Boston Tea Party

Dieses einschneidende Event der amerikanischen Geschichte – die Boston Tea Party – wird im Deutschen auch der Bostoner Teesturm genannt. An diesem Tag lehnten sich einige Bürger Bostons gegen die systematische Unterdrückung von Oben auf. Um dies zu symbolisieren, warfen sie unzählige Kisten gefüllt mit Tee in das Hafenbecken des Bostoner Hafens.

Das mag nun im ersten Moment womöglich etwas ungewöhnlich klingen: Tee gegen die Unterdrückung? Aber das Ganze hat eine viel tiefer gehende Bedeutung – und hier erfährst du alles Wichtige darüber! 

Boston Hafen

Das Geschichtliche

„No taxation without representation“ – Unter diesem Motto steht die gesamte 
Boston Tea Party. Was es damit im Speziellen auf sich hat, erklären wir dir gleich. Der Vorfall und die Vorgeschichte, die zum richtigen Verständnis notwendig sind, finden im 18. Jahrhundert statt. Genau genommen setzen wir den Startpunkt im Jahr 1763.

Kurz zuvor wurde der siebenjährige Krieg in Europa beendet. In diesem hat Großbritannien um die Vorherrschaft in Amerika gekämpft und diese schließlich auch gewonnen. Trotz des Sieges hat der Krieg für starke Verluste gesorgt. Diese waren nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich – und das konnte die Großmacht natürlich nicht einfach so hinnehmen. 

Durch die Kriegsausgaben und die Kosten der resultierenden Kolonien sind die britischen Schulden in einen dreistelligen Millionenbereich angestiegen. Um dem entgegenzuwirken, wuchsen sowohl die Steuern in Großbritannien um ein Vielfaches als auch die in den Kolonien beziehungsweise dort wurden zum ersten Mal Steuern erhoben.

Der Sugar Act und der Stamp Act sind Beispiele für solche neuen Steuergesetze. Beide erheben Zölle für Güter, wie beispielsweise Dokumente oder Briefmarken. Das war im Prinzip eine Frechheit, da die Kolonien durch die Distanz zu England keinerlei politisches Mitspracherecht besaßen und dementsprechend auch gar nicht einsahen, irgendwas an Steuern zu zahlen. Daher leitet sich auch das oben genannte Motto des Aufstandes ab: „keine Besteuerung ohne Repräsentation“.

Daraus entstand ein handfester Konflikt, der nicht lösbar erschien. Zumal verschlimmerte sich die Situation nur noch weiter: Aufgrund folgender Unruhen in der Bevölkerung wurde der Stamp Act zwar irgendwann aufgehoben, jedoch sorgte der Townshend Act für eine Zollgebühr auf Leder, Papier und Tee.

Das gefiel der Bevölkerung natürlich gar nicht und sie brachten dies auch zum Ausdruck. Es wurde zu Boykotten der britischen Ware aufgerufen. Ebenso blieben gewalttätige Zusammenstöße nicht aus. Einen einschneidenden Verlust durch die Boykotte trug die East India Company davon, die Hauptlieferant für Tee war.

Um den finanziellen Ruin der essenziell bedeutenden Gesellschaft für die Briten zu vermeiden, wurde erneut eine folgenreiche Maßnahme ergriffen: Der Tea Act wurde beschlossen. Er senkte zum einen den Endpreis des Tees ab, behielt die Steuern aber immer noch bei. Zum anderen befugte dieser nun die East India Company den Preis so anzupassen, dass die Zwischenhändler quasi überflüssig wurden.

Dies wurde jedoch als Versuch aufgefasst, die Kolonien noch abhängiger von Großbritannien zu machen. Um den Verkauf dieses „Billigtees“ zu verhindern und ihren Standpunkt klarzumachen, ergriffen nun auch die Bürger der Kolonien ernste Maßnahmen.

Was genau ist passiert?

Also was genau ist denn jetzt nun auf dieser Party passiert? Die Boston Tea Party fand ganz genau am 16. Dezember 1773 statt. Ein Disput zwischen Gegnern der Krone unter den Kolonisten und den Anhängern der Krone eskalierte letztendlich. Die Gegner forderten, dass die Schiffe der East India Company unversehens aus dem Bostoner Hafen abzogen, ohne ihre Teeladung abzuliefern.

Diese Forderung lehnten die Befürworter und Anhänger Großbritanniens natürlich entschieden ab. Nach der Kundgabe der Ablehnung stürmten an die 50 Menschen die Schiffe der East India Company und begannen damit, tonnenweise Tee über Bord zu werfen. 

Dieser Akt des Aufstands verlief glücklicherweise ohne Gewaltausschreitungen, doch die Ostindiengesellschaft verlor dabei etwa 45 Tonnen Tee. Zusätzlich wurde das ganze Spektakel von mehreren Tausend Zuschauern begleitet. Das Besondere an dem Event war auch, dass die Aufständischen bei ihrem Gegenschlag Kleidung der Mohawk-Indianer trugen. Dies galt als ein Zeichen für Freiheit und Unabhängigkeit ─ Ziele, die die amerikanische Bevölkerung anstrebte. 

John Adams, eine wichtige Figur in dem Aufstand gegen die koloniale Großmacht und auf dem Weg zur Unabhängigkeit, schrieb in seinem Tagebuch zu den Geschehnissen: „Die Vernichtung des Tees ist eine so kühne, entschlossene, furchtlose und kompromisslose Tat, und sie wird notwendigerweise so wichtige und dauerhafte Konsequenzen haben, dass ich sie als epochemachendes Ereignis betrachten muss.“

Die Auswirkungen der Boston Tea Party 

Nach der Boston Tea Party kam es zu weiteren Gegenschlägen gegen das britische Regime und ihre Unterdrückungsversuche. Das ließ die britische Regierung nicht so einfach auf sich sitzen ─ sie forderte sogar die Zerstörung ganz Bostons. Letztendlich einigten sie sich allerdings auf eine weniger drastische Maßnahme, die Gestalt in Form des Intolerable Acts annahm. Hierbei wurde unter anderem der Hafen von Boston gesperrt und die Freiheiten der Kolonien stark eingeschränkt – also genau das Gegenteil von dem, was sich die Bürger Bostons erhofft hatten.

Aus diesem Grund schlossen sich mehrere amerikanische Kolonien gegen die britische Großmacht zusammen.  Mit ihrer Unabhängigkeitsforderung trafen sie weitestgehend auf taube Ohren, was zur Eskalation des Konfliktes führte und im gleichen Zug auch zum Unabhängigkeitskrieg von 1775 bis 1783. Diesen gewannen die Amerikaner glücklicherweise mit der Hilfe von anderen verbündeten Ländern, die Großbritannien als Monopol der Macht nicht weiter unterstützen wollten. 

Nach der Boston Tea Party etablierte sich eine Zeit lang der Brauch, am Nachmittag eine Teestunde abzuhalten, um an die Geschehnisse zu erinnern und die britischen Gepflogenheiten zu parodieren. Zudem sollte es die neugewonnene Unabhängigkeit untermalen. Mit der Zeit verlor der Brauch aber an Bedeutung in der Gesellschaft und verschwand letztendlich. 

Statue East India Company

Fazit

Die Boston Tea Party war ein einschneidendes Erlebnis in der Geschichte Amerikas und gilt heutzutage immer noch als eines der wichtigsten Meilensteine der amerikanischen Geschichte, da es so zur Unabhängigkeit der Bevölkerung kam. Noch heute lebt die Geschichte in Boston: Viele Orte der Stadt erzählen von dem damaligen Event – allen voran natürlich der Hafen. 

Entdecke auch du die besondere Geschichte Bostons und plane jetzt deine Reise in die Stadt, in der Amerikas Unabhängigkeit geboren wurde. Auf dem schwimmenden Boston Tea Party Ships and Museum kannst du sogar heute noch Tee über Bord werfen!

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