9 Dinge die ich beim Backpacking gelernt habe

1. Soft Skills

Wer denkt Reisen könnte nicht auch gut fürs zukünftige Arbeitsleben sein, der irrt. Ganz unbewusst eignet man sich nämlich dabei ein paar ziemlich gute Soft-Skills an. Das fängt zum Beispiel beim Zeitmanagement und der Organisation an. Man sollte schon circa wissen, wann man am besten zum Flughafen fahren sollte oder wann und wie oft der Bus fährt. Im besten Fall plant man dann nämlich um diese Zeiten herum. Aber auch Zielstrebigkeit und Effizienz sind schöne Nebeneffekte des Reisens.

Schließlich willst du, wenn du mal unterwegs bist, in der Zeit so viel sehen und erleben, wie es nur geht. Und selbst wenn man dann eben ein bisschen erschöpft ist, zieht man sein Programm doch durch, schließlich haben wir ja nur jetzt gerade die Möglichkeit den Machu Picchu zu erklimmen, oder nicht?

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2. ​Sprachkenntnisse sind sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig

Ich bin in Tokios größtem Park spazieren gegangen. Was ich vorher nicht wusste war, dass ausgerechnet an diesem Tag das Kirschblütenfestival in besagtem Park war. Alles war voller Japaner, die auf Picknickdecken gegessen und getrunken haben. Ich schlenderte also so rum, bis ich ein selbstbeschriebenes Schild entdeckte auf dem stand: „Will you see cherry bloosm? If you lile…  Free space here“. Drei Japaner – so an die 40 bis 50 Jahre alt – saßen auf der Decke und tranken ihren Sake und ich entschied mich der Einladung einfach mal eine Chance zu geben und schon hatte ich meinen ersten Sake in der Hand.

Der Punkt der Geschichte ist, dass die drei Japaner – wie an der Einladung ersichtlich – kaum englisch sprechen konnten und ich kein japanisch. Trotzdem habe ich mit ihnen bestimmt fünf Stunden verbracht und ich habe eine Menge dabei gelacht. Bei solchen Situationen lernt man einfach, dass es nicht nötig ist, dieselbe Sprache zu sprechen und dass es sogar bei weitem lustiger sein kann, wenn man fast alles mit Händen und Füßen erklärt und nach fünf Anläufen der Gesprächspartner einfach immer noch nichts verstanden hat. Und dann? Dann stößt man einfach mit seinem Sake an und „redet“ über das nächste Thema. 

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3. ​Sich auf Dinge einzulassen

Du bist das erste Mal etwas weiter von Daheim und allem Gewohnten entfernt und alles ist neu. Auf Reisen, besonders auf der Ersten, lernst du, wie du dich auf diese neuen und unbekannten Sachen einlassen kannst. Das fängt schon bei ganz simplen Dingen wie dem Essen an. Schließlich ist das lebensnotwendig 😉 Und ja daheim haben Unwissende vielleicht gesagt, dass du dich lieber von Streetfood-Ständen fernhalten solltest, weil du dabei sofort eine Lebensmittelvergiftung bekommst. Denn die Hygienevorschriften sind nicht überall gleich und manchmal muss sich dein Körper auch erst an das neue Essen gewöhnen.

Allerdings warten nicht hinter jeder Ecke böse Keime und man sollte nicht übervorsichtig sein. Wenn du beschließt, dich beispielsweise auf das neue Essen einzulassen und einfach mal mutig zu sein, wirst du in diesem Fall auch gleich viel mehr von der Kultur aufnehmen können. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt und wenn du dich entschließt deine Komfortzone zu verlassen, können sich wieder ganz unerwartete und spannende Möglichkeiten und Erfahrungen auftun.

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4. ​Vorurteile sind manchmal wirklich nur Vorurteile

Laut einer Umfrage der Gfk halten die Deutschen nur fünf Ländern für sicher und zwar Österreich, Schweiz, Skandinavien, Italien und natürlich ihr Heimatland. Wenn du also deinen Verwandten und Freunden, die selbst noch nicht verreist sind, erzählst, dass du bald in ein anderes Land reisen möchtest, könnten Kommentare kommen, dass es dort doch super gefährlich ist und dass du unbedingt vor allem Angst und Respekt haben solltest. Bist du dann aber vor Ort realisierst du so langsam, dass die Welt nicht nur schlecht und gefährlich ist. Denn es möchte dir nicht jede zweite Person die Tasche klauen und die Einheimischen sind auch nicht alle unfreundlich, sondern – ganz im Gegenteil – sogar hilfsbereit.

Auch unter Backpackern wirst du die Möglichkeit haben verschiedene Nationalitäten kennenzulernen und bekommst so auch einen viel besseren Eindruck über die Hintergründe der jeweiligen Kulturen. Das Schöne am Backpacken ist nämlich auch, dass Smalltalk kaum mehr stattfindet und du findest dich in wirklich tiefen und privaten Gesprächen mit fast Fremden wieder. Und das Beste daran? Die Freundschaften, die du auf der Reise schließt, halten meist noch über die Reise hinaus an und du bekommst somit die gute Gelegenheit dein nächstes Reiseziel in ein Heimatland deiner Reisebekanntschaften zu planen.

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5. ​Minimalismus und Unwichtigkeit von materiellen Dingen

In ein Backpack passt schon mal nicht allzu viel, also bevor du dich sogar schon auf die Reise machst, musst du entscheiden, welche essentiellen Dinge mitsollten. Je weniger, desto besser ist hier die Devise. Da macht es auch keinen Sinn im Reiseland großartig einzukaufen, denn schließlich muss man diese Sachen auch nur wieder mitschleppen.

Materieller Wert spielt auf einer Reise sowieso keine Rolle, denn 1. Interessiert es niemanden, ob deine Schuhe von Adidas, Puma oder was auch immer sind und 2. kannst du froh sein, wenn es deine Levis-Jeans wieder im Ganzen und sauber zurück nach Deutschland schafft. Viel wichtiger sind Erfahrungen, Begegnungen und Erlebnisse, da sie deinen Horizont erweitern und dich viel mehr prägen als jeglicher materielle Besitz.

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6. Gelassenheit

Backpacking ist eine eigene Lebenseinstellung und Backpacker haben ihre ganz eigene Mentalität. Im Gegensatz zu Pauschaltouristen geht es Backpackern nämlich um Abenteuer und Freiheit. Und das bei einer solchen Einstellung alles glatt läuft, wäre ja wirklich langweilig.

Der Beitrag über die 9 Fehler, die man beim Backpacken machen kann, ist dabei schon mal eine ganz gute Übersicht, was alles so schief laufen kann. Aber wie auch schon da erwähnt, wird es immer eine Lösung geben und je öfter du unterwegs bist, desto gelassener gehst du auch mit aufkommenden Problemen um. Du lernst auch, dass du nicht immer jede touristische Attraktion mitmachen musst und dass es auch einfach mal okay ist, nur am Strand rumzuliegen oder im Hostel zu bleiben und einfach mal nichts zu tun. 

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7. ​Viel über mich

Reisen ist eine der schönsten Arten sich selbst kennenzulernen und neu zu entdecken. Zweifel wie „das kann ich doch nie“ oder „wie soll ich das bloß schaffen“ werden einfach so über Bord geworfen. Insbesondere bei Soloreisen – also wenn du komplett auf dich alleine gestellt bist – wirst du eine ganze Menge über dich lernen. Du wirst vor Entscheidungen gestellt, die du dir vorher nicht mal hast träumen lassen und das Beste daran ist, du musst eine Entscheidung treffen um weiterzukommen.

Und mit jeder neu getroffenen Entscheidung wächst dein Selbstbewusstsein und du weißt mehr und mehr, was du eigentlich willst und wer du eigentlich bist. Vielleicht war es aber auch so, dass du in deiner vertrauten Umgebung noch gar nicht die Möglichkeit hattest, dich selbst zu entdecken. Du denkst, dass es dir einfach nicht liegt, neue Leute anzusprechen? Dabei bist du vielleicht nur mit Leuten unterwegs, die kontaktfreudig sind und dir somit gar nicht die Chance geben es auszuprobieren.

Auf einer Reise hast du die Möglichkeit dich neu zu erfinden und vor allem neue Dinge auszuprobieren. Auf einmal stellst du fest, dass es dir super leicht fällt neue Kontakte zu knüpfen. Und dieses Wissen und diese Erfahrung kann dir keiner mehr nehmen. Eine der besten Erfahrungen für mich war es, festzustellen, wie stark ich eigentlich sein kann. Bei schwierigen Situationen in fremden Ländern muss man einfach den Ansporn haben weiter zu machen, denn Stillstand oder Aufgeben ist einfach keine Option. 

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8. ​Man darf auch mal stolz auf sein Land sein

Oh ja wir Deutschen und unsere Geschichte. Es ist nicht immer so einfach vor diesem Hintergrund stolz auf unsere Herkunft zu sein. Aber wenn dich ein Nicht-Europäer fragt, wie Deutschland denn so ist und du anfängst zu erzählen, wird dir Stück für Stück ein bisschen mehr bewusst, wie cool unser Land eigentlich ist. Klar ist auch hier nicht alles rosig, aber jedes Land hat eben seine Probleme.

Trotzdem fühlt es sich auf einmal gut an, sagen zu können, dass Deutschland zum Beispiel keine Studiengebühren hat und sich theoretisch jeder das Studium leisten kann. Auch haben wir die Ehe für Homosexuelle und sind da einigen Ländern schon etwas voraus… Ist das nicht total cool? Von unserem Sozialsystem mal ganz abgesehen, denn hier muss sich keiner Sorgen machen, eine Arztrechnung nicht bezahlen zu können. Wäre Breaking Bad in Deutschland passiert, wäre die Serie nach einer Folge schon wieder zu Ende gewesen. So verkehrt sind wir also gar nicht, oder?

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9. ​Wie dankbar du sein kannst

In Europa und vor allem in Deutschland gehört es ja fast schon zur Normalität zu reisen. Wer das nicht tut, ist heutzutage fast schon ein Außenseiter. Wenn man dann aber mal außerhalb Europas unterwegs ist und sich auch mal ein bisschen mit den Einheimischen austauscht, wird einem wieder bewusst, wie dankbar wir sein sollten. Für die meisten Leute ist es unvorstellbar, solche Trips zu machen, weil sie gar nicht die nötigen Ressourcen dafür haben.

Ich habe viele Leute kennengelernt, deren größter Traum es wäre einmal durch Europa zu reisen und die Welt zu sehen. Das Traurige dabei ist, das dies wohl niemals geschehen wird (außer sie gewinnen im Lotto). Man lernt es wieder zu schätzen, dass wir in Deutschland solch einen hohen Lebensstandard haben und wird sich der Besonderheit wieder bewusst. Wir haben einfach nur das Glück im richtigen Land geboren wurden zu sein und wir sollten daher unglaublich dankbar sein, diese Möglichkeit zu haben. 

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