Johannes. Gegen eine kleine Gebühr von 5 polnischen Złoty (etwas mehr als ein Euro) kannst du auch auf seine Aussichtsplattform hinaufsteigen. Außerdem gibt es auf der Insel noch drei weitere Kirchen, zwei Klöster und einen kleinen Palast. Die Dominsel ist definitiv ein schöner Ort, um einen ruhigen Spaziergang zu genießen.

Die kleinen Zwergstatuen von Breslau

Eine der interessantesten Besonderheiten von Breslau sind seine Zwerge! Offiziell sind etwas mehr als 350 dieser kleinen Zwerge über die Stadt verstreut. In Wahrheit weiß aber niemand wirklich genau, wie viele von ihnen du tatsächlich vor Ort finden kannst.

Die Breslauer Zwerge zierten erstmals 2001 die Straßen der Stadt, um einer polnischen Antikommunismus-Bewegung zu gedenken. Das Symbol von genau dieser Bewegung waren eben diese Zwerge. Anfangs war das noch ein Studentenprojekt, aber mit der Zeit sind immer mehr von diesen kleinen Bewohnern in der ganzen Stadt aufgetaucht.

Was wir besonders cool finden: Es gibt so viele Variationen der Zwerge, dass wir noch kein doppeltes Exemplar gefunden haben. Unter anderem findest du die kleinen Bewohner, die in einer Gasse lauern, an Laternenmasten schwingen oder aus einer Wodkaflasche trinken. Oh, und wir haben auch einen Zwerg gesehen, der auf einer Stadttaube reitet. Du wirst also Breslauer Zwerge in vielen verschiedenen Formen finden. Vom Metzger bis zum Bankier, vom Betrunkenen bis zum Arzt und Professor bis zum Briefträger. Jeder Zwerg ist einzigartig, und bei einigen von ihnen wirst du sicher so wie wir auch mal lachen müssen.

Die Bürger Breslaus kümmern sich liebevoll um ihre Zwerge. Im Winter stricken sie für die Zwerge sogar winzig kleine Strickmützen und ziehen ihnen Schals an, um sie vor der Kälte zu schützen. Das finden wir doch ziemlich niedlich. Solche herzerwärmenden Eigenarten sind doch ein überzeugender Grund, dass du Breslau mal besuchen solltest, oder?

Falls du vorhast, Breslau im September mal zu besuchen, solltest du auf keinen Fall das Internationale Zwergenfestival verpassen. Das ist eine dreitägige Veranstaltung, bei der Steinmetze zeigen, wie die Zwerge der Stadt entstehen. Außerdem kommen Gaukler, Artisten und Geschichtenerzähler zusammen, um die ganze Stadt zu unterhalten. Zudem kannst du auch noch bei der sogenannten "Großen Breslauer Parade der Zwerge" quer durch die Stadt zugucken. Bei dieser fantastisch bizarren Feier gibt es Gesang, Theater, Gesichtsbemalung und vieles mehr. Ein Besuch lohnt sich für dich auf jeden Fall, wenn du mal mit eigenen Augen sehen willst, wie sehr die Stadt Breslau ihre kleinen Bewohner schätzt.


Die Stadt hat viele bunte Häuser

Schon beim Betreten der Altstadt, des Marktplatzes oder der Dominsel wirst du vom ersten Blick überrascht sein. Die lebhaften Farben von Rosa über leuchtendes Blau bis hin zu Rot werden dich sicherlich in ihren Bann ziehen. Ganz gleich, wie das Wetter ist, die lebhaften Farben ersticken jede schlechte Stimmung im Keim.

Breslau liegt abseits der touristischen Pfade

Der Massentourismus ist ein riesiges Problem. Dabei gibt es eine sehr einfache Möglichkeit, wie du dazu beitragen kannst, diesen zu bekämpfen und beliebte europäische Städte zu entlasten. Und die besteht darin, dass du auch die weniger bekannten Orte zu besuchst, die genauso wunderbar sind, aber nur halb so überlaufen.

Doch nicht nur das. Es ist auch etwas ganz Besonderes, wenn du einen Ort besuchst und ein echtes Gefühl für das Land bekommst, in dem du dich befindest. Obwohl Breslau über eine halbe Million Einwohner zählt, ist die Stadt vom Tourismus fast unberührt geblieben. Bei deinem Besuch wirst du also mit hoher Wahrscheinlichkeit das "wahre Polen" erleben können. Und musst nicht ständig einen Bogen um die Touristengruppen machen, die du wahrscheinlich aus anderen Städten schon zur Genüge kennst.

Praktischerweise kannst du in Breslau die meisten Sehenswürdigkeiten auch problemlos zu Fuß erreichen. Wir haben während unseres Besuchs tatsächlich kaum Verkehrsmittel genutzt. Aber selbst, wenn du vor lauter Spaziergängen müde wirst, kannst du dich auf einer der vielen Bänke in der Stadt etwas ausruhen. Und im Fall der Fälle kannst du ja trotzdem in Straßenbahn einsteigen, wenn dir die Füße doch etwas zu sehr weh tun.


Breslau ist sehr günstig

Wir Backpacker sind ja bekanntlich auch als preisbewusste Reisende bekannt. Genau das ist auch ein Grund, warum wir Breslau so sehr lieben. Die Stadt ist nämlich verdammt günstig. Okay, natürlich nicht so günstig wie diverse Länder in Südostasien, aber für mitteleuropäische Verhältnisse ist Polen wirklich preiswert. Und ja, wir sagen bewusst „Mitteleuropa“. Die beste Möglichkeit, dass dich jeder Pole hassen wird, ist, dass du sie als Osteuropäer bezeichnest.

Für gerade mal 5 Euro bekommst du schon ein gemütliches Bett in einem Hostel und ein Glas Bier kostet auch nur um die ein oder zwei Euro. Für einfache Gerichte zahlst du in einem polnischen Restaurant auch nur etwa drei Euro. Wir empfehlen dir, dass du bei deinem Besuch die leckeren Pierogi probierst. Die sind mit Abstand das leckerste und gleichzeitig vielseitigste Gericht, das wir je in unserem Leben gegessen haben. Aber auch sonst haben die Polen eine große Menge an Köstlichkeiten, die sich sehen und schmecken lässt.

Fazit

Breslau ist eine beeindruckende und liebenswerte Stadt. Sie ist zum Glück noch nicht vom Massentourismus überlaufen. Wir hoffen natürlich, dass Sie das auch nie sein wird. Bei deinem Besuch wirst du sicher auch bemerken, dass Breslau eine wunderschöne Stadt ist, die du sicher in dein Herz schließen wirst. Das liegt aber nicht zuletzt auch an den vielen bunt gestrichenen Hausfassaden, die du im Stadtzentrum findest.

Besonders schön sind die Breslauer Altstadt mit dem Alten Marktplatz und die Dominsel. Zudem findest du quer über die Stadt verteilt die Breslauer Zwerge, für die im September sogar ein ganzes Stadtfest gefeiert wird. Außerdem sind die Einheimischen hier wahnsinnig nett, da ist noch jeder Besucher willkommen. Und die Preise sind passend dazu auch angenehm schonend für deinen Geldbeutel.

Wenn du also die bereits ausgetretenen Touristenpfade mal verlassen willst, dann solltest du Breslau unbedingt auf deine Bucket List packen! Spätestens wenn du in dieser liebenswerten schlesischen Stadt ankommst, wirst du dich in Breslau verlieben. Vorausgesetzt, du hast nicht das Wort „Osteuropa“ in Gegenwart eines Polen verwendet, denn dann wirst du wohl eher mit Fackeln und Mistgabeln aus der Stadt vertrieben. Aber soweit muss es ja nicht erst kommen.

Polen

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